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Thema:

Vereinszukunft: Persönliche Kontakte

Henry Am: 26.04.2025 12:13:12 Gelesen: 705 # 1
Ich möchte die nachfolgend zitierte Aussage des Landesverbandes Hessen als Grundlage meines Beitrags nehmen: „Die Kommunikation vom BDPh zum Mitglied erfolgt weiterhin in höchstem Maße mit der Printversion der philatelie, unser Verband gibt die verbandsbezogenen Informationen mit den dreimal jährlich erscheinenden Verbandsnachrichten in die Vereine, weiterhin fast ausnahmslos bevorzugt als gedrucktes Heft im Umfang von jeweils 36 bis 48 Seiten im A5-Format. Zusätzlich bekommen immer mehr Sammlerfreunde das Heft auch direkt in der pdf-Version und sind damit unabhängig von Tauschzusammenkünften schnell und umfassend informiert.“ Gerade der letzte Satz ist das, was mich ins Grübeln kommen lässt. Er beschreibt sehr treffend den Grund, warum der Besuch von Tauschtreffen auf wenig Teilnehmer stößt. Es ist einfacher und bequemer, zu Hause am Schreibtisch die servierten Informationen aufzunehmen und für die eigene Sammlung zu verwerten. Und ich habe zumindest in meinem Vereinsbereich den Eindruck, dass es häufig bei diesem Konsum bleibt, ohne dabei auch mal an eine Rückmeldung oder Mitarbeit zu denken. Wenn man alles so einfach erhalten kann, verliert man das Gefühl, den persönlichen Kontakt zu anderen Sammlern zu brauchen. Also kann man sich den Besuch der Tauschtreffen sparen. Und so schläft auch die Teilnahmebereitschaft an den anderen Vereinsaktivitäten langsam ein. Die Teilnehmerzahlen bei Versammlungen, Vereinsfesten und Ausflügen zeigen das. Der digitale Kontakt ist unzweifelhaft auch hilfreich, aber eben nicht menschlich. Der persönliche Kontakt ist aber genau das, was den Wert der Vereinsmitgliedschaft ausmacht. Denn er ist die Grundlage für Gemeinsamkeit und Hilfen über die Philatelie hinaus und damit auch für das gesellschaftliche Zugehörigkeitsgefühl. Ich sehe diesen Weg als hilfreich an: Sicher ist es nicht jedem Vereinsmitglied aus irgendwelchen zwingenden Gründen nicht möglich, eigenständig die Teilnahme an Veranstaltungen zu sichern. Hier ist die Hilfestellung des Vereins gefordert. Mit den digitalen oder gedruckten Informationen muss man allerdings vorsichtig umgehen. Hier sollte man nur so weit gehen, dass der Anreiz zum Besuch der Vereinsveranstaltungen gewahrt bleibt. Und man darf durchaus auch darauf hinweisen, dass Mitgliedschaft auch die Bereitschaft zur Mitwirkung bedeutet, selbst wenn man dazu auch mal Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen muss.
Winni451 Am: 26.04.2025 15:08:29 Gelesen: 644 # 2
@ Henry [#1] Hallo, ich glaube nicht, dass die Datenbereitstellung eine so große Rolle spielt. Ich sehe die relevanten Themen bei einigen anderen Punkten. Und die meisten scheinen mir unabhängig vom Vereinszweck. Und das scheint ja auch Dir klar zu sein, wenn ich die letzten beiden Sätze lese. Deine Schlussfolgerung zur Informationsweitergabe halte ich aber prinzipiell für richtig, man kann Informationen als Köder auswerfen. Dazu meine Situation: Ich werde z.B. wegen Informationen auf Papier sicher zu keinem Vereinstreffen gehen, ich habe genau 2 Meter Regal und das ist voll. Neue Informationen kann ich nur noch digital aufnehmen. Ich, zumindest ich, werde aber auch wegen anderweitig zur Verfügung gestellten Informationen zu keinem Treffen gehen (oder nur genau das erforderliche eine Mal). Da müssen weitere Faktoren dazu kommen, damit ich wiederkomme. z.B. das Zwischenmenschliche, die Vereinbarkeit des Termins mit wichtigeren Dingen usw. Also meiner Meinung nach: als Köder kann man so vorgehen um jemanden zum Verein zu bringen, dann aber muss einiges mehr kommen (vom Verein und vom neuen Mitglied) damit es klappt. Beispiel fernab der Philatelie: Das Feuermachen und der Haik im Schwarzwald waren der Köder, alleine das hätte nicht mal gereicht um den neuen Stamm der Royal Ranger für 6 Monate bestehen zu lassen. Da muss einiges noch dazu kommen und am Ende bleiben nur die übrig, bei denen es ins Leben passt und die bereit sind auch was mit zu bringen. Grüße Winfried