Briefmarken Atteste

Thema:

Mit Einheiten (Paaren, Viererblocks, ganze Bögen ...) beklebte Seiten, was tun damit?

User #336316003 Am: 18.12.2025 19:36:13 Gelesen: 1064 # 1
Guten Abend, Bin mir nicht sicher, ob das hier richtig ist aber da doch einige Viererblocks und noch größer dabei sind ja vielleicht schon. Mein Sohn hat in seinem Sammelsorium von Briefmarken auch diesen Stapel mit offensichtlich entwerteten Briefmarken. Wie geht man damit um? Ablösen und in Alben oder so lassen? Die Blätter sind beidseitig mit verschiedensten Marken beklebt, teilweise scheinen das ganze Bögen zu sein. Für Tips was man damit macht wäre ich Dankbar.
Christoph 1 Am: 18.12.2025 22:00:37 Gelesen: 1024 # 2
Auf dem letzten Foto ist unten links ein Vermerk auf dem Blatt aufgestempelt. Könntest Du diesen Ausschnitt bitte mal vergrößert fotografieren, damit man lesen kann, was dort steht?
bovi11 Am: 18.12.2025 22:13:23 Gelesen: 1013 # 3
@ Reimirez [#1] Auf jeden Fall auf den Blättern lassen. Das dürften Briefmarken sein, die zur Verrechnung aufgeklebt wurden. Das war soweit ich weiß eine interne Praxis einiger Kommunen/Postverwaltungen zur Abrechnung von Geldbeträgen oder Gebühren. Hilfreich wäre es, einen der Stempel (scheinen von einer Druckerei zu sein) und einen der Poststempel gut erkennbar einzuscannen. Christoph_1 hat das auch bereits angeregt.
filunski Am: 19.12.2025 00:15:31 Gelesen: 950 # 4
@ Reimirez [#1]

Hallo,

Ablösen wäre so ziemlich das "Dümmste" (ist nicht persönlich gemeint ;-)) was man damit machen könnte. Dann kannst du die Blätter auch gleich in die Papiertonne werfen. Abgelöst sind die Marken, auch in Viererblocks, nichts mehr wert und kein Mensch will die haben, schon alleine wegen der vielen Wellen und ungeliebten Rollstempel.

Gerade diese Handrollstempel sind aber das Einzige, das daran einen gewissen Reiz ausmacht, zumindest für eine kleine Sammlerschaft. Diese Blätter dienten, wie schon von bovi angemerkt zur Verrechnung irgendwelcher Gebühren/Einreichungen o.ä. und wurden in der Gesamtheit und weil es einfacher war, oft per Handrollstempel entwertet und so entstanden, zumindest für die heutige Stempelforschung interessant, schöne Nachweise zu den verwendeten Handrollstempeln.

Mehr zu den Handrollstempeln findest du bei Interesse in diesem Thema [1].

Viele Grüße,
Peter

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?&ST=12836&page=106
limingerald Am: 19.12.2025 04:29:08 Gelesen: 927 # 5
Koennten diese Blaetter aus dem damaligen Umtausch der deutschen Briefmarken DM-Waehrung in EURO stammen? Da mussten ja auch die Marken getrennt nach Wertstufen auf Blaetter aufgeklebt werden.

limingerald
User #336316003 Am: 19.12.2025 06:38:00 Gelesen: 903 # 6
DM in Euro Umtausch glaube ich nicht, da auch Marken von vor 1970 dabei sind. Ich meine mich erinnern zu können, dass nur Marken 1970 aufwärts getauscht wurden. Gestempelt ist alles mit Stempeln 6330, 6331 und 6338 teilweise verschiedene auf einem Bogen.
Christoph 1 Am: 19.12.2025 07:45:53 Gelesen: 878 # 7
@ limingerald [#5] Guten Morgen, Der Umtausch von DM in Euro-Marken fand Anfang der 2000er Jahre statt. Hier geht es um Vorgänge aus 1979. Das hat also nichts miteinander zu tun. @ Reimirez [#6] Kannst Du eventuell noch mehr (andere) dieser aufgestempelten Vermerke zeigen, damit man ein runderes Bid erhält? Kannst Du auch zeigen, welche Marken aus der Zeit vor 1970 Du entdeckt hast (teilweise waren diese auch noch „unbegrenzt“ frankaturgültig)? Was mich sehr wundert, ist: Es wurden hier verschiedene Sondermarken durcheinander geklebt, von Bund und Berlin. Die Berlin-Marken waren seinerzeit aber in den Postämtern in Hessen gar nicht vorrätig. Insofern kann es sich eigentlich m.E. nicht um einen „normalen“ postalischen Vorgang (z.B. Verrechnung irgendwelcher Gebühren) gehandelt haben, sondern es muss schon irgendeinen philatelistischen Hintergrund geben. Die Stempel mit der Ortsangabe „LAHN“ sind sowieso schon recht selten. Die stammen aus der kurzen Episode der Zusammenegung von Gießen und Wetzar zu einer künstlichen Stadt namens Lahn, die dann nach sehr kurzer Zeit durch einen Bürgerentscheid wieder zurückgenommen wurde. Ein großer Aufreger damals! Viele Grüße Christoph
User #336316003 Am: 19.12.2025 08:00:25 Gelesen: 869 # 8
Bin jetzt gerade nicht zuhause, ich meine aber serienmarken vom Brandenburger Tor gesehen zu haben. in am ûberlegen ob es etwas mit Bezahlen von Waren zu tun haben könnte? Meine mich erinnern zu können, dass man früher auch waren und Dienstleistungen mit Briefmarken bezahlen konnte. Vielleicht hat ja diese Druckerei die Marken im Auftrag der Post entwertet und der Betrag wurde dann dem Einreichendem gut geschrieben?
bovi11 Am: 19.12.2025 08:20:08 Gelesen: 858 # 9
@ Reimirez [#8]

Die Druckerei hat die Marken mit Sicherheit nicht entwertet, denn die Rollenstempel hatte nur die Post.
lueckel2010 Am: 19.12.2025 10:56:18 Gelesen: 806 # 10
Die ehemalige Deutsche Bundespost hat schon immer gültige, aber "unbrauchbare" (z. B. durch Feuchtigkeit) - gegen einwandfreie (gummierte) Postwertzeichen 1:1 kostenlos umgetauscht. Dieser Service gilt auch heute noch bei der privatisierten Deutschen Post, obwohl deren überwiegend gar nicht oder allenfalls kaum ausgebildeten Mitarbeiter nichts davon wissen und dies daher in der Regel auch ablehnen*. Größere Einlieferungen waren auf Papierbögen zu kleben und zu entwerten (abzustempeln). Diese gingen nach Abwicklung in das Eigentum der Post über. Woher der derzeitige Eigentümer der in [#1] gezeigten "Bögen" diese hatte, kann man nur spekulieren. Einen monetären "Wert" haben sie meiner Meinung nach nicht. Eventuell könnten sich aber Postgeschichtler dafür interessieren. * In einer Nachbarstadt meines Heimatortes gibt es noch eine Postbankfiliale, in der zwei Postler "alter Art" für den postalischen Part zuständig sind. Dort habe ich erst kürzlich völlig problemlos etwa 30 "unbrauchbare" selbstklebende Markenheftchen (Mi.-Nr. 41 bzw. 50), deren Markenininhalt nicht mehr oder nur noch unzureichend auf den Trägerfolinen haftete, gegen "Frankatur" umgetauscht. Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
User #336316003 Am: 19.12.2025 17:09:02 Gelesen: 729 # 11
Vielen lieben Dank für die Infos zu dem Thema.

Das konvolut geht als Ganzes in befähigte Hände.

Wünshe allen ein schönes Wochenende

LG von der Nordsee

Reimer
DL8AAM Am: 19.12.2025 21:19:15 Gelesen: 647 # 12
Meine erste Idee (eine Idee...) wäre, dass hier irgendeine teure Postdienstleistung mit Postwertzeichen bezahlt werden sollte. Womöglich auch, weil vielleicht der Platz für die Darstellung der Gebühr auf dem Postbeleg nicht ausgereicht hat. Ich entsinne mich zum Beispiel hier Postzustellungsaufträge gesehen zu haben, die mit Absenderfreistempeln zum Maximalbetrag, mitüber 'fast 100 DM' freigemacht wurden. Falls nun aber die oben auf den Blättern eingestempelte Firma kein Absenderfreistempelgerät gehabt haben sollte und man zum Beispiel 'ein paar Dutzend' PZAs verschicken wollte, dann müsste diese - wenn sie mit den eigenen Bestandsmarken bezahlen will (und dafür sind Postwertzeichen ja wohl auch da) - diese Gebühr ja irgendwie anders verkleben und postalisch entwerten lassen. Auf dem Beleg selbst kann dann das Postamt, nach der "externen Entwertung der Gebühr", irgendeinen einen entsprechenden Gebührbezahltvermerk anbringen. Das wäre meine erste Idee gewesen. Idee, ohne näheres 'historisches Verfahrenswissen'. Beste Grüße Thomas