@ Wiener Christian [#4]
Das ist das "Problem". ;-) Zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhundert war das Postkarten- bzw. Ansichtskartensammeln eine Art von Massenbewegung. Und gefühlt jeder, der es sich auch nur im Ansatz leisten konnte, verschickte Ansichtskarten 'wie ein Weltmeister', man geht in ein Gasthaus und zum Bier gehört das Verschicken einer Ansichtskarte eben dieses Gasthauses. ;-) Heisst aber auch, dass es diese Karten in (übertrieben gesagt) "Millionenauflagen" gibt und davon haben die Zeit bis heute überlebt.
Gleiches gilt für die ("Postkartenstandardporto")-Briefmarken. ;-) Nur liegen hier liegen die Auflagen in den zig 10-er Millionen. ;-) Alt bedeutet leider nicht immer gleich (finanziell) "wertvoll". ;-)
Was natürlich nicht heisst, dass falls da auch etwas selteneres dabei sein könnte, aber sowas liegt dann im Bereich eines mittleren Lottogewinns. Aber (pauschal gesagt) 99% aller Postkartensammlungen aus dieser Zeit sind "Massenware". Interessant kann es hier sein, falls Du Karten von/aus (zum Beispiel) kleinen Dörfern (Gasthäusern etc.), die gerade von einem Heimatsammler gesucht werden. Da kann es dann auch mal etwas mehr aufrufen, aber auch hier wären zweistellige € eher die Ausnahme. Ob eine Vereinzelung über Ebay sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln, es sei denn ich habe Spass am Ebaying. Diese Plattformen sind zwar voller Angebote, aber das heisst nicht, ob diese auch zu diesen Preisen verkauft werden und wie lange es dauert.
Interessant bei diesen "Häufigkeitskarten" könnten hier die Poststempel sein und/oder auch interessante ausländische Absendeorte (Deutsches Auslandspostamt Jerusalem oder so ...), interessant bedeutet hier in aller Regel aber auch nicht wirklich finanziell.
Ich habe vor einiger Zeit auch 2-3 solcher Alben aus dieser Zeit "für ein Bier" (...)
übernommen, allein um die Stempel aufzuarbeiten, d.h. ich scanne diese und stelle die in die hiesige Stempeldatenbank ein, damit die Stempel für etwaige zukünftige Forschungs- bzw. Dokumentationszwecken - für die Nachwelt - "gesichert" sind. ;-)
http://www.philastempel.de
Im Prinzip, insondere da sich ja sogar auch ein 'prüfendender' Händler (der ja auch etwas verdienen muss) die Sammlung angeschaut (und keine handelbaren
Millionenwerte gefunden) hat, würde ich das Album
so wie es ist einfach behalten (es frisst ja auch kein Brot mehr) und mich daran erfreuen. Alternativ kannst Du die auch in gute Hände 'abgegeben'. Aber womöglich fällt ja sogar irgendwann mal ein entsprechendes "Hobby" - mit dem Spass haben könnte - für Dich selbst ab. Das muss ja nicht einmal "Stempelkunde" sein (darf es aber gerne auch). ;-) Vielleicht kann man das (falls das eine 'persönliche' Sammlung einer einzelnen Person sein sollte) z.B. sogar biographisch angehen? Bei uns heisst das dann auf Neudeutsch "Social Philately". Man muss nicht immer nur Zacken zählen. ;-) Einfach mal ein paar Themen hier im Forum durchklicken.
Kurz: Auch wenn damit keine mehrmonatige Weltreise erzielbar ist - auf keinen Fall achtlos entsorgen. Das wäre viel zu schade.
Viel Spass mit Deinem Schatz (das meine ich ernst) und
beste Grüße
Thomas