Brasilien Katapultflugbrief 1934
Dieser Brief nahm Teil an einem Flug, der Postgeschichte schrieb. Er lag in einem Postsack, der am 3. Februar 1934 von Hamburg über Stuttgart in Teilstrecken an die Westküste Afrikas nach Bathurst/ Gambia geflogen wurde. Dort übernahm ihn ein Wasserflugzeug und brachte ihn zu dem Dampfer Westfalen, der im Südatlantik auf halber Strecke nach Südamerika stationiert war. Mit einem Kran an Bord gehievt, neu betankt und mit neuer Besatzung wurde das Wasserflugzeug durch ein Katapult in die Luft geschleudert und flog nach Natal/Brasilien weiter. Leider wurde kein Ankunftsstempel abgeschlagen. Je nach Wetterlage und Anschlüssen benötigte ein solcher Brief 4 bis 5 Tage.
Mit dieser Technik schrieben die beiden deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Condor Postgeschichte. Vor 1934 musste Luftpost nach Südamerika die Teilstrecke über den Atlantik stets per Schiff befördert werden. Die neue Technik war konkurrenzlos und machte die Post fast eine Woche schneller. Trotzdem gab es damals keinen Sonderstempel. Die Briefe sind daher nur am Stempeldatum zu erkennen und deshalb selten.
Zum Vergleich zeige ich einen Brief, der fast gleichzeitig – am 9. Februar – auf dem üblichen Weg über Paris von der Air France nach Brasilien geflogen wurde. Ab Berlin 9.Februar 1934, an Rio de Janeiro 17.Februar, also nach 9 Tagen.

