Briefmarken Atteste

Thema:

Erstflugbriefe sind kein Papiermüll

sentawau Am: 12.05.2025 18:29:54 Gelesen: 3905 # 1
Erstflugbriefe als Papiermüll? Seitdem es (Un)Sitte geworden ist, jede neue Fluglinie mit Sonderstempeln zu feiern, ist das Sammeln von Erstflugbriefen mehr und mehr in Verruf geraten, zumal Sammler beim Versuch zu verkaufen feststellen müssen, dass sie zumeist unverkäuflichen Papiermüll besitzen. Verdient haben allenfalls einige große Händler. Aber gilt diese Ächtung für alle? Ich sammle eigentlich nur Bedarfsbriefe. Aber ich mache Ausnahmen, wenn es sich um Briefe handelt, die postgeschichtlich interessant sind. So z. B. solche, die die Wiederanfänge des zivilen Luftverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentieren. Dazu ein paar Beispiele, die Sie sicher nicht verschmähen würden. Stockholm – New York/ 1945 Sept. 25 Stockholm – Dakar – Natal – Rio de Janero – Montevideo/Scandinavian Flight/ 1946 Nov. 30 Rio de Janeiro – Frankfurt / Panair/ 1948 März 10 Rio de Janeiro – London/Panair/ 1949 April 29 New York – Düsseldorf/PanAm/ 1950 Sept. 2 Chicago – Hamburg 1951/FAM/ Juni 6 (Haberer 2398)
JanClauss Am: 13.05.2025 09:00:05 Gelesen: 3760 # 2
Aus meiner Sicht sind diese vier Belege sämtlich Leckerbissen und keinesfalls Papiermüll. Jeder Auktionator würde sich freuen, Derartiges als Erstflugbelege anbieten zu können. Das Problem mit den modernen Erstflugbelegen ist dasselbe wie mit den Exravaganzen von Österreich, Schweiz, Liechtenstein UNO Genf, Wien und New York sowie insgesamt von Bund-Berlin-DDR samt Numisblättern und FDCs: Die großen Briefmarkenversandhäuser (die zwei weltgrößten gab es übrigens in Deutschland) haben seit den 1960er Jahren der zahlreichen und munteren Käuferschicht diese Gebiete bzw."Verwendungen" für viel Geld als Investitionsanlage aufs Auge gedrückt. Jetzt will sie keiner mehr haben, zumal auf 20 aufgebende Sammler (durch Tod, Krankheit oder "Geschmackswechsel") nur ein (1) neuer hinzukommt. Das Material flutet den Handel. Ein Auktionator sagte mir kürzlich, als ich ihm einen Volvokofferaum voll Material dieser Art vorbeibringen wollte: "Du kannst mir einen großen Gefallen damit tun, wenn Du mir dieses Zeugs bitte nicht vorbeibringst!" Das sagt doch alles?
Detlev0405 Am: 13.05.2025 10:54:05 Gelesen: 3686 # 3
@ sentawau [#1] Wenn Du die Frage allgemein stellst dann ein eindeutiges NEIN von mir. Wenn Du die Frage zeitlich präzisierst kommen wir schon zu einem anderen Ergebnis, was aber auch noch weit entfernt ist vom Papiermüll. Bis 1945 sehe ich doch ein reges Interesse an Erstflugbriefen und Bedarfsluftpost Briefen. Nach 1945 ist das Interesse schon wesentlich gedämpfter. Dabei ist aber auch zu unterscheiden von Land zu Land. Ich beschäftige mich mit der Luftpost der Tschechoslowakei bis 1939 [1] und habe mit der Bedarfspost angefangen. Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, das ein Mix mit den Erstflug Briefen angebracht wäre und habe es realisiert. Eine aus heutiger Sicht gute Entscheidung - auch die Beiträge zu den Erstflügen sind stark frequentiert. Ein weiterer Effekt, den ich allerdings mit meinen Beiträgen nicht beabsichtigt hatte, im Vergleich der letzten 5 Jahre sind hier auf dem tschechischen Markt die Preise für diese Zeit explodiert - zumindest um 50% bei Besonderheiten sogar bis 100%. Aber wie gesagt - diese Feststellung betrifft nur die Luftpost bis 1939. Bei mir kommt erschwerend hinzu, das es in dieser Zeit doch erheblich viele Fälschungen gibt. Deshalb findest Du bei mir keine Erstflugbriefe aus der Anfangszeit mit der ersten Luftpostausgabe. Die Besonderheit der Prüfung hier besteht darin, das der Überdruck der Marken echt sein kann und so mit Prüfzeichen an der Marke gekennzeichnet wird - eine Echtheit des Briefes ist damit aber nicht testiert. Eine weitere Art der Fälschung findest zum Beispiel unter Beitrag [#409]. Und das Du unter Umständen bestehende Meinungen zu Erstflügen heute noch eventuell umstoßen kannst, zeigen bei mit die Beiträge [#378] und [#379] und [#380]. Durch die Möglichkeit der Recherche im Internet kann man tatsächlich neue Erkenntnisse gewinnen. Nebeneffekt meiner Nachforschungen - ich bin stolzer Besitzer von 2 (Brief und Karte) der möglichen 7 Belege auf dem Erstflug Opava - Prag. Du siehst also wir sind weit entfernt vom Papiermüll bei Erstflugbriefen. Beste Grüße Detlev [1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11159&CP=5&F=1
filunski Am: 13.05.2025 14:08:47 Gelesen: 3600 # 4
@ sentawau [#1] Hallo Winfried, deine Frage erachte ich eher als rhetorisch, da du ganz genau weißt, dass die gezeigten Belege alles andere als "Papiermüll" sind. ;-) Eine generelle Antwort darauf lautet von mir NEIN, und zwar für alle, egal ob ganz seltene frühe, vielleicht sogar noch aus echtem postalischen Zweck, oder für von Sammlern kreierte Belege von letzter Woche. Alle haben ihre Daseinsberechtigung und befriedigen die unterschiedlichsten philatelistischen und auch luftfahrerischen Interessen und sprechen bestimmte Sammler-/Interessentenkreise an. Der Knackpunkt liegt, wie so oft, beim erhofften "Wert" der jeweiligen Stücke und da gehen die Meinungen, nicht nur bei dem "modernen Kram" oft weit auseinander und heutzutage auch oft an der Realität vorbei. Das Hobby Philatelie ist heute nur noch eine "Nischenbeschäftigung" eines kleinen und sich immer mehr verkleinernden Kreises interessierter Sammler und Forscher. Material gibt es in Hülle und Fülle und wegen des "Wegsterbens" vieler betagter Sammler und des Ausbleibens neuer Sammler, ist viel mehr Material auf dem Markt als interessierte Kundschaft vorhanden. Damit einher geht ein steter Preisverfall auch ehemals gut bezahlter Ware. Selbst hochwertige Stücke, wie z.B. ein postfrischer Posthornsatz, breitrandige Schwarze Einser oder auch Erstflugbelege aus den 1930er Jahren bekommt man heute, zwar auch noch nicht "nachgeschmissen", aber schon sehr, sehr günstig. Selbst Belege wie die beiden unteren von dir gezeigten US-Belege sind, zumindest auf dem nordamerikanischen Markt, zu Tausenden und meist für einen Dollar pro Stück, erhältlich. All das schmälert aber m.E. keineswegs die Sammelwürdigkeit und schon gar nicht, dass was diese Belege in all ihren Facetten darstellen, dokumentieren und Preis geben, wenn man sie aufmerksam und auch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und sie nicht nur "einsammelt" und abheftet. Das kann ich mal an meiner eigenen Person und verschiedenen Erstflugbelegen (die man polemisch natürlich auch als Papiermüll klassifizieren könnte, ;-)) aufzeigen. Was mich selbst und meine Sammel-/Forschungsinteressen angeht, so bin ich: 1. ein Flugzeugnarr (mit allem Drum und Dran an der Luftfahrt vom Flugzeug selbst zu Zubehör, Flughäfen, Karten usw. und das nicht nur philatelistisch) 2. ein "Stempelfreak" und Stempelforscher, nicht zuletzt auch zu so "sammelunwürdigen" Objekten wie die "geächteten" (" so was sammelt man doch nicht") Handrollstempel 3. von einem weiten Spektrum philatelistischer Gebiete fasziniert und auch immer bereit tiefer in die Materie einzusteigen Dann mal ein paar Belege dazu: Erstflug Berlin (Ost) - Belgrad vom 5.4.1960 Mit Bleistift ist darauf noch ein Preis vermerkt, 10.-, noch Mark oder schon Euro? Völlig egal, heute bekommt man den für 1 Euro. Er ist aber auf alle Fälle m.E. ein schönes Stück. Abgebildet darauf, als Zudruck, passend auch zum Sonderstempel eines der ersten Flugzeuge der "Deutschen Lufthansa" (der DDR - die gab es nur ein paar Jahre von 1955-63, somit auch luftfahrthistorisch interessant), eine Iljuschin Il-14. Als kleine Besonderheit auch noch ein Detail, die Iljuschin auf dem Zudruck trägt noch den Lufthansakranich (wie auch im Aufgabestempel der Luftpoststelle in Berlin-Ost), im Sonderstempel ist bereits von der Nachfolgeorganisation Interflug die Rede und bereits deren Logo zu sehen. Man sieht also auch auf solchem "Papiermüll" (ich benutze hier mal sentawaus Wort ;-)) gibt es Interessantes zu entdecken. KLM/Garuda Erstflug Denpasar (Indonesien) über Abu Dhabi nach Amsterdam am 5.11.1986 Über den monetären Wert brauchen wir gar nicht philosophieren, für mich ein super Beleg wegen des in Denpasar verwendeten Handrollstempels. Nicht alltäglich und auch nicht oft zu finden. Aber dazu muss man natürlich auch Gefallen an diesen "bösen" Handrollstempeln finden. Last not least: First Air Mail Flight AM 33 ab Kailua Hawaii vom 10.7.1949 Auch wieder so ein "1 Euro-Beleg" ;-). Ist der nicht schön? Schöner Cachet Stempel, frankiert mit zwei Viererblöcken aus der Präsidenten-Serie, alle Marken entwertet, zumindest mit Killer-Stempel und dann noch ein 1A Duplex-Stempel von Kailua. Da freut sich jedes einzelne meiner verschiedenen Sammlerherzen! So, jetzt wurde es doch länger als gedacht, aber ich hoffe ein paar Ideen vermittelt zu haben und vor allem den Mythos "Papiermüll" ins Reich der Fake-news verbannt zu haben. Viele Grüße, Peter
filunski Am: 14.05.2025 00:21:06 Gelesen: 3444 # 5
Verehrte "Papiermüll-Freunde", zum Thema Papiermüll noch ein paar Worte und Beispiele. Philatelistisch gesehen ist ja Material aus den 1970-80-er Jahren besonders uninteressant. Das Hobby war damals auf seinem Höhepunkt, gesammelt wurde überall und alle Postverwaltungen und "Hersteller" philatelistischer Produkte überfluteten den Markt. Heute sind insbesondere Briefmarkensammlungen (z.B. Bund/DDR/Österreich um nur ein paar Beispiele zu nennen) aus diesen Jahren kaum mehr verkäuflich, da viel zu viel Material auf den Markt kommt und die Nachfrage fast bei Null ist. Belege finden noch eher Interessenten, werden aber zu sehr niedrigen Preisen, meist in Konvoluten gehandelt. Dies gilt auch für Erstflugbriefe. Erstflugbriefe können aber auch so aussehen: Natürlich kein Bedarfsbeleg, sondern für Sammler gemacht. Gleiches gilt übrigens auch für die meisten bis heute noch zu hohen Preisen gehandelten Zeppelinbriefe. ;-) Erstflug des französischen Kampfflugzeugs, umgangssprachlich gerne als "Düsenjäger" benannt, Mirage 2000. Abgestempelt mit einem ganz normalen Tagesstempel vom 10.März 1978 des Postamts auf dem französischen Testflugplatz der Armée de l'air (franz. Luftwaffe) in Istres und einem Cachet Stempel. In meinen Augen ganz gewiss kein "Papiermüll" und wer mich gut kennt weiß auch genau warum. Gleich noch aus diesem Jahrzehnt, ein paar Jahre früher, ein ganz besonderer Erstflugbeleg den ich mal aus einer Tauschrundsendung fischte, den man so schnell auch nicht wieder findet: Erster Luftpostflug vom provisorischen Flugplatz "Hooker's Point" (errichtet von der argentinischen Luftwaffe) bei Port Stanley auf den Falkland Inseln am 15.11.1972. Als Aufgabestempel ein Sonderstempel zu dem Ereignis sowie verschiedene Cachet- und Flugbegeleit-/bestätigungsstempel, rückseitig mit Ankunftstempel Buenos Aires. Die Frage, ob es sich hierbei um "Papiermüll" handelt stellt sich mir nicht. Horrido und viele Grüße, Peter
sentawau Am: 17.05.2025 14:54:28 Gelesen: 3181 # 6
Erstflugbriefe – Papiermüll Ich hoffe, die Leser meines Beitrages haben das Fragezeichen hinter Papiermüll nicht übersehen! Ich wollte nicht sämtliche Erstflugbriefe in Bausch und Bogen verdammen, sondern nur die nicht marktfähigen Produkte der letzten Jahre. Ausnehmen möchte ich auch Erstflugbriefe, die sich nur durch das Stempeldatum erkennen lassen. Denn es gibt auch bei sondergestempelten Briefen Rares und Sammelwürdiges. Dazu einige Beispiele. Ich sammle Bedarfspost des Luftverkehrs über den Nord- und Südatlantik vor 1945. Der sensationellen Erstüberquerung des Südatlantiks mit katapultgestarteten Wasserflugzeugen im Februar 1934 habe ich im Forum unter „Brasilien“ bereits einen eigenen Artikel gewidmet. Als es der nordamerikanischen Fluggesellschaft PanAm im Mai 1939 – also ein halbes Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkrieges – gelang, einen Linienflugverkehr auf der Route New York – Horta/Azoren –Lissabon– Marseille einzurichten, schrieb sie Luftverkehrsgeschichte. Geflogen wurde mit riesigen Wasserflugzeugen der Marke Boing 314, bekannt unter dem Namen Clipper. Die damals geschaffenen Erstflugbelege haben einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Sie dokumentieren ein historisches Ereignis! Aus dem Jahr 1939 gibt es weitere bedeutende Erstflüge. Dazu mehr in einem anderen Beitrag. Hier zunächst fünf Briefe von der Route Ney York – Marseille. Die rückseitigen Ankunftstempel habe ich nicht abgebildet. -Start in New York 20.Mai 1939, Ankunft Marseille 22. Mai -Rückflug Marseille – New York, hier die Teilstrecke Horta/Azoren am 26. Mai -Zubringer aus der Schweiz -Verspätete Einlieferung -Teilstrecke Lissabon – New York
sentawau Am: 17.05.2025 15:40:23 Gelesen: 3155 # 7
Als Zugabe zu meinem Beitrag noch ein Bedarfsbrief aus der Schweiz, der 1939 auf der neu eröffneten Strecke befördert wurde.
10Parale Am: 03.08.2025 20:30:07 Gelesen: 2663 # 8
@ sentawau [#7] Was uns fehlt ist wahrscheinlich die Geduld. Ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen in London, die um das Jahr 1840 vielleicht 10 Jahre jung waren und vielleicht mehr ONE PENNY MARKEN gesehen haben in ihrem Leben als wir beide zusammen, die wären heute bald mal 200 Jahre alt, so lange lebt kein Mensch. Aber die Philatelie lebt als Sammelgebiet und so sehe ich es eben aus dem Blickwinkel der Sammelleidenschaft. filunski schreibt sehr gut zum Thema, wie ich finde. Hier ein Erstflugbeleg aus ISRAEL der SCANDINAVIAN AIRLINES SYSTEM. Er lief am 26.4.1951 von dem Flughafen LOD INTERNATIONAL AIRPORT aus (heute: Flughafen Ben Gurion) nach Japan, Tokyo, wo er rückseitig 2 Tage später mit einem Ankunftsstempel versehen wurde. Der Stempel trägt noch den ursprünglichen Namen des Flughafen, den er 1935 erhalten hat, LYDDA AEROPORT. Ich finde es einen interessanten, sammelwerten Beleg mit Marken aus dem Satz "3rd Coinage "MERED-2" Definitive Issue von 1950 (lt. BALE) ohne Tab und der Marke zum 40. Geburtstag der Gründung von TEL AVIV ohne TAB (BALE No. 48). Liebe Grüße 10Parale
filunski Am: 04.08.2025 12:18:23 Gelesen: 2473 # 9
@ sentawau [#7] @ 10Parale [#8] Hallo zusammen, natürlich habe ich die Ironie in der Bezeichnung "Papiermüll" erkannt. ;-) Sehr schöne Belege, sowohl der Bedarfsbrief aus der Schweiz [#7], wie auch der interessante Beleg von 10Parale (worin man ja viel Geschichte rauslesen kann, wie 10Parales Beschreibung zum Namen des Flugplatzes belegt). Gleich von mir noch weiterer "Papiermüll" aus der Schweiz, diesmal Vorder- und Rückseite: Wir haben hier einen Premier vol postal spécial de la Swissair Suisse - Amérique du Sud 10 octobre 1947, einen "Posterstflug" der Swissair von der Schweiz nach Südamerika. Genauer von Genf nach Buenos Aires. Es ist, wie oft bei solchen Belegen, ein vom Absender gemachter Beleg, adressiert hier an eine nicht existente Fantasieadresse, so dass er wieder an den Absender zurück geschickt wird, wie hier belegt durch die vielen Stempel, auch geschehen. Mich als "Stempelfreak" begeistert der Beleg alleine schon durch die schönen Stempel! Es hat auch funktioniert, die Anschrift Place Neuve 10 in Buenos Aires gab es nicht und der Name des Adressaten ist wahrscheinlich von der Ehefrau des Absenders. Der Brief wurde auch mit diesem Sonderflug am 10.10.1947 befördert, kam am 14.10. in Buenos Aires an (vielleicht früher, ein Stempel auf der Vorderseite ist nicht lesbar). Dort fand man die Adresse nicht, siehe Gummistempel DIRECCION DEFICIENTE (Adresse unbekannt/unvollständig) und sandte ihn zurück, wieder in Genf am 24.11.1947 angekommen und noch am selben Tag beim zuständigen Postamt des Absenders (Chene-Bougeries) eingegangen. Den Spaß hat sich der wahrscheinlich begeisterte Luftpostsammler einiges kosten lassen, es sind immerhin für 5 Fr 80 Marken verklebt. Damals, 1947, sicher ein ordentlicher Betrag. Viele Grüße, Peter
Reini46 Am: 04.08.2025 14:43:24 Gelesen: 2413 # 10
Hallo, Vom Erstflug FAM 18 gibt es auch einen Brief nach Österreich - damals im Jahr 1939 Teil des Deutschen Reichs. Die Flugpostmarke zu 30 Cent wurde extra für diesen Erstflug herausgegeben. Grüße Reini46
nagel.d Am: 04.08.2025 16:06:56 Gelesen: 2385 # 11
Es gibt sicherlich Sammler von diesen Belegen. Ich sehe aber das Problem darin wie es JanClauss [#2] beschrieben hat. Die Zahl der Sammler wird kleiner und die "Flut" der Belege immer mehr. Als Papiermüll würde ich es aber nicht sehen eher als schwer verkäufliche Stücke. Im Zweifelsfall würde ich sagen in der Sammlung behalten oder als eigenständige Sammlung bestehen lassen.
filunski Am: 16.08.2025 14:16:19 Gelesen: 2113 # 12
Liebe Freunde des "fliegenden Papiermülls" ;-) hier haben wir wieder so einen Erstflugbeleg, Bedarf wohl nicht, ob schön oder nicht liegt nicht zuletzt im Auge des Betrachters/der Betrachterin, aber seht selbst: Erster offizieller Luftpostflug von Australien nach Papua-Neuguinea im Juni/Juli 1934 mit der legendären Avro 10 Trimotor "Faith in Australia", geflogen von dem nicht weniger bekannten Charles Ulm. Die Gesamtstrecke lief damals von Melbourne quer durch den gesamten autralischen Kontinent mit Zwischenlandungen in Sydney, Brisbane, Rockhampton, Townsville, Cairns, Port Moresby (Papua-Neuguinea) bis Lae an der Nordküste Papua-Neuguineas. Damals durchaus ein abenteuerliches Unternehmen. Dieser Beleg flog ab Townsville mit bis Port Moresby und dann (für den Rückflug in Port Moresby mit Marken Papuas frankiert) über Cairns wieder nach Townsville. Alles schön mit Stempel dokumentiert wie wir hier auch auf der Rückseite sehen: Dieser Beleg stammt nicht aus einer 1 Euro Kiste ;-) und dürfte dem "Papiermüll" auch davon geflogen sein. Viele Grüße, Peter
Lars Boettger Am: 16.08.2025 17:22:35 Gelesen: 2059 # 13
Ich habe hier sechs - sieben Briefalben mit Erstflugbelegen aus Luxemburg (50iger - 80iger Jahre). Das Interesse ist in etwa so gross wie für deutsche ETBs oder deutsche FDCs der siebziger / achtziger Jahre. Ich überlege mir, sie zu spenden. Eventuell fängt ein anderer Sammler damit etwas an, wenn der Preis -0- EUR ist. Beste Grüsse! Lars
DL8AAM Am: 16.08.2025 18:40:38 Gelesen: 2008 # 14
@ Lars Boettger [#13] Ich ;-) Seit ich in der letzten Zeit ein paar alte "Jedermanns"-Spass-Sammlungen übernommen habe, habe ich inzwischen sogar richtigen Gefallen an "alter" Kartonphilatelie gefunden. Im Prinzip ist sowas inzwischen echte "Philateliegeschichte", zumindest 'Philateliemarktgeschichte' (so wie meine deshalb inzwischen wieder heißgeliebte "Scheichtümer-Sammlung" aus Schülerzeiten). ;-) LG Thomas
22028 Am: 16.08.2025 19:02:27 Gelesen: 1988 # 15
@ Lars Boettger [#13] Leg die gerne mal für mich zurück.
Lars Boettger Am: 16.08.2025 19:30:25 Gelesen: 1966 # 16
@ DL8AAM [#14] Hallo Thomas, sehr gerne! Ich bin in Remseck und Ulm, kann ich Sie Dir dort mitbringen? Brauchst Du nur die Briefe oder auch die Alben? Der Sammler war Dieter Basien, der hier im Forum sehr gute Beiträge zu Luxemburg geschrieben hat und leider dieses Jahr verstorben ist (User-Name "Mondorf"). @ 22028 [#15] Hallo Rainer, falls Thomas und ich uns nicht einig werden, dann bist Du der lachende Dritte =D Beste Grüsse! Lars
filunski Am: 16.08.2025 23:40:28 Gelesen: 1903 # 17
@ DL8AAM [#14] @ Lars Boettger [#16] Hallo zusammen, war ja doch gut, dass ich den "Papiermüll" wieder hervor geholt habe. Wie FDCs und andere Kartonphilatelie sind solche Luftposterstflugsammlungen nicht jedermanns/-fraus Sache, aber es gibt dafür immer Interessenten und wenn es so wie jetzt läuft ist es doch super. Lars bekommt wieder Platz und Thomas freut sich und hat sicher mehr Freude dran als er vielleicht jetzt noch vermutet, bin schon gespannt, was er da noch entdeckt, worauf "Nur-Luftpostsammler" vielleicht noch gar nicht geachtet haben. "Didi" kannte ich gut und ich bin mir auch sicher, dass er sich darüber gefreut hätte, seine Sammlung in Hände abzugeben, die sie wieder schätzen, und ich bin mir auch sicher, dass die Sammlung alles andere ist als "Papiermüll". Also gleich noch so einen Beleg, dieser Erstflug fand ein paar Jahre früher statt als der vorher [#12] gezeigte, in einem ganz anderen Teil der Welt und die Überbrückung großer Entfernungen mit den damaligen Flugzeugen war noch ein Abenteuer. Dieser Beleg führt uns nach Kanada, in den "Wilden Westen" Kanadas in die Provinz Alberta. Kanada ist riesig, dünn besiedelt und wie ich aus eigener fliegerischer Erfahrung weiß, können lange Flüge im Land sehr einsam sein, damals im Jahre 1929 noch viel einsamer als heutzutage. Hier der Beleg: Dieser "First regular official flight" führte von Fort McMurray nach Fort Chipewyan. Wie schon der Cachet-Stempel vermuten lässt, befinden wir uns jetzt wirklich im "Wilden Westen". Fort Chipewyan (so benannt nach dem einst dort ansässigen indigenen Volk der Chipewyan) ist selbst heute noch nicht ganzjährig über Straßen zu erreichen. Wichtigstes Verkehrs- und Versorgungsmittel ist immer noch das Flugzeug mit Verbindungen von Edmonton und wie damals begonnen Fort McMurray. Die Fluzeuge die heute dort fliegen sehen auch immer noch ähnlich aus wie damals 1929. Auf dem Cachet-Stempel (der es übrigens war, dass mich dieser Beleg interessierte und ich ihn erwarb) treffen zwei Welten aufeinander, das damals hochmoderne und neue Beförderungsmittel Flugzeug (hier eine Fairchild FC-2W, wie übrigens auch auf der schönen kanadischen Luftpostmarke abgebildet) und als Anachronismus der "Indianerhäuptling" (tut nicht weh diesen Begriff zu benutzen ;-)) der stolz auf seinem Pferd sitzend dem Flugzeug nachzublicken scheint. Fragt sich nur wer damals der Anachronismus war? Natürlich ein "gemachter" Beleg wie es solche aus Kanada auch sehr viele gibt, aber immerhin rückseitig mit Ankunftstempel von Fort Chipewyan: Wer hat von dort überhaupt schon mal einen Stempel gesehen? Damit genug mit dem Ausflug in den "Wilden Westen" Kanadas. Allen weiterhin viel Freude an dem "Papiermüll". Peter
kdoe Am: 17.08.2025 10:28:20 Gelesen: 1840 # 18
hallo Peter was mir bei deinem Beleg in [#12] auffällt - der erste Stempel aus Australien scheint über den Marken aus Papua zu iegen - die müßten sich also beim "Abflug" schon auf dem Brief befunden haben! Gruß Klaus
filunski Am: 17.08.2025 13:21:54 Gelesen: 1787 # 19
@ kdoe [#18] Hallo Klaus, gut beobachtet, danke für den Hinweis! Daraufhin habe ich nachgeforscht und noch ein paar interessante Dinge dazu gefunden. Diese Umschläge waren ja alles von Sammlern/Händlern in Auftrag gegebene Briefe, die meist auch, wie mein Beleg an den Sammler/Auftraggeber zurückkommen sollten. Sei es im selben Flugzeug wie hier als Posterstflug Papua (Port Moresby), oder Neuguinea (Lae) oder auf dem Land-/Seeweg. Die Blankoumschläge konnte man vorher dazu erwerben und musste sie dann entsprechend adressieren und auch fertig frankieren. Solch einen alten Blankoumschlag habe ich gefunden: Rechts oben sind die genauen Anweisungen für die Frankierung, hier etwas größer: Dort sollten die Marken für den Hinflug, also Papua (Port Moresby) oder Neuguinea (Lae) angebracht werden, das waren für Australien zusammengerechnet 8 Pence (es gab auch Zubringerpost von Neuseeland für diesen Flug, dann musste hier auch noch die Postgebühr von Neuseeland bis Australien in neuseeländischen Marken verklebt werden). Im Feld darunter (dort sind auch auf meinem Beleg die beiden Papua Marken angebracht) musste, wenn der Beleg mit dem Flug wieder zurückgehen sollte, bereits vom Absender in Marken von Papua oder Neuguinea die Postgebühr verklebt werden, zusammengerechnet ebenfalls wieder 8 Pence. Es wurde also in Port Moresby nichts mehr aufgeklebt, sondern nur der bereits fertig frankiert ankommende Brief abgestempelt. Interessant ist bei diesem Flug, dass für den Hinflug die bis Papua geplante Post in Port Moresby ausgeladen und bearbeitet wurde. Retourbriefe, so wie meiner, sollten dann auf dem Rückflug von Lae, Neuguinea, bei der geplanten Zwischenlandung in Port Moresby wieder eingeladen werden. Zum Zeitpunkt der Ankunft in Port Moresby war aber schon eine Wetterverschlechterung abgekündigt die den Anflug auf Port Moresby nicht ermöglichen wurde. Commander Ulm beschloß daher von Lae aus direkt nach Cairns in Australien zu fliegen und nicht mehr nach Port Moresby zurückzukehren. Um aber die Rückpost nicht zurückzulassen wurde diese gleich wieder, nach Abstempelung, ins Flugzeug geladen und flog auch noch mit bis Lae. Blieb dort aber im Flugzeug und wurde nicht postalisch bearbeitet. Ein interessantes Detail, welches ich erst jetzt durch weitere Recherche, dank deiner Frage, entdeckt hatte! ;-) Viele Grüße, Peter
merkuria Am: 20.08.2025 09:02:10 Gelesen: 1646 # 20
@ filunski[#9] „Den Spaß hat sich der wahrscheinlich begeisterte Luftpostsammler einiges kosten lassen, es sind immerhin für 5 Fr 80 Marken verklebt. Damals, 1947, sicher ein ordentlicher Betrag.“ Ja, Luftpost nach Argentinien war zu der Zeit ab der Schweiz sehr teuer! Hier ein Flugbeleg von Ende 1945, da kostete der Luftpostzuschlag je 5g noch 1.50 Franken, ab 1. Januar 1947 waren je 5g nur noch 0.80 Franken fällig. Es ist wohl kein Erstflugbrief, erlaube mir aber trotzdem, ihn hier zu zeigen! Eingeschriebener Luftpostbrief mit 82g von Zürich nach Buenos Aires / Argentinien, Aufgabe am 2. November 1945. Frankatur gemäss gültiger Gebührenverordnung vom 1.10.1924 – 29.02.1948 (Briefgebühr), 1.07.1930 – 29.02.1948 (Einschreibegebühr) und 1.01.1940 – 31.03.1946 (Luftpostgebühr): Brief Ausland bis 20g …………………………………..= 30 Rappen 4x weitere 20g à 20 Rappen …………………………..= 80 Rappen Einschreiben Ausland ………………………………….= 30 Rappen Luftpostgebühr Argentinien 17x 5g à 150 Rappen = 2550 Rappen, ergibt 2690 Rappen (26.90 Franken) Grüsse aus der Schweiz Jacques
Reini46 Am: 26.08.2025 17:57:38 Gelesen: 1493 # 21
Hallo, Esrtflug Wien - Bagdad vom 13.4.1930 - rückseitig Ankunftsstempel Bagdad 16.4.1930. Die Imperial Airways haben die Linie London - Delhi über Wien wieder aufgenommen. Grüsse Reini46