Thema:
Wegen Briefmarken - Lemgoer verzweifelt fast am Zollamt
Am: 20.02.2025 09:03:13
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# 1
19.02.2024 (lz.de) - Lemgo. Seit Jahrzehnten bezieht Werner Kloppmann, in Lemgo lange auch Leiter des Tiefbauamtes, Briefmarken aus der Schweiz. Jetzt sorgte die Einfuhrumsatzsteuer beim Pensionär für eine sehr „theoretische“ Begegnung mit dem deutschen Zoll; genauer dem Zollamt in Lemgo.
Kloppmann: „Ein Zollbeamter erklärte mir, eine einfache Angabe der Schweizer Postverwaltung über den Wert der Briefmarken - auf dem Aufkleber stand 80 Schweizer Franken - reiche nicht. Es müsse eine Rechnung außen auf dem Umschlag befestigt sein.
Quelle und bis zum Ende lesen: https://www.lz.de/lippe/lemgo/24045133_Alles-wegen-Briefmarken-Lemgoer-verzweifelt-fast-am-Zollamt.html
Am: 20.02.2025 09:24:39
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# 2
@ Richard [#1]
Hallo Richard,
leider wahr. So wird der normale Bürger und die Zollverwaltung fast in den Wahnsinn getrieben von einer EU, die schon lange ihre Existenzberechtigung in vielen Bereichen verloren hat und sich selbst vollkommen genügt.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 20.02.2025 09:28:44
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# 3
@ bayern klassisch [#2]
Oder von einer Schweiz, die partout einen Sonderweg gehen muss. Innerhalb der EU geht alles grenzen- zoll- und steuerlos.
Zudem wird mit dem Wertaufkleber dermaßen Schindluder getrieben, dass Maßnahmen durchaus ok sind.
Am: 20.02.2025 09:42:39
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# 4
@ Gauss [#3]
Wenn eine Schweizer Postverwaltung (allesamt selbst Beamte) den Wert ihrer eigenen Marken angibt, ist dem Glauben zu schenken. Alles andere ist doch Humbug und mit einer Sendung aus China oder Indien nicht zollwertmäßig vergleichbar.
Allein schon die Abschaffung der 22 Euro Grenze war Schwachsinn made in Brussels und das geschah, als ich noch im Dienst war an Frankfurter Flughafen.
LG,
Ralph
Am: 20.02.2025 10:02:23
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# 5
@ bayern klassisch [#4]
Warum sollen für die Schweizer Post andere Regeln gelten als für Händler/Auktionshäuser aus der Schweiz, Grossbritannien oder USA?
Am: 20.02.2025 10:03:23
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# 6
@ Gauss [#3]
oder von einer Schweiz, die partout einen Sonderweg gehen muss. Innerhalb der EU geht alles grenzen- zoll- und steuerlos.
Was die Zoll- und Steuerfreiheit innerhalb der EU betrifft, stimme ich voll und ganz zu. Ich erlebe jeden Tag den Wahnsinn an den deutschen Ladenkassen, wo Umsatzsteuergeschäfte (ich nenne das so!) zu Gunsten der Schweizer Kundschaft und zu Ungunsten des deutschen Steuerzahlers betrieben werden.
Allerdings beneide ich die Schweizer in mancher Hinsicht um ihren Sonderweg. Hier heißt es oft: Wir müssen, weil Europa es so will. Sicherlich steht die Schweiz auf Grund ihres Wohlstandes und der Einkommensunterschiede zu Deutschland im Visier der Zollbeamten, was ja auch verständlich ist. Die Rechnung außen auf dem Umschlag finde ich ok.
Liebe Grüße
10Parale
Am: 20.02.2025 11:04:59
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# 7
@ bayern klassisch [#2]
So wird der normale Bürger und die Zollverwaltung fast in den Wahnsinn getrieben von einer EU, die schon lange ihre Existenzberechtigung in vielen Bereichen verloren hat und sich selbst vollkommen genügt.
Hallo Ralph,
es tut mir leid, dass ich Dir hier als überzeugter Europäer widersprechen muss. Ich will auf keinen Fall die Zeit mit den Zollgrenzen zurück.
Ich verfluche von ganzem Herzen den BREXIT, weil er mich dazu zwingt, Zeit und Geld beim Zoll zu verschwenden. Vor zehn Jahren wäre alles unproblematisch gewesen. Für die Teilnahme bei der BERNABA muss jetzt der luxemburgische Kommissar meine Sammlung ein- und wieder ausführen. Zeit und Geld. Ein Einschreibebrief nach Andorra war Wochen unterwegs, weil Andorra nicht in der EU liegt. Wir haben uns so an einen reibungslosen Ablauf gewöhnt, dass uns das, was früher normal war, als "unerträglich" erscheint.
Die 22-EUR-Grenze wurde massenhaft durch Versender aus China missbraucht. Ich kann verstehen, dass hier Regeln eingeführt wurden, um diesen Zustrom von teilweise gefährlichen Billigartikeln zu begrenzen. Die 6 EUR Verwaltungsgebühr sind ein Schnäppchen. Es geht viel schneller und man erspart der Zollverwaltung kostbare Zeit.
Ich bilde unten einen meiner Zollbelege ab. Die beiden Briefe aus Japan haben mich fast genauso viel an Zollgebühren gekostet, wie ich für sie bezahlt habe. Der einzige Punkt, der mich verwunderte, war die Grundgebühr von 5 EUR - normalerweise war Luxemburg bei allem deutlich teurer wie Deutschland. Durch die Tariferhöhung am 3. Februar 2026 ist die Gebühr angestiegen. Für die 6 EUR Kosten der Belege musste ich insgesamt 17% Umsatzsteuer bezahlen -> 1,02 EUR.
Es ist immer einfach, die Narrative von bestimmten Parteien zu wiederholen, aber das löst aus meiner Sicht nicht das Grundproblem. Und das ist nicht die Europäische Union.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 20.02.2025 11:52:48
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# 8
@ bayern klassisch [#4]
Die Zollregeln werden nicht von Brüssel geregelt sondern von jedem Land selbst. Dabei geht es auch gar nicht um Zoll sondern um die Mehrwertsteuer. Diese beträgt bekanntlich in Deutschland 19% (Regelsatz), natürlich gibt es da Ausnahmen und auch Mischsätze. Diese Mehrwertsteuer muss ich bei einem Warenbezug aus dem Nicht-EU-Ausland im Absenderstaat nicht zahlen und diese wird dann im jeweiligen Empfängerland erhoben.
Dank der EU hat sich dieses Spiel massiv reduziert, da hier einfach die Mehrwertsteuer an der Quelle erhoben wird - nämlich im Absenderland. Ein "EU-Bashing" ist in diesem Zusammenhang also nicht wirklich angebracht.
Gerade Schweizer Sammmler kennen das Thema "Verzollung" sehr gut, da sie idR eine Vielzahl von Sendungen aus dem Zoll-Ausland erhalten.
Am: 20.02.2025 13:18:41
Gelesen: 3034
# 9
@ Lars Boettger [#7]
Hallo Lars,
niemand ist ein überzeugterer Europäer als ich es bin. Aber eine europäische Krake, die sich in alles einmischt, braucht niemand.
Dieser Ansicht waren auch die Briten, die genau deshalb für den Brexit gestimmt haben. Hätte der Oberlehrer EU seine Aufgaben auch nur ansatzweise richtig gemacht, gäbe es das alles nicht.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 20.02.2025 13:27:50
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# 10
@ Eric Scherer [#8]
Hallo Eric,
ich glaube es ist ein wenig anmaßend, jemandem, der über 40 Jahre wie ich als Zollbeamter national und international beschäftigt war, den Unterschied zwischen Zoll-Euro (so heißt es richtig) als EU-Steuer und der EUSt = Einfuhrumsatzsteuer erklären zu wollen. Letzte ist 19%, wie die MWSt auch, der für Philatelie ermäßigte Steuersatz beträgt 7%.
Es gibt kein EU-"Bashing", weil man diese Krake gar nicht genug "bashen" kann. Wäre die EU ein Lehrling (heute: Azubi), wäre er nach dem ersten Arbeitstag zu entlassen.
Es geht auch nicht primär um uns Philatelisten, weil wir für die Führung in Brüssel, Strasbourg usw. völlig irrelevant sind; es geht um die immer praxisfremderen Wuste von Vorschriften, die sie selbst nicht mehr überblicken, aber erwarten, dass der mündige Bürger der EU auswendig gelernt hat, jeden Tag ein paar Hundert Seiten und das seit Jahrzehnten.
Wäre es nicht besser, um nur eines von Tausenden von Beispielen zu nennen, den EUSt-Satz auf staatliche Wertzeichen, vulgo Briefmarken, ganz zu streichen? Keine Arbeit mehr für alle und mehr Geld in der Kasse, weil, wie oben gut beschrieben, die Einnahmen minimal sind, während ein Kollege, der 1/2 Stunde beschäftigt ist, den Steuerzahler, je nach Dienstgrad, zwischen 30 und 50 Euro kostet? Eine triple-win-Situation. Aber genau diese gibt es seit langem nicht mehr in dem Bürokratiewahnsinn; es gab sie zur Zeit der römischen Verträge und in den 1970er bis 1990er Jahren, als ich ein Bewunderer der Europäischen Gemeinschaft wurde (damals EG genannt). Seitdem läuft das System an die Wand, jeden Tag immer wieder.
Am: 20.02.2025 14:47:12
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# 11
@ Lars Boettger [#7]
Hallo Lars,
Die Aufhebung der 20 € Freigrenze für Postsendungen hat ja auch damit zu tun, dass die Post-Importe aus China so billig sind, weil China im Weltpostverein immer noch als Entwicklungsland gilt und daher viel weniger für den internationalen Weitertransport zahlen muss als die Industrieländer. Trump wollte deshalb schon aus dem Weltpostverein austreten. Geändert hat sich aber nichts.
Man hätte ja auch die 20 € Freigrenze in der EU für Sendungen aus der Schweiz und Grossbritannien beibehalten können, denn diese Länder gelten ja nicht als Versender von Waren mit Dumping-Preisen. Aber wer weiß, vielleicht wären dann Sendungen aus China über diese Länder gelaufen. Es ist schon ein Kreuz mit der sog. freien Wirtschaft, wo immer wieder ein Schlitzohr Wege findet, vernünftige Regeln zu umgehen.
Ein anderes Ungeheuer ist das sog. Steuertransparenzgesetz der EU. Eigentlich vernünftig gedacht, um den Schwarzhändlern im Internet auf die Schliche zu kommen. Aber was hat man gemacht? Eine Grenze von 30 Transaktionen oder 2000 € im Jahr.
Nun kann man über die 2000 € im Jahr streiten, die den EU Beamten mit ihren steuerfreien Einkünften sicher nur ein müdes Lächeln abgewinnen wird. Aber 30 Transaktionen im Jahr unabhängig vom Wert? Hier muss Richard fast alle Teilnehmer an der Philaauktion melden, auch wenn sie nur 30 Lose für 1 € im Jahr versteigert haben. Die Finanzämter werden so mit Daten überhäuft. Wir reden immer vom Bürokratieabbau, in Wirklichkeit bauen wir immer mehr auf.
Gruß
Bernd
Am: 20.02.2025 16:19:32
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# 12
Wenn ich aus Großbritannien Waren bestelle, fallen in der Regel 7% oder 19%, aber kaufe ich Waren- in diesem Fall Lebensmittel in einem Geschäft der ausländischen Streitkräfte, dann fallen 17,5% an. Diese Regelung habe ich nie verstanden.
Am: 20.02.2025 20:15:43
Gelesen: 2781
# 13
Was ich nicht verstehe die Post Liechtenstein AG liefert die Marken direkt na die Haustür und in der Rechnung ist die deutsche Mehrwertsteuer bereits aufgeführt und wird auch abgeführt (so vermute ich mal). Was sich mir nicht erschließt ist warum kann das die Post Schweiz nicht, obwohl zwischen Schweiz und Liechtenstein eine Zollunion besteht (bitte berichtigen wenn ich etwas falsches sage)? Innerhalb der Rechnungserstellung ist dies doch EDV-teschnisch sicherlich möglich für die Schweizer Post oder liege ich hier falsch. Man sollte sich dann Liechtenstein mal als Beispiel nehmen.
Am: 21.02.2025 15:01:30
Gelesen: 2632
# 14
Das könnten die Schweizer auch, wollen es aber nicht, weil die Dienstleistung Geld kostet. Wenn du bei Apple online kaufst, kommt die Ware oft direkt aus China, fertig verzollt und versteuert, ohne dass da noch irgendjemand manuell die Sendung anschaut. eBay bietet solch einen Service sogar für sehr kleine Versender an. Da schickst du die Ware an den Dienstleister von eBay, der die Verzollung/Versteuerung vornimmt. Die Sendung geht dann am deutschen Zoll vorbei direkt zu dir.
Am: 21.02.2025 17:45:29
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# 15
@ asmodeus [#12]
Hallo asmodeus,
Sätze zu 17,5 und 15 % weisen auf eine Pauschalbesteuerung zur Vereinfachung hin. Vorkommen meist im Reiseverkehr. Komplexes Thema.
Führt hier zu weit, da weiter oben schon einige an einfachen Zusammenhängen scheitern.
grüsse Christof
Am: 21.02.2025 18:01:52
Gelesen: 2559
# 16
@ chris63 [#15]
Pauschalierungen gibt es nur im Reiseverkehr.
Am: 21.02.2025 19:58:49
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# 17
@ Baber [#11]
Nun kann man über die 2000 € im Jahr streiten, die den EU Beamten mit ihren steuerfreien Einkünften sicher nur ein müdes Lächeln abgewinnen wird. Aber 30 Transaktionen im Jahr unabhängig vom Wert? Hier muss Richard fast alle Teilnehmer an der Philaauktion melden, auch wenn sie nur 30 Lose für 1 € im Jahr versteigert haben. Die Finanzämter werden so mit Daten überhäuft. Wir reden immer vom Bürokratieabbau, in Wirklichkeit bauen wir immer mehr auf.
Hallo Bernd,
als Luxemburger verstehe ich die Deutschen nicht. Warum macht ihr immer alles so kompliziert? Ich habe mit einer deutschen Firma mein Haus in Luxemburg gebaut. Die deutsche Firma hat mir einen Schuhkarton an Unterlagen zugeschickt, der für eine deutsche Baugenehmigung notwendig gewesen wäre. Ich benötigte nur einen Bauplan und die Genehmigung des Gemeinderates. Das waren drei oder vier Seiten. Den Schuhkarton an Unterlagen habe ich - bis auf die Pläne - weggeworfen. In Luxemburg läuft außerdem jeder normale Kontakt mit dem Staat, der Justiz oder der Gemeinde seit Jahren elektronisch. Geht schnell, ist einfach, spart mir Zeit und den Beamten.
Das luxemburgische Finanzamt (wahrscheinlich so wie das deutsche Finanzamt) kümmert sich um die gemeldete Klein- und Kleinstverkäufer überhaupt nicht. Weniger als 10.000 EUR Umsatz? Vergiss es. Die Daten gehen zwar hier ein, aber ich gehe davon aus, dass sie erst ab einer gewissen Schmerzgrenze in Luxemburg überhaupt gesichtet werden. Und ich habe noch gar nicht angefangen, über das Steuersystem zu reden. Da hat jede deutsche Regierung hier eine Ausnahme und dort eine Regel angeschraubt, bis es niemand mehr versteht. In Luxemburg kann ich als Arbeitnehmer ein paar Sachen wie Versicherungen oder Schuldzinsen oder Altersvorsorge absetzen, aber das war es dann auch. Also mache ich meine Steuererklärung alleine und ohne Steuerberater. So wie fast alle Luxemburger. Wenn sie überhaupt eine Steuererklärung machen - es lohnt sich einfach nicht. Oder ich bin zu bequem und zahle gerne 250 Euro für den Service.
Das Versagen beim Bürokratieabbau ist meiner unqualifizierten Ansicht ein typisch deutsches Problem (alles muss perfekt sein!!!). Nicht eines der EU. Es gehört aus meiner Sicht beim Bürokratieabbau eine Bereitschaft zum Pragmatismus dazu (80:20-Regel). Die sehe ich in Deutschland momentan nicht. Da sind andere Länder wie Dänemark weiter.
Kommen wir auf den Artikel zurück: Wenn ich den Artikel richtig verstehe, wollte der Mann aus Lemgo die DHL-Servicegebühren sparen und hat dadurch einen Zollbeamten eine halbe Stunde aufgehalten. Er hat selber mindestens eine Stunde aufgewendet (Anfahrt zum Zollamt, Zeit beim Zollamt, Rückfahrt vom Zollamt). Wenn ich das durchrechne, dann komme ich bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 100 EUR auf 150 EUR Gesamtkosten für den Aufwand des Kunden und des Zollbeamten. Die Ersparnis der Servicegebühr ist dagegen nicht relevant. Das ist doch Wahnsinn! Aber man kann eine schöne Till-Eulenspiegel-Geschichte erzählen und beim Lesen schmunzeln.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 23.02.2025 21:44:04
Gelesen: 2290
# 18
ich bin leider erst jetzt auf die Thematik hier im Forum aufmerksam geworden. Das Thema ärgert mich maßlos und ich wundere mich, warum ich anscheinend der einzige bin, der der deutschen Politik und Ministerialbürokratie auf die Füße tritt. Das müssten viel mehr machen. Je mehr wir nerven, desto eher tut sich was und wenn auch nur damit die Ministerialen ihre Ruhe haben.
Das Problem ist vielschichtig. Eines vorweg: Die EU trägt den kleinsten Anteil, ist aber nicht schuldlos.
Die EU Steuerreform (Abschaffung der Kleinbetragsgrenzen) ist eine Reaktion auf die Billiganbieter aus China, die Ihre Sendungen aufgeteilt haben, um die Steuer zu sparen. Die Reform sollte Wettbewerbsverzerrungen entgegen wirken. In Deutschland hat dies das genaue Gegenteil bewirkt.
1. Eigentlich sind postfrische Briefmarken, die zum Nennwert abgegeben werden nichts anderes als Quittungen für eine Vorauszahlung. Gutscheine, Vorauszahlungen ect. sind aber steuerfrei. Erst die Dienstleistung oder Ware selbst unterliegt ggf. der Steuer. Der deutsche Gesetzgeber hat anders entschieden, kann aber nicht erklären/begründen warum. Die Steuerfreiheit gilt nur für deutsche Postwertzeichen Ich fahre zweimal die Woche durch das Elsass zur Arbeit und zurück. Ganz pingelig gesehen müsste ich die Portoware, die ich mit mir führe, versteuern. Eigentlich müssten sich alle beim FM oder dem Petitionsausschuss beschweren. Die Antworten sind zwar meist unsinnig. Hier hilft nur: Nerven, nerven nerven!
2. Die Einziehung einer Steuer ist eigentlich Aufgabe des Staates. Bei keiner anderen Steuer werden zusätzliche Kosten für die die Einziehung der Steuer fällig nur bei der Einfuhr USt. Man stelle sich nur vor der Restaurantbetreiber würde nicht nur die Umsatzsteuer verlangen, sondern auch für den eigenen Aufwand noch was drauf hauen.
Das ganze Verfahren ist eigentlich systemwidrig, aber für den Zoll so schön bequem. Er braucht nichts zu tun und die Post kassiert und schikaniert die Kunden. An sich kann der Staat das ja gerne tun, aber schön nach dem Grundsatz: wer diese Dienstleistung bei der Post bestellt, soll auch bezahlen. Die Post kassiert. Wofür eigentlich. Ich muss jedesmal der Sendung hinterherlaufen. Bezahlen mit Karte geht nicht und bar zahlen nur, wenn es centgenau stimmt. Das Ganze hat Methode! Der Aufwand liegt somit bei mir und ich müsste eine Aufwandspauschale verlangen. Hab ich auch schon getan, aber die Post zahlt halt nicht.
3. Die immer wieder propagierte Alternative Selbstverzollung wäre nur dann eine, wenn man in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen würde. Die gerade vom FM immer wieder ins Spiel gebrachte Erleichterung in Form einer elektronischen Selbstverzollung oder gar in Briefform gegen Portokostenersatz, ist nie über das Stadium der Ankündigung hinausgekommen. In Bezug auf die Digitalisierung stoßen zwei Universen aufeinander. Der Anspruch der Perfektion und die vollkommene Unfähigkeit, diese zu erreichen.
Übrigens gibt es den digitalen Bauantrag auch in Deutschland, aber er funktioniert nicht so wie gewünscht, verursacht jetzt sogar doppelte Kosten/Aufwand für den digitalen Antrag und die analogen Ausdrucke der digitalen Pläne.
4. OSS, IOSS
Gerade für die Kleinststeuer ist ein elektronisches Verfahren eingerichtet worden. Die Steuer wird direkt beim Kauf abgeführt. Innerhalb der EU den OSS (One-stop-shop) und den Import-one-stop-shop für den Import in die EU. Blöd nur, dass dies außerhalb der EU, insbesondere in Übersee, so gut wie niemand nutzt (meines Wissens die Kanalinseln und GB, nicht aber z.B. der Vatikan oder die Schweizer Post)
Aber auch die Luxemburger Post, die den OSS nutzt, ist um das Verrecken nicht davon zu überzeugen, dass es mit 19% den falschen Steuersatz anhält. Die Steuersätze stehen in einer Datenbank der EU Kommission und dort stehen die falschen 19%.
Die EU erklärt sich für unzuständig und das Bundes FM erklärt einzig das deutsche UStG für maßgeblich. Die Luxemburger ficht das nicht an, obwohl sie deutsch verstehen und ich die maßgeblichen Gesetzestexte vorgelegt habe. Ebenso San Marino. Ich habe mein Abo in Luxemburg gekündigt.
Liechtenstein, die tschechische Post (nach Intervention), die schwedische Post, die Kanalinseln (nach Intervention), die polnische Post führen den korrekten Satz von 7% ab.
Åland, Färöern, AusPost. Gibraltar, Ukraine... nutzen kein IOSS. Also Abo gekündigt.
Einige EU Postverwaltungen liefern nach wie vor ganz ohne Steuer und die werde ich hier besser nicht nennen.
Das FM weigert sich bis heute, mir eine Möglichkeit zu benennen, wie ich an die zuviel gezahlte Steuer komme.
Es nervt nur noch. Es vergeht einem jede Lust.
Am: 23.02.2025 22:34:57
Gelesen: 2259
# 19
@ coronatus [#18]
Sehr guter Beitrag - ganz meine Rede.
Sehr guter Beitrag - ganz meine Rede.