Schweizer Briefmarkenrundschau Dezember 1945
Die Notiz ist etwas verwirrend; zuerst verausgabt, dann doch nur geplant. Der Heldengedenktag war am 11. März 1945.
Dass dieser Sachverhalt aus der Luft gegriffen sein könnte kann ich mir nur schlecht vorstellen.
Dass die Regierung Dönitz neue Briefmarken gedruckt hat und ausgeben wollte, halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Einen Briefmarkendruck nach April 1945 würde ich absolut ausschließen, die Marken waren sicherlich schon vorhanden und könnten den aus Berlin ausziehenden Reichspost-Arbeitsstäben Nord oder Süd oder beiden zu ihrer Verwendung mitgegeben worden sein.
Eine Möglichkeit: Es waren solche Marken zum Heldengedenktag durch die Reichsdruckerei (in ausgelagerten Werken) in Druck. Dagegen spricht jedoch, dass die beiden Werte bereits gehandelt würden.
Weitere Möglichkeit: Es handelt sich um die SA/SS-Marken, die einem oder beiden Arbeitsstäben mitgegeben wurden. Ausgabeanlass und Markenzuschlag (88 Rpf) wurden irrtümlich angegeben.
Wer kennt weitere Hinweise aus anderen Fachzeitschriften oder hat Vermutungen hierzu? Kann jemand den Original-Text zeigen?
Viele Grüße
Bernhard
Thema:
Gab es eine geplante Briefmarkenausgabe der Regierung Dönitz ?
Am: 26.01.2025 13:20:39
Gelesen: 753
# 1
Ursprungstitel: Gab es eine geplante Briefmarkenausgabe der Regierung Dönitz?
Hallo zusammen,
ist jemanden etwas zu einer geplanten Briefmarkenausgabe der Regierung Dönitz bekannt?
Eine Französische Zeitschrift berichtete 1945 in einer vermutlich kurzen Notiz darüber. Die Fachzeitschrift die Schweizer Briefmarkenrundschau nahm diese Notiz in ihrer Dezember-Nummer 1945 auf, siehe im mittleren Teil der Abbildung.
Schweizer Briefmarkenrundschau Dezember 1945
Die Notiz ist etwas verwirrend; zuerst verausgabt, dann doch nur geplant. Der Heldengedenktag war am 11. März 1945.
Dass dieser Sachverhalt aus der Luft gegriffen sein könnte kann ich mir nur schlecht vorstellen.
Dass die Regierung Dönitz neue Briefmarken gedruckt hat und ausgeben wollte, halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Einen Briefmarkendruck nach April 1945 würde ich absolut ausschließen, die Marken waren sicherlich schon vorhanden und könnten den aus Berlin ausziehenden Reichspost-Arbeitsstäben Nord oder Süd oder beiden zu ihrer Verwendung mitgegeben worden sein.
Eine Möglichkeit: Es waren solche Marken zum Heldengedenktag durch die Reichsdruckerei (in ausgelagerten Werken) in Druck. Dagegen spricht jedoch, dass die beiden Werte bereits gehandelt würden.
Weitere Möglichkeit: Es handelt sich um die SA/SS-Marken, die einem oder beiden Arbeitsstäben mitgegeben wurden. Ausgabeanlass und Markenzuschlag (88 Rpf) wurden irrtümlich angegeben.
Wer kennt weitere Hinweise aus anderen Fachzeitschriften oder hat Vermutungen hierzu? Kann jemand den Original-Text zeigen?
Viele Grüße
Bernhard
Schweizer Briefmarkenrundschau Dezember 1945
Die Notiz ist etwas verwirrend; zuerst verausgabt, dann doch nur geplant. Der Heldengedenktag war am 11. März 1945.
Dass dieser Sachverhalt aus der Luft gegriffen sein könnte kann ich mir nur schlecht vorstellen.
Dass die Regierung Dönitz neue Briefmarken gedruckt hat und ausgeben wollte, halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Einen Briefmarkendruck nach April 1945 würde ich absolut ausschließen, die Marken waren sicherlich schon vorhanden und könnten den aus Berlin ausziehenden Reichspost-Arbeitsstäben Nord oder Süd oder beiden zu ihrer Verwendung mitgegeben worden sein.
Eine Möglichkeit: Es waren solche Marken zum Heldengedenktag durch die Reichsdruckerei (in ausgelagerten Werken) in Druck. Dagegen spricht jedoch, dass die beiden Werte bereits gehandelt würden.
Weitere Möglichkeit: Es handelt sich um die SA/SS-Marken, die einem oder beiden Arbeitsstäben mitgegeben wurden. Ausgabeanlass und Markenzuschlag (88 Rpf) wurden irrtümlich angegeben.
Wer kennt weitere Hinweise aus anderen Fachzeitschriften oder hat Vermutungen hierzu? Kann jemand den Original-Text zeigen?
Viele Grüße
Bernhard
Am: 26.01.2025 14:42:53
Gelesen: 684
# 2
Ich würde da mal den Logikcheck starten: Welchen Zweck sollten Briefmarken einer Regierung haben, die ein 14km2 großes militärisches Sperrgebiet drei Wochen regierte, aber nicht verlassen durfte und die auch keinen Postaustausch mit Gebieten außerhalb des Sperrgebiets organisieren konnte, weil die Besatzungsmächte Postverkehr verboten hatten?
Das Deutsche Reich konnte unter wesentlich besseren Bedingungen und so etwas wie einem echten Bedarf monatelang keine neuen Marken herausgeben, aber eine Scheinregierung ohne Bedarf und Mittel soll es geschafft haben? Käufer dann Soldaten, die die markenlose Feldpost hätten nutzen können, um innerhalb ihres Sperrgebiets, das problemlos in einer Stunde zu Fuß zu durchschreiten war, Post zu verschickten?
Am: 26.01.2025 16:49:38
Gelesen: 623
# 3
@ TeeKay [#2]
Hallo Teekey,
danke für dein Statement!
Den Logikcheck hatte ich ja gestartet. Dass die Reg. Dönitz hier etwas ausgeben wollte halte ich ja ebenfalls für unwahrscheinlich. Das einzige was das Ganze mit der Reg. Dönitz in Verbindung bringen könnte, wäre, dass die Marken bei der Regierung oder Unterordnungen gefunden wurden.
Ich denke der Ursprung dieser Angelegenheit liegt vor der Reg. Dönitz, nämlich beim Auszug der Stäbe aus Berlin, also bis spätestens dem 23. April 1945. Vielleicht glaubte man, man könnte diese Marken noch in Umlauf bringen und noch irgendwie propagandistisch verwerten.
Kurz zum Postverkehr in Schleswig-Holstein:
Die Postämter bekamen noch am 5. Mai per Telegramm die Anweisung den Dienstbetrieb voll aufrecht zu erhalten. Zum Teil lief der Postverkehr auch unter britischer Besetzung einfach weiter, zum Teil eingestellt, teilweise sogar unter britischer Besatzung noch im Mai 1945 wieder aufgenommen. Es wurden weiterhin Hitlermarken verkauft. Der Arbeitsstab Nord konnte noch vor der Kapitulation (im Norden 5. Mai 1945) begrenzt wirken.
Literatur: Wolfgang Strobel, Die Aufnahme des Postverkehrs in Deutschland nach der Besetzung 1945 bis 1950 u.a.
Sondermarken waren ja nicht wirklich für einen Postverkehr gedacht, sondern für Einnahmen und Propaganda.
Viele Grüße
Bernhard