Vielen Dank!
LG
joekey
Thema:
**** Prüfer für die Karisimbi-Provisorien (Fälschungen WWI)
Am: 25.11.2024 22:46:13
Gelesen: 1031
# 1
Hallo liebe Kollegen,
könnte mir jemand bitte einen Prüfer für die Karisimbi-Provisorien (Fälschungen WWI) nennen?
Vielen Dank!
LG
joekey
Vielen Dank!
LG
joekey
Am: 26.11.2024 04:20:52
Gelesen: 1000
# 2
Hallo
kann nur mit einer info aus dem WEB dienen:
https://www.germanstamps.net/imp-kol-doa-occ-brit-kari/\
limingerald
Am: 26.11.2024 07:11:20
Gelesen: 963
# 3
Wer soll Phantasieausgaben zum Schaden der Sammler prüfen?
Das sind keine Provisorien und auch keine Propagandafälschungen - die Stücke sind nicht einmal während des 1. WK entstanden.
Es handelt sich um Kreationen, die hergestellt wurden, um sie Sammlern als solche anzubieten und sie wurden in den 1920-er Jahren vermutlich in Italien produziert.
Grüße
Harald
Am: 26.11.2024 07:16:06
Gelesen: 958
# 4
@ joekey [#1]
Ohne eine beweisfeste Herkunftsgeschichte dieser Marken wird kein seriöser Prüfer diese Ausgaben prüfen.
Möglicherweise ist das eine private Schwindelausgabe.
Viele Grüße
Thomas
Am: 26.11.2024 07:32:48
Gelesen: 953
# 5
Ich finde das sehr interessant und freue mich, dass das hier angesprochen wurde. Ich habe von diesen Dingern noch nie etwas gehört und finde auch deshalb dieses Forum so interessant.
Anscheinend sind die Marken ja sehr bekannt, wenn darüber sogar wissenschaftlicher Streit besteht. Wenn ich mir den oben in Beitrag 2 angeführten Artikel anschaue, dann frag ich mich ob diese Provisorien von ein und demselben Herausgeber hergestellt wurden oder ob es vielleicht sogar mehre verschiedene Erzeuger gibt. Weil anscheinend gibt es diese Marken ja in den unterschiedlichsten Ausprägungen, mit und ohne Überdruck und mit gefälschten Stempeln.
Ich bin gespannt, ob sich hier jemand findet, der die Marken prüft. Wäre dann ja sozusagen ein Attest, dass es sich hier um echte Fälschungen handelt
Anscheinend sind die Marken ja sehr bekannt, wenn darüber sogar wissenschaftlicher Streit besteht. Wenn ich mir den oben in Beitrag 2 angeführten Artikel anschaue, dann frag ich mich ob diese Provisorien von ein und demselben Herausgeber hergestellt wurden oder ob es vielleicht sogar mehre verschiedene Erzeuger gibt. Weil anscheinend gibt es diese Marken ja in den unterschiedlichsten Ausprägungen, mit und ohne Überdruck und mit gefälschten Stempeln.
Ich bin gespannt, ob sich hier jemand findet, der die Marken prüft. Wäre dann ja sozusagen ein Attest, dass es sich hier um echte Fälschungen handelt
Am: 26.11.2024 10:28:17
Gelesen: 908
# 6
mal anrufen bei:
MEMBER OF BPP Michael Jäschke-Lantelme
Tel: +49 30 75519016
E-mail: info@jaeschke-lantelme.com
Ist Prüfer für Deutsche Kolonien
limingerald
Am: 26.11.2024 15:44:09
Gelesen: 822
# 7
Nur damit hier im Thema auch das Thema selbst kurz angesprochen wird - auch für spätere Recherchezwecke und falls die oben [#2] angesprochene Webseite [1] mal offline gehen sollte, hier eine kurze einfache Schnellübersetzung des dortigen englischsprachigen Textes:
This 5-stamp series of forgeries of the German East Africa yacht issues was discovered in the years after WWI, but the stamps’ exact provenance is still a mystery.
The stamps are not believed to have been intended as true forgeries, as they are so different in design quality and size that they could not possibly have fooled users. Most theories place there origin within the British propaganda executive during the period from 1916-1918, though there are competing theories that they are of Italian origin post-WWI, or produced as provisional issues by German forces in DOA during 1917.
The famous cinderella expert Harry F. Rooke referred to the stamps as the “Karissimbi provisionals”, though the reason for giving them this name is unknown. Karissimbi is a volcano that was in the western part of German East Africa.
"" Diese fünf Marken sind erst Jahre nach dem Ersten Weltkrieg aufgetaucht und die Herkunft ist weiterhin ein Mysterium.
Da diese Marken selbst auf den ersten Blick optisch so abweichend von den "echten" Ausgaben sind und deshalb auch keinen Sammler täuschen können, handelt es sich dabei eigentlich auch nicht (noch nicht einmal) um "echte" Fälschungen.
Die 'meisten Theorien' gehen von einer Produktion aus der 'britischen Propagandaschiene' aus, die während der Jahre 1916-1918 angefertigt wurde, während 'konkurierende Theorien' eine italienische Herkunft erst aus der Nachkriegszeit annehmen, neben einer 'provisorischen Produktion' durch deutsche Truppen in Deutsch-Ostafrika (DOA) aus dem Jahr 1917.
Die Namensgebung Karissimbi provisionals stammt vom bekannten "Cinderella-Experten" Harry F. Rooke. Möglicherweise nach einem Vulkan gleichen Namens im Osten von Deutsch-Ostafrika. ""
Soweit so gut. Inwieweit diese Webseite den aktuellen Forschungsstand widerspiegelt, kann und will ich aber nicht beurteilen. Zumindest sind sie irgendwie zeit- bis semi-zeitgerecht. ;-)
[1] https://www.germanstamps.net/imp-kol-doa-occ-brit-kari
Nachsatz:
Zu diesem Thema kann man ein längeres, sehr umfassendes PDF-File bei Yumpu herunterladen, nämlich der Artikel "The “Karissimbi provisionals” of German East Africa" von Wolfgang Baldus aus der Ausgabe 161 (Dezember 2010) des englischsprachigen Magazins "Vorläufer" der amerikanischen German Colonies Collectors Group:
https://www.yumpu.com/en/document/view/3757394/vorlaufer-german-colonies-collectors-group#
Dort wird eindeutig aber die "offizielle" britische Herkunft thematisiert und sogar zwei (wohl) echt gelaufene Briefe (aus der Nachkriegszeit) gezeigt, Zitat "Most authors agree that the parodies originate from a British propaganda department and were printed near the end of WWI."
Beste Grüße
Thomas
Am: 26.11.2024 21:00:49
Gelesen: 737
# 8
Hallo liebe Kollegen,
super Diskussion. Vielen Dank für die Hinweise auf Prüfer und auch für interessante Informationen.
LG
Joekey