Briefmarken Atteste

Thema:

Textverbesserungen mittels künstlicher Intelligenz - Ihre Erfahrungen ?

Richard Am: 21.11.2024 15:29:11 Gelesen: 725 # 1
Liebe Mitglieder, ich habe ein paar kleine Versuche mit künstlicher Intelligenz gemacht und bin erstaunt über die schnellen und guten Ergebnisse. Als Beispiel habe ich meinen Text des aktuellen Philaseiten-Briefes über DeepL laufen lassen, um bessere Formulierungen meiner Inhalte zu erzielen. Meine Fragen: Haben Leserinnen und Leser gute Erfahrungen mit einem der vielen Angebote zur Textgenerierung (schnelle Information) und Textüberarbeitung (flüssig lesbare Texte) mittels künstlicher Intelligenz gemacht? Bitte hier vorstellen - pro Beitrag nur über ein Angebot, Vor- und Nachteile. Viele Grüße, Richard
Ron Alexander Am: 21.11.2024 20:02:25 Gelesen: 653 # 2
Nabend, Ich arbeite regelmäßig mit ChatGPT zusammen, einfach lange Texte auf Kernpunkte zusammenfassen oder wenn ich einen komplizierten Text geschrieben habe, lasse ich mich verifizieren ob die KI versteht, was ich damit ausdrücken möchte. Was man immer beachten muss, die KI Modelle sind auf die Amerikanische Sprache trainiert. Daher klingen für uns manche Texte etwas seltsam da wir sie so nie schreiben würden, in den USA aber ganz normal ist. Ich begrüße daher den zielgerichteten Einsatz von KI. Grüße, Ron
Deutsche Philatelisten-Jugend e. V. Am: 22.11.2024 13:43:22 Gelesen: 577 # 3
Hallo in die Runde, aktuell nehme ich die von mir erstellten Presseinformationen und lasse mir daraus über ChatGPT (als Bestandteil im Opera-Browser) kurze Beiträge für die Social-Media-Kanäle der DPhJ (Instagram und Facebook) erstellen. Im Prinzip sind das dann nochmal Zusammenfassungen ergänzt um entsprechende Hashtags. Bislang hat das Ergebnis im Wesentlichen gepasst. Es wäre ja auch nur ein Vorschlag, den ich noch immer modifizieren kann. Auf jeden Fall erleichtert es mir die Erstellung der entsprechenden Texte, die sekundenschnell generiert werden. Viele Grüße Dittmar Wöhlert / DPhJ-ÖA
DL8AAM Am: 22.11.2024 15:07:33 Gelesen: 537 # 4
@ Ron Alexander [#2] Im Prinzip klingen deshalb diese KI-generierten Artikel vom Style auch immer gleich "rund" bzw. sogar "weichgespült". Auf Dauer sogar langweilig, von der Form her, nicht vom Inhalt. Eben da die Form der Formulierungen ja rein nur aus statistischen Wortverteilungsmustern konstruiert werden und nicht mehr von Menschen. Es fehlt die individuelle formulierende Handschrift, die erst einen Artikel wirklich lesenswert und spannend macht. Und oftmals triggert aber die Form, nicht der Inhalt, den Leser. Inzwischen, mit ein wenig Erfahrung bzw. Gefühl merkt man das Leser sogar, dass der Artikel künstlich geschrieben oder (im Idealfall nur) verbessernd "umgeschrieben" wurde. Zum Glück. Noch? Früher hatte aber jeder Schreiberling seinen ureigenen Style, was eben Artikel auch "spannender" macht (machen kann). Oft las man einen Artikel und man erkannte den Schreiber wieder, ohne den Namen des Autors bemerkt zu haben. Ich habe mich inzwischen sogar schon dabei ertappt, dass ich bei KI-Artikeln unterbewusst gähnend abschalte oder gar abbreche, selbst wenn mich das Thema eigentlich interessieren sollte. Ganz schlimm wird es, wenn man dann - zum Beispiel bei YouTube-Videos - die KI-generierten Beiträge, von der KI mit ausgewählten Beispielbildern untermalen und dann auch von einer "Sprach-KI" aus dem Off vorlesen lässt - da schalte ich grundsätzlich nach Sekunden ab, unabhängig vom Thema. Und dieses "Ermüdungsrisiko" wird mit der Zeit sogar immer größer, da viele dieser KI-generierten Dinge dann ja auch wieder ins Netz gestellt werden, dort von "der KI" gefunden und erneut zur Anlernung künftiger Muster herangezogen werden. Die Statistik verändert die Statistik durch eigene Taten selbst. Dadurch potentiert sich die KI durch sich selbst (lernt sich durch sich selbst an). Wichtig ist es in meinen Augen deshalb auch, falls man sich schon "faul" um die Eigenleistung drücken will (...) [!], dass man die Prompt-Anweisung möglichst "kleinräumig" spezifisch wählt und nicht zu "weit" allgemein. "Promptbefehling" wird zukünftig zu einer sehr wichtigen Fähigkeit, aber nicht nur, um "gut und schlecht gemacht" zu separieren. Dadurch wird ganz sicher (...) aber auch die "journalistische Qualität" (des Schreibens und auch der Recherche) 'als Kulturgut' (allgemein, vielleicht in jedem Einzelfall) leiden. Der Mensch hat eben die grundsätzliche Tendenz, sich das Leben immer leichter machen zu wollen, was uns ja auch den technischen Fortschritt brachte, was aber bei intellektuellen Dingen nicht immer wirklich eine positive Entwicklung ist. Allgemein (nicht direkt zum Thema Textverbesserungen): Ich "als Alter Weißer Mann", sehe hier allgemein zumindest ein erhebliches Risiko, dass uns deshalb die KI nicht zwingend klüger, sondern eher dümmer macht (im Durchschnitt) ... ... und wie man lernen muss, Fake News zu erkennen, muss man nun lernen auch KI-Inhalte als solche zu erkennen und entsprechend zu bewerten. Wenn das schon bei ganz offensichtlichen Fake News oftmals (in der breiten Masse) nicht zuverlässt funktioniert, wie sieht das dann bei der eher subtilieren Form von KI-Texten aus? Das I in KI steht nämlich nicht wirklich für Intelligenz. Eine gefährliche Entwicklung, wenn wir hier nicht aufpassen bzw. den Umgang damit (als Macher, wie auch als Konsument) nicht "gut erlernen" ... was im Kleinen vielleicht noch alles harmlos oder auch sehr hilfreich sein sollte, kann im Großen zu einem Risiko werden. Als Werkzeug, eingesetzt wie ein schnöder Schraubendreher oder Lötkolben sicherlich vollkommen OK, nur die eigentliche logische Schaltung muss der Mensch vorher noch selbst entwickeln - den ersten Entwurf des Platinenlayouts kann man dann wieder einer KI überlassen. Den Final-Punkt muss der Mensch aber weiter selbst setzen. Ich werde meine Texte sicherlich nicht KI-überarbeiten lassen, auch wenn sie dadurch fehlerfreier werden sollten. Ich will meine Fehler noch immer selbst machen ;-) Nachdenkliche Grüße Thomas
bovi11 Am: 22.11.2024 15:38:02 Gelesen: 521 # 5
@ DL8AAM [#4] Hallo Thomas, in allen Punkten Übereinstimmung! Grüße Dieter
DL8AAM Am: 22.11.2024 15:59:02 Gelesen: 515 # 6
@ DL8AAM [#4] ... 'als Kulturgut' (allgemein, vielleicht in jedem Einzelfall) Und wenn wir schon bei selbstgemachten Fehlern sind. Natürlich fehlt da ein Nicht: ... 'als Kulturgut' (allgemein, vielleicht nicht in jedem Einzelfall). Der Rest sind Tippfehler und die gehören zum Menschsein ... :-) Vielleicht lernt die KI ja auch demnächst gezielt solche Fehler einzubauen, nur um so wieder einen Menschen vorzutäuschen. Wie es der große Philosoph King Elvis schon vor Jahrzehnten so schön sagte "... the Devil in Disguise". Thomas