Thema:
Dänemark: Zwei legendäre dänische Briefmarken kommen unter den Hammer
Am: 20.10.2025 09:36:04
Gelesen: 934
# 1
Rarität aus Søllested: Zwei legendäre dänische Briefmarken kommen unter den Hammer - makelloser Zustand
von Alwin Pipper
http://www.nordisch.info (11.10.2025) - Was für die meisten nach einem kleinen Bahnhofs-Ort auf Lolland klingt, ist für Briefmarkenammler ein heiliger Name: Søllested. Dort nahm Anfang des 20. Jahrhunderts eine der spektakulärsten Geschichten der dänischen Philatelie ihren Lauf. Jetzt gelangen zwei der legendären „Søllested-Marken“ zur Auktion – ein seltenes Ereignis.
Søllested Briefmarken
Die berühmten Søllested-Briefmarken stehn zum Verkauf. (Fotos: Bruun Rasmussen)
Am 2. November versteigert das Auktionshaus Bruun Rasmussen zwei der insgesamt nur 18 bekannten Exemplare dieser außergewöhnlichen Marke. Beide stammen aus einer über Jahre unbeachteten Sammlung und befinden sich in makellosem Zustand. Der Schätzpreis liegt bei jeweils 50.000 DKK (6.700 Euro), der Mindestpreis bei 25.000 DKK (3.350 Euro).
<--- beide Marken in einem Bild (Link unten oder Mail 16.10.25)
Die Geschichte beginnt im Jahr 1902. Damals gab die dänische Post eine neue 15-Øre-Marke in rot-lila aus. Einer der Bögen gelangte ungestempelt nach Søllested – eigentlich ein klarer Fall für die Rücksendung nach Kopenhagen.
Eine der größten philatelistischen Raritäten Skandinaviens
Doch der örtliche Postmeister sah das anders: Die Marken wurden ausgeschnitten und wie üblich verkauft. Damit schuf er – unbeabsichtigt – eine der größten philatelistischen Raritäten Skandinaviens. Denn ungestempelte Marken dieser Zeit durften offiziell nie in Umlauf kommen.
Erstmals tauchten die Briefmarken 1907 in der Fachzeitschrift Nordisk Filatelist Tidskrift auf. In den 1920er-Jahren sorgte ein Verkauf bei Kurt Maier in Berlin für Aufsehen: Ein Markenpaar erzielte stolze 110.000 Mark – ein Vermögen in der Zwischenkriegszeit. Seitdem tragen sie den Namen „Søllested-Marken“.
(Quelle und zur Geschichte der Marken weiterlesen: https://www.nordisch.info/daenemark/raritaet-aus-sollested-zwei-legendaere-daenische-briefmarken-kommen-unter-den-hammer/ )
Am: 20.10.2025 10:57:30
Gelesen: 890
# 2
@ Richard [#1]
Die Geschichte beginnt im Jahr 1902. Damals gab die dänische Post eine neue 15-Øre-Marke in rot-lila aus. Einer der Bögen gelangte ungestempelt nach Søllested – eigentlich ein klarer Fall für die Rücksendung nach Kopenhagen.
Doch der örtliche Postmeister sah das anders: Die Marken wurden ausgeschnitten und wie üblich verkauft. Damit schuf er – unbeabsichtigt – eine der größten philatelistischen Raritäten Skandinaviens. Denn ungestempelte Marken dieser Zeit durften offiziell nie in Umlauf kommen.
Zumindest ich verstehe das nicht, warum war das eigentlich ein klarer Fall für die Rücksendung nach Kopenhagen? Sollte ungestempelt evtl. ungezähnt heissen?
Am: 20.10.2025 12:25:30
Gelesen: 849
# 3
@ 22028 [#2] Im Gesamtkontext gehe ich von ungezähnten Marken aus. Leider keine Abbildung im Text.
Am: 20.10.2025 12:59:32
Gelesen: 834
# 4
Hier noch ein Link zu einer Homepage, die sich intensiv mit der Registratur der bekannten Exemplare beschäftigt hat.
https://norbyhus.dk/artiklermm/olsen/kap2.html
von dort stammt auch eine der Abbildungen.
Leider ist der Autor dieser wunderbaren Website verstorben. Er war einer der besten dänischen Philatelisten. Mit enormen Fachwissen und immer für eine fundierte Auskunft gut.
Während der HAFNIA 2024 wurde auch eine Søllested-Marke bei Bruun Rassmussen am Stand gezeigt. Sie wurde in der nachfolgenden Auktion im November 2024 für über 6.000 € verkauft. Das war damals seit langer Zeit mal wieder die Chance zum Erwerb eines Exemplar per Auktion. Jetzt stehen zwei zur Auswahl, mal sehen wie hier die Preisgestaltung erfolgt.
Beste Grüße aus dem Norden
Leider ist der Autor dieser wunderbaren Website verstorben. Er war einer der besten dänischen Philatelisten. Mit enormen Fachwissen und immer für eine fundierte Auskunft gut.
Während der HAFNIA 2024 wurde auch eine Søllested-Marke bei Bruun Rassmussen am Stand gezeigt. Sie wurde in der nachfolgenden Auktion im November 2024 für über 6.000 € verkauft. Das war damals seit langer Zeit mal wieder die Chance zum Erwerb eines Exemplar per Auktion. Jetzt stehen zwei zur Auswahl, mal sehen wie hier die Preisgestaltung erfolgt.
Beste Grüße aus dem Norden
Am: 20.10.2025 13:16:34
Gelesen: 819
# 5
@ 22028 [#2]
Korrekt. Das ist eine falsche automatische Übersetzung des Textes des Auktionshauses [1]. Es geht nicht um ungestempelte, sondern ungezähnte Marken.
"One of the issued sheets of stamps, however, turned out to be imperforated due to an error. Although regulations mandated that imperforated sheets should be returned to the main post office in Copenhagen to prevent them from entering the market, the Postmaster in Søllested chose not to "embarrass" the postal authorities unnecessarily. Instead, he instructed his postal clerks to cut the stamps from the sheet and sell them as usual to customers. Thus, one of Denmark’s greatest philatelic rarities was created."
[1] https://bruun-rasmussen.dk/m/news/frimaerker-2544-sollested?utm_source=SFMC&utm_medium=email&utm_campaign=Stamps_2544_SalgEN_20102025
Korrekt. Das ist eine falsche automatische Übersetzung des Textes des Auktionshauses [1]. Es geht nicht um ungestempelte, sondern ungezähnte Marken.
"One of the issued sheets of stamps, however, turned out to be imperforated due to an error. Although regulations mandated that imperforated sheets should be returned to the main post office in Copenhagen to prevent them from entering the market, the Postmaster in Søllested chose not to "embarrass" the postal authorities unnecessarily. Instead, he instructed his postal clerks to cut the stamps from the sheet and sell them as usual to customers. Thus, one of Denmark’s greatest philatelic rarities was created."
[1] https://bruun-rasmussen.dk/m/news/frimaerker-2544-sollested?utm_source=SFMC&utm_medium=email&utm_campaign=Stamps_2544_SalgEN_20102025
Am: 02.11.2025 17:08:27
Gelesen: 648
# 6
Richard hatte mich gebeten die Ergebnisse der Auktion hier zu veröffentlichen und das tue ich gern:
Die beiden „Søllested-Marken“ wurden für jeweils 42,000 DKK (€5,600) zugeschlagen. Dazu kommen noch einmal 28% Provision, die die Käufer zahlen.
Also hat jede Marke 53.760 DKK gekostet. Das sind umgerechnet 7199,1 €. Wobei zu beachten ist, das der erhoffte Zielpreis von 50.000 Kronen nicht erreicht wurde. Mit dem Ergebnis von 2024 zeigt sich, das eine gewisse Preisstabilität besteht.
Hier noch einmal alle relevanten Abbildungen zu den verkauften Stücken:




Neben diesen geschnittenen Marken aus der Serie "Reichswappen" waren noch zwei andere Exemplare im Angebot:
Interessant ist, dass die 1 Öre ihren Zielwert mit einem Zuschlag von 6,500 DKK (€880) verdreifachte.
Der Blick auf das Attest zeigt, das diese Marke aus einem Paar stammt, das jetzt zertrennt ist.
Mal sehen ob irgendwann die andere Hälfte des Paares mit dem gleichen Attest angeboten wird.
Der postfrische Viererblock (Bogenecke) hat nur den Einstandspreis (50 % vom Zielwert) 2,000 DKK (€270) erreichte. Obwohl es das einzige bekannte Exemplar einer geschnittenen Bogenecke ist.
Beste Grüße aus dem Norden




Neben diesen geschnittenen Marken aus der Serie "Reichswappen" waren noch zwei andere Exemplare im Angebot:
Interessant ist, dass die 1 Öre ihren Zielwert mit einem Zuschlag von 6,500 DKK (€880) verdreifachte.
Der Blick auf das Attest zeigt, das diese Marke aus einem Paar stammt, das jetzt zertrennt ist.
Mal sehen ob irgendwann die andere Hälfte des Paares mit dem gleichen Attest angeboten wird.
Der postfrische Viererblock (Bogenecke) hat nur den Einstandspreis (50 % vom Zielwert) 2,000 DKK (€270) erreichte. Obwohl es das einzige bekannte Exemplar einer geschnittenen Bogenecke ist.
Beste Grüße aus dem Norden
Am: 02.11.2025 20:53:50
Gelesen: 577
# 7
@ ostsee63 [#6]
Warum zertrennt in diesem Jahrtausend noch jemand ein Paar mit lesbarem Stempelabdruck und einem so geringen Handelswert? Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gesamtwert und die Zahl der Kaufinteressenten dadurch reduziert wurden, halte ich für groß.
Am: 02.11.2025 22:25:31
Gelesen: 543
# 8
@ TeeKay [#7]
"Warum zertrennt in diesem Jahrtausend noch jemand ein Paar mit lesbarem Stempelabdruck und einem so geringen Handelswert?"
Man wollte mehrere Sammler glücklich machen und auch mehr daran zu verdienen (Man hat auch den ungebrauchten Achterblock der Baden Nr.3 aus der Liechtensteinsammung zerteilt um später mit postfrischen Einzelstücken enormen Gewinn zu machen).
Etwas zum Hintergrund der 1 Öre und 15 Öre in geschnittener Ausführung aus dem Kohlhandbuch. Es kam jeweils nur ein Bogen an ein spezielles Postamt. Des Bogen der 1 Öre kam nach Esbjerg und gelangte dann in den Besitz eines Berliner Händlers, der diesen dann in kleinere Einheiten aufteilte. Diese Stücke wurden später teilweise zur Frankatur verwendet. Bei dem zertrennten Paar sieht man am Stempel von Kopenhagen, das er nicht am Ursprungsort verwendet wurde. Von diesen von Sammlern angefertigten gebrauchten Stücken kann es vermutlich auch nicht mehr als von der 15 Öre geben. Handelswerte sagen ja nicht unbedingt etwas über die Seltenheit aus.
Gruss
Martin