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Sammlung "Somnium percatum" bei 185. Felzmann-Auktion

Martin de Matin Am: 09.11.2025 13:22:18 Gelesen: 808 # 1
Bei der 185. Auktion (17. - 21. 11.2025) vom Auktionshaus Felzmann wird eine Sammlung mit dem Namen "Somnium percatum" (Der Traum ist vollendet) als Los 6000 angeboten. Die Sammlung ist in einem alten Schaubekalbum (Dicke 9,5 cm) untergebracht und enthält nach Angabe eine Weltweitsammlung von 1840 - 1900 (nahezu alle Briefmarken sind enthalten). Es sind diverse Neudrucke Fälschungen und Falschstempel enthalten, die sich meist auf der linke Seite befinden aber auch im normalen Teil sind welche zu finden. Im Auktionkatalog sind ca.60 Seiten von verschiedenen Gebieten abgebildet; bei Philasearch kann man sich auf den gefühlten unendlichen Seiten vergnügen. Der Ausruf beträgt 250.000 €. Ich werde mich später noch dazu äussern. Gruss Martin https://www.philasearch.com/de/cat/12205_12/lot/12-A185-6000?losbereich=6000
Gauss Am: 09.11.2025 14:42:23 Gelesen: 756 # 2
@ Martin de Matin [#1] Wenn die Sammlung "... vollendet" heißt, müsste es wohl "peractum" sein.
TeeKay Am: 09.11.2025 15:00:13 Gelesen: 740 # 3
Für mich als Verkäufer stellt sich die Frage, wer die Zielgruppe so eines Angebots ist. 250.000 Euro Ausruf schränkt die schon sehr stark ein. Ich vermute, dass kapitalkräftige Sammler:innen eher keine schon existierende Generalsammlung von Einzelmarken haben wollen, die auch noch von jemand anderem mit anderen Qualitätskriterien als den eigenen aufgebaut wurde. Und für Händler:innen, die in der Regel spezialisiert sind, ist es ein zu großes Sammelsurium verschiedenster Gebiete. Fürs Investment stellt sich die selbe Frage: "An wen sollte ich so eine Sammlung denn später mal verkaufen?", womit ein Kauf zu Investmentzwecken sich eher nicht anbietet. Es ist eigentlich das Geschäft von Auktionshäusern, genau diese Widersprüche aufzulösen, indem Sammlungen in Einzellose aufgeteilt werden. Wird das bei Einlieferung ausgeschlossen, führt das in der Regel dazu, dass die Sammlung weit unter Marktwert an den Handel geht, der sie dann auflöst - was aber in dem Preisbereich und der Generalität der Sammlung auch zu einem sehr kleinen Kreis Interessierter führen wird.
Martin de Matin Am: 09.11.2025 21:21:52 Gelesen: 645 # 4
@ Martin de Matin [#1] In der Sammlung sind viele seltene Marken enthalten, aber es wurden auch einige Marken in Vordruckfelder eingefügt, die nicht in die eingeklebte Position gehören, damit will man eine Vollständigkeit vortäuschen. z.B. Mauritius: statt der seltenen und teureren MiNr.6 befinde sich eine MiNr.4III Afganistan: statt der seltenen und teureren MiNr.5 (Farbe braunviolett) ist eine schwarze Marke rechts oben im Vordruck eingefügt (links oben sieht man die Farbe am Beispiel der MiNr.4) Indien: statt der seltenen und teureren Dienstmarke MiNr.15 (hohe violette 8-Anna Marke) die eigentlich einen Aufdruck "SERVICE POSTAGE" hat ist die Urmarke, eine häufige Fiskalmarke; eingefügt. In der untersten Reihe sind Marken mit dem Aufdruck "SERVICE" eingefügt, wobei nur eine den kleinen seltenen Aufdruck hat und die anderen sind billige grosse Aufdrucke. Im Vorwort vom Auktionskatalog werden von Deutschen Kolonien auch China Handstempel erwähnt. Betrachtet man die vier abgebildeten Stücke dann sieht man bei drei Marken, das diese einen zweiten Stempel haben, der einen Stempel "PEKING" darstellen soll, bei drei Stücken befindet sich ein Stempel, den ich nur auf Marken des Deutschen Reichs kenne. Was bedeutet dies für die Aufdrucke "China"? Man hätte besser die offensichtlich falschen Stücke (z.B. Rumänien MiNr.5) oder die als vermeintlichen Neudrucke (z.B. Hawaii MiNr.1-3) gekennzeichneten Stücke und die offensichtlich falsch eingeordneten Marken nicht in den Hauptvordruck eingefügt. Dieses führt dazu, das man Zweifel an den anderen guten echten Stücken haben kann. Vergleiche ich diese Sammlung mit der Sammlung "The Victoria-Collection 1840-1895" die HBA 2019 auch mit 250.000€ als Startgebot ausgerufen hat, dann würde ich hundert mal lieber die Sammlung von HBA nehmen. In der Sammlung "The Victoria-Collection 1840-1895" waren echter Rosa und Zinober Merkur von Österreich, Rumänien Erstausgabe mit echter 81Parale, viele Sachsen Nr.1 usw. usw. enthalten. Hier der Link zur "The Victoria-Collection 1840-1895" auf Philaseiten: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=201262#M1 Gruss Martin
Heinz 7 Am: 10.11.2025 09:09:47 Gelesen: 539 # 5
@ Martin de Matin [#4] Guten Morgen. Das "Zukleben der Marken-Vordrucke mit anderen Marken" kann ich bestätigen. Bei Rumänien auf Seite 101 fehlen die Nummern 1-4! Stattdessen wurden 2 Paare der Michel Nr. 10 eingeklebt. Auf der Rückseite von Blatt 100 kleben mehrere Neudrucke oder Fälschungen. Das ist natürlich schade und reisst den Gesamt-Eindruck in die Tiefe. Andererseits ergäben die Nummern 1-4 echt ungebraucht alleine schon einen sechsstelligen Wert. Eine reelle Wert-Schätzung einer solchen Sammlung ist ein sehr schwieriges Unterfangen, das viel Erfahrung erfordert. Und eine grosse Portion Zeit. Viele Marken sehen schon sehr echt aus. Die Auktionslos-Beschreibung von Felzmann finde ich sehr gut, das sieht man oft auch anders. Gruss Heinz