Thema:
Sparsamer Besuch bei Hauptversammlungen in der Philatelie - ist das zu ändern ?
Am: 16.06.2025 09:52:47
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# 1
Dem Rundbrief der Arge USA/Canada, berichtete über die Mitgliederversammlung am 5.4.2925 in Düren.
Eingeladen waren alle 60 Mitglieder, gekommen sind ausser den vier Vorständen und einem Gast nur zwei der Mitglieder, davon ein Philaseiten Mitglied (Zugverbindung 20 Minuten).
Ist die geringe Teilnahme bei Hauptversammlungen der Ortsvereine, der Landesverbände oder Arbeitsgemeinschaften und des BDPh mittlerweile die Regel ?
Warum ist der Besuch so wenig interessant und wie kann eine Hauptversammlung interessanter gestaltet werden ?
Grüsse aus dem Allgäu, Richard
Am: 16.06.2025 10:34:04
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# 2
@ Richard [#1]
Die Arbeitsgemeinschaft Osmanisches Reich/Türkei (AROS) z.B. hält die JHV seit einigen Jahren als Hybrid Veranstaltung ab, das klappt, sollte die Arge USA/Canada auch mal versuchen. Wegen einer JHV gefühlt 500 KM quer durch die Republik zu fahren ist nicht mehr zeitgemäß.
Am: 16.06.2025 10:50:58
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# 3
Sehe ich wie Rainer. Nehme ich den BDPh dazu, bin ich bei 6 Phila-Vereinen Mitglied. Dazu Eigentümerversammlung der Wohnung und diverse Investmentprojekte, die in einer mit jährlichen HV verbundenen Struktur organisiert sind. Ich käme da auf ein mehr als ein Dutzend HVs, die ich jährlich besuchen könnte. Selbst wenn die Zeit keine Rolle spielen würde, wäre das mit ganz erheblichen Kosten verbunden. Ich sehe die Vereine in der Verantwortung, andere Formen der Verständigung zu finden und anzubieten, wenn eine stärkere Mitwirkung an Hauptversammlungen gewünscht ist.
Die Orte für die HVs werden zumindest von den Phila-Vereinen meiner Beobachtung nach vor allem unter touristischen Aspekten ausgewählt. Man könnte auch Konferenzhotels wählen, die Räume mit fest installierter Technik anbieten, um Teilnehmer:innen auf der ganzen Welt in eine Versammlung einzubinden.
Am: 16.06.2025 11:18:02
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# 4
@ Richard [#1]
Hallo zusammen,
dazu ein paar Gedanken von mir, ich bin und war seit vielen Jahren in mehreren, nicht nur philatelistischen Vereinen, aktives Vorstandsmitglied. Der Besuch der MV (Mitgliederversammlung) der ArGe USA/Canada ist ganz normal, m.E. noch lange nicht unterdurchschnittlich, immerhin 10 % Anwesenheit und sogar noch ein Gast.
Ich erinnere mich an nur sehr wenige MV auch wesentlich größerer Vereine, mit einer prozentual höheren Anwesenheit, aber an nicht wenige MV bei denen tatsächlich nur der Vorstand, und selbst dieser nicht immer komplett, zugegen war. Gerade bei überregionalen oder gar international aufgestellten Vereinen ist das überhaupt nicht ungewöhnlich. Auch ich selbst nehme bei vielen Vereinen denen ich als normales Mitglied angehöre nur selten an den MV teil.
Alle Vereine, nicht nur in der Philatelie, sind heillos überaltert und die vielen älteren Mitglieder möchten eher selten "nur" wegen der MV eine oft auch längere Reise oder gar eine längere Sitzung in Kauf nehmen.
Dann kommt es sehr auf die Attraktivität des Umfelds an. Findet die MV als Einzelveranstaltung, gar noch ohne ein halbwegs attraktives Nebenprogramm nur irgendwo in einem Sitzungsraum statt, wird sich außer dem satzungsgemäßen "Minimum" kaum jemand einfinden. Gerade für philatelistische Vereine ist es erfolgsversprechender die MV während einer Messe/Tauschtag oder Ausstellung u.ä. abzuhalten, die eher einen Anreiz bietet als die alleinige MV. Da besteht dann natürlich auch die Gefahr, dass sich anwesende Mitglieder eher an Händlerständen und Grabbelkisten "festbeissen" und dabei die MV vergessen. ;-)
Auch die Bündelung mehrerer Vereine zu einem Termin kann mehr Zulauf erzeugen. Hybride Veranstaltungen wie hier [#2] vorgeschlagen könnten mehr Teilnahme ermöglichen, aber es sind nur wenige Vereine in der Lage dies organisatorisch und auch technisch aufzustellen und auch hier wieder das Altersproblem. Viele ältere Mitglieder kann ich heute als Vorstand noch immer nicht per E-Mail erreichen, geschweige denn erwarten, dass diese sich elektronisch zu einer Hybridsitzung einloggen können.
Last not least, das "Problem" (als Vorstandsmitglied habe ich damit überhaupt kein Problem) ;-) der geringen Mitgliederbeteiligung bei MV ist überhaupt nicht neu. Das war schon vor mindestens 20 Jahren so und geschicktere Vereine haben ihre Satzungen so angepasst, dass sie nicht irgendwelche utopische Mindestteilnehmerzahlen vorschreiben und auch die Möglichkeit einer Vertretung per Vollmacht zulassen.
Soweit meine, sicher noch erweiterbaren, Gedanken dazu.
Viele Grüße,
Peter
Am: 16.06.2025 12:16:44
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# 5
Moin,
dazu kommt die Frage, was im Rahmen einer MV angeboten wird bzw. wo die Interessen liegen. Eine MV, die über den notwendigen "bürokratischen" Prozess kaum hinausgeht oder zusätzlich nur im kleinen Rahmen übliche Inhalte normaler Vereinstreffen beinhaltet, dass lockt natürlich auch nicht viele hinterm Ofen hervor.
Zum 25-jährigen Bestehens des Jules-Verne-Clubs dieses Jahr haben von rund 150 Mitgliedern (von denen rund 20% im Ausland sind) knapp 30 Mitgliedern zugesagt, was sowohl überrascht wie auch erfreut. Also rund 20 % bzw. sogar 25 % Teilnahme, wenn man davon ausgehen kann, dass Mitglieder aus dem Ausland sich i.d.R. nicht auf die Reise begeben. Anderseits werden Mitglieder kommen, die kaum weniger Strecke vor sich haben als manches ausländische Mitglied.
Die MV ist in dem Treffen integriert und sollte kaum mehr als 1-1,5 Stunden in Anspruch nehmen, der Rest ist gegenseitig persönliches Kennenlernen, miteinander austauschen, "Geselligkeit", Tauschbörse. Das beginnt schon am Anreisetag mit einem abendlichen Essen gehen, einer Bootstour am Vormittag des eigentlichen Treffens / MV, was dann am späteren Nachmittag und Abend stattfindet.
Dass das bedeutet, die Thematik interessiert. Mehrere scheinen dies auch mit einem Kurzurlaub zu verbinden, denn sie haben für mehr Tage Unterkunft gebucht als die angesetzte Zeit (2 Übernachtungen, also ein Tag An- und 1 Tag Abreise, ein Tag eigentliches Treffen ist regulär Programm). Gut, nun macht der Club so etwas eh sehr selten, eine MV ist satzungsgemäß auch virtuell oder im schriftlichen Umlaufverfahren möglich, so wurde die letzte MV auch gemacht.
Ansonsten hat Peter vieles geschrieben, was ich so auch bestätigen kann.
Beste Grüße
Vernian
Am: 16.06.2025 20:34:37
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# 6
Ein Wert von ca. 10 % erscheint mir auch nicht ungewöhnlich und kommt mir von diversen Versammlungen aller möglichen Vereine als Richtwert doch recht bekannt vor.
Dazu ein zufälliges und aktuelles Beispiel aus dem Fußballbereich:
Der VfL Bochum hatte zum 20.09.2024 30.223 Mitglieder (Quelle: Homepage des Vereins). Davon erschienen am 14.06.2025 1.968 Mitglieder zur Mitgliederversammlung. Das sind sogar "nur" 6,51 %.
Dass bei einem großen bis sehr großen Verein diese relative Zahl natürlich trotzdem einer großen absoluten Zahl entspricht, steht auf einem anderen Blatt.
Schönen Abend allerseits
Thomas
Am: 16.06.2025 22:23:13
Gelesen: 952
# 7
In den Staaten finden MV praktisch immer an einer grösseren Stampshow statt (erst die nichtöffentliche Vorstandssitzung, gefolgt von der öffentlichen MV).
Zurückblickend auf die letzten Jahrzehnte der USSS (United States Stamp Society) waren in der Regel um 1-2 % der Mitglieder tatsächlich dabei. Hängt sicher auch mit den grossen Distanzen zusammen aber mehr als 2-3 % Mitglieder wären schon aussergewöhnlich (auch für andere Societies).
Am: 17.06.2025 21:57:05
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# 8
Vielleicht liegt es an meinen immer reiferen Alter, dass ich mich über die schwache Beteiligung an solchen Veranstaltungen nicht mehr aufrege. Warum soll man als Mitglied Geld und Zeit investieren, um in bester Volkskammermanier die Punkte im Zeitraffer einstimmig abzunicken? In der Zeit sortiert man lieber seine Tauschalben und bringt die zum Vereinsabend mit. Das nützt dem Verein und der Philatelie mehr als die Anwesenheit an der Jahreshauptversammlung.
Wenn ein Verein unbedingt demokratische Wahlen mit einer hohen Beteiligung auf seine Fahnen schreiben möchte, dann soll er eine Briefwahl durchführen. Die Unterlagen könnten mit einer Vereinszeitschrift oder einem Rundbrief verschickt werden. Ansonsten versucht, den bürokratischen Aufwand auf ein Minimum herunterzufahren. Die Satzung kann eine Mitgliederversammlung nur alle drei Jahre vorsehen.
Ich komme gerade von der Jahreshauptversammlung von Haus und Grund Neuss. Es war die wohl am schlechtesten besuchte Mitgliederversammlung in der Geschichte des Neusser Grundeigentümervereines. Die etwa 30 BesucherInnen verteilten sich im überdimensionierten Mariensaal. Auf etwa 6000 Mitglieder gerechnet, lag die Beteiligungsquote im Promillebereich. War es dem herrlichen Sommerwetter in Neuss geschuldet? Am Verein kann es nicht liegen, denn der Vorsitzende Dr. Kaumanns blickt auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Die Mitgliederzahlen haben sich seit den 2000er Jahren verdoppelt, der Beitrag bliebt fast 25 Jahre konstant und die Finanzen stimmen.
Auch das Zückerchen, ein Vortrag zum altengerechten Wohnen mit vielen guten Ideen, konnte keine Besucher locken. Wir Briefmarkensammler stehen mit dem Schicksal schlecht besuchter Jahreshauptversammlungen nicht alleine. Auch die Mitgliederversammlung meines Sportvereines ist eigentlich nur eine erweiterte Vorstandssitzung.
Am: 18.06.2025 07:12:55
Gelesen: 703
# 9
@ drmoeller_neuss [#8]
Also m.W. kann der Interval von MV's auch mehr als 3 Jahre betragen - k.A. wo da jetzt die gesetzliche Regelung ist, aber der Jules-Verne-Club hat in seiner Satzung, durch diverse Juristen geprüft, eine Zeitdauer von "mindestens alle fünf Jahre".
Best
V.
Also m.W. kann der Interval von MV's auch mehr als 3 Jahre betragen - k.A. wo da jetzt die gesetzliche Regelung ist, aber der Jules-Verne-Club hat in seiner Satzung, durch diverse Juristen geprüft, eine Zeitdauer von "mindestens alle fünf Jahre".
Best
V.
Am: 18.06.2025 09:31:04
Gelesen: 650
# 10
Bei unserem JahresEvent am 15. März 2025 kamen wir auf 42 Teilnehmende. Zieht man Gäste und Partner ab, bleiben noch immer 32 Mitglieder. Das ist eine Quote von 27 % des Mitgliederbestandes. Dies Quote hat meine ArGe seit Jahren, etwa seit 2016, immer bei den Jahreshauptversammlungen. Es geht also!
Das Programm muss stimmen (Geld und Entfernung spielen dann keine Rolle, siehe unsere maritimen Treffs), und der Eintrommler muss sich rühren. Zwar war dies das letzte Mal (dass er dies in diesem Umfange tat), aber es funktioniert nach wie vor - und zwar ununterbrochen seit 10 Jahren!
Dr. Jan Ulrich Clauss
Vorsitzender ArGe-SOPhia (vormals ArGe-YU)