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Post nach und aus Nordamerika vor 1939: zu Wasser, zu Land und in der Luft

User #336253058 Am: 28.12.2025 17:41:02 Gelesen: 1424 # 1
Post nach und aus Nordamerika vor 1939: zu Wasser, zu Land und in der Luft Ich habe bewusst die Zeit vor 1939 gewählt. In Frühjahr diesen Jahres eröffnete die PanAm eine regelmäßige Verbindung New York – Marseille, auf der sie riesige Wasserflugzeuge, Clipper genannt, einsetzte. Mit einer Zwischenlandung auf den Azoren gelang endlich die Überquerung des Nordatlantik ausschließlich mit Flugzeugen. Alle vorherige Post überquerte den Nordatlantik an Bord eines Schiffes, auch wenn sie noch so bunt als Luftpost frankiert ist. Im gleichen Jahr gelang übrigens erstmals die Überquerung des Südatlantik nonstop mit einem deutschen Landflugzeug vom Typ Focker Wulf FW 200. Vorweg ein eingeschriebener Brief aus Heilbronn, der am 24. Juni 1928 mit gewöhnlicher Schiffspost nach New York geschickt wurde. Dort kam er am 29. Juni an, wurde aber als unzustellbar zurückgeschickt. Auf dem Rücktransport wurde er beschädigt und amtlich verschlossen am 18.August. Einfache Auslandspost erhielt in der Regel keinen Ankuftsstempel. Bei eingeschriebenen Briefen jedoch war es Vorschrift. Deshalb bilde ich ausnahmsweise einmal als Beispiel auch die Rückseite ab. Ich werde künftig nur abbilden, wenn sie etwas zu Transportgeschichte aussagt. Bei den nachfolgend gezeigten Luftpostbriefen habe ich darauf verzichtet, meine Zeit mit dem Nachrechnen der Porti zu vertrödeln. Ich bin nicht Philatelist geworden, um eine Ausbildung als Postsekretär nachzuholen. Die Portoberechnung macht Sinn, wo der Verdacht auf Fälschung besteht, nicht aber als l’art pour l’art. Da die nachfolgend gezeigten Briefe unbeanstandet befördert wurden, gehe ich davon aus, dass ihre Porti stimmen. Die abgebildete Postkarte, eine Ganzsache, wurde im Mai 1931 von Dresden nach Washington geschickt. Sie trägt den Vermerk „mit Luftpost“, hat aber keinen postalischen Hinweis auf eine solche Beförderung. Das gilt auch für den danach gezeigten eingeschriebenen Brief, der am 8.8.1938 von Berlin nach New York adressiert wurde. Die Post hielt sich damals an die Vorgaben der Absender, so dass anzunehmen ist, dass der größte Teil der Strecke tatsächlich geflogen wurde, es sei denn, die Post wusste, dass die Eisenbahnverbindung schneller war. Dieser Brief vom 7.3. 1932 wurde per Luftpost und Eilboten zum Schnelldampfer „Europa“ nach Bremerhaven geschickt und kam mehr als eine Woche später laut rückseitig Stempel am 15.3.1932 in New York an, von wo er, umadressiert, zu Land nach Philadelphia weiterreiste. Um die Amerikapost schnell zu machen, gab es im Deutschen Reich von 1929 bis August 1939 einen besonderen Dienst: Nachbringeflüge zu den drei Schnelldampfern Columbus, Bremen und Europa. Sie wurden durch besondere Stempel dokumentiert und sind nicht automatisch mit Katapult-Vorausflügen gekoppelt, sondern davon unabhängig. Sie sind allein verwendet nicht häufig. Haberer hat sie am Ende seines Katapultkataloges zusammengestellt, im Ganzsachen-Handbuch Drittes Reich von Frech finden sich die zusätzlichen Gebühren. Am schnellsten gelangte deutsche Post in die USA, wenn Zubringerflug zu einem der beiden Schnelldampfer „Bremen“ oder „Europa“ mit der Zusatzleistung „Katapultflug“ gekoppelt wurde. Beide Schiffe waren mit Katapulten ausgestattet, die den Start eines Wasserflugzeuges zum Vorausflug zum Zielort ermöglichten. Katapultpost konnte auch am Bord aufgegeben werden. Sie erhielt dann den Seepoststempel. Sieht man von den Katapultflügen ab, so wurde aus den anderen europäischen Ländern die Nordamerikapost per Schiff befördert. Der abgebildete Luftpostbrief aus dem bereits mit Deutschland im Krieg befindlichen Frankreich dagegen flog am 28.11.1939 von Frankreich nach Lissabon und überquerte mit einem PanAm-Clipper den Nordatlantik. Wird fortgesetzt. Bessie wünscht allen Lesern ein Gutes Neues Jahr!
User #336253058 Am: 28.12.2025 18:56:34 Gelesen: 1399 # 2
@ Bessie [#1]

Bei der Interpretation der abgebildeten Ganzsachen-Postkarte habe ich etwas missverständlich formuliert,der größte Teil der Strecke sei geflogen. Das meint natürlich die Landstrecke, über den Nordatlantik gab es zum Schiff damals keine Alternative.
stampmix Am: 28.12.2025 19:41:39 Gelesen: 1384 # 3
@ Bessie [#2]

... über den Nordatlantik gab es zum Schiff damals keine Alternative.


anbei ein Brief der tatsächlich per Luftpost den Altantik überquert hat



Gespannt bin ich auf Belege, die auf dem Landweg über den Atlantik befördert wurden.

besten Gruß
stampmix
22028 Am: 28.12.2025 20:18:09 Gelesen: 1368 # 4
In meiner Diskussion zur Overland mMil Bagahdad.Hafa sind welche. Hier ist ein Brief von den USA von 1933, sogar das Schiff ist genannt. https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=379432 Und hier ist ein weiterer, allerdings früherer, vom Juli 1924, mit der SS Olympic (das Schwesterschiff der Titanic) befördert.
User #336253058 Am: 01.01.2026 00:46:07 Gelesen: 1263 # 5
Antwort zu [#3] und [#4] Ach ja, die Zeppeline! Die habe ich absichtlich nicht erwähnt, ebenso wenig wie die unglückliche DO X. Letztere war nie im regulären Postdienst eingesetzt. Sie durfte Sammlerpost zu einem exorbitant hohen Preis befördern, um die ständig am Rand der Pleite arbeitenden Dornierwerke zu subventionieren, an deren Fortbestand die Reichswehr Interesse hatte. Auch die Zeppeline waren nie im regulären transatlantischen Postdienst eingesetzt, obwohl ihre Fahrten im Amtsblatt angekündigt wurden. Sie fuhren quasi als nationale Heiligtümer und als Demonstrationen des nach dem Schmachrieden von Versailles wieder hergestellten deutschen Ansehens, obwohl sie im Betrieb unpraktisch und unwirtschaftlich, aber hochexplosiv waren, als eine kostspielige Fehlentwicklung der Luftfahrttechnik bis zu einem spektakulären schrecklichen Ende. Einen Brief von der Überführungsfahrt des LZ126 m Jahr 1924 in die USA zeige ich auch deshalb nicht, weil das von den USA gekaufte Luftschiff wegen der Bedingungen des Friedensvertrages zwar als ziviles Luftfahrzeug gebaut werden musste, die Amerikaner es aber von vorn herein als Militärluftschiff für den Küstenschutz geplant hatten. An Postbeförderung war nie gedacht. Was die Zuschriften in [#3] und [#4] eigentlich wollen, habe ich nicht verstanden. Bitte nochmals [#2] lesen. Meinen Beitrag über scheinbare Luftpost nach Nordamerika werde ich fortsetzen mit Bildern von Luftpostbriefen von dort nach Europa. Er wird eine bunte Folge von Bildern werden, die ich aber unter „USA echt gelaufene Briefe“ einstellen werde. Da nun mal ein doch ein Zeppelinbrief gezeigt ist, will ich als appetizer auf bunte Briefe einen eigenen hinzufügen. Der Absender hat am 2.7.1936 in den Brief bunt frankiert in New York für die Beförderung mit dem neuen Luftschiff „Hindenburg“ aufgegeben. Vom 4.7. bis 6.7 flog der Brief von Lakehurst nach Frankfurt und erreichte noch am gleichen Tag gegen 20 Uhr seinen Empfänger in Meinerzhagen. Der hat sich vielleicht dennoch geärgert, denn ein Flugbestätigungsstempel fehlt. Dass der Brief tatsächlich mit dem gewünschten Flug befördert wurde, ergibt sich allein aus den Stempeldaten auf der Rückseite. Die rückseitige Vignette wirbt ironischerweise für Schiffspost. Geschrieben in der Sylvesternacht. Ich stoße auf das Wohl der Gemeinde an! Und des Herausgebers!
22028 Am: 01.01.2026 09:25:06 Gelesen: 1234 # 6
@ Bessie [#5] Was passt Dir denn an Antwort @ 22028 [#4] nicht ? Der Titel des Themas ist doch: Post nach und aus Nordamerika vor 1939: zu Wasser, zu Land und in der Luft
Totalo-Flauti Am: 01.01.2026 12:02:59 Gelesen: 1203 # 7
Liebe Sammlerfreunde, eine Postkarte vom 28.01.1903 aus Milwaukee Wisconsin nach Leipzig. Die Karte wurde mit 2 Cent Georg Washington vermutlich MiNr. A126X frankiert. In Leipzig wurde die Ankunft mit einer Bikerdike-Maschine dokumentiert. Dem Text des Absenders zu urteilen, ging es scheinbar um einen Ansichtskartentausch. Wobei die Ansicht auf der Karte nicht zu Milwaukee passen dürfte. Oder wachsen an den großen Seen Palmen und Bambus? Mit lieben Sammlergrüßen Totalo-Flauti.
User #336253058 Am: 02.01.2026 16:51:18 Gelesen: 1124 # 8
[#6] Natürlich ist jeder Luftpostbrief auch ein Stück auf dem Landweg befördert worden, z. B. zum Flughafen des Inlands. Und da das Porto meist nur den Luftpostzuschlag für das Inland abdeckte, erst recht im Ausland. Dort wurde der Luftpostvermerk oft als ungültig schwarz durchbalkt.
Lars Boettger Am: 02.01.2026 19:42:39 Gelesen: 1101 # 9
Ein Faltbrief aus Washington nach Hanau (1833), gemäß Leitwegangabe wurde er einem Segelschiff von New York nach Le Havre mitgegeben. In Le Havre erhielt er einen Stempel "Pays d'outremer Le Havre" sowie einen Ortsstempel. "C.T.F." bedeutet "Correspondance Transit Francaise". Der Empfänger bezahlte insgesamt 8 Silbergroschen, wenn mich meine schwachen Portokenntnisse nicht im Stich lassen. 5 Silbergroschen für die französische Post und 3 Silbergroschen für den Weg von der französischen Grenze nach Hanau. Das US-Franko von 18 3/4 Cents wurde vorausbezahlt (Notierung in schwarzer Tinte). Beste Grüsse! Lars
22028 Am: 03.01.2026 16:52:12 Gelesen: 1042 # 10
@ Bessie [#8] Irgendwie verstehe ich Deine Postings nicht richtig, kann aber auch an meinem ggfls fehlenden Intellekt liegen. Dort wurde der Luftpostvermerk oft als ungültig schwarz durchbalkt. Meinst Du damit die Jusqua (Jusqu'à) Stempel die oftmals als (rote oder auch schwarze) Balken angebracht wurden ?
User #336253058 Am: 16.01.2026 14:45:23 Gelesen: 915 # 11
@ Bessie [#1] Luftpost aus den USA vor 1939. Teil 1 Das Grenzjahr 1939 ist bewusst gewählt. Wenn man von dem einmaligen Versuchsflug der glücklosen DO X von1929/30 absieht, so wurde in diesem Jahr erstmals der Nordatlantik ohne Hilfe von Schiffen ausschließlich von Flugzeugen überquert. Mit riesigen Boing-Wasserflugzeugen, sogenannten „Clippern“, richteten die Amerikaner eine regelmäßige Flugverbindung New York – Marseille ein, bei der die Maschinen nur einen Zwischenstop auf den Azoren benötigten. In Deutschland schaffte das Landflugzeug Focke-Wulf F200 die Überquerung des Atlantik sogar ohne Tankstop. Sie wurde auf der Südamerikalinie eingesetzt. Auch der schönste Luftpostbrief aus den USA nach Europa hat also vor 1939 den größten Teil seines Weges per Schiff zurückgelegt. Das Luftpostporto deckte im Inland den Transport zu einem Seehafen ab. Dieser inneramerikanische Luftweg konnte sehr weit sein, z. B. von San Franzisko nach New York, wie nachfolgender Brief zeigt. Der Brief wurde am 8. Dezember 1928 in San Franzisko, also an der Westküste der USA, mit 15 cent frankiert aufgegeben und benötigte allein schon bis zum 11. Dezember 1928, um den Kontinent zu überfliegen. Vielleicht musste er dann in New York noch auf Weiterbeförderung warten. Wann und in welchem Hafen er Europa erreichte, ist nicht zu ersehen. Die deutsche Post respektierte jedenfalls den Luftpostvermerk und flog ihn zumindest bis Köln weiter. Wie und wann er dann ins oberbayerische Starnberg gelangte, bleibt sein Geheimnis. Dieser Brief wurde im gleichen Jahr 1928 in der Nähe von Los Angeles, also ebenfalls an der Westküste, mit nur 9 cent frankiert am 19. Oktober 1928 aufgegeben und zum Hafen von New York geflogen, wo er ebenfalls 3 Tage später eintraf. In Europa angekommen wurde der Luftpostvermerk gestrichen und er reiste zu Land, d.h. mit der Eisenbahn, nach Paris weiter. Wahrscheinlich erkannten die Postler an der geringeren Frankatur, dass das die Beförderung mit Luftpost im Ausland nicht bezahlt war. Dieser Brief wurde am 6. 6. 1931 von New York nach Tornesch/Kreis Pinneberg geschickt und von vornherein für die Beförderung per Schiff vorgesehen. Nach Erreichen des Festlandes sollte er aber den Rest der Strecke geflogen werden. Dafür genügte eine Frankatur mit 9 cent. Er erreichte sein Ziel (via Londen?, so per Luftpost Hamburg. Die Ankunft ist leider nicht dokumentiert. Zehn Jahre später, wurde ein mit 10 cent freigemachter Brief anläßlich einer Arizona-Flugwoche in Douglas am 18. Mai 1938 nach Leipzig aufgegeben. Weitere Beförderungsdaten sind nicht zu erkennen. Aber auch bei ihm erfolgte die Beförderung anscheinend in Europa mit der Eisenbahn. Die Empfängerin wurde in Leipzig nicht angetroffen und der Brief nach Gablenz nachgeschickt. Ein am 8. Juni1933 in New York zur Beförderung mit dem Schnelldampfer „Bremen“ eingelieferter und zusätzlich für den katapultgestarteten Vorausflug mit insgesamt 20 cent frankierter Brief wurde am 13. Juni nach Southampton und weiter nach Köln geflogen . Vielleicht auch noch bis zum Zielort Braunschweig, wo der Brief bereits am 14. Oktober morgens gegen 9.00 ankam (Hab 120). Auf gleiche Weise in die Gegenrichtung befördert hätte ein Brief 75 Pfennig gekostet. Auf der Rückseite rechts unten trägt der Brief den Besitzstempel eines New Yorker Sammlers. Zum Schluss noch ein Brief, dessen Interpretation einiges Nachschlagen erfordert. Er wurde am 27. März 1930 in New York aufgegeben, mit 45 cent für einen Katapult-Vorausflug nach Southampton mit dem Schnelldampfer „Europa“ frankiert. Der hatte gerade auf seiner Jungfernfahrt von k Bremen nach New York seinem Schwesterschiff „Bremen“ das „Blaue Band“ abgenommen. Unser Brief war auf der Rückfahrt seiner ersten Reise dabei. Aber das Katapult war noch nicht fertig installiert. Es wurde erst im September in Betrieb genommen. Für die aufgelieferte Post gab es mehrere Ausfallstempel, für die erste Rückfahrt allerdings nicht. So reiste der Brief zusammen mit der normalen Post nach Deutschland, wo er zur Entschädigung als eilige Expressendung behandelt und mit Luftpost befördert wurde. Am 4. Oktober kam er in Schwerin an. Als Ergänzung zu vorhergehender Beschreibung bilde ich zwei Briefe der „Europa“ mit Flugausfallstempeln ab, beide vom 19. März 1930 (Jungfernfahrt) und leider nur schwach abgeschlagen. Dazu einen Brief, der am 21. September sozusagen beim Jungfernstart vom Katapult dabei war ( Haberer 32a). Bessie
User #336253058 Am: 22.01.2026 13:55:24 Gelesen: 823 # 12
@ Bessie [#11] Teil 2. Aus der Zeit, als die USA noch nicht als gewalttätige neo-imperialistische Großmacht, sondern als Heimat reich gewordener Verwandter wahrgenommen wurde – der reiche Onkel aus Amerika war eine beliebte Theaterfigur – ist eine Vielzahl bunt frankierter Briefe erhalten, die zumeist nicht wertvoll sind, für die Geschichte des Luftverkehrs jedoch aussagekräftig und wegen ihrer Frankaturen eine Zierde für jede Sammlung sind. Dazu will ich einige Beispiele in annähernd chronologischer Ordnung zeigen und interpretieren. Wenn nicht anders angegeben, war immer New York der Übergabeort der Land- zur Seepost. Die Rückseiten bilde ich nur ausnahmsweise ab, sie sind aber immer im Text berücksichtigt. Normale Auslandspost erhielt bekanntlich keine Ankunftsstempel. 1928. Von Los Angeles an der Westküste am 9. Oktober per Luftpost mit 13 cent frankiert nach Neubau/Oberlausitz. Der Absender hatte als Leitweg handschriftlich „London“ vorgegeben. Dort erhielt er einen Durchgangsstempel am 13. Oktober und wurde zumindest bis Hannover weiter geflogen. Ankunft unbekannt. 1931. Von Oak Park/Illinois mit 33 cent frankiert als eingeschriebener Luftpostbrief nach Weimar. Aufgabedatum unbekannt, am 14. Januar in Chicago, Luftpostbestätigungsstempel Berlin, Ankunft Weimar 21. Januar. 1932. Luftpostkarte von New York nach Gera. Am 19. Februar mit 8 cent frankiert, Luftpostmarke, am 13. Februar in Paris, deutscher Luftpostbestätigungsstempel Frankfurt und Nürnberg 26. Februar. 1933. Luftpostbrief von Salt Lake City /Kalifornien nach Berlin. Mit 13 cent freigemacht am 1. März, in Deutschland mit Luftpost nach Berlin, dort eingegangen 11. März. 1934. Von Milwakewe/Wisconsin am 7. März mit 13 cent frankiert als Luftpostbrief befördert über Berlin (roter Bestätigungsstempel vom 20. März vormittags) und am gleichen Tag nachmittags in Basel. Wie schon bei vorhergehenden Briefen diente allein die Briefmarke zur Kennzeichnung als Luftpost. 1936. Eingeschriebener Luftpostbrief von Winnipeg/Canada nach Kiel. Mit 30 kanadischen cent frankiert aufgegeben am 7. Dezember, am 9. Dezember in New York, Kieler Luftpostbestätigungsstempel ohne Datum. Für Erklärung der amerikanischen Portosätze wäre ich dankbar. Wird fortgesetzt von Bessie
User #336253058 Am: 30.01.2026 14:43:56 Gelesen: 733 # 13
Ich kann es nicht lassen und zeige nochmals fünf Briefe aus den USA vor 1939. Zunächst einen Brief von Colombo/Ohio nach Bocholt, hoch frankiert mit 20 cent, als Luftpostbrief ausgewiesen durch die Verwendung einer Luftpostmarke (keinen Klebezettel) und zur Beförderung mit dem Schnelldampfer „Bremen“ bestimmt. Der Brief wurde am 20. April 1930 aufgegeben, am 8. Mai an Bord gestempelt und mit Katapultflug (Hab. 11a) weiterbefördert. Leider gibt es keinen Ankunftstempel. Alle weiteren Briefe datieren zufällig aus 1933. Dieser Brief wurde am 28. Juli mit dem Sonderflug zu Ehren einer Eisenbahnlinie von Chicago zum Seehafen gebracht und war am 4. August am Flughafen Paris. Ein schwach abgeschlagener deutscher Flugbestätigungsstempel verrät die Art der Weiterbeförderung, aber nicht die Ankunft. Diesen Brief, der von Kalifornien quer über den Kontinent nach Hamburg reiste, zeige ich nur wegen des schönen Reedereiumschlags. Dieser eingeschriebener Ganzsachenumschlag wurde in Tahoka/Texas am 14. November ausgegeben. Seine Beförderung nach Berlin ist auf der Rückseite mit zahlreichen Stempeln dokumentiert. Und als letzter dieser Umschlag, der am 18. Oktober in Los Angeles/Kalifornien aufgegeben wurde und schon am 21. Oktober in München zweimal ankunftsgestempelt ist. Die reichlich gestempelte Rückseite verrät, dass in L.A. die Stempel um 10 Tage vordatiert waren. Gibt es dafür einen Grund? Die Beförderungszeit für einen Luftpostbrief aus den USA war mit 13 Tagen 1933 durchaus normal. Ich mache Schluss und hoffe, für das Sammeln ganzer Briefe und deren Interpretation geworben zu haben. Alle Leser grüßt Bessie mit Wauwau und Sentawau