Das deutsche Aerogramm LF1 und sein Ersatz durch die Jeia-Marke
Dieses Aerogramm wurde seit dem 1. Mai 1948, also noch vor der Währungsreform, gegen 2 Internationale Antwortscheine sowie Bezahlung von 1 RM (ab 21. Juni 1 DM) an die Bevölkerung verkauft. Schon bei der Ankündigung wurde darauf hingewiesen, dass es in der Reichsdruckerei Herstellungs-Engpässe geben könne.
Gleichzeitig wurde von den Industrie- und Handelskammern der Bizone die sog. Jeia-Marke an Firmen abgegeben, die diese zur Benutzung der Luftpost ins Ausland ohne Abgabe von Antwortscheinen berechtigte.
Vor einiger Zeit wurden bei Ebay von einem seriösen Verkäufer mehrere Briefe angeboten, die von privaten Absendern mit Jeiamarken und postamtlichen Gebühr-Vermerk versehen ins Ausland versendet wurden. Einen davon habe ich erworben. An der Echtheit besteht kein Zweifel. Es muss also eine Verfügung gegeben haben, bei Mangel an Aerogrammen auf diese Notmaßnahme zurück zu greifen. Ist sie jemanden bekannt? Auch bitte ich um Vorlage ähnlicher Umschläge! Bei meinem Exemplar wurde der Taxe Percue-Stempel handschriftlich von Rpf in Dpf abgeändert. Rückseitig Ankunftstempel. Außer diesem Brief bilde ich einen bedarfsverwendeten Jeia-Brief aus der RM-Zeit ab. Maschinenfrankiert sind derartige Briefe nicht häufig, aber bei Briefmarkensammlern unbeliebt.
Lit.: DIE GANZSACHE 98.2024, H.4 S.8ff.
