Liebe Freunde der Maschinenstempel, insb. der Briefzentren,
dass bei Maschinenstempeln (MSt) mitunter das Werbefeld kopfstehend erscheint, ist ja lang bekannt. Grund ist, dass dieser Teil des Stempelgeräts, der Entwertereinsatz (Wellen, Striche oder Werbeklischee), mutmaßlich versehentlich, verkehrtherum montiert wurde. Offenbar fehlen mechanische Vorrichtungen, die ein falsches Einsetzen verhindern. Immerhin bietet die bei MSt übliche gewölbte Oberfläche keine anderen Fehlstellungen als um 180 Grad gedreht.
Mehr Möglichkeiten bieten eigentlich plane Oberflächen, wie sie beispielsweise bei Handstempeln und Handwerbestempeln mit angebautem Werbeteil üblich sind. Nur kommen hier fast immer einteilige Stempelgeräte zum Einsatz, sodass nicht mit dem verkehrten Einbauen weiterer Teile gerechnet werden braucht.
Nun gibt es seit etlichen Jahren die Vermutung, dass im Briefzentrum 53 vor längerer Zeit plane MSt-Geräte getestet wurden. Diese Theorie ließ sich bislang zwar nicht definitiv bestätigen, erhielt aber durch indirekte Hinweise immer wieder häppchenweise Nahrung. Die hier gezeigten Abbildungen mir jüngst zugegangener MSt (davon immerhin einer auf Brief) scheinen dies nun zu belegen.
Hier zwei Abb. aus dem Fundus:

Es fällt natürlich auf, dass alle um 90 Grad gedrehten Werbefelder im Uhrzeigersinn von der Soll-Stellung abweichen. Bei manchen Werbeklischees liegt diese Lage auch nahe, da dann wesentliche Teile des Textes leserichtig erscheinen. Ich kann mir gut vorstellen, dass früher oder später auch um 90 Grad entgegen dem Uhrzeigersinn verdrehte Werbungen auffallen – technisch dürften sie wohl ebenfalls möglich gewesen sein.
Da die 90-Grad-Lagen mit den Unterscheidungsbuchstaben ma, mb und mc und sowohl mit als auch ohne Posthorn vorkommen, dürfte es sich um einen über Jahre immer wieder mal durchgeführten Versuch gehandelt haben. Anhand des jeweiligen Stempeldatums lassen sich hoffentlich Start und Ende der längeren Versuchsphase dieser planen Stempelgeräte zumindest in etwa eingrenzen. Auch daher meine Anregung: Wer über entsprechendes Material verfügt, möge es bitte hier zeigen.
Hier noch der mir zugegangene komplette Beleg:

Mal sehen, ob sich dazu noch mehr Beispiele einfinden!
Viele Grüße,
Peter