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Spanisch-Amerikanischer Krieg (21.04.-10.12.1898) Soldaten Brief

22028 Am: 19.12.2024 12:11:09 Gelesen: 963 # 1
Noch etwas aus meinem “Beifang”, ein Brief vom Spanisch-Amerikanischen Krieg vom 21. April –10 Dezember 1898. Der Spanisch-Amerikanische Krieg (21. April - 10. Dezember 1898) wurde 1898 zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten ausgetragen. Er begann mit der Versenkung der „USS Maine“ im Hafen von Havanna auf Kuba und führte dazu, dass die USA Puerto Rico, Guam und die Philippinen eroberten und die Vorherrschaft über Kuba erlangten. Die Stationierung der Maine-Truppen in Georgia im August 1898 könnte damit zusammenhängen? Wie sich jetzt herausstellt, hat sich die „Maine“ selbst in die Luft gesprengt und hatte nichts mit Spanien zu tun, aber die USA bekamen dadurch einige sehr wertvolle Gebiete - aber das ist ein anderes Thema! „Remember the Maine - To Hell with Spain!“ wurde 1898 in den USA zu einem beliebten Spruch. Das lag vor allem daran, dass einige Medienbarone aktiv behaupteten, die Spanier hätten das Schiff vermint. Heute scheint klar zu sein, dass die Steinkohle, mit der die Maine betrieben wurde, dafür bekannt war, dass sie Grubengas freisetzte, ein Gas, das zu spontanen Explosionen neigt. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Gase der Maine das Munitionsmagazin im Inneren entzündeten und es sich selbst zerstörte. Chickamauga liegt in der Nähe von Atlanta. Georgia liegt auf dem Wasserweg nahe bei Havanna. Denken Sie daran, dass Florida in den 1890er Jahren nahezu unbesiedelt war - am 28. Juli 1896 wurde Miami offiziell als Stadt mit etwas mehr als 300 Einwohnern gegründet! Der Brief wurde von einem Militärpostamt im Chickamauga National Park (Standort eines militärischen Ausbildungslagers während des Spanisch-Amerikanischen Krieges) in Lytle, Georgia, abgeschickt. Zu der auf dem Umschlag aufgeklebten 2¢-Portomarke. Der Inlandsposttarif der USA betrug 2¢ pro halbe Unze. Unbezahlte oder unterbezahlte Briefe wurden mit dem Doppelten des Fehlbetrags besteuert. Für die Soldatenpost galten jedoch besondere Bestimmungen. Die Sonderregelung bestand darin, dass Soldatenbriefe unbezahlt oder unterbezahlt verschickt werden konnten und die Empfänger der Soldatenpost nur den genauen Betrag des unbezahlten Portos zu zahlen hatten. Das heißt, unbezahlte oder unterbezahlte Soldatenbriefe wurden nicht mit dem doppelten Fehlbetrag besteuert, solange sie ordnungsgemäß als „Soldatenbrief“ abgestempelt und von einem Stabsoffizier, Chirurgen oder Kaplan unterzeichnet waren. In diesem Fall wurde der Brief von einem Kaplan abgezeichnet.
charly999 Am: 19.12.2024 16:00:00 Gelesen: 926 # 2
@ 22028 [#1] Der Brief hat mit der USS Maine nichts zu tun, sondern stammt vom 1st Infantry Regiment der Nationalgarde des Bundesstaates Maine. Dieses war vom 13.5-10.11.1898 im Dienst des Bundes und befand sich in Camp Thomas bei Chickamauga in Ausbildung. Im Lager brach Typhus aus, über 40 Soldaten starben. Das Regiment wurde ausgemustert und die Soldaten kehrten in die Heimat zurück. Einige Freiwillige formten mit Soldaten des 2nd Infantry Regiments das 1.schwere Artillerieregiment von Maine, das einige Zeit auf Kuba als Besatzungstruppe stationiert war. Auf dem Brief ist außer dem Kaplan kein weiterer Absender. Vor dem Hintergrund der Epidemie ist es möglich, daß der Kaplan den Tod eines Soldaten mitgeteilt hat. Gruß charly999
DL8AAM Am: 19.12.2024 16:46:03 Gelesen: 909 # 3
@ 22028 [#1] Heute scheint klar zu sein, dass die Steinkohle, mit der die Maine betrieben wurde, dafür bekannt war, dass sie Grubengas freisetzte, ein Gas, das zu spontanen Explosionen neigt. Nur am Rande, keine Gruben-/Kohlegasexplosion. Die sogenannte "Rickover Investigation" hat im Jahr 1976 (!) herausgefunden, dass sehr wahrscheinlich (...) ein unentdeckter Schwelbrand in einem der Kohlenbunker der Auslöser war. Zitat "Durch diesen über Stunden unentdeckten Schwelbrand in dem Kohlebunker wurde das Stahlschott zum daneben liegenden Munitionsbunker so stark erhitzt, dass sich das dort lagernde Schwarzpulver entzündete und die dort ebenfalls deponierten Granaten zur Explosion brachte. Dies führte zur Explosion weiterer benachbarter Munitionskammern und zum Totalverlust der Maine." Das ist wohl der aktuelle Stand des Wissens. Da aber der Beleg nicht zur USS Maine passt, ist mein Posting ja eigentlich auch sinnlos. ;-) LG Thomas
22028 Am: 19.12.2024 16:50:16 Gelesen: 905 # 4
@ charly999 [#2] Der Brief hat mit der USS Maine nichts zu tun Das habe ich auch nicht behauptet, sondern dass durch die Versenkung der „USS Maine“ im Hafen von Havanna auf Kuba der Krieg ausgelöst wurde.
22028 Am: 19.12.2024 16:50:42 Gelesen: 904 # 5
@ DL8AAM [#3] Da aber der Beleg nicht zur USS Maine passt, ist mein Posting ja eigentlich auch sinnlos ;-) Siehe @ 22028 [#4]
charly999 Am: 19.12.2024 19:19:55 Gelesen: 875 # 6
@ 22028 [#4] Mag sein, aber dann ist dieser Text mißverständlich: Er begann mit der Versenkung der „USS Maine“ im Hafen von Havanna auf Kuba und führte dazu,dass die USA Puerto Rico, Guam und die Philippinen eroberten und die Vorherrschaft über Kuba erlangten. Die Stationierung der Maine-Truppen in Georgia im August 1898 könnte damit zusammenhängen? Wie sich jetzt herausstellt, hat sich die „Maine“ selbst in die Luft gesprengt und hatte nichts mit Spanien zu tun, aber die USA bekamen dadurch einige sehr wertvolle Gebiete - aber das ist ein anderes Thema! Es wird nicht deutlich, daß es sich einmal um das Schiff handelt, der Beleg aber von einem Truppenteil der Nationalgarde des Bundesstaates Maine stammt. Ausschiffungshafen für die Truppen auf dem Weg nach Kuba war Tampa in Westflorida. Georgia liegt mehr als doppelt so weit von Kuba weg und besitzt keinen Hafen am Golf.