167. Teutoburger Münzauktion 04.-08. März 2025
Los 5186 DDR, Michel 484 Probedruck, **, ungezähnt
10 Jahre Volkssolidarität 1955, ungezähnter Probedruck (schwarzblaugrün mit Wz. 2 X I), postfrische Erhaltung, rechts mit Seitenrand. Fotoattest Paul BPP >echt und einwandfrei<. Mi. 10.000,-€. Eine sehr seltene Marke. Gelegenheit!
https://www.philasearch.com/de/i_9269_194987/1380_DDR/9269-A167-5186.html
Ausruf 1.800 EUR / Ende der Gebotsabgabe: Samstag 08.03.2025
Moin zusammen
Im Zuge der Neugestaltung meiner Heimatsammlung Trier Kapitel "Karl Marx" habe ich bei meinem Material folgende Marke entdeckt.

Leider kann ich diese Marke nicht einordnen und bitte um Hilfe.
Handelt es sich um einen Probedruck, eine Vignette oder ein Phantasieprodukt?
Die Marke ist nicht gummiert.
Vielen Dank vorab und viele Grüße
Rolf
Karl-Marx-Jahr 1953 - Probedruck auf Kartonpapier
Wird bei ebay so angeboten
limingerald
[Redaktioneller Link: [ebay]116875526566[/ebay] ]
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Gibt es eventuell weitere Informationen oder gar eine Quelle zum Probedruck?
Vielen Dank und freundliche Grüße
Rolf
[Beiträge [#2] bis [#4] redaktionell verschoben aus dem Thema "DDR Karl Marx Jahr 1953"]
@ rolfB [#2]
Ich kenne das Stück nicht, halte es für eine Vignette.
Viele Grüße
Carsten
@ Carsten Burkhardt [#5]
Moin Carsten,
vielen Dank für Deine Einschätzung, aus den Beiträgen zu den "Köpfe Marken" der SBZ und DDR habe ich Dich als kompetente Stimme in Erinnerung.
An der Probedruckgeschichte habe ich auch so meine Zweifel, auch wenn die Marke als solcher von einem Händler angeboten wird.
Ich wünsche einen friedlichen 2. Advent
viele Grüße
Rolf
als Ergänzung:
DDR Probedrucke = Fälschungen
limingerald
https://ddr-marken.de/probedrucke/
Auf der Handelsplattform Ebay wird vom Marken_Moritz ein im Michel nicht gelisteter DDR Probedruck angeboten:


Beschreibung: Mi.Nr. 836 Diagonal gedruckter Probedruck, Echtheit nicht bestimmt, postfrisch
[ebay]384658807760[/ebay]
Was halten die Fachleute zu diesem ungeprüften "Probedruck" ? Sind diese oder ähnliche Briefmarken bekannt oder gar geprüft worden ?
Grüsse aus dem Allgäu, Richard
@ Richard [#8]
Es fällt auf, dass der Sofortkaufpreis von 44,91 Euro nicht besonders hoch ausfällt.

Gruß
Stefan
@ Stefan [#9]
Das ist einfach ein Ausschnitt vom ungefalteten Privatumschlag PU 13, Handelswert ca 1 €.
@ rolfB [#2]
Hallo Rolf,
hast du Dir schon die Frage gestellt "Warum ist auf der Marke keine Landesbezeichnung?"
Schlußfolgerung: Keine Landesbezeichnung = keine Briefmarke! also VORSICHT!
Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
@ Fridolino [#10]
Das ist einfach ein Ausschnitt vom ungefalteten Privatumschlag PU 13, Handelswert ca 1 €.
Danke. Mich hatte schon irritiert, dass der Wertstempel schräg verläuft. Auf einen ungefaltet gebliebenen Ganzsachenumschlag war ich allerdings nicht gekommen (obwohl ich Derartiges schon einmal gesehen hatte)!
Da kein Druckbogen mehr vorliegt, sondern ein Teil eines einzelnen ungefalteten Umschlags, ist davon auszugehen, dass dieser aus aus dem Betrieb stammt, welcher für den Zuschnitt und die anschließende Faltung von Umschlägen zuständig war. Der Großteil der zu DDR-Zeiten produzierten Briefumschläge stammt aus Torgau an der Elbe [1][2]. Gut möglich, dass dieser angebliche Probedruck dort abhanden gekommen war. Alternativ kann es sich natürlich auch um ein Musterexemplar aus Akten handeln.
Der nächste Vortrag zum Thema "Produktion von Ganzsachenumschlägen im Torgauer Papierverarbeitungswerk" wird am 10.10.2026 zum Tag der Briefmarke in Torgau gehalten [3][4], organisiert über den Philatelisten-Verband Nordost e. V. und dem Torgauer Philatelistenverein.
Gruß
Stefan
[1]
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:VEB_Papierfabrik_Torgau
[2]
https://www.komoot.com/de-de/highlight/5676191
[3]
https://www.phila-nordost.de/aktuell.html#tdb2026
[4]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=396964
Hallo.

Für ein früheres Exponat über Kautschuk hatte ich seinerzeit bei der Gärtner-Auktion ein Los mit Probedrucken ersteigert und auch erfolgreich ausgestellt. Dieses Paar wurde ca. 1963 für eine geplante Ausgabe mit den Automobil-Motiven "Landaulet und Wartburg" in ungezähnter Version auf gummiertem Papier hergestellt, werde es demnächst bei Köhler einliefern.
mit Sammlergruß Werner
@ Stefan [#12]
Zumindest ist dieser Ganzsachenausschnitt relativ häufig, ich habe auch ein Exemplar davon in der Sammlung.
Zur Entstehungsgeschichte kann ich leider nichts sagen.
Ich will meine Meinung als spezialisierter Ganzsachensammler zu dem sogenannten "Probedruck" gern zur Diskussion stellen. Ich denke, die Aussage, dass es sich um einen Ausschnitt aus der Ganzsache PU 13 handelt ist schon ganz richtig. Nur eben nicht aus einem fertigen Umschlag, sondern aus einem Druckbogen, aus dem dann der Umschlag gefertigt werden sollte.
Die Aussage von Stefan im Bezug auf das Papierverarbeitungswerk Torgau (PVW) ist dahingehend richtig, was die DDR-Ganzsachenumschläge ab 1984 betrifft. Vorher sind meines Wissens nach dort keine Umschläge mit eingedruckten Marken hergestellt worden.
Meine Vermutung ist anders. Den PU 13 gibt es als Blankoumschlag und mit drei verschiedenen Zudrucken zur 3. Sachsenschau 1962 in Leipzig. Herausgeber war der Deutsche Kulturbund Leipzig, in dem die Philatelisten der DDR organisiert waren. In der Wertpapierdruckerei Leipzig wurde 1960 auch die Marke Mi-Nr. 836 gedruckt, die als Wertstempel im PU 13 Verwendung fand.
Ich vermute stark, dass die Organisatoren der 3. Sachsenschau über den Kulturbund den Druck der Ganzsachenumschläge PU 13 in der Wertpapierdruckerei veranlasste haben. Dort standen die originalen Druckstöcke für den Buchdruck des Wertstempel zur Verfügung. Ich konnte keine Unterschiede im Markenbild der Marke 836 und dem Wertstempel im besagten "Probedruck" feststellen. Jedenfalls soweit es sich über die eBay-Seite mit dem Angebot erkennen ließ. Gedruckt wurde meiner Meinung nach auf Druckbogen mit vielleicht einem, max. vier Nutzen. Die relativ kleine Auflage des PU 13 lässt kaum einen größeren Druckbogen vermuten.
Aus meiner Tätigkeit im PVW Torgau, weiß ich auch, dass es in Leipzig bis in die 1970er Jahre mindestens eine Firma gab, die Briefumschläge hergestellt hat. Ich denke, dass dort aus den Druckbogen Umschlagrohlinge gestanzt wurden, die anschließend zu den Umschlägen PU 13 verarbeitet wurden. Wenn man einen solchen Umschlag auftrennen und mit der entsprechenden Seite parallel vor sich legt, würde man genau die um 45° gedrehte Stellung des Wertstempels erhalten, den der "Probedruck" zeigt.
Mein Fazit: es handelt sich nicht um einen Probedruck, sondern um einen Ausschnitt aus einem Druckbogen für die anschließende Herstellung von PU 13.
Viele Sammlergrüße
Harmel1