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Thema:

Air France Belege auf der Transatlantikroute

sentawau Am: 02.09.2025 14:38:06 Gelesen: 1106 # 1
Air France Bathurst (heute Banjul, Gambia) und später Leopoldville (belgisch Kongo) einerseits, Natal (Brasilien) anderseits waren anfangs die Ausgangspunkte der Überquerung des Südatlantiks im Flugzeug. Ursache war ihre geografische Lage am Ost- bzw. Westende der beiden Kontinente. Bevor die Lufthansa seit Februar 1934 Schleuderflüge einsetzte, wodurch sie die Flugzeit Deutschland – Brasilien um fast eine Woche verkürzte und lange konkurrenzlos ein prächtiges Geschäft machte, war die Air France lange Jahre auf der Brasilienroute führend. Für den Transport über den Südatlantik setzte sie kleine schnelle Schiffe – Avisos genannt – ein. In Deutschland gab es für die schnellste Eisenbahnverbindung zum französischen Flughafen (hier Strassburg) eigene Luftpostumschläge mit Vordruck, die man gelegentlich im Handel antrifft. Das Porto meines Umschlags ist mit 1, 85 (25+160) RM korrekt. Beim Aufgabeort Hamburg lohnt sich, das Porto nachzurechnen, weil es manchmal 5 Pfennige zu hoch scheint. Das ist dann der Zuschlag für die Beförderung zum Flughafen mit der Straßenbahn.
sentawau Am: 02.09.2025 18:47:13 Gelesen: 1057 # 2
@ sentawau [#1] Air France Auf der Flugverbindung Europa – Südamerika machte die Air France nach 1934 weiterhin der Lufthansa Konkurrenz. Hatte sie für den Transport eines Briefes wie dem zuvor abgebildeten noch 11 Tage benötigt, so benötigte sie 1936 lt. Stempel nur noch 5 Tage. Sie hatte auch in Deutschland noch viele Kunden, die entweder Lücken im Flugplan der Lufthansa füllten oder heimliche Nazi-Gegner waren. Die Air France stellte ihren Kunden eigene Umschläge zur Verfügung, die rückseitig ihr Pegasus-Signet zierte. Der abgebildete Umschlag, gestempelt vom Zentralflughafen Berlin am 18. Juni 1936 und angekommen in Argentinien schon am 22. Juni 1936, dokumentiert durch einen gerollten Sonderstempel zugleich den 100. Flug auf dieser Linie. Die Berechnung des Portos ist mir mangels geeigneter Nachschlagewerke nicht möglich. Das gilt auch für den an zweiter Stelle abgebildeten Brief nach Argentinien aus dem Jahre 1938 vom April 1938. Leider ist er ohne Ankunftsstempel. Er wog 23 Gramm und kostete die gewaltige Summe von 7,90 RM. Das wird wohl stimmen, denn es handelt sich um einen Geschäftsbrief. Die Frankatur finde ich einfach toll! [Beiträge [#1] und [#2] nach Abstimmung mit dem Autor verschoben aus dem Thema "Brasilien: Echt gelaufene Belege"]
sentawau Am: 08.09.2025 17:52:12 Gelesen: 935 # 3
@ sentawau [#2] Postflüge Südamerika – Europa Nachdem ich Luftpostbriefe gezeigt habe, die in Ost-West-Richtung befördert wurden, zeigen ich zwei schöne Briefe, die die Air France von Brasilien in die Schweiz transportierte. Der erste Brief war eingeschrieben und wurde 1935 in 10 Tagen von Sao Paulo nach Luzern geflogen und dort ankunftsgestempelt. Frankiert ist er mit Mi. 320,321 und 337. Luftpostbriefe aus Südamerika sind sehr oft bunt frankiert, nicht aus Sammlerinteresse, sondern wegen der ständigen Geldentwertung. Dahinter standen amerikanische Konzerne, die die Staaten als ihre Kolonien betrachteten. Der zweite Brief flog von Sao Paulo 1937 nach Petit-Lancy bei Genf. Es handelt sich um den typischen Air France-Umschlag mit rückseitigen Firmensignet und einem schwer lesbaren französischen Flughafen-Durchgangsstempel. Beförderungszeit 5 Tage. Die beiden schwarzen Balken links oben signalisierten, dass die Luftpostgebühr nur für den Inlandflug galt.
sentawau Am: 09.09.2025 10:38:58 Gelesen: 878 # 4
Air France anstatt Lufthansa? Was diesen Brief aus Fortaleza/Brasilien vom 2. 7. 1934 merkwürdig macht, verrät er erst bei genauer Betrachtung. Der Absender wünschte ausdrücklich die Beförderung „pelo Lufthansa via Natal“. Es war damals üblich, dass die Post solche Kundenwünsche berücksichtigte. Und der Kunde hatte auch einen Grund: Am 8.2.1934 hatte die Lufthansa die Post nach Europa durch den Einsatz katapultgestützter Wasserflüge sensationell um mehrere Tage beschleunigt. Aber der Schleuderflug-Katalog von Haberer verzeichnet vom 17.5. bis 12.7. eine Unterbrechung der Lufthansaflüge. Die brasilianische Post wusste das, setzte im Interesse der schnellstmöglichen Beförderung sich über den Kundenwunsch hinweg und übergab den Brief der Air France. Die beförderte ihn nach Paris und von dort aus flog er über Hannover (roter Stempel auf Vorderseite) zum Bestimmungsort Hamburg.
sentawau Am: 15.09.2025 22:43:53 Gelesen: 786 # 5
@ sentawau [#2] Mit dieser graphisch gelungenen deutschsprachigen Postkarte warben Deutsche Lufthansa, Air France und das Syndicato Condor gemeinsam für einen zweimal wöchentlichen Luftpostdienst Europa – Südamerika. Sie datiert etwa auf die Jahreswende 1937/1938. Diese Zusammenarbeit mit der Air France ist durch Briefe belegbar, in der Literatur – ich bin allerdings kein Luftpostspezialist – aber nur bei Haberer (Katapultpost) kurz erwähnt. Das in Beitrag 2 abgebildete Signet stellt nicht Pegasus, sondern ein Seepferdchen dar.
saintex Am: 16.09.2025 06:56:18 Gelesen: 775 # 6
@ sentawau [#5] Das Logo der Air France stellt eine allegorische Darstellung dar, die sich aus dem geflügelten Pegasus-Pferd und dem Hinterteil des Drachen von Annam zusammensetzt. Zur Entstehungsbeschichte und Bedeutung des Logos hatte ich vor längerer Zeit hier im Forum einen kleinen Beitrag geschrieben [1]. Wolfgang [1] https://www.philaseiten.de/beitrag/72264
sentawau Am: 16.09.2025 10:57:39 Gelesen: 749 # 7
@ saintex [#6] Danke, Wolfgang, für die Berichtigung! Da bin ich einer Fehlinformation der Wikipedia aufgesessen. Sie kam mir gleich komisch vor. Sentawau
Reini46 Am: 16.09.2025 12:56:44 Gelesen: 739 # 8
Hallo, Brief von Wien vom 24.12.1937 mit der Air France nach Buenos Aires. Der Brief kam bereits nach 5 Tagen dort an. Das Porto in Höhe von 14,60 Schilling setzt sich aus der Briefgebühr von 60 Groschen und dem Luftpostzuschlag für ein Gewicht von 15 bis 20 Gramm in Höhe von 14 Schilling ( je 5 Gramm 3,50 Schilling ) zusammen. Dafür mußte ein Bauarbeiter eine halbe Woche schuften. Grüße Reini 46
Reini46 Am: 17.09.2025 13:41:42 Gelesen: 701 # 9
Hallo, über Weihnachten und Neujahr gab es einen verbilligten Tarif für Karten nach Europa ? der Air France. Im Jahr 1939 endete diese Periode laut Inschrift auf dieser Karte vom 17.12.38 nach Wien am 9.Jänner. Grüße Reini46