Rechteckstempel der Vorphilatelie und der Markenzeit aus Altdeutschland
Hallo Sammlerfreunde,
ich möchte ein neues Thema zu den Rechteckstempeln der Vorphilatelie und der Markenzeit aus Altdeutschland eröffnen.
In der Literatur sind im Kruschel, dem Feuser, dem KBHW und dem Michel diese Stempel als Rahmenstempel bezeichnet, im SEM als Kastenstempel und nur im Winkler dem Handbuch der Bayerischen Stempel und in der Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V. Heft 145 als Rechteckstempel benannt.
Diese Stempel werden bei den Sammlern und in den Handbüchern einheitlich als „Ra-Stempel“ bezeichnet, ob als Einzeiler, Zweizeiler, Dreizeiler oder auch Vierzeiler. Teilweise mit Strich unter dem Ortsnamen, oder auch nur kleinen Änderungen in den Stempeln wie, : oder *.




An der Schreibweise der einzelnen Handbücher möchte ich natürlich nicht rütteln, aber vielleicht ein wenig zur Vereinheitlichung beitragen.
Auch möchte ich, nicht das nur der Rechteckstempel als solches gesehen wird, es gab ja schließlich viele Sonderformen dieses Stempeltyps, ob das Rechteck nur mit Punkten, mit Strichen, Zacken usw. Es gab auch die zahlreichen Rechteckstempel mit abgerundeten Ecken, somit bleibt es trotzdem ein Rechteck.




Die ersten Stempel dieses Typs kamen nach dem Handbuch Deutsche Vorphilatelie, Stationskatalog von Peter Feuser ab 1817 in Leipzig bei der Post zum Einsatz, hier als Ra2 in der Sonderform mit Zacken, der Stempeltyp hatte bis zur Zeit des Deutschen Reiches immer wieder mal kantige oder rundliche Ecken, aber für den Briefe Sammler, den Heimatsammler oder auch nur den Stempelsammler blieb und bleibt er der Rechteckstempel.
Anfangen möchte ich mit diesem Brief vom 20.4.1861 von Samuel Gumbert, spediert an Herrn Assessor Dr.Lazarus Wohlgeboren, Schöneberger Ufer 21.
Für das Franko nahm man eine Preußen Nr.10 zu 1 Silbergroschen, gestempelt wurde mit Zweikreisstempel des Hofpostamtes, sowie mit dem Ra1 Rechteckstempel Franco Stadtbrf. als Nebenstempel, verwendet 24.1.1861-8.12.1862.


Der zweite, ein Porto Brief, ist vom 23.9.1842 von Fr. Gröning aus Varel, spediert an Christian Renken Sohn in Oldenburg.
Für den Brief hatte der Empfänger 3 Groschen zu zahlen, gestempelt wurde mit Ra2 Rechteckstempel von Varel (Feuser, 3666-7) in rot, verwendet ab 1830.



Hier ein Brief vom 6.11.1856 von Alexander Samuel aus Berlin, spediert an Herrn Tannenbaum in Luckenwalde, dort kam der Brief am Folgetag zur Ausgabe.
Für das Franko nahm man eine Preußen Nr.2 zu 1 Silbergroschen, gestempelt wurde mit Vierringstempel 103 und dem Ra3 Rechteckstempel Berlin Stadt Post Exp:I (KBHW 121, B über D, liegender Stern) verwendet 1851-61.



Gruß Rainer