Nach der Eröffnung des Zweiten Weltkriegs durch Hitlers Einmarsch in Polen konnten sich deutsche Verkehrsflugzeuge nicht mehr auf Transatlantikrouten wagen. Den Flugdienst nach Südamerika übernahm, solange das faschistische Italien noch nicht in den Krieg eingetreten war, die Gesellschaft LATI, die von Rom aus Brasilien anflog. Es war allerdings ein offenes Geheimnis, dass die Regierung der USA mit den Alliierten sympathisierte und die Maschinen auf englischen Kolonialgebiet zwischenlandeten. Deutsche Absender hatten also die Wahl. Wenn ihnen eine englische Zensur gleichgültig war, wählen sie die Route über Lissabon. Dafür waren je 5 Gramm 40 Pf. Zuschlag zu zahlen. Wer aus Patriotismus oder wegen des Inhalts – es gab in den USA viele Antisemiten und Nazisympathisanten – die Beförderung durch die italienische LATI vorzog, musste mehr als das Fünffache zahlen. Der Zuschlag betrug bei gleichem Gewicht 215 Pf. Hinzuzurechnen sind natürlich immer noch 25 Pf. für den Auslandsbrief.
Am Porto sind also die beiden Beförderungswege leicht zu erkennen. Es versteht sich, dass LATI-Briefe in die USA nicht häufig sind. Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich ein Exemplar fand.



Es grüßt Bessie, früher einmal Sentawau und auch wauwau, bis die Datenbank diese Namen nicht mehr akzeptierte.