Briefmarken Atteste

Thema:

Bewertung von Briefmarken und Sammlungen – Katalogpreise vs. Auktionspreise

joekey Am: 22.02.2025 20:21:03 Gelesen: 3213 # 1
Liebe Kollegen, ich wende mich an euch, um eure Einschätzungen und Erfahrungen bei der Bewertung von Briefmarken und Sammlungen zu hören. Besonders interessiert mich die Diskrepanz zwischen den Katalogpreisen und den Preisen, die in Auktionen erzielt werden. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass eine Briefmarke, die im Katalog mit einem Wert z.B. 1000 € bewertet wird (gleiche Qualität), in einer Auktion mal für nur 500 € verkauft wird und in einer anderen Auktion für 2000 €. Diese Schwankungen machen es mir schwer, den tatsächlichen Marktwert meiner Sammlung realistisch einzuschätzen. Mir ist klar, dass Faktoren wie Seltenheit und Nachfrage eine große Rolle spielen, aber wie geht ihr vor, um den Preis einer Briefmarkensammlung realistisch zu bewerten? Gibt es vielleicht auch bestimmte Indikatoren, auf die man besonders achten sollte, wenn man eine Sammlung bewerten möchte? Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Tipps, wie man den Wert einer Sammlung am besten ermitteln kann. Viele Grüße, Joekey
dietbeck Am: 22.02.2025 20:29:30 Gelesen: 3199 # 2
Wenn Du von Sammlung sprichst ist das schon sehr allgemein. Sprechen wir von einer Spezialsammlung, posthistorischen Sammlung, Sammlung nach Katalognummern oder einer "Allerweltssammlung". Natürlich ist auch entscheidend, was in der Sammlung wirklich drin ist. Sind da Auktionslose enthalten, attestierte oder geprüfte Stücke, Spezialitäten wie Farbunterschiede, Wasserzeichenunterschiede, Papierunterschiede, Zähnungsunterschiede. All das kann einen großen Unterschied in der Bewertung machen. Oder sind es einfach Marken aus der "Tagespost" und alles genommen, dessen man habhaft wird ?
joekey Am: 22.02.2025 22:03:37 Gelesen: 3142 # 3
Hallo, danke für deine Antwort. @ dietbeck [#2] Hier einen Beschreibung meiner Sammlung: * konkret sammle ich Kriegs und Propagandafälschungen, quer über WWI, WW2, DDR. * zu jeder Briefmarke habe ich ein Original zum Vergleich. * alle Fälschungen sind geprüft. * manche briefmarken habe ich mehrfach, wenn interessant (Farbenunerschiede, Zähnung ...) * ich organisiere die Sammlung nach Michel Katalog, sammle aber auch Abarten, bzw. andere Spezialitäten. * zusätzlich habe ich einiges an Literatur zum Thema gesammelt, was mir zusätzliches Input zum Theme gibt. LG joekey Ich bin interessiert an einem Austausch zum Thema im Raum Wien, Österreich.
TeeKay Am: 22.02.2025 22:56:20 Gelesen: 3105 # 4
Wo hast du das Material denn gekauft? Wer über Material im Preisbereich von 500-2000 € pro Einzelstück spricht, hat doch Marktkenntnis und müsste wissen, was für die Preisausschläge verantwortlich sein könnte.
dietbeck Am: 23.02.2025 06:32:17 Gelesen: 3049 # 5
@joekay Kriegs- und Propagandafälschungen sind ja Auktionsware. Da kannst Du z.B. bei https://www.philasearch.com/ sehen, wie diese aktuell gehandelt werden. Einfach die Volltextsuche verwenden. Wenn Du von Farbunterschieden, Zähnungen, Abarten sprichst, dann sind das andere Marken, oder ? Auch WW I + II, DDR oder anderes ? Bei Abarten muss man unterscheiden zwischen den "kleinen" und "großen" Abarten, nenne es mal so. Die kleinen Abarten, also Punkte, Striche oder sonstige eher "unauffällige" Abarten sind preislich meist nicht so sehr weit von den "Originalmarken" entfernt wobei Ausnahmen die Regel bestätigen. Das kann man aber z.B. im Michel-Spezial ersehen. Ebenso für grössere Abarten wie Farbausfälle, fehlende Merkmale, falsche Farben etc. Die sind ja oft deutlich teurer, auch da kann man in philasearch aktuelle Marktpreise eroieren. Farbunterschiede müssen geprüft bzw. attestiert sein, zumindest, wenn es sich um schwerer zu unterscheidende Farben handelt.
bovi11 Am: 23.02.2025 08:10:13 Gelesen: 3014 # 6
@ joekey [#1] Bei dem Sammelgebiet Kriegs- und Propagandafälschungen würde ich auch nicht jeder Prüfung trauen. Ich verweise auf diese Diskussion: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=293800#M15 Prüfungen von Pieles würde ich persönlich keine Bedeutung beimessen. Auch Rechnungen von Auktionshäusern sind bezüglich dieses Sammelgebietes mit Vorsicht zu genießen. Es existiert derzeit noch ein Markt selbst für fragwürdiges Material.
sammler70 Am: 23.02.2025 10:02:21 Gelesen: 2964 # 7
@ joekay Hallo joekey, Ich bin dir dankbar, dass du dieses Thema hier aufwirfst. Ich bin auch Hobbysammler und nicht der Experte viel Fälschungen und Atteste und schon gar nicht für falsche Atteste. Ich bin immer schockiert, wenn ich bei angeblich geprüften Marken lese, dass man den Prüfstempeln oder Atheisten nicht trauen kann, selbst wenn es sich um offizielle Prüfer handelt. Woher diese Diskussionen immer kommen weiß ich nicht. Vielleicht brauchen sie immer dann auf Komma wenn ein Sammler enttäuscht darüber ist, was seine Marke tatsächlich in den Augen eines Prüfers während ist oder wenn ein Käufer den Preis drücken will und deshalb den Brief Vermerk in Zweifel zieht. Ich kann dir hier nur mal meine eigenen Erfahrungen schildern und würde es sogar begrüßen, wenn darüber diskutiert würde. Ich bin Mitglied in mehreren Briefmarkenvereinen und habe folgende Erfahrungen gemacht. Um einen Anhaltspunkt für den Wert deiner Sammlung zu bekommen, wirst du natürlich zuerst einen Katalog, in der Regel den Michel, zu Rate ziehen. In den Vereinen, in denen ich Mitglied bin, wird es dann meist so gehandhabt, dass ungeprüfte Marken zu maximal 30% des Katalogwertes gehandelt werden, geprüfte zu 50%. Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder. Wenn du eine komplette Sammlung bewerten möchtest, wird es natürlich noch viel schwieriger, weil die Bandbreite der darin enthaltenen Marken natürlich sehr groß sein wird. Deshalb solltest du auch nicht überrascht sein, wenn du am Ende vielleicht nur 10% des Katalogwertes der Einzelmarken bekommen wirst. Ich hab mich auch auf den hier so oft zitierten Philasearch Seiten umgesehen, speziell zu meinem Sammelgebiet Sonderstempel und Belege. Die aufgerufenen Preise sind Händlerpreise, die diese auch nur erhalten werden, wenn gerade genau jemand dieses Einzelstück sucht und auch nur einzelne Stücke kaufen möchte. Dort werden sehr viele Sachen angeboten für um die 10 €, die ich auch schon als Füllmaterial in Kartons bekommen habe, nur damit die eigentliche Wahre nicht in der riesigen Schachtel Umherfliegt und beschädigt wird. Dabei sollte man auch immer im Hinterkopf behalten, dass diese Artikel noch nicht verkauft sind und es sich um Wunschvorstellungen der Verkäufer handelt. Ob Sie dann tatsächlich diesen Preis erzielen steht in den Sternen. Solltest du also wirklich den Wert deiner Sammlung erfahren wollen, so wirst du in den sauren Apfel beißen müssen und seine Sammlung von einem Auktionshaus schätzen lassen müssen. Ob die Schätzung dann realistisch war, wirst du auch erst erfahren, wenn du sie dann wirklich versteigern lässt. Gruß Franz
TeeKay Am: 23.02.2025 10:11:42 Gelesen: 2956 # 8
@ sammler70 [#7] Diskussionen um Prüfstempel kommen stets dann auf, wenn du es mit Sammler:innen zu tun hast, denen klar ist, dass ein simpler Stempelabdruck leichter zu fälschen ist als eine Briefmarke. Wieso sollte also ausgerechnet ein Mini-Stempelabdruck irgendwelche Sicherheit bieten? Die hat man nur, wenn man das Stück selbst zum Prüfen schickte. Diskussionen um Atteste kommen stets dann auf, wenn die Aussagen in den Attesten nicht zur Realität passen. Bei Pieles z.B. die starke Vermehrung angeblicher Kriegspropagandafälschungen während seiner Prüfzeit, die vermutlich deshalb zur fristlosen Beendigung seiner Tätigkeit im BPP führte. Eine Prüfung ersetzt eben nicht gänzlich eigenes Wissen.
sammler70 Am: 23.02.2025 10:19:37 Gelesen: 2937 # 9
@ TeeKay [#8] Vielen Dank. Dann müsste man aber zum Schutz unbedarfter Sammler auch viel stärker strafrechtlich gegen solche Stümüer vorgehen. Ein du du du mit erhobenem Zeigefinder reicht da dann nicht mehr.
bovi11 Am: 23.02.2025 10:58:05 Gelesen: 2911 # 10
@ sammler70 [#7] @ sammler70 [#9] Deine Ausführungen mögen so für die meisten Sammelgebiete zutreffen, nicht aber für Sammlungen von Kriegs- und Propagandafälschungen. Ich verweise auf meine Hinweise [#6] Mit Atheisten meinst Du sicherlich Atteste. Da gibt es einen kleinen Unterschied. Atheist: https://de.wikipedia.org/wiki/Atheismus Der BPP geht seit 2022 wirkungsvoll gegen Prüfzeichenfälscher vor. Dabei kann man natürlich nicht alle Anbieter von gefälschten Prüzeichen aus dem Verkehr ziehen. Wichtig sind konkrete Meldungen und nicht nur vage Hinweise auf böse Buben. Meine E-Mail-Adresse ist hinterlegt. Strafrechtlich bringt das nichts, aber mit dem Markenrecht gibt ein sehr gutes Werkzeug gegen solche Anbieter gefälschter Prüfzeichen.
Christoph 1 Am: 23.02.2025 11:20:33 Gelesen: 2895 # 11
@ sammler70 [#7] Vielleicht brauchen sie immer dann auf Komma wenn ein Sammler enttäuscht darüber ist, was seine Marke tatsächlich in den Augen eines Prüfers während ist oder wenn ein Käufer den Preis drücken will und deshalb den Brief Vermerk in Zweifel zieht. Sorry, ich kann den oben zitierten Satz fünfmal lesen und verstehe ihn trotzdem nicht. Es zeugt von wenig Wertschätzung gegenüber den hier Mitlesenden, solche Sätze ohne Korrekturen ins Forum zu stellen. Dazu gehören auch die von bovi11 in [#10] bereits entlarvten Atheisten. @ joekey [#3] Zum Thema "Kriegs- und Propagandafälschungen" und deren "Wert": Da irritiert mich die Aussage in [#3]: ich organisiere die Sammlung nach Michel Katalog, sammle aber auch Abarten, bzw. andere Spezialitäten. Nehmen wir mal das Beispiel der Propagandafälschungen der DDR. Die nehmen in meinem (schon etwas älteren) MICHEL Deutschland Spezial Band 2 genau eine Katalogseite ein. Also eine Seite von ca. 1500 Seiten. Ich wüsste auch nicht, dass es von MICHEL einen weiteren Katalog gäbe, der sich umfassender diesem Spezialgebiet widmet. Wie also, frage ich mich, kann man seine Sammlung nach dieser einen Katalogseite organisieren, ohne dass da ganz viele - wenn nicht sogar alle - wichtigen Fragen offen bleiben? Eine solche Sammlung kann man doch gar nicht "nur" nach MICHEL aufbauen. Da braucht man Spezialliteratur, Fachaufsätze, Hintergrundmaterial... Du schreibst ja auch selbst, dass Du schon "einiges an Literatur gesammelt" hast. Das ist m.E. der (einzig) richtige Weg, um Deine Frage zu beantworten. Bei diesen Sammlerstücken handelt es sich doch i.d.R. um sehr individuelle Spezialitäten, für die eine pauschale "Wert"-Angabe in einem Michel-Katalog wenig Sinn ergibt. In Deinem Eingangsposting [#1] fragst Du: Gibt es vielleicht auch bestimmte Indikatoren, auf die man besonders achten sollte, wenn man eine Sammlung bewerten möchte? Ja, natürlich gibt es diese bestimmten Indikatoren. Und die sind natürlich für jedes Sammelgebiet sehr unterschiedlich und spezifisch. Es macht in meinen Augen keinen Sinn, sich ein solches Sammelgebiet auszusuchen, wenn man die spezifischen Indikatoren nicht kennt und das Spezialwissen nicht hat. Ich habe zum Thema "Kriegs- und Propagandafälschungen" kein Spezialwissen, also würde ich mir auch dieses Thema nicht aus einer Laune heraus als Sammelgebiet wählen, sondern zunächst mal ganz viel Wissen aneignen, bevor ich überhaupt nur in Erwägung ziehen könnte, ein einziges Sammlerstück zu diesem Thema käuflich zu erwerben. Ansonsten kann ich das Geld ja auch gleich zum Fenster rauswerfen. Viele Grüße Christoph
sammler70 Am: 23.02.2025 11:48:38 Gelesen: 2878 # 12
@ bovi11 [#10] Danke für den Hinweis. Der Fehler, den du gefunden hast, hat sich durch die Spracherkennung eingeschlichen. Da ich jedoch heute meinen sozialen Tag habe, darfst du die Fundsache gerne behalten. Was meine Ausführungen zu der Bewertung von Marken betrifft, so habe ich vielleicht den Eingangspost falsch verstanden. Ich dachte es geht ihm generell darum was von Katalog oder Auktionswerten zu halten ist und nicht nur in Bezug auf Propagandafälschungen, zumal diese ja wohl nur einen Teil seiner Sammlung ausmachen. Und was Deine Ausführungen zum Strafrecht und Markenrecht angeht, so kann ich dir da auch nicht zustimmen. In den wenigsten Fällen wird wohl das Markenrecht verletzt sein, weil keine geschützte Marke vorliegen dürfte. Und jetzt will ich auch mal zu oberlehrerhaft sein wie du und sagen, nur weil in Briefmarke das Wort Marke vorkommt, ist hier nicht das Markenrecht zuständig. Auch das Wettbewerbsrecht, dass hier eventuell verletzt sein könnte ist nicht zielführend, weil hier nur ein Mitbewerber dagegen vorgehen könnte aber nicht der einzelne Sammler. Außerdem handelt es sich hier um zivilrechtliche Rechtsmittel, die immer den Nachteil haben, dass der Einzelne tätig werden muss und ein erhebliches Kostenrisiko trägt, und außerdem alles vorfinanzieren muss. Meines Erachtens liegt hier aber sehr wohl eine strafrechtliche Relevanz vor, denn wenn jemand ohne das nötige Fachwissen Atteste ausstellt und damit Expertenwissen vortäuscht zumindest billigend in Kauf nimmt, dass seine Expertise nicht richtig ist, so täuscht er sein gegenüber über den Wert und veranlasst ihn zu Vermögensverfügungen, die nachteilig sein können. Damit liegt für mich Betrug zumindest mit bedingtem Vorsatz vor. Bei einem ausreichenden Anfangsverdacht muss dabei der Staatsanwalt tätig werden und von sich aus die nötigen Schritte einleiten, ohne dass der Sammler sich weiter darum kümmern muss.
Gauss Am: 23.02.2025 12:01:32 Gelesen: 2862 # 13
@ sammler70 [#12]

Mit Markenrecht meint der Kollege das Recht des BPP an der Marke BPP.
bovi11 Am: 23.02.2025 12:25:57 Gelesen: 2835 # 14
@ sammler70 [#12] "Und was Deine Ausführungen zum Strafrecht und Markenrecht angeht, so kann ich dir da auch nicht zustimmen. In den wenigsten Fällen wird wohl das Markenrecht verletzt sein, weil keine geschützte Marke vorliegen dürfte. Und jetzt will ich auch mal zu oberlehrerhaft sein wie du und sagen, nur weil in Briefmarke das Wort Marke vorkommt, ist hier nicht das Markenrecht zuständig. Auch das Wettbewerbsrecht, dass hier eventuell verletzt sein könnte ist nicht zielführend, weil hier nur ein Mitbewerber dagegen vorgehen könnte aber nicht der einzelne Sammler. Außerdem handelt es sich hier um zivilrechtliche Rechtsmittel, die immer den Nachteil haben, dass der Einzelne tätig werden muss und ein erhebliches Kostenrisiko trägt, und außerdem alles vorfinanzieren muss. Meines Erachtens liegt hier aber sehr wohl eine strafrechtliche Relevanz vor, denn wenn jemand ohne das nötige Fachwissen Atteste ausstellt und damit Expertenwissen vortäuscht zumindest billigend in Kauf nimmt, dass seine Expertise nicht richtig ist, so täuscht er sein gegenüber über den Wert und veranlasst ihn zu Vermögensverfügungen, die nachteilig sein können. Damit liegt für mich Betrug zumindest mit bedingtem Vorsatz vor. Bei einem ausreichenden Anfangsverdacht muss dabei der Staatsanwalt tätig werden und von sich aus die nötigen Schritte einleiten, ohne dass der Sammler sich weiter darum kümmern muss." Ich weiß nicht, wo Du Deine Erfahrungen herleitest, ich jedenfalls spreche aus praktischer Erfahrung. Bei Fälschungen von BPP-Signaturen, aber auch, wenn Fremdsignaturen als BPP-Signatur beworben werden, ist die Marke „BPP“ verletzt, die seit 1958 intensiv benutzt wird und 1999 als Marke beim DPMA registriert ist: https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/399246487/DE Das Markenrecht ist hier nicht nur zielführend, sondern auch in hohem Maße effizient. Inhaber der Marke ist der BPP und der kann natürlich gegen Kennzeichenverletzungen vorgehen, was er auch seit 2022 macht. Das ist für den Verletzter ziemlich schmerzhaft. Ebenso kann bei Wettbewerbsverstößen nicht nur ein Mitbewerber vorgehen, sondern auch der APHV, der als qualifizierter Wirtschaftsverband in die Liste berechtigter Verbände beim Bundesamt für Justiz eingetragen ist (§ 8 i.V.m. § 8b UWG). Der einzelne Verbraucher kann hier nicht tätig werden. Das braucht er auch nicht, denn der APHV macht von seinen Rechten seit etlichen Jahren rege Gebrauch. Ob Tatbestände strafrechtlich relevant sind, kann dahinstehen. Das strafrechtliche Vorgehen ist so gut wie nie von Erfolg gekrönt und vor allem dauert es ewig und ist nicht effizient. Von alledem zu unterscheiden ist das Ausstellen fehlerhafter Expertisen. Das ist in der Regel strafrechtlich nicht angreifbar; hier bestehen allenfalls zivilrechtliche Ansprüche. Von dem Straftatbestand des Betrugs ist das meilenweit entfernt.
dietbeck Am: 23.02.2025 13:38:38 Gelesen: 2801 # 15
@ sammler70 [#7] "Iche habe mich auch auf den hier so oft zitierten Philasearch Seiten umgesehen, speziell zu meinem Sammelgebiet Sonderstempel und Belege. Die aufgerufenen Preise sind Händlerpreise, die diese auch nur erhalten werden, wenn gerade genau jemand dieses Einzelstück sucht und auch nur einzelne Stücke kaufen möchte." Das stimmt nur sehr bedingt. Natürlich gibt es auch Festpreise. Aber weit überwiegend, je nach Sammelgebiet, sind es Auktionsergebnisse, die eben durchaus den Marktwert widerspiegeln. Und da dort viele nationale und auch internationale Auktionshäuser vertreten sind, kann man durchaus ersehen und oft auch vergleichen für wieviel ein Sammlerstück aktuell verkauft wird und wurde. Und wenn etwas in einer Auktion unverkauft bleibt dann war eben schon der Einstiegspreis der Auktion zu hoch. Im Nachverkauf kann man dann meistens für 10% weniger erwerben, aber auch dann bleibt viel liegen, also immer noch zu hoher "Wunschpreis"
sammler70 Am: 23.02.2025 14:57:00 Gelesen: 2771 # 16
Ich werde jetzt hier meinen letzten Beitrag in diesem Forum schreiben. Ich habe Richard bereits gebeten mich zu streichen. Ich habe hier lediglich versucht auf die Frage von joekey zu antworten, die meines Erachtens ganz allgemein gestellt war und die Einordnung von Katalogpreisen und Auktionspreisen zu alltäglichen und reellen Preisen betraf. Es wurde weder speziell nach Propagandafälschungen noch nach gefälschten Attesten noch nach zwielichtigen Prüfern gefragt. Ich habe keinen Menschen angegriffen und nur meine eigene Sicht der Dinge geschildert. so wie ich sie erlebt habe. Daraufhin wurde ich wegen Tippfehlern persönlich angegriffen und speziell von bovi11 ins Lächerliche gezogen, als ob ich nicht wüsste, was ein Atheist ist. Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil ich joekey antworten wollte und hatte dafür nicht ewig Zeit, da ich im Gegensatz zu vielen oder wahrscheinlich sogar zu den meisten hier noch zur arbeitenden Bevölkerung zähle und nicht meinen einzigen Lebensinhalt darin sehe im Internet andere zu belehren. Ich habe auch noch andere Hobbys und manche können es wahrscheinlich gar nicht glauben, auch noch reale Freunde mit denen ich mich einfach treffe. Es hat keiner bovi 11 kritisiert, dass er das Thema in eine ganz andere Richtung gelenkt hat und er eigentlich auf die ursprüngliche Fragestellung gar nicht einging Ein anderer kritisiert joekey dafür, dass dieser Propagandafälschungen angeführt hat und dass das seiner Meinung nach gar keine Sammlung sein kann, weil darüber im Michel nur 2 Seiten existieren und man diese deswegen nicht chronologisch nach dem Katalog aufbauen kann. Ein dritter unterstellt ihm, er müsse doch selbst Marktkenntnisse haben und wissen, woher solche Ausschläge kommen. Und damit mir nicht wieder irgendetwas unterstellt wird zitiere ich: „Wer über Material im Preisbereich von 500-2000 € pro Einzelstück spricht, hat doch Marktkenntnis und müsste wissen, was für die Preisausschläge verantwortlich sein könnte.“ Aber mir wird Respektlosigkeit vorgeworfen, wegen ein paar Rechtschreibfehlern. Ihr braucht euch wirklich nicht wundern, wenn hier bei 6500 Mitgliedern immer nur die handvoll selben Leute schreiben und ihren Senf zu allen Themen dazugeben, egal ob er passt oder nicht. Es traut sich schon kein neuer mehr irgendetwas zu schreiben, weil er Angst hat ein falsches Wort zu sagen. Ich bin erst seit ein paar Wochen dabei und ich hab selbst erlebt, dass es in dieser Zeit schon Beiträge gab, die damit endeten, dass der Verfasser nach seinen ersten Auftritt angekündigt hat, dieses Forum gleich wieder zu verlassen. Auch ich selbst habe damals Stellung genommen und daraufhin von einigen ehemaligen Nutzern Emails bekommen, dass sie sich an diesem Forum nicht mehr aktiv beteiligen wollen. Das erschütternde daran ist, dass die Situation hier im Forum genau die Situation der Philatelie im Allgemeinen widerspiegelt, wo jeder jammert, weil es keine neuen mehr gibt. Kommt einfach mal von eurem hohen Ross herunter und glaubt nicht alles besser zu wissen. Akzeptiert die anderen Leute so wie sie sind und jeder kann sein Hobby gestalten wie er will. Unterstellt nicht bei jeder Frage sofort, dass es sich um irgendwelche Fälschungen oder Betrug handelt Und macht nicht jeden dir einfach nur Spaß haben will Angst, er könnte sein Idiot sein. Ich wünsche euch trotzdem weiterhin viel Spaß und verabschiede mich.*****
bovi11 Am: 23.02.2025 15:08:55 Gelesen: 2756 # 17
@ sammler70 [#16] Auch das ist so nicht richtig. joekey hatte zunächst eine Frage gestellt, die so gar nicht zu beantworten ist. Auf die Konkretisierung, es gehe um eine Sammlung aus dem Bereich Kriegs- und Propagandafälschungen, habe ich erneut geantwortet und auf die Eigenheiten dieses Sammelgebiets hingewiesen. Im Übrigen: Jetzt alles am "Atheisten" aufzuhängen, ist verfehlt. Das war halt nur lustig in dem Zusammenhang und schrie danach, dazu etwas Satierisches zu schreiben. Anschließend habe ich beschrieben, dass Strafrecht hier die falsche Baustelle ist und dass Marken- und Wettbewerbsrecht nach langjähriger Erfahrung hervorragend geeignet sind, die Missstände zu bekämpfen. Mit diesen beiden Instrumenten geht das im Übrigen auch sehr schnell. Die im Beitrag [#16] beschriebene Reaktion ist unangemessen und zeigt allenfalls ein gestörtes Verhältnis anderen Meinungen gegenüber. Weniger Dünnhäutigkeit ist gefragt - in jedem Forum.
joekey Am: 23.02.2025 21:23:03 Gelesen: 2664 # 18
Liebe Kollegen, Ich danke euch allen für die sachlichen Beiträge. Zu den anderen möchte ich nur sagen, dass es schade ist, wenn die Diskussion vom eigentlichen Thema abweicht und persönlich wird. @ TeeKay [#4] Ich habe meine Briefmarken größtenteils in Auktionen erworben. Obwohl ich schon einiges an Wissen angesammelt habe, interessieren mich die Meinungen und Erfahrungen anderer Sammler sehr. @ dietbeck [#5] Philasearch nutze ich ebenfalls intensiv. Viele meiner Briefmarken habe ich von dort. Es gibt durchaus Farb-, Markenzeichnungs- und Zähnungsunterschiede auch bei den Propagandafälschungen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Du hast recht, es sind wahrscheinlich nicht so viele wie in anderen Sammelgebieten, aber es gibt sie. @ bovi11 [#6] Ja, als ich mit dem Sammeln in diesem Gebiet angefangen habe, bin auch ich in die Falle der fragwürdigen Marken getappt. Das betrachte ich als Lehrgeld. Zum Glück war es nicht mit sehr hohen Kosten verbunden. Zum Thema "Herr Pieles" habe ich hier im Forum bereits Beiträge gelesen und nach Details gefragt: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=293800#M15. Was mich persönlich stört, ist die fehlende Klarheit. Was auch immer passiert ist, sollte man entweder sagen, dass die Atteste gültig sind oder eben nicht. Wenn die „neuen Ausgaben“ nicht berechtigt sind, sollten sie meiner Meinung nach auch aus dem Katalog verschwinden. Für mich ergibt das Thema momentan keinen Sinn, solange keine klare Stellungnahme dazu abgegeben wird. @ Christoph 1 [#11] Danke für deine Ansichten und Hinweise. Als ich mit dem Gebiet begann, waren die Michelkataloge für mich eine große Hilfe. Obwohl ich auch andere Literatur nutze, organisiere ich meine Sammlung weiterhin mit den Michelkatalogen. Aus heutiger Sicht ist das für mich ausreichend. Du hast recht, dass die DDR-Fälschungen im Michel nur auf zwei Seiten behandelt werden. WWI und WWII sind da tatsächlich etwas ausführlicher. Noch mal an alle vielen Dank! LG Joekey