Thema:
Hofpostamt Ludwigsburg, Postillone & Postreiter
Am: 13.12.2025 16:28:51
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# 1
zur ergänzenden Illustrierung eines Artikels über Württembergische Vorphilatelie suche ich noch nach möglichst frühen Abbildungen vom Hofpostamt Ludwigsburg (etabliert um 1725?). Auch württembergische Postillione und Postreiter aus dem 18. Jahrhundert könnten passen. Gibt es das als Figur aus Ludwigsburger Porzellan ? (die Figur auf der Europamarke 1976 ist ja ein Kartenverkäufer)
> DANKE schon mal, falls jemand hier dazu einen Fund melden kann !
Am: 14.12.2025 18:11:44
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# 2
Zwei gedruckte Laufzettel ("Lauff-Zettul") der "Hochfürstl. Württembergis. Bottenmeisterey allhier." für nachzuweisende Sendungen von 1724 aus Stuttgart nach Ludwigsburg: im Text "Auf gnädigstes Anbefehlen / sollen die Herren Beambte und Schultheissen / ausser benahmster Orten / beykommend sehr eylfertig und hoch-angelegene Fürstl. Paquet gleich nach dem Empfang / durch eigene zu Pferd von Ort zu Ort / so Tags als Nachts / also bestellen / damit ja hierinnen die geringste Verabsaumung / und dem Schuldhafften eine schwere Verantwortung / nicht zuwachsen möge / zu dem Ende jeden Orts / die Stunde der Ankunfft und wieder Abschickung hierunter zu schreiben / und von dem letzten Ort / dieser Lauff-Zettul mit erstereignender Gelegenheit / zu Fürstl. Bottenmeisterey wiederum anhero zu senden / verläßt man sich solches ohnfehlbar zu geschehen." Darunter und rückseitig jede Station handschriftlich eingetragen und bestätigt. (ex Peter Feuser / Archiv PhilaTec).
Am: 14.12.2025 19:28:23
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# 3
@ philamaxi [#2]
Hallo Philamaxi,
" Darunter und rückseitig jede Station handschriftlich eingetragen und bestätigt."
vielleicht missverständlich, darum unten den Text den Du uns vorenthältst.
Sehe nur einen Abgangs- und Empfangsvermerk. Blatt 3 steht auf dem Kopf, Text wohl wie Blatt 4.
Blatt 2:
Nachmittags um 2 Uhr citissime abgeritten
den Empfang obigen Paquets
attestirt. Ludwigsburg dat[o] [quo] supra
Hochfürst. Geheime
Cabinets Canzley
weiter unten noch 24 und 16 Kreuzer, Wort davor unleserlich (ev. 1 Tag Ritt?), auch auf Blatt 1
Blatt 4:
Lauffzettul
zum Postordt
von
Stuttgart auff
Ludwigsburg
nebst einem hochgräff.
höchstversandten Paquet
Cito Citissime Cito
grüsse Christof
Am: 14.12.2025 22:28:20
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# 4
Super Christof, besten Dank !
das sind noch ein paar interessante zusätzliche Infos. Die kopfstehende Seite 3 ist mir auch schon aufgefallen. ;-)
Hier die genannte Europamarke 1976 mit dem Kartenverkäufer aus Ludwigsburger Porzellan.
Aus der Neuheitenmeldung:
Die Figur entstand um 1765. Sie ist wahrscheinlich Arbeit des Modelleurs Johann Christoph Haselmeyer, der von 1760 bis 1771 bei der Ludwigsburger Manufaktur tätig war. Er hat vor allem Modelle für Volkstypen, Schäfer-, Jäger- und Gärtnerpaare geschaffen, die sich durch ihre legere Kleidung und ihre ungezwungene Haltung auszeichnen.
In der erhobenen Linken bietet der junge Mann Stiche von Bildnissen feil. Weitere Kupferstiche hängen an einem Schulterband in einer hölzernen Klemmvorrichtung. An den Titeln kann man erkennen, daß bei den Großformaten die »Reith Schule« von Johann Elias Ridinger obenauf liegt, während die kleinen vorgehefteten Blätter als »Curiosa« tituliert sind.
Die Figur besteht aus farbig staffiertem Porzellan und ist 14,4 cm hoch. Durch die unterglasurblaue Marke aus zwei verschlungenen C (für Carl Eugen Herzog von Württemberg) an der Rückseite des Sockels ist sie als Erzeugnisse der Porzellan Manufaktur in Ludwigsburg gekennzeichnet. Diese Manufaktur war 1758 gegründet worden und hat bis 1824 existiert.
Die Ludwigsburger Figur gehört zur Porzellan-Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg, das auch die vorstehenden Erläuterungen zur Verfügung gestellt hat.