Briefmarken Atteste

Thema:

Preisaufschlag für deutsche Briefmarken mit Luxusstempeln

xlarge Am: 17.07.2025 19:35:39 Gelesen: 1532 # 1
Als Norweger bin ich es gewohnt, dass ein guter Stempel einen vier- bis fünfmal höheren Katalogpreis als eine normale Briefmarke bringt (vgl. den Skanfil-Katalog in Norwegen). Für günstigere Briefmarken sogar bis zu zehnmal so viel. Wie wäre es mit Briefmarken aus dem Deutsches Reich?
TeeKay Am: 17.07.2025 20:00:12 Gelesen: 1506 # 2
@ xlarge [#1] Vergiss den Katalogwert bei perfekter Ware. Relevanter sind Handelspreise. Und da kann perfekt gestempelte Qualität auch mal den 100-fachen Preis von üblicher Standardqualität (Viertelstempel, Datum und Ort nicht lesbar) bringen. Mir liegen eBay Ergebnisse vor, bei denen ein einziger perfekt gestempelter Satz ein Mehrfaches dessen kostete, was mehrere Jahrzehnte Jahrgänge in Standardqualität kosten. Aktuell rausgesucht: Links 3,27 Euro eBay, rechts 500 Euro (inkl. Aufgeld) Auktionshaus
DL8AAM Am: 17.07.2025 20:24:15 Gelesen: 1489 # 3
Wobei bei diesen "guten" Fällen der Faktor zusätzlich natürlich auch von der Seltenheit des Ortes und/oder des Stempels bzw. des Stempeldatums abhängig sein kann. Die Qualität des Stempels alleine definiert keinen (Handelswert-) Faktor. ;-) Insbesondere bei Altdeutschland.
Frankenjogger Am: 17.07.2025 20:48:09 Gelesen: 1465 # 4
@ DL8AAM [#3] "Die Qualität des Stempels alleine definiert keinen (Handelswert-) Faktor. ;-) Insbesondere bei Altdeutschland." Dem würde ich definitiv nicht zustimmen. Nur, der Faktor ist schwer zu bestimmen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass schon ein Versatz um 1 mm einen signifikanten Preisunterschied ausmacht. Ich muss aber zugeben, dass ich weder Deutsches Reich, noch Altdeutschland (noch) sammle, also meine Erfahrung nur eine Randbereichserscheinung ist. Viele Grüße, Klemens
xlarge Am: 18.07.2025 11:43:41 Gelesen: 1335 # 5
Vielen Dank für die informativen Antworten. Natürlich ist mir klar, dass Qualität ihren Preis hat. Wie bereits erwähnt, ist jedermanns Meinung wichtig, aber ich habe wenig Erfahrung mit dem Verkauf deutscher Briefmarken. Da ich eine große Sammlung des Deutschen Reichs verkaufen möchte, wäre ein Preisangebot für einige Briefmarken sehr hilfreich. Es würde mir die Wahl des richtigen Startpreises bei einer Auktion oder eines Festpreises erheblich erleichtern. Ich füge einige Beispiele bei und hoffe auf Vorschläge. Luxuriöse und andere schöne Briefmarken. Mit freundlichen Grüßen
achim11-76 Am: 18.07.2025 22:40:37 Gelesen: 1232 # 6
Ich bin ja auch einer von denen, die Stempelabschläge und verschiedene Stempeltypen zusammensuchen, und grade in alten Lager und Dublettenbeständen findet man immer mal das eine oder andere schöne Stück wie oben gezeigt. Was einem dann so ein Stück im Einzelkauf wert ist, ist auch immer situations- und stimmungsabhängig, wenn ich jetzt eine Marke auf einer Steckkarte sehe, mir der Stempel halt total gut gefällt, der Stempel vllt auch noch perfekt sauber und zentrisch auf der Marke abgeschlagen ist und mir grade dieser Stempeltyp auf dieser Marke noch fehlt, dann bin auch vllt bereit, da etwas mehr zu bezahlen aber jetzt auch keine Unsummen für Marken, die an sich Standardware sind bzw nicht wirklich selten weil bei einem Verkauf muss man immer damit rechnen, das der Käufer ja auch am liebsten billigst einkaufen will und einem solche Mehrausgaben auf lange Sicht in die Zukunft nicht wieder reinzuholen sind.
Lars Boettger Am: 18.07.2025 23:59:07 Gelesen: 1210 # 7
@ xlarge [#5] Bei den gezeigten Marken ist kein Luxusabschlag dabei. Das gibt es alles noch deutlich klarer und zentrischer. Für mich sind die Marken gut gestempelt, würde aber höchstens normale Preise zahlen. Anders formuliert - in die Stempelvergleichssammlung kämen sie, aber nicht in ein Exponat. Beste Grüsse! Lars
Sammlerfreund Christian Am: 19.07.2025 09:54:06 Gelesen: 1140 # 8
@ xlarge [#5] Beim Deutschen Reich muss man aus meiner Sicht differenzieren: Nennenswerte Aufschläge für Luxusstempel gibt es nach meinem Eindruck nur bei den Brustschilden, allenfalls noch hier und da bei der Folgeausgabe (Pfennige/Pfennig/Krone/Adler). Bei allen anderen Ausgaben kann man keine Aufschläge erwarten. Diese kommen allenfalls zufällig zustande, wenn sich zwei Bieter bei einer Auktion "ineinander verbeißen". Bei der Brustschildemarke, die Du oben zeigst, kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: nicht jeder Stempel eignet sich für Luxusabschläge auf losen Marken. Ist er zu groß, kann er nur unvollständig abgeschlagen sein und scheidet damit als Kandidat für Luxusabschläge aus. Noch zum Stempel Romrod: dieser ist bei Thurn & Taxis-Sammlern ziemlich bekannt dafür, dass er sehr häufig zentrisch abgeschlagen wurde. Offensichtlich gab es in Romrod einen sorgfältigen oder auch pedantischen Postmeister. Konsequenz ist m.E., dass dieser Stempel oft zu teuer bezahlt wird. In Konglomeraten nachverwendeter Stempel findet man ihn mit zentrischem Abschlag mitunter auch "gratis", d.h. ohne dass besonderes Aufhebens darum gemacht wird. Bei Abschlägen anderer T&T-Orte sieht es schon wieder ganz anders aus. Viele Grüße Christian
xlarge Am: 19.07.2025 11:19:52 Gelesen: 1104 # 9
@ Sammlerfreund Christian Hallo Achim, Lars und Christian, Vielen Dank für Ihre informativen Antworten. Der norwegische Katalog (NK) beschreibt die verschiedenen Kategorien von Luxus bis minderwertig. Zwei der genannten Briefmarken wären dort als Luxusmarken anerkannt worden, während 50 Milliarden als „prachtvoll“ gelten (max. 15 % Abweichung) was ungefähr den gleichen Katalogpreis (Scanfil) wie Luxus ergibt. Dass im genannten Katalog nicht zwischen Luxus und „prachtvoll“ unterschieden wird, dürfte praktische Gründe haben. Ich hatte mir vor allem eine Antwort auf die Frage erhofft, ob solche Briefmarken einen Mehrwert bieten. Darauf habe ich teilweise eine Antwort erhalten. Ich frage mich aber auch, ob BahnPost- und Kontrol-Briefmarken einen Mehrwert bieten. Bei Briefmarken auf Milliardenmarken sind meiner Erfahrung nach nur wenige gute Marken zu finden. Vielleicht hatten die Kontakte meines Erblassers in Deutschland aber auch kein Glück mit den Postmeistern. Mit freundlichen Grüßen Leif
Lars Boettger Am: 19.07.2025 11:44:48 Gelesen: 1081 # 10
@ xlarge [#9] Hallo Leif, meiner Meinung nach muss man als Sammler immer die Zeitumstände, die vorhandenen Stempelgeräte, die Sammelgebiete und vor allem die Größe der Sammelgebiete beachten. Norwegen hatte im Vergleich zum Deutschen Reich deutlich weniger Postorte, dort gab es keine Phase galoppierender Inflation mit Auswirkungen auf den Postbetrieb und insbesondere auf die Stempelfarbe und -konsistenz. Bei kleinen altdeutschen Gebieten kommt es zu teilweise deutlichen Preissteigerungen, wenn es um seltene oder besonders klar abgeschlagene Stempel geht. Bei der Deutschen Inflationszeit kommt es dagegen auf ein lesbares Stempeldatum und die Identifizierung des Stempelgerätes an, um überhaupt eine Echtheitsprüfung durchführen zu können. Im Gegenteil, besonders saubere Stempel sind untypisch und erregen Verdacht. Wenn Du intensiv Stempel sammelst, dann weist Du teilweise, ob in einem Postort sorgfältig gestempelt wurde oder ob ein Grobian am Werk war, der sich nicht um lesbare Abschläge geschert hat. Nach meiner Erfahrung kam es auch darauf an, ob z.B. eine Postanweisung oder ein Einschreibezettel gestempelt wurde oder eine normale Postkarte oder Brief. Auch das hat in vielen Fällen einen Unterschied gemacht (zumindest in Luxemburg). Die zwei 80-Pfennig-Germania-Marken tragen Maschinenstempel. Die sind bei den Sammlern gefühlt deutlich weniger beliebt. Deine Inflationsmarken sind in Halle und Berlin gestempelt - grosse Städte, viel Post, weniger beliebt bei Sammlern. Deine Frage lässt sich nur mit einem klaren "kommt darauf an" beantworten. Beste Grüsse! Lars
xlarge Am: 19.07.2025 12:04:06 Gelesen: 1073 # 11
@ Lars Boettger Vielen Dank. Gibt es eine Übersicht über Poststempel in Deutschland, um herauszufinden, welche wertvoller sein könnten? Bisher habe ich nur Wikipedia genutzt und Einwohner des Ortes gefunden. Ich habe einmal gelesen, dass alte BahnPost-Briefmarken ein separates Sammelgebiet sind. Täusche ich mich? Wenn nicht, wo kann ich sie finden? Mit freundlichen Grüßen Leif
TeeKay Am: 19.07.2025 12:34:38 Gelesen: 1053 # 12
@ xlarge [#11] So eine Übersicht ist mir nicht bekannt. Die Ortsgröße ist im Übrigen kein grundsätzlicher Maßstab für die Beliebtheit oder Werthaltigkeit eines Stempels. Bei Bund/Berlin sind die Handstempel der Versandstelle Berlin-Charlottenburg 2 mit Abstand am teuersten. Warum, kann ich mir auch nicht erklären. Die Stempelabdrucke sind zwar perfekt, aber auch in relativ großer Anzahl identisch verfügbar. Trotzdem werden für einzelne Sätze manchmal enorme Summen bezahlt. Wer sich eine ganze Sammlung mit diesem Stempel aufbaut, zahlt zwar einen hoch vierstelligen Betrag, hat dann aber über weite Strecken absolut identisch aussehende Albenseiten. Es gibt die Arge Bahnpost, die auch Stempelkataloge erstellt. [1] Zusätzlich wird Bahnpost in den Arbeitsgemeinschaften der deutschen Einzelgebiete mitbearbeitet, auch von denen gibt es teils Spezialkataloge. [1] http://www.bahnpostmuseum.eu
xlarge Am: 19.07.2025 14:57:34 Gelesen: 1014 # 13
@ TeeKay Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung meines Themas. Ich habe einige Stempel, die möglicherweise von weniger bekannten Orten stammen und die ich priorisieren kann. Berlin-Charlottenberg 2 könnte auf dieser/diesen Briefmarke(n) zu finden sein. Mit freundlichen Grüßen Leif
TeeKay Am: 19.07.2025 15:25:59 Gelesen: 1002 # 14
@ xlarge [#13] Das ist zwar Berlin-Charlottenburg 2, aber mMn nicht von der Versandstelle, sondern dem normalen Publikumspostamt nebenan. Es ist kompliziert. :) Da das kein zentrischer Vollstempel ist, käme er für eine höhere Bewertung aber ohnehin nicht in Frage. Als unzertrenntes Paar wären die Marken interessant gewesen.
wheilmann Am: 20.07.2025 12:55:13 Gelesen: 862 # 15
@ TeeKay [#14] Hallo zusammen, hat jemand Informationen darüber, welche Unterscheidungsbuchstaben (UBs) in der Versandstelle in Berlin-Charlottenburg und in welchem Zeitraum im Einsatz waren? Ich sehe bei [#13] die Jahreszahl 1949. Mich würde der Zeitraum 1945 bis 1962 interessieren. Gruß Wolfgang