Dafür Mitgliedsbeiträge ausgeben, ich verstehe die Welt nicht mehr. Das Geld für diesen Schund hätte man lieber einer Gemeinnützigen Organisation gespendet und dann in den Medien publiziert unter dem Motto Philatelisten helfen.
Aber so etwas, wie will man da bitte jüngere Generationen erreichen? Frauenverachtend und völlig aus der Zeit gefallen.
Ist zumindest meine Meinung dazu.
Gefrustete Grüße,
Ron
Quelle: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid02qdudGHys18tpBo8LFu8JRwRZJMBXCzg9eB7YVhShEx89SzHwknKGfGVwaaEP9Pukl&id=100069411131444
Thema:
Philatelie Werbung des LV Südwest bis Frühjahr 2025 ausgesetzt
Am: 24.10.2024 18:26:34
Gelesen: 30446
# 1
Anti Philatelie Werbung, danke…
Schönen guten Abend,
Ich bin wirklich etwas sprachlos. Gerade auf der Verbandsseite auf Facebook des LV SüdWest gesehen:
Dafür Mitgliedsbeiträge ausgeben, ich verstehe die Welt nicht mehr. Das Geld für diesen Schund hätte man lieber einer Gemeinnützigen Organisation gespendet und dann in den Medien publiziert unter dem Motto Philatelisten helfen.
Aber so etwas, wie will man da bitte jüngere Generationen erreichen? Frauenverachtend und völlig aus der Zeit gefallen.
Ist zumindest meine Meinung dazu.
Gefrustete Grüße,
Ron
Quelle: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid02qdudGHys18tpBo8LFu8JRwRZJMBXCzg9eB7YVhShEx89SzHwknKGfGVwaaEP9Pukl&id=100069411131444
Dafür Mitgliedsbeiträge ausgeben, ich verstehe die Welt nicht mehr. Das Geld für diesen Schund hätte man lieber einer Gemeinnützigen Organisation gespendet und dann in den Medien publiziert unter dem Motto Philatelisten helfen.
Aber so etwas, wie will man da bitte jüngere Generationen erreichen? Frauenverachtend und völlig aus der Zeit gefallen.
Ist zumindest meine Meinung dazu.
Gefrustete Grüße,
Ron
Quelle: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid02qdudGHys18tpBo8LFu8JRwRZJMBXCzg9eB7YVhShEx89SzHwknKGfGVwaaEP9Pukl&id=100069411131444
Am: 24.10.2024 18:30:32
Gelesen: 30442
# 2
Lieber Ron,
das ist so was von peinlich.
Will man(n) schlechte Klischees zementieren? Dann ist das gut.
Will man für unser Hobby werben, dann ist das schlecht.
Viele Grüsse,
Johannes
Am: 24.10.2024 18:41:05
Gelesen: 30427
# 3
@ johanneshoffner [#2]
@ Ron Alexander [#1]
Ich stimme vollkommen zu, das ist sehr sehr peinlich. Und es bestätigt die Vorurteile über Briefmarkensammler als verstaubte alte Herren, die sich feixend am Stammtisch beim Bier verstaubte alte Herrenwitze erzählen.
Schade, sehr schade.
Am: 24.10.2024 19:14:20
Gelesen: 30393
# 4
@ Ron Alexander [#1]
Hm also in anderen "Kreisen" würde ich diese Art von Werbung toll finden, für Briefmarken finde ich es, um es direkt zu sagen, geschmacklos.
Am: 24.10.2024 19:25:07
Gelesen: 30381
# 5
@ Ron Alexander [#1]
Schlechter Geschmack; erinnert mich an amerikanische Werbung vergangener Zeiten.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 24.10.2024 19:40:57
Gelesen: 30356
# 6
Ich bin Fassungslos. Vielleicht hätten sie wohl lieber ihre Frauen fragen sollen, oder sind die vorher schon davongelaufen ?
Am: 24.10.2024 19:44:45
Gelesen: 30347
# 7
Hallo Sammlerfreunde,
da kann ich mich Euch allen, vor allem Ron nur anschließen, schade um das schöne Geld das wäre woanders besser aufgehoben gewesen z.B. so wie Ron sagte bei einer Gemeinnützigen Organisation.
Gruß Rainer
Am: 24.10.2024 20:07:00
Gelesen: 30320
# 8
Nach meiner Meinung sind eher die bisherigen Antworten hier peinlich, spießig, politisch-korrekt, humorlos und langweilig.
Warum ich die Werbeaktion trotzdem für verfehlt halte, liegt an anderen Gründen. Es handelt sich um Werbemittel für verstaubte alte Herren (hätte beinahe geschrieben "etwa wie die, die bisher geantwortet haben', verzichte aber darauf). Wie phantasielos ist das denn? Wer braucht eine Tasse? Warum kein bedruckter Mauspad oder ein USB-Stick? Damit hätte man eher eine jüngere Zielgruppe erreicht. Die Zeichnung ist stilistisch komplett veraltet, etwa wie das HB-Männchen, und geht an der Zielgruppe vorbei. Wenn es wenigstens Anime-Stil gewesen wäre. Daneben ist auch der Spruch an sich, den nur verstaubte alte Herren kennen, aber nicht junge Leute, die keine Marken sammeln und die demzufolge auch den 'Witz' nicht verstehen. Das ist werbemäßig ein Schuß in den Ofen. Mit einem pfiffigen Werbevideo auf Youtube oder Tiktok hätte man vermutlich mehr Erfolg.
Am: 24.10.2024 22:45:42
Gelesen: 30238
# 9
@ charly999 [#8]
Also spießig sehe ich das nicht, zumal ich den Post mehreren Frauen gezeigt habe und es gab dabei keine einzige die es toll fand. Es war eher die Reaktion, „habt ihr so etwas wirklich nötig?“
Grundlegend schließe ich aber natürlich nicht aus dass ich Spießig bin :D.
Grüße,
Ron
Am: 25.10.2024 07:09:51
Gelesen: 30153
# 10
@ Ron Alexander [#1]
Hallo Ron,
vielen Dank für das Feedback! Damit haben wir unser Ziel erreicht, eine Diskussion anzustoßen.
Die ursprüngliche Idee war in der Tat "männlich / weiblich / divers". Lies sich aus Zeitgründen nicht mehr für die IBB Ulm 2024 verwirklichen. Kann aber noch kommen. Die weiteren Bilder, die in den nächsten Wochen / Monaten folgen sollen, sind stärker am Anime-Stil angelehnt.
Wer sich das Merchandising ansehen und erwerben will, kann das gerne am Stand des LV Südwest auf der IBB Ulm 2024 machen.
Beste Grüße!
Lars
Am: 25.10.2024 08:26:45
Gelesen: 30104
# 11
@ Lars Boettger [#10]
Das ist aber m.E. Völlig am Ziel vorbei geschossen. Geht nicht um Divers oder sonst was aber um etwas modernes. Bisher keinen nicht Philatelisten getroffen der dieser Aktion was abgewinnen kann. Waren das nicht die, die man damit erreichen wollte? Oder will man nur provozieren?
Sorry, aber ich kann dieser Aktion nichts abgewinnen.
Grüße,
Ron
Am: 25.10.2024 08:42:57
Gelesen: 30088
# 12
@ Ron Alexander [#11]
Man muss sich halt selbst fragen:
"Würde ich mit so einem Stoffbeutel öffentlich herumlaufen wollen?"
Ich persönlich würde es nicht machen.
Viele Grüße
Thomas
Am: 25.10.2024 08:59:07
Gelesen: 30063
# 13
In dem Zusammenhang fällt mir unter anderem eine Diskussion mit Günter Mast, dem damaligen Vorsitzenden der Mast-Jägermeister AG, ein. Mit der Werbung auf Trikots des Fußballvereins Eintracht Braunschweig löste Mast diverse gerichtliche Verfahren aus. In einer Diskussion (die ich übrigens damals selbst gehört und gesehen habe) meinte Günter Mast sinngemäß
»Das ist doch kostenlose Werbung für mich und zudem wird das dauern, angefangen mit der Feststellungsklage bis hin zu einer Verfassungsbeschwerde.«
Allein schon die Einladung in die NDR Talkshow zeige doch, dass sein Werbekonzept aufgehe, so Mast.
Ebenso zeigt die Reaktion hier, dass man über das Thema spricht. Nichts anderes will Werbung erreichen. Ich bin da ganz bei Lars.
Und schließlich habe ich im Laufe meines Lebens gelernt, mich nicht über alles und jedes aufzuregen. Es gibt allerdings Ausnahmen; die Werbung hier gehört nicht dazu, aber beispielsweise die unsägliche Gender-Diskussion mit einer Verstümmelung der deutschen Sprache oder mit Sätzen, die schlicht falsch sind - "Die Studierenden machten an dem Waldgasthof Rast". Gemeint ist wohl, dass die Studenten am Waldgsthof Rast machten.
Am: 25.10.2024 09:21:31
Gelesen: 30032
# 14
Gut dass es wieder einen Aufreger gibt.
Jede Werbung über die gesprochen wird ist gute Werbung, ich erinnere an die damals provokante Werbung des Modelabels „Benetton“.
Zum Briefmarkenzeigen passt auch das.
Am: 25.10.2024 11:49:41
Gelesen: 29937
# 15
Der LV hätte auch mit einem Nacktfoto der Vorstandsmitglieder, entscheidende Körperstellen mit einer Briefmarke bedeckt, eine Diskussion anstoßen können. Dann hätte man immerhin erhebliche Kosten für die Devotionalien gespart. Meines Erachtens ist nur dann jede Werbung, über die gesprochen wird, eine gute Werbung, wenn die Marke bei der Zielgruppe bekannt ist und bereits einen Bekanntheitsgrad besitzt. Wenn über die Werbung für ein Hobby mit Langweiler- oder Nerdimage gesprochen wird, gilt das nicht. Die meisten Jugendlichen werden schon die Anspielung nicht verstehen. So gilt: Gut gedacht, schlecht gemacht.
Am: 25.10.2024 12:11:26
Gelesen: 29913
# 16
@ charly999 [#15]
"Der LV hätte auch mit einem Nacktfoto der Vorstandsmitglieder, entscheidende Körperstellen mit einer Briefmarke bedeckt, eine Diskussion anstoßen können."
Jetzt wird´s albern.
Am: 25.10.2024 13:03:07
Gelesen: 29870
# 17
@ 22028 [#14]
Ich bin eher konservativ, würde mich aber nicht als übertreiben prüde bezeichnen und finde das auf der Messe Gezeigte aber auch nicht sehr unserem Hobby zuträglich:
- Man kann es eigentlich nicht stolz im der Öffentlichkeit nutzen
- Es mag evtl. einer begrenzten Zielgruppe gefallen, aber andere Zielgruppen, die wir auch erreichen wollen, sind davon eher abgestossen
- Leute, die die Anspielung mit der Briefmarkensammlung nicht verstehen, verstehen sie auch nach Bildbetrachtung nicht.
- Es ist zwar löblich, dass an eine Kampagne mit m/w/d gedacht wurde. In diesem Kontext wäre das Bild vielleicht doch toll gewesen, aber so aus dem Kontext gerissen eher nicht.
Das Bild, welches @ 22028 in Beitrag [#14] zeigte, geht mir da schon eher in die richtige Richtung: Die erotische Zweideutigkeit wird angedeutet, aber auch Leute, die mit der Redewendung nicht vertraut sind, können diese verstehen.
Auch ich möchte mit einem Meme zum Thema einen Debattenbeitrag leisten, und zwar diesen hier (gerade frisch generiert):
Am: 25.10.2024 13:14:25
Gelesen: 29858
# 18
Wenn die Botschaft sein soll, dass Briefmarkensammler ein letztes Häuflein Unverbesserlicher sind, die gerne an die Zeiten zurückdenken, in denen man noch alles sagen durfte, dann ist der Zweck erreicht. Ich wollte eigentlich auf meine alten Tage doch mal zur organisierten Philatelie kommen, das werde ich mir gründlich überlegen.
Natürlich darf man auch heute noch ziemlich viel sagen, es hat sich aber die Erkenntnis darüber, was peinlich ist, etwas vergrößert.
Am: 25.10.2024 14:16:11
Gelesen: 29817
# 19
Dazu passt ein Erlebnis, das nun schon fast 40 Jahre zurückliegt. In meiner aktiven Zeit bei Siemens in München Hofmannstrasse konnten wir in den firmeneigenen Casinos zwei Mal im Jahr einen Großtauschtag machen. Das war für unseren Siemens Verein natürlich ein großer Vorteil, mußten doch die anderen Münchner Vereine dafür ein Lokal anmieten, wenn sie einen Großtauschtag planten.
Zu dieser Zeit hatten wir eine Art "Schwarzes Brett" im Firmeninternet, wo man anonym alles anbieten und suchen konnte.
Ich wollte das zur Werbung für neue Mitglieder nutzen und setzte hinein: Am Sonntag im Waldcasino Briefmarkengroßtauschtag, Eintritt kostenlos, Sammler und solche die es werden wollen, sind herzlich willkommen.
Als anonyme Antwort stand dann darunter Folgendes:
Ach, zum Weiber abschleppen weiß ich was Besseres.
Gruß
Bernd
Am: 25.10.2024 14:17:36
Gelesen: 29816
# 20
Eine Diskussion stößt man damit nur innerhalb der Philatelie an (wie man hier sieht). Außerhalb der Philatelie werden dadurch einfach nur bestehende Vorurteile und Stereotype gegenüber dem Hobby und den Sammlern bestätigt und sogar noch verstärkt.
Am: 25.10.2024 15:00:43
Gelesen: 29776
# 21
@ Adalbert [#20]
Gerade das ist ja das "Gute" an dieser Kampagne, das ironische Spielen mit in der Außenwelt über uns bestehenden Vorurteilen und Stereotypen. Das zeigt der Außenwelt auch, dass wir uns selbst nicht so "rückständig-spiessig" nehmen, wie eben diese Außenwelt es immer über uns denkt. Das wir eben nicht die gestörten Zackenzähler mit dicker Brille im verrauchten, dunklen Kämmerlein sind. Und das "Sprichwort" mit dem Zeigen der eigenen Briefmarkensammlung kennt auch heute sicherlich immer noch absolut jeder, was liegt da näher, als genau dieses Klischee anzusprechen. Man "wirbt" (ironisch) mit dem, was uns immer nachhinkt.
Eine frische Idee...
Was mich auch ein wenig stört, ist die graphische (altertümliche) Darstellung der Dame, hier wäre - da man ja wohl eher die U60er ansprechen will - wie hier bereits mehrfach angesprochen, eine eher (comic-) mangamäßige Darstellung sehr viel zielführender. Das Grundthema "Klischee" ist aber ein vielversprechender Einstieg in eine breitere Kampagne, in der noch mehr solcher bestehenden (negativen) Stereotypen über uns ironisch aufgegriffen werden.
Eine kleine Anekdote, die viele vielleicht schon von mir kennen (ich habe das hier im Forum schon verschiedentlich geschrieben). Als Jugendlicher habe seinerzeit, bei meiner Jetztfrau auch diesen Spruch als hilflosen "Aufreisser" angebracht, "willst Du vielleicht mal meine USA-Briefmarkensammlung sehen?". Als ich dann bei dem Folgetreffen dann, immer noch hilflos, wirklich mit meinen USA-Alben auftauchte (scheinbar nahm sie meine Frage nicht wirklich ernst), brach sie in lautes Lachen aus. Und so hatte ich schon gewonnen. ;-) Seit dem steht sie vor dem Postamt Schmiere, wenn ich im Urlaub nachts die postalischen Mülleimer durchwühle.
Beste Grüße
Thomas
Am: 25.10.2024 15:01:11
Gelesen: 29775
# 22
@ Adalbert
Du fasst in zwei Sätzen die ganze Diskussion zusammen. Danke.
Am: 25.10.2024 15:15:20
Gelesen: 29761
# 23
@ DL8AAM [#21]
Hallo Thomas,
so ist es.
Ich hatte Gelegenheit die Werbung gestern einer 66-jährigen Frau zu zeigen und nach ihrer Meinung zu fragen. Das Gleiche konnte ich heute Vormittag bei einer 25-jährigen Bekannten machen.
Beide hatten nicht das geringste Problem mit der Werbung.
Als ich dann über die Reaktionen im Forum berichtete, schüttelten beide den Kopf. Die 25-Jährige meinte, sie hätte Hemmungen, beim Briefmarkensammeln auf solche knöchernen alten Herren zu treffen, die derartige Abbildungen als unangemessen ansähen.
Grüße
Dieter
Hallo Thomas,
so ist es.
Ich hatte Gelegenheit die Werbung gestern einer 66-jährigen Frau zu zeigen und nach ihrer Meinung zu fragen. Das Gleiche konnte ich heute Vormittag bei einer 25-jährigen Bekannten machen.
Beide hatten nicht das geringste Problem mit der Werbung.
Als ich dann über die Reaktionen im Forum berichtete, schüttelten beide den Kopf. Die 25-Jährige meinte, sie hätte Hemmungen, beim Briefmarkensammeln auf solche knöchernen alten Herren zu treffen, die derartige Abbildungen als unangemessen ansähen.
Grüße
Dieter
Am: 25.10.2024 16:10:27
Gelesen: 29733
# 24
Ich stelle mir bei der Werbung vor, dass ich da auf verknöcherte alte "Herren" treffe, die sich schenkelklopfend flache Witze erzählen. Aber jeder wie er's mag, zur Not alleine.
Am: 25.10.2024 16:53:18
Gelesen: 29698
# 25
@ bovi11 [#23]
Das mag daran liegen, dass man seine sozialen Beziehungen vornehmlich zu Leuten aufbaut, die ähnliche Werte haben. Darüber hinaus sind Meinungen von egal wem wenig bis gar nicht relevant zur Betrachtung eines Phänomens. Meinungen kann und darf jeder haben, und man wird zu jeder Aussage jemanden finden, der die eigene Meinung bestätigt. Egal wie abstrus die Aussage ist.
Was aber relevant für diesen Fall ist: es gibt Grundregeln für Werbung, diese sind vom Deutschen Werberat festgelegt. Auch dazu kann jeder eine Meinung haben, nur verschwinden diese Regeln nicht, nur weil man sie doof findet. Eine der Regeln lautet:
Werbung darf keine Form der Diskriminierung anregen oder stillschweigend dulden, die auf Rasse, Abstammung, Religion, Geschlecht, Alter, Behinderung oder sexuelle Orientierung bzw. die Reduzierung auf ein sexuelles Objekt abzielt.
Und das Gefettete könnte hier durchaus vorliegen. Fraglich ist eventuell die Zuständigkeit des Rates für Vereine.
Ansonsten wird die Werbung aller Wahrscheinlichkeit nach das eigentliche Ziel jeder Werbung verfehlen. Es geht nämlich bei Werbung nicht vornehmlich darum, dass über ein Produkt gesprochen wird. Es soll gekauft werden. Auch die Behauptung, auch schlechte Publicity sei letztlich gute Publicity ist wirtschaftlich keineswegs haltbar. Zum Beispiel werden eventuelle Mehrverkäufe oftmals wieder ausgeglichen durch Anwaltskosten.
Am: 25.10.2024 17:33:08
Gelesen: 29656
# 26
Hallo,
also ich finde das Bild echt furchtbar und zum Fremdschämen.
Es ist ein gemalter Altherrenwitz und die Zeit der Altherrenwitze ist seit 30 Jahren vorbei. Aber vermutlich gibt es noch alte Herren, die das nicht mitbekommen haben und die Werbung spricht dafür, dass sie genau aus diesem Kreis stammt und das ist auch das Signal nach außen.
Zwar gibt es in der Werbebranche den Spruch "Es gibt keine schlechte Werbung", siehe der Beitrag oben zu Mast und Jägermeister. Aber ich denke es gibt Ausnahmen von dieser Werbe-Weisheit und dies ist hier eine.
Die Weisheit wonach es keine schlechte Werbung gibt, gilt, wenn für ein Produkt eine große Zielgruppe besteht, die das Produkt nicht kennt. Und auch (oder gerade...) die schlechte und provozierende Werbung macht das Produkt dann bekannt. Bei Jägermeister trifft das möglicherweise zu.
Das gilt aber nicht für Philatelie: hier gibt es keine große Zielgruppe, die nur noch nichts davon gehört hat. Es ist eher umgekehrt: jeder kennt Briefmarkensammeln oder Philatelie -vom Klischee her bzw. hat aber ggf. eine falsche Vorstellung.
Und diese Altherrenwitz-Werbung dürfte die falsche Vorstellung eher verstärken.
Am: 25.10.2024 17:49:58
Gelesen: 29624
# 27
Ich finde diese Art von "Werbung" abscheulich. Doch frage ich mich, wie es die Sammlerinnen hier im Forum sehen.
Ich kenne jetzt durch Kontakt erst drei. Aber es sind bestimmt mehr.
Habt ein schönes Wochenende
Günther
Am: 25.10.2024 20:18:08
Gelesen: 29471
# 28
@ bovi11 [#16]
Die bewußte Übertreibung als Mittel der Darstellung scheint Dir unbekannt zu sein.
Am: 26.10.2024 10:02:54
Gelesen: 29262
# 29
Vor nicht allzu langer Zeit hat eine Brauerei in Düsseldorf mit "sexistischer Werbung" für Diskussionen gesorgt. Das ging auch durch die Medien, die Brauerei war im Gespräch. Wenn es "schlechte" Werbung war, hat die Brauerei sie vermutlich gefeiert. Plan aufgegangen.
Aber in diesem Fall hier finde ich die Art der Werbung eher sehr plump. Das reicht vielleicht für nen Mini-Shitstorm un den Lokalmedien, aber ich befürchte, das Ziel - das eigentlich dahinter stehen müsste - Menschen irgendwie Briefmarkensammeln näher zu bringen, wird nicht erreicht. Und anders als ein paar Vorredner hier glaube ich nicht, dass in der Generation U30 der Spruch "Kann ich dir meine Briefmarkensammlung zeigen" noch wirklich bekannt ist.
Am: 26.10.2024 10:24:47
Gelesen: 29243
# 30
Hallo,
unabhängig davon, was ich von dieser Werbung halte:
Ich versuche extreme Wertungen zu vermeiden. In sofern kann ich den negativen Rückmeldungen hier meist nicht folgen da meiner Meinung nach "abscheulich" keinen Raum mehr lässt für Dinge die wirklich abscheulich sind und von denen es genügend gab und gibt. z.B. nachdem meine Oma von Ihrer Flucht aus Oberschliesien als Teenie erzählt hat, hänge ich die Messlatte für "abscheulich" recht hoch, weil ich am Rande meiner Möglichkeiten einen kleinen Hauch von Ahnung bekommen habe, was abscheulich ist. Das bedeutet nicht, dass ich alles Gut finde, was nicht abscheulich ist, sondern, dass ich mehr Schattierungen zulasse.
@ charly999 [#28]
Unabhängig von meiner Meinung zur Werbung bitte ich darum mit dem Argument "bewußte Übertreibung als Mittel der Darstellung" nicht gleichzusetzen, dass die Werbung OK ist, weil dieses Mittel verwendet wurde. Es sollte uns bewusst sein, dass es dieses Mittel gibt, ob daraus eine akzeptable Werbung / Darstellung folgt, ist eine difizile Frage.
Nun meine Meinung:
Mich persönlich hat die Werbung weder angesprochen noch hat sie starke Ablehnung hervorgerufen. Doch leider reicht das alleine nicht als Aussage, das ist nur meine Gefühlswelt.
Im Kontext der aktuellen Situation der Welt und der Philatelie: Ich hätte abgeraten, nicht aus ästhetischen oder Effizienzgründen, sondern aus naja sagen wir mal politischen Gründen mit moralischen Bedenken. Und, falls es jemanden interessiert, mir gefällt (ästhetisch) sie nicht und ich vermute, das diese Werbung nicht effizient ist (€ pro Effekt).
Letzlich bin ich aber nicht Mitglied und muss daher nicht mitreden und schreibe das nur, weil ich den Eindruck hatte mehr Meinungen wären interessant.
@ Seku [#27]
Sorry, bin keine Frau und kann keine weibliche Meinung mitliefern.
Grüße
Winfried
Am: 26.10.2024 10:29:25
Gelesen: 29236
# 31
Das muss noch sein:
Eigentlich sollte man 50 % der Philaseitenmitglieder per Zufallsgenerator auswählen und die sollten Ihre Meinung hier mitteilen, damit wir ein wirkliches Stimmungsbild haben und nicht dem Risiko unterliegen eine Ablehnung zu suggerieren die nur die sprechende Minderheit vertritt, sollte es diese geben.
Am: 26.10.2024 11:49:47
Gelesen: 29188
# 32
@ Winni451 [#30]
@ charly999 [#28]
"Unabhängig von meiner Meinung zur Werbung bitte ich darum mit dem Argument "bewußte Übertreibung als Mittel der Darstellung" nicht gleichzusetzen, dass die Werbung OK ist, weil dieses Mittel verwendet wurde. Es sollte uns bewusst sein, dass es dieses Mittel gibt, ob daraus eine akzeptable Werbung / Darstellung folgt, ist eine difizile Frage."
Nur zur Klarstellung: Die 'bewußte Übertreibung' bezog sich auf mein (absichtlich überzogenes) Beispiel des Nacktfotos der LV-Vorstandsmitglieder, nicht auf die 'Werbung' mit dem Briefmarkenspruch. Die ist nur langweilig, spießig und spricht die Zielgruppe nicht an. Da fehlt nur noch der Kugelschreiber mit buntem Werbeaufdruck und fertig ist das Panoptikum der Werbemittel aus dem letzten Jahrhundert.
Am: 10.11.2024 15:04:56
Gelesen: 26299
# 33
Schönen Sonntag Nachmittag,
Ein Vögelchen hat mir gezwitschert das der LV SW vor hat mit dieser Art von Werbung weiter zu machen. Es soll weiterhin gezielt Inhalte für Ü 10 und Ü 15 jährige Jugendliche geben.
Mal schauen in welchem Jahrzehnt wir dieses Mal dann landen.
Grüße,
Ron
Am: 10.11.2024 16:01:49
Gelesen: 26246
# 34
@ Ron Alexander [#33]
Hallo,
bei der Regionaltagung Pfalz des LV Südwest gestern wurden die Entwürfe der beiden anderen Kampagnen gezeigt und die finde ich tatsächlich gut gelungen. Ohne die Motive zu nennen (ob ich das dürfte?) landen wir einmal im Jahr 2023 und einmal in Japan.
Grüße
Markus
Am: 10.11.2024 18:23:23
Gelesen: 26145
# 35
@ Markus_Holzmann [#34]
Hallo Markus,
waren das Entwürfe der gleichen Künstlerin ? So weit ich noch im Ulm erfahren habe, geht sie Diskussionen nicht aus dem Weg.
Schöne Grüsse, Richard
Am: 10.11.2024 18:53:24
Gelesen: 26105
# 36
@ Richard [#35]
Hallo Richard,
ja, das ist die gleiche Künstlerin.
@ alle
Wer immer eine gute Idee hat, kann sie gerne hier posten. Wir sind dankbar für jeden realisierbaren Vorschlag!
Beste Grüsse!
Lars
Am: 11.11.2024 13:09:18
Gelesen: 25874
# 37
Hallo zusammen,
nur zur Info: nach meiner Diskussion mit Vertretung des LV-Verbands habe ich folgende e-mail an diesen Vertreter verfasst und ihm auch geschrieben.
"Sehr geehrter Herr ....,
nach meiner Kritik an der Werbung des LV für Philatelie (Bild unten links) baten Sie mich, einen Gegenvorschlag bzw. eine alternative Idee einzubringen. Hier nun mein Vorschlag (Bild unten rechts). In einer kleinen (natürlich nicht repräsentativen) Umfrage in meinem Umfeld zeigte sich, dass eine Werbung wie die beigefügte besser ankommt. Besonders der Slogan „Philately: licence to collect and discover the world“ kam gut an. Das wäre aber nur ein Vorschlag.
Ich verstehe, dass es unterschiedliche Meinungen zu Werbung gibt; allerdings überzeugt mich die Werbung des LV trotz Ihrer Erklärung zum Till-Eulenspiegel-Prinzip nach wie vor nicht. Werbung muss beim ersten Blick eine klare und ansprechende Botschaft vermitteln – in diesem Fall empfinde ich die transportierte Botschaft aus Sicht vieler Frauen als wenig einladend. Wie gesagt: Der erste Eindruck zählt, und so schaut "frau" schnell wieder weg, leider dann auch weg von der Philatelie.
Mit freundlichen Grüßen,"
Dass man mit der Künstlerin diskutieren kann, hatte ich in Ulm übrigens nicht so empfunden. Ihre Antwort auf meine Aussage, dass mir die Werbung so nicht gefällt: "Das ist Ihr Problem, nicht meines!". Somit war die Diskussion mit ihr beendet, aber dafür ist dann besagter Vertreter des LV Südwest auf mich zukommen, und hat mir versucht die Werbung zu erklären, was zwar am Ende doch hitzig wurde, aber wir haben immerhin miteinander geredet. Danke schon mal dafür.
Bevor ich dann obiges Mail schrieb, habe ich i.d.T. auch in meinem Bekanntenkreis (nicht nur Philatelisten) eine kleine nicht repräsentive Umfrage gestartet, hätte ja sein können, dass ich selbst i.d.T. auf dem total falschen Dampfer befand. Alle, ausnahmslos fanden die Werbung nicht angebracht bis hin zu geschmacklos. Ein Kommentar (bitte nur lesen, wenn man sich von expliziter Sprache nicht abgestossen fühlt): "wohl gedacht für 70jährige notgeile Männer" - also nicht die Zielgruppe der 30-jährigen. Die Zielgruppe der 30-jährigen in meinem Bekanntenkreis fanden sich auch überhaupt nicht angesprochen. Aber vielleicht verkehre ich ja in einem anders geprägten Umfeld, als die für diese Werbung Verantwortlichen. Was die Mehrheit der Frauen in Ulm (nun selbst Briefmarkensammlerinnen oder nicht) mit denen ich gesprochen habe gesagt haben, darauf will ich hier gar nicht mehr eingehen...... Und dass man sich, wie auch schon gesagt wurde, doch nicht so sehr darüber aufregen soll, lasse ich auch mal unkommentiert ....
Übrigens die zukünftigen Werbebilder habe ich in Ulm auch gesehen, die finde ich dann nicht mehr so "anstössig" .... Mit denen kann man meines Erachtens leben.
MFG
Daniela Vogt Weisenhorn (ArGe Medizin und Philatelie)
Am: 11.11.2024 13:59:11
Gelesen: 25830
# 38
Prima: Die Werbung hat ihr Ziel erreicht - man spricht drüber.
Wer bitte soll über die Allerweltswerbung "PHILATELY: 007" reden?
Die, die sich hier aufregen, gehören ganz sicher nicht zur Zielgruppe, die die Werbung erreichen will. Und wer hat geprüft, ob die Werbung nicht eine der eingetragenen Gemeinschaftsmarken 007 verletzt?
https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/registerHABM?AKZ=000251900&CURSOR=17
https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/registerHABM?AKZ=000316703&CURSOR=18
https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/registerHABM?AKZ=001204882&CURSOR=19
Am: 11.11.2024 16:53:27
Gelesen: 25725
# 39
Sicher man spricht über etwas das einem das Entsetzen in die Augen treibt. Sorry aber als Vater einer Tochter finde ich das nur herabwürdigend das sich die Philatelie solcher Mittel bedient um „im Gespräch zu bleiben“.
Wer es toll findet, viel Spaß in 1980. Erklärt eurer Tochter warum ihr es toll findet, dass eine mit Briefmarken beklebte Frau für die Philatelie wirbt. Das die Frau nur ein Objekt ist um damit zu provozieren und im Gespräch zu bleiben. Das sind doch tolle Aussichten für die Zukunft, so muss man das machen das über einen gesprochen wird, man überzeugt nicht mit können, wissen und Leistung, nein man muss sich nur ausziehen um was zu erreichen. Und genau dessen bedient sich der LV SW. Würde ich meinen Ortsverein nicht mögen, würde ich jetzt austreten.
Das war mein letztes Statement zu dieser provokanten Werbung. Ich hoffe der BDPh gibt hierzu auch noch ein Statement ab. Das würde jetzt Größe zeigen.
Grüße,
Ron
Am: 11.11.2024 17:04:12
Gelesen: 25707
# 40
@ Ron Alexander [#39]
Wahre Worte, Ron. Werbung von 1980 bestenfalls - und wenn schon, dann Schlechte.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 11.11.2024 18:07:22
Gelesen: 25658
# 41
@ bovi11 [#38]
Wer bitte soll über die Allerweltswerbung "PHILATELY: 007" reden?
Optisch für mich durchaus ansprechend, aber absolut kein Gesprächsthema. Im erfolgreichen Marketing ist "Aufmerksamkeit erregen - Aufmerksamkeit erzielen" die wichtigste Voraussetzung.
Und wer hat geprüft, ob die Werbung nicht eine der eingetragenen Gemeinschaftsmarken 007 verletzt?
Auf jeden Fall würde ich das geschützte 007 nicht einsetzen und einen Rechercheauftrag bei DPMA in Auftrag geben [1].
Grüsse aus dem Allgäu, Richard
[1] https://www.dpma.de/dpma/veroeffentlichungen/hintergrund/dasallalles/jamesbond/index.html
Am: 11.11.2024 18:35:38
Gelesen: 25627
# 42
@ Medizinphilatelie
Dem kann ich nur voll zustimmen. Ein Altherrenwitz in Bildform und notgeile 70-jährige ist genau die Assoziation.
Und ich wiederhole mich: Die Weisheit "es gibt keine schlechte Werbung" bzw. "im Gespräch bleiben - Ziel erreicht" trifft hier m.M.n. nicht zu: denn es geht eben nicht darum ein unbekanntes Produkt ins Gespräch zu bringen.
Sondern im Gegenteil: Es geht darum etwas allen irgendwie bekanntes und mit Klischees behaftetes -die Philatelie- interessant zu machen. Und mit der Altherrenwitz-Werbung geht das voll nach hinten los: die Assoziation notgeile 70jährige Briefmarkensammler bestätigt ein Klischee und setzt noch einen negativen Aspekt oben drauf.
Gruß
Jensen
Am: 11.11.2024 19:26:53
Gelesen: 25586
# 43
@ Jensen [#42]
Hallo Jensen,
wir sind immer auf der Suche nach kreativen, witzigen und neuen Ideen für Bilder. Wir haben in den letzten Wochen oft gelesen, dass man "so etwas" in der "heutigen Zeit" nicht mehr machen kann. Kein Problem, wir haben mittlerweile fünf bis sechs andere Motive in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die nicht frauenfeindlich sind. Sondern männerfeindlich =P
Sagen, dass einem etwas nicht gefällt, ist einfach. Aber konstruktive Mitarbeit, neue Ideen, das suchen wir. Und ich finde die Idee von @ Medizinphilatelie [#37] gut. Das lässt sich mit ein paar Veränderungen leicht umsetzen. Ehrlich gesagt sehe ich mich als Philatelist auch als Detektiv. Wir suchen doch alle eine neue Abart, eine ungewöhnliche Frankatur oder wir stecken unsere Nase in Literatur und alte Auktionskataloge und gehen in Archive. Ich kann mir die beiden Gestalten gut mit einer Lupe und einer Pinzette in der Hand vorstellen, auf der Suche nach dem verschollenen Ferrari-Album.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 11.11.2024 23:34:12
Gelesen: 25423
# 44
Ich weiß nicht recht, was ich von dieser Art Werbung im Zusammenhang mit Philatelie halten soll.
Natürlich ist mir klar, dass hier das Thema etwas ironisch dargestellt werden soll und damit eine Auflockerung erfolgen soll. Allerdings muss ich allgemein feststellen, dass Briefmarkensammler in der Allgemeinheit immer etwas in die Schublade von langweilen geschoben werden und das Klischee "komm ich zeig dir meine Briefmarkensammlung" so gesehen wird, dass man hier jemanden ins Bett bekommen will.
Mir wäre eine etwas seriösere Werbung in diesem Zusammenhang wirklich lieber. Haltet mich bitte nicht für prüde oder humorlos aber im Zusammenhang mit so einer großen und doch ernsthaften Veranstaltung muss ich mich nicht unbedingt selbst lächerlich machen.
Ich finde es war nicht gerade ein Glanzleistung der Initiatoren.
Am: 12.11.2024 00:26:56
Gelesen: 25392
# 45
Hallo zusammen,
interessiert, oft amüsiert und manchmal auch kopfschüttelnd verfolge ich nun seit der Messe in Ulm (wo ich im Übrigen darüber überhaupt keine Aufregung spürte ;-)) diese Diskussion. Ich will das auch gar nicht werten, wir leben ja in einem freien Land und alle können ihre Meinung Kund tun.
Aber aus eigenem Erlebnis eine kleine Geschichte dazu, erlebt auf der Briefmarken-Messe in München.
Es war nun auch schon wieder vor einigen Jahren (ich hatte noch keine 6 an der ersten Stelle meines Alters), noch vor Corona, die öffentliche Gesellschaft und Meinungsvielfalt war ähnlich wie heute, die Stimmung war besser, man war (noch) nicht ganz so verkrampft "politically correct" und man durfte als Angehöriger des männlichen Geschlechts durchaus Frauen noch die Türen aufhalten ohne sexueller Belästigung verdächtigt zu werden.
Zusammen mit einem guten Bekannten fuhren wir im Aufzug aus der Tiefgarage unter der Messehalle nach oben. Mit uns im Aufzug befanden sich zwei, durchaus adrette junge Damen (um die 30) denen ich beim Einsteigen noch die Tür aufgehalten hatte und den Vortritt ließ, so wie ich es früher mal gelernt hatte und es auch bis heute noch praktiziere. Die beiden Damen waren sehr modisch gekleidet, in einer der oberen Etagen fand irgendein "Mode Event" an diesem Tag statt.
Im Aufzug fragten uns die beiden anscheinend gut gelaunten Damen, ob wir auch zu dem Mode Event wollten. Wir verneinten dies und sagten, dass wir zur Briefmarkenmesse unterwegs waren. Daraufhin lächelten die beiden und die Eine fragte "oh, zeigen sie uns dann auch mal ihre Briefmarkensammlung?"
Wir amüsierten uns alle darüber und mussten leider aussteigen, da wir in unserer Etage angekommen waren.
Damit nun auch für "Männlein" und "Weiblein" was zum weiteren "Aufregen" (oder auch nicht - vielleicht auch nur zum Geniessen) dabei ist, noch zwei relativ moderne Briefmarken zum Thema. ;-)
Schmunzelnde Grüße,
Peter
Schmunzelnde Grüße,
Peter
Am: 12.11.2024 07:24:03
Gelesen: 25281
# 46
Das ist wirklich unfassbar, schrecklich peinlich und zum Fremdschämen. So will ich nicht, dass wir gesehen werden als Philatelisten, und so will ich nicht, dass meine Kinder die Philatelie sehen.
Es geht hier nicht um Geschmack, Humor, Wokeness oder Political Correctness. Es geht hier schlicht um Anstand. Und es geht darum, wie wir selbst gegenüber unserem (leider eher spärlichen) philatelistischen Nachwuchs auftreten. Wie erklärt man einem 14-jährigen Mädchen in einer Jugendgruppe, wie dieses unsägliche Motiv gemeint ist? Oder welche Botschaft sendet die Zeichnung an einen gleichaltrigen Jungen?
"Altherrenwitz in Bildform und notgeile 70-jährige" steht oben und das ist es natürlich, aber dennoch ist es schlimmer. Diese Werbung ist eine Beleidigung für alle anständigen Philatelisten und Philatelistinnen. Wir blamieren uns damit bis auf die Knochen, wenn das weitere Kreise zieht. Und stellen uns in eine Ecke, in der ich persönlich nicht stehen möchte - und keiner der Sammlerfreunde, die ich kenne. Übrigens: So etwas wäre in früheren Jahrzehnten auch schon negativ aufgefallen. Ich bin seit 1979 BDPh-Mitglied und kann mich nicht an Ähnliches erinnern.
Bitte, bitte, bitte: Schmeißt den Dreck in den Müllcontainer und macht solche "Werbekampagnen" (die in Wirklichkeit das Gegenteil von Werbung sind) in Zukunft erst, wenn Leute darauf geschaut haben, deren Maßstäbe noch nicht vollends verrutscht sind. Vielleicht mal der eigenen Tochter oder dem eigenen Sohn vorher zeigen? Deren Reaktion hätte so einen maximal peinlichen Ausrutscher sicher verhindert.
Und zum Schluss noch die alte Weisheit der Werbebranche: "Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!" Ich persönlich kann mir niemanden vorstellen, den wir mit so einer Werbung anlocken würden. (Jüngere) Männer? Nein. Frauen jeglichen Alters? Ganz sicher nicht. Und junge Sammler? Nie im Leben.
Jedem, der sagt, mach du es doch besser, dem sage ich: Frag mich halt vorher, dann können WIR es besser machen.
Am: 12.11.2024 08:24:11
Gelesen: 25237
# 47
@ phornung [#46]
Unglaublich!
Solche Stellungnahmen zeigen erstens, dass die Werbung richtig liegt und zweitens die Verklemmtheit einiger Zeitgenossen. Auch soweit der Begriff "Frauenfeindlichkeit" fiel, könnte ich brüllen vor Lachen.
Für wen halten sich die so Argumentierenden eigentlich?
Althergebrachte Werbung, die Niemanden hinterm Baum hervorlockt, gibt es zu Genüge.
Ich halte es da vielmehr mit Peter (filunski), Thomas (DL8AAM) oder Lars (Lars Boettger).
Unglaublich!
Solche Stellungnahmen zeigen erstens, dass die Werbung richtig liegt und zweitens die Verklemmtheit einiger Zeitgenossen. Auch soweit der Begriff "Frauenfeindlichkeit" fiel, könnte ich brüllen vor Lachen.
Für wen halten sich die so Argumentierenden eigentlich?
Althergebrachte Werbung, die Niemanden hinterm Baum hervorlockt, gibt es zu Genüge.
Ich halte es da vielmehr mit Peter (filunski), Thomas (DL8AAM) oder Lars (Lars Boettger).
Am: 12.11.2024 08:37:53
Gelesen: 25218
# 48
Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind.....
Am: 12.11.2024 09:29:04
Gelesen: 25179
# 49
Es geht hier nicht um einig oder uneinig. Es geht darum, dass sich so eine Werbung schlicht nicht gehört.
Anstatt Euch gegenseitig zu bestätigen, geht vielleicht mal aus Eurer Bude raus auf die Straße, nehmt die Tragetasche gerne mit und sprecht mit Menschen darüber, was sie davon halten. Zeigt sie Euren Kindern oder besser noch Euren Enkelinnen und Enkeln. Und blamiert Euch meinetwegen.
Oder kommt im Hier und Jetzt an und habt ein Mindestmaß an Würde und Anstand. Und Respekt vor Frauen, ja. Einige der Kommentare oben legen leider nahe, dass das eben nicht so ist.
Das Argument, dass man durch so eine miese Werbung etwas Aufmerksamkeit erregt, ist natürlich Quatsch. Es geht immer noch darum, wie man über etwas spricht. Und schlecht (oder abfällig) gesprochen wird über das Briefmarkensammeln genug. Müssten wir solche Werbung nutzen, wäre das in der Tat erbärmlich.
Natürlich dürft Ihr sagen, was Ihr wollt. Ihr könnt nur nicht erwarten, dass Ihr dafür nicht kritisiert werdet.
Anstatt Euch gegenseitig zu bestätigen, geht vielleicht mal aus Eurer Bude raus auf die Straße, nehmt die Tragetasche gerne mit und sprecht mit Menschen darüber, was sie davon halten. Zeigt sie Euren Kindern oder besser noch Euren Enkelinnen und Enkeln. Und blamiert Euch meinetwegen.
Oder kommt im Hier und Jetzt an und habt ein Mindestmaß an Würde und Anstand. Und Respekt vor Frauen, ja. Einige der Kommentare oben legen leider nahe, dass das eben nicht so ist.
Das Argument, dass man durch so eine miese Werbung etwas Aufmerksamkeit erregt, ist natürlich Quatsch. Es geht immer noch darum, wie man über etwas spricht. Und schlecht (oder abfällig) gesprochen wird über das Briefmarkensammeln genug. Müssten wir solche Werbung nutzen, wäre das in der Tat erbärmlich.
Natürlich dürft Ihr sagen, was Ihr wollt. Ihr könnt nur nicht erwarten, dass Ihr dafür nicht kritisiert werdet.
Am: 12.11.2024 10:10:31
Gelesen: 25131
# 50
@ phornung [#49]
Schön geschrieben, vielen Dank.
Schön geschrieben, vielen Dank.
Am: 12.11.2024 10:19:29
Gelesen: 25123
# 51
@ Gauss [#50]
So isses!
Liebe Grüsse,
Ralph
So isses!
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 12.11.2024 11:05:43
Gelesen: 25077
# 52
Vielleicht erinnern sich noch ein paar Leute an die PorNo Debatte Ende der 80er Jahre.
https://de.wikipedia.org/wiki/PorNO-Kampagne
Nun, der Feminismus und die Diskussion um solche Werbung ist da etwas weiter, denke ich. Um das Jahr 1980 tobte in den USA der "Feminist Sex War" - dies war ein richtungsweisender Kampf, der den Übergang von der zweiten Welle zur dritten Welle des Feminismus markierte.
https://en.wikipedia.org/wiki/Feminist_sex_wars
Auch wenn das einige sehr sehr konservative Frauenrechtlerinnen anders sehen: Der aktuelle Feminismus (dritte Welle, seit ca. 40 Jahren!) ist sexpositiv. Alice Schwarzer und ihre Ansichten haben komplett ausgedient - auf größeren Events werden so Leute heutzutage auch gerne mal ... nun ja ... man ist halt weiter. Ich denke Werbung, in der Frauen stolz ihre Sexualität zeigen (nicht verstecken) kann OK sein. Vorstellungen von Moral, die zu Zurückhaltung aufrufen, erreichen da genau das Gegenteil. Die Gefahr sehe ich eher darin, dass die "moderne", überkommenen Moralvorstellungen erhabene und sich ihrer Reize und ihrer Sexualität bewusste Frau als eine Art Fetisch gesehen wird.
Ich habe die Werbung mal rumgezeigt - Meinung: Es ist ne altmodische "Geschmacksverirrung" - ist halt die Frage, wie die Provokation wirken soll. Will sie Klischees aufbrechen oder überaffirmativ zelebrieren? Die Freizügigkeit ist hier meines Erachtens echt nicht das Problem, sondern die Art, wie mit Vorstellungen von Weiblichkeit, mit Rollenbildern und mit dem "male gaze" gespielt wird. Ist das clever, oder ist das einfach etwas ... nun ja ... stumpf? Ich (und andere) haben da nicht sehen können, inwiefern sich jemand Gedanken gemacht hat. Die aufkommende, möglicherweise erwünschte Diskussion oder Provokation sah dann so aus: Lachen und abwinken.
https://de.wikipedia.org/wiki/Male_gaze
Darüber hinaus auch noch ein Impuls: Nerd sein ist derzeit was sehr angesagtes. Und Briefmarkensammeln ist mega nerdig! Denke das ist kaum zu toppen. Müsste man halt mal Leute fragen, die sich mit sowas auskennen - und denen zuhören. Jungen Menschen um die 30 (das sind übrigens keine Jugendlichen) die Welt zu erklären kommt nämlich grade gar nicht so gut an! Überhaupt: Ein Hobby, in dem man nur Zugang zum Wahren und Echten findet, indem man älteren Herren zuhören muss - denke das wird eher nicht klappen.
https://de.wikipedia.org/wiki/PorNO-Kampagne
Nun, der Feminismus und die Diskussion um solche Werbung ist da etwas weiter, denke ich. Um das Jahr 1980 tobte in den USA der "Feminist Sex War" - dies war ein richtungsweisender Kampf, der den Übergang von der zweiten Welle zur dritten Welle des Feminismus markierte.
https://en.wikipedia.org/wiki/Feminist_sex_wars
Auch wenn das einige sehr sehr konservative Frauenrechtlerinnen anders sehen: Der aktuelle Feminismus (dritte Welle, seit ca. 40 Jahren!) ist sexpositiv. Alice Schwarzer und ihre Ansichten haben komplett ausgedient - auf größeren Events werden so Leute heutzutage auch gerne mal ... nun ja ... man ist halt weiter. Ich denke Werbung, in der Frauen stolz ihre Sexualität zeigen (nicht verstecken) kann OK sein. Vorstellungen von Moral, die zu Zurückhaltung aufrufen, erreichen da genau das Gegenteil. Die Gefahr sehe ich eher darin, dass die "moderne", überkommenen Moralvorstellungen erhabene und sich ihrer Reize und ihrer Sexualität bewusste Frau als eine Art Fetisch gesehen wird.
Ich habe die Werbung mal rumgezeigt - Meinung: Es ist ne altmodische "Geschmacksverirrung" - ist halt die Frage, wie die Provokation wirken soll. Will sie Klischees aufbrechen oder überaffirmativ zelebrieren? Die Freizügigkeit ist hier meines Erachtens echt nicht das Problem, sondern die Art, wie mit Vorstellungen von Weiblichkeit, mit Rollenbildern und mit dem "male gaze" gespielt wird. Ist das clever, oder ist das einfach etwas ... nun ja ... stumpf? Ich (und andere) haben da nicht sehen können, inwiefern sich jemand Gedanken gemacht hat. Die aufkommende, möglicherweise erwünschte Diskussion oder Provokation sah dann so aus: Lachen und abwinken.
https://de.wikipedia.org/wiki/Male_gaze
Darüber hinaus auch noch ein Impuls: Nerd sein ist derzeit was sehr angesagtes. Und Briefmarkensammeln ist mega nerdig! Denke das ist kaum zu toppen. Müsste man halt mal Leute fragen, die sich mit sowas auskennen - und denen zuhören. Jungen Menschen um die 30 (das sind übrigens keine Jugendlichen) die Welt zu erklären kommt nämlich grade gar nicht so gut an! Überhaupt: Ein Hobby, in dem man nur Zugang zum Wahren und Echten findet, indem man älteren Herren zuhören muss - denke das wird eher nicht klappen.
Am: 12.11.2024 16:59:54
Gelesen: 24874
# 53
@ Gauss [#50]
wollte eigentlich nichts mehr dazu schreiben, aber kann mich da nur anschließen, vielen Dank!
Am: 12.11.2024 17:05:22
Gelesen: 24864
# 54
Es gibt eben Leute, die würden heute noch auf dem Baum sitzen, hätten andere sie nicht heruntergeschüttelt...
Koban
Koban
Am: 12.11.2024 19:28:07
Gelesen: 24739
# 55
@ phornung [#46]
@ phornung [#49]
Ich kann den beiden Beiträgen von Peter Hornung nur zustimmen. Jedes Wort richtig. Ich habe diese Werbung meiner 22-jährigen Tochter gezeigt. Sie ist sich absolut sicher, dass ich sie nur veräppeln will. Sie glaubt mir nicht, dass tatsächlich ein offizieller, großer Landesverband ernsthaft auf diese Weise denkt, für sich werben zu können….
Am: 12.11.2024 22:56:54
Gelesen: 24592
# 56
@ bovi11 [#47]
„ Für wen halten sich die so Argumentierenden eigentlich?“
Für die Zukunft, also das Gegenteil von dir.
Wär ich Mitglied eines Vereins mit dieser Werbung, wäre mein Austritt sicher, ganz gleich was der Verein sonst macht.
Am: 12.11.2024 23:34:44
Gelesen: 24552
# 57
@ Zackensonne [#52]
Du schreibst da viel richtiges. Sexualität in der Werbung ist für viele, auch für Frauen allen Alters, kein prinzipielles Problem. Hier aber findet eben tatsächlich eine Herabwürdigung der weiblichen (und damit letztlich auch der männlichen) Sexualität statt. Darüber hinaus ist das Bild auf verstörende Weise verklemmt durch das Überdecken der Brustwarzen, eine Praxis, die z.B. durch die Facebook-Richtlinien gefordert wird und dort schon zu manchen erheiternden (wenn man absurden Humor mag) Episoden geführt hat. Zu guter Letzt ist die grafische Umsetzung einfach entsetzlich (und nein, Lars, ich muss das selbst nicht besser können, um Kritik zu üben). Vielleicht hätte ein ähnliches Motiv, umgesetzt von einem Menschen, der tatsächlich Ahnung von Kunst hat, sogar eine wirklich erfolgreiche Werbekampagne begründen können. So aber ist das ganze auf allen Ebenen nur peinlich. Und da es eben nicht der Zweck von Werbung ist, dass man darüber spricht, sondern dass ein Produkt verkauft wird, ist dieses peinliche Ding höchstwahrscheinlich auch noch eine komplette Verschwendung von Geld. Geld, dass natürlich von den Mitgliedern des Vereins aufgebracht wurde.
Am: 13.11.2024 07:51:10
Gelesen: 24410
# 58
Vielleicht könnte jemand der Auftraggeber mal erläutern, für welche Zielgruppe in welchem Alter die Werbung gedacht ist, in welchen Medien sie verbreitet werden soll und wie der Erfolg der Kampagne gemessen wird (oder auch, ob sie eventuell das Gegenteil dessen erreicht, was sie beabsichtigt).
Kurz: was soll damit bei wem in welcher Zeit erreicht werden?
Kurz: was soll damit bei wem in welcher Zeit erreicht werden?
Am: 13.11.2024 09:26:26
Gelesen: 24349
# 59
reichswolf hat es in Beitrag [#57] völlig zutreffend beschrieben! Gegen Erotik in der Werbung ist nichts einzuwenden, wenn sie Stil und Eleganz, das gewisse Etwas hat. Hat diese Werbung überhaupt nicht, da fehlt alles. Werbung ist auch kein Selbstzweck, sondern soll ein Produkt verkaufen oder ein neues Produkt bekannt machen. Deshalb zu verkünden, man hätte sein Ziel erreicht, wenn über die Werbung gesprochen wird, geht ganz und gar fehl.
Am: 13.11.2024 11:03:31
Gelesen: 24281
# 60
@ Zackensonne [#52]
...ist halt die Frage, wie die Provokation wirken soll.
Die Frage ist eher: in welche Richtung soll die Provokation wirken?
Hier wird der Philatelie der Spiegel vorgehalten.
@ filunski [#45]
Daraufhin lächelten die beiden und die Eine fragte "oh, zeigen sie uns dann auch mal ihre Briefmarkensammlung?"
Es gibt keinen treffenderen Vergleich als Mode-Event vs. Briefmarkenausstellung. Die Frage: "Zeigen Sie uns dann auch mal ihre Briefmarkensammlung?" erwartet keine Antwort auf ein bestimmtes Ereignis. Sie liefert gleichzeitig Absage und Begründung: altmodisch, langweilig, introvertiert - lachen und abwinken.
Die Provokation stellt die Frage: wollt Ihr dieses Image wirklich?
Kommt also auf den Punkt.
Ben.
Am: 13.11.2024 18:40:52
Gelesen: 24039
# 61
@ Medizinphilatelie [#37]
" nach meiner Kritik an der Werbung des LV für Philatelie (Bild unten links) baten Sie mich, einen Gegenvorschlag bzw. eine alternative Idee einzubringen."
Wenn das die Bitte des LV-Vorstands war, dann spricht das dafür, dass hier einfach irgendwas getan wurde, weil man halt mal irgendwas in Sachen Werbung meinte tun zu müssen. Niemand, der sich mal ein paar Minuten mit der Frage befasste, wie Werbung gemacht wird, würde einfach mal eine Messebesucherin bitten, Alternativvorschläge zum vorhandenen Werbematerial zu erstellen. Dass das offenbar getan wurde, spricht dafür, dass sich der Landesverband nie Gedanken um Fragen gemacht hat wie:
- Wofür stehen wir als Anbieter und wofür nicht und wie zeigt sich das bzw. wie wollen wir das zeigen?
- Welche Kundenprobleme lösen wir womit, welche Emotionen möchten wir beim Kunden auslösen?
- Warum lösen wir das Kundenproblem besser als unsere Wettbewerber und wie zeigt sich das?
- Welche Zielgruppe sprechen wir an und welche wollen wir explizit nicht ansprechen?
- Wo wollen wir unsere Zielgruppe wie ansprechen?
- Was erwartet unsere Zielgruppe von einem Produkt, das und einem Anbieter, der ihr Problem löst?
- Was soll passieren, nachdem unsere Zielgruppe Werbematerial XYZ sah?
Wenn man sich all diese Fragen stellte und beantwortete, kann man evtl. anfangen, Werbemittel zu erarbeiten. Denn erst wenn man Antworten auf die Fragen hat, ist es überhaupt möglich, sinnvolle Werbemittel zu erstellen und nicht sowas wie im 1. Beitrag dieses Threads.
Dass der verlinkte Facebookbeitrag des LV Südwest offline genommen wurde, spricht dafür, dass es wohl doch nicht wie von Lars Böttger behauptet Ziel war, irgendwie ins Gespräch zu kommen.
Selbst Unternehmen, die provokante Werbung machen, stellen sich die obigen Fragen und schneiden die Werbung dann auf die Antworten zu diesen Fragen zu.
Am: 13.11.2024 20:33:29
Gelesen: 23932
# 62
Gut das wir oben gelesen haben, dass die Kampagne scheinbar
- von Profiseite
- von einer Frau
- aus der Künstlerszene
genau so konzipiert wurde ;-) Sie stammt, wenn das zutreffen sollte, eben nicht von einem alten weißen Mann.
Aber der letzte Punkt ist für mich der Knackpunkt, "Künstler halt". Ich hätte, wie bereits auch von anderen hier angemerkt, für die 'Frauengrafik' eher eine modernere Anime-/Manga-Darstellungsart, im Kawaii-Style, gewählt, vielleicht sogar eine Cosplayerin. Ansonsten halte das selbstironische, klischeekarikierende Motiv mehr als gelungen.
BTW, da es angesprochen wurde, ich gehe mal davon aus, dass die Werbung die Ü40er ansprechen soll, die in ihrer Jugend mal Briefmarken gesammelt haben. Wo die Kinder aus dem Haus sind, man "zu alt für Fußball-Kreisliga" ist und man eine neue Freizeitbeschäftigung sucht. Das ist eigentlich unsere einzige erreichbare Zielgruppe. Kinder und Jugendliche kann man mit Werbung für die Philatelie in keinem Fall ansprechen, da es in deren Lebenswirklichkeit im Prinzip keine sichtbaren (sammelbaren) Briefmarken mehr gibt, über die man diese mit Werbung anlocken könnte. Kinder/Jugendliche kommen, wenn überhaupt, dann sowieso nur über direkte Kontakte mit sammelnden Eltern, Freunden oder Lehrern o.ä. zum Briefmarkensammeln. "Freilaufende" Kinder sind unerreichbar. Da kann ich noch so viel 007-Plakate aufhängen.
Und wenn wir schon bei der 007-Werbung sind, die finde extrem langweilig, nichtssagend, ohne jeden Auffall-, Reaktivierungs- oder "Erinnerungswert". Gähn... einfacher 70er Jahre Irgendwasmachen-Standard, das eigentlich auch wenig bis nix mit Briefensammeln zu tun hat. Detektivische Philatelie als Einstieg ist eher unwahrscheinlich, dass wäre dann die nächste Stufe für bereits Angefixte. Deshalb gerade hier, frage ich mich "welche Zielgruppe". Gelangweilte Retrokinofans?
Wenn jemand bei dieser eineindeutig selbstironischen Werbung einen Altherrenwitz für Alte Weiße Männer sieht, dann sagt das für mich eher etwas über den 'beschämt-selbstertappten' Beurteiler aus, nicht über die Kampagne. Bei dem "Klischeeaufgreifen" handelt sich ja um genau das absolute Gegenteil davon. Damit karikieren wir das Altherrenwitzlachen, nämlich einen der Charakterzüge, die die Öffentlichkeit mit uns immer klischeehaft verbinden. Bitte mehr von diesen negativklischeegeladenen und -aufgreifenden Motiven. So etwas wie z.B. die aktuelle Beach Boy-Werbung für Köpi [1] oder die neue Astra "Was dagegen?"-Kampage [2], nur mit Bezug auf Philatelieklischees ;-) So etwas brauchen wir! Seid mal kreativ!
Beste Grüße
Thomas
[1] https://www.horizont.net/video/Heute-ein-Koenig---Beach-Boys-54382
[2] https://www.astra-bier.de/werbung/
Am: 13.11.2024 20:43:16
Gelesen: 23919
# 63
Das ganze ist so etwas von peinlich, lediglich die Versuche diesen Frauenfeindlichen Mist zu verteidigen setzen dem ganzen eine Krone auf.
WO LEBT IHR EIGENTLICH?
Am: 13.11.2024 20:51:25
Gelesen: 23910
# 64
Ironie ist immer ein Problem. Wird halt nicht immer verstanden.
Vielleicht hätte man ja besser zur Ausgewogenheit (bzw. damit es nicht falsch verstanden werden kann) zwei Motive wählen können. Neben der Dame, wie gehabt, eine weitere bei der ein bierbäuchiger, alter weißer Mann mit Toupet und Pinzette dem Betrachter bzw. der Betrachterin 'aus dem Bild heraus' diese Frage stellt. Hätte ich für ebenso gut gehalten. Ernsthaft ;-)
Am: 13.11.2024 21:15:59
Gelesen: 23875
# 65
@ DL8AAM [#64]
Ironie ist immer ein Problem. Wird halt nicht immer verstanden.
Wenn man Ironie auch noch erklären muss, dann war´s wohl nix ....
Ironie ist immer ein Problem. Wird halt nicht immer verstanden.
Wenn man Ironie auch noch erklären muss, dann war´s wohl nix ....
Am: 13.11.2024 21:50:27
Gelesen: 23826
# 66
@ wuerttemberger [#65]
Leider muss man das, wenn man hier querliest, scheinbar aber doch? ... ;-)
Wobei hier aber ja auch nicht die Ironie inhaltlich erklärt werden muss, da hättest Du vollständig Recht, dann liefe sie ja zu x% ins Leere, sondern die Theorie. Und handelt sich hier ja auch nicht um Ironie, sondern um Selbstironie.
Am: 13.11.2024 22:43:26
Gelesen: 23782
# 67
Hallo,
ein bisschen überheblich als Teil der schweigenden Mehrheit, als Mitglied der Zielgruppe (meine Annahme) und jemand der die Bedeutung des Spruches auf dem Stoffbeutel unter Nichtsammlern einordnen kann, mal ein paar Bemerkungen zu der Aktion (fehlerhaft als Werbung bezeichnet).
Zu Beginn des Themas erfahren wir die Aktion sollte eine Diskussion anstoßen, etwas später in Ulm gab dazu es keine Aufregung. Dem Wunsch nach einer Diskussion sind hier und nur hier einige gefolgt, überraschender Weise gab es auch negative Äußerungen. Wer es nun gewagt hatte die Aktion nicht gut zu finden war wahlweise:
peinlich, spießig, politisch-korrekt (im Kontext abwertend gemeint), humorlos, langweilig, knöchernde alte Herren, verklemmt oder gehören nicht zur Zielgruppe oder haben es falsch verstanden
Zwischenfrage: wieso gehöre ich nicht zur Zielgruppe und was habe ich falsch verstanden?
Im weiteren Verlauf kam der übliche Vorwurf wer nichts macht soll auch nicht kritisieren
Zwischenfrage: warum dann eine Diskussion anstoßen?
Direkt danach erfuhren wir, auf die Bitte einen Alternativvorschlag zu machen, wurde dies umgesetzt. Anstatt froh zu sein einen Alternativentwurf zu bekommen, wurde der Entwurf! zerrissen.
Zwischenfrage: die den Entwurf (007) schlecht fanden, sind die jetzt auch peinlich, spießig usw?
Nach den beiden ersten Beiträgen im Thema wäre die Diskussion besser beendet worden. Nr. [#1] Ron Alexander mit seinen Videos und Nr. [#2] Johannes Hoffner mit den Online Seminaren zeigen wie es geht. Beide erzählen Geschichten, machen neugierig und wecken Interesse. Nicht zu vergessen die Seiten einiger Argen, die sich vorstellen, ihre Projekte beschreiben, Leseproben anbieten usw. Dann den Forenbetreibern mit den ganzen Helfern, laßt Euch allen gesagt sein: Stoffbeutel auf links drehen und gelassen bleiben.
Am: 13.11.2024 22:50:15
Gelesen: 23775
# 68
@ DL8AAM [#64]
Hallo Thomas,
wenn Du hier Ironie erkennst, liegst Du meiner Meinung nach leider daneben. Das ist keine Ironie, das ist bitterer Ernst. Höchstens noch Realsatire.
Wenn man das Thema verfolgt, erkennt man auch, dass die Mehrheit der hier Kommentierenden das auch so sieht. Diejenigen, die - wie Du - hier Ironie erkennen können, beneide ich ein wenig. Denn sie müssen sich nicht so sehr ärgern wie ich und die meisten anderen hier.
Der Kern der Sache ist, dass mit Geldern der Vereinsmitglieder, letztlich also mit dem Geld der Sammler, ein Negativ-Image der Philatelie transportiert wird. Das ist das Bild, was bleibt. Der Landesverband verstößt damit in meinen Augen gegen seine eigene Satzung. Denn darin ist als Vereinszweck die "Förderung der Philatelie" benannt. Diesem Ziel wird mit dem Altherrenwitz in Taschen- und Tassenform ein Bärendienst erwiesen.
Viele Grüße
Christoph
Am: 14.11.2024 00:09:54
Gelesen: 23728
# 69
@ Christoph 1 [#68]
... ein Negativ-Image der Philatelie transportiert wird.
Wie gesagt, nicht Ironie, sondern Selbstironie. Wir hängen uns das Klischee, dass die Außenwelt von uns hat, bewusst um, und zeigen damit wir über uns selbst "lachen" können und dadurch, dass wird diese Klischees (siehe die auch die aktuell sehr erfolgreiche Köpi- und Astra-Werbung, siehe oben) den Leuten, die diese Klischees über uns im Kopf haben, um eben diesen hauen. Und ganz genau dafür nutzt eben man üblicherweise das etablierte Negativ-Image, als offensives "Bildniss". Aber scheinbar sind wir wirklich so verknöchert, wie die da draussen über uns denken?
Hier ein paar Plakate aus der sehr erfolgreichen, aktuellen (und in der "Werbeszene" gefeierte) Astra-Kampagne [1]. Gut, bildtechnisch und künstlerisch in meinen Augen sehr, sehr viel besser gelöst, als "unsere" eher etwas zu dumpfaltbackene Ausführung. Aber über Kunstgeschmack kann oder sollte man nicht streiten. Künstler stehen ja über jedem Urteil ... ;-) Aber Macher spielen ebenso mit Klischees, Vorurteilen über normale Biertrinker und vermeindlichen "Sexsismus". Dort gefeiert, hier verrissen, was sagt das über uns aus?
Beste Grüße
Thomas
[1] https://www.astra-bier.de/werbung/
Hier ein paar Plakate aus der sehr erfolgreichen, aktuellen (und in der "Werbeszene" gefeierte) Astra-Kampagne [1]. Gut, bildtechnisch und künstlerisch in meinen Augen sehr, sehr viel besser gelöst, als "unsere" eher etwas zu dumpfaltbackene Ausführung. Aber über Kunstgeschmack kann oder sollte man nicht streiten. Künstler stehen ja über jedem Urteil ... ;-) Aber Macher spielen ebenso mit Klischees, Vorurteilen über normale Biertrinker und vermeindlichen "Sexsismus". Dort gefeiert, hier verrissen, was sagt das über uns aus?
Beste Grüße
Thomas
[1] https://www.astra-bier.de/werbung/
Am: 14.11.2024 02:30:57
Gelesen: 23680
# 70
Inzwischen gibt es hier zahlreiche Wortmeldungen, die mit guten Argumenten deutlich machen, warum diese Aktion mehr als problematisch ist und warum sie uns als Philatelisten sehr schaden kann. Ich kann aus meiner beruflichen Perspektive als Journalist und einer Erfahrung von fast drei Jahrzehnten nur hinzufügen: Das wird nicht schön, wenn es jemand außerhalb unseres Kreises aufgreift. Wir blamieren uns.
Ich erwarte von unseren Verbandsvertretern, ob auf Landesverbands- oder Bundesebene, dass sie das Ganze stoppen und sich von dieser Aktion distanzieren. Und dass sie damit einstehen für Werte, die auch für die organisierte Philatelie gelten - zum Beispiel Respekt vor Frauen. Ich jedenfalls will keinem Verband angehören, der hier nicht eindeutig Position bezieht.
Und die anderen Sammlerfreunde sollten bitte nicht damit weitermachen, einen schmierigen Herrenwitz in Form einer Tragetasche zu rechtfertigen. Vergleiche mit anderer, vermeintlich ähnlicher Werbung (Astra!) wirken recht hilflos, ja einfältig.
Ich wette mal, keiner von denen hat das Werbematerial einer jungen Frau aus seinem Umfeld gezeigt. Ich habe das schon mehrmals getan. Die Reaktionen gingen von Unglaube („F*ck! Nicht dein Ernst!“) bis hin zu Empörung („Die haben sie nicht mehr alle.“)
Schöne Grüße
Peter
Ich erwarte von unseren Verbandsvertretern, ob auf Landesverbands- oder Bundesebene, dass sie das Ganze stoppen und sich von dieser Aktion distanzieren. Und dass sie damit einstehen für Werte, die auch für die organisierte Philatelie gelten - zum Beispiel Respekt vor Frauen. Ich jedenfalls will keinem Verband angehören, der hier nicht eindeutig Position bezieht.
Und die anderen Sammlerfreunde sollten bitte nicht damit weitermachen, einen schmierigen Herrenwitz in Form einer Tragetasche zu rechtfertigen. Vergleiche mit anderer, vermeintlich ähnlicher Werbung (Astra!) wirken recht hilflos, ja einfältig.
Ich wette mal, keiner von denen hat das Werbematerial einer jungen Frau aus seinem Umfeld gezeigt. Ich habe das schon mehrmals getan. Die Reaktionen gingen von Unglaube („F*ck! Nicht dein Ernst!“) bis hin zu Empörung („Die haben sie nicht mehr alle.“)
Schöne Grüße
Peter
Am: 14.11.2024 05:31:36
Gelesen: 23644
# 71
@ DL8AAM [#69]
Mag ja sein, dass sich hier jemand aus der Philatelie-Welt ganz viele Gedanken gemacht hat und die große Zahl der Dummerchen hier im Forum die Selbstironie einfach nicht erkennt.
Aber:
- Der Unterschied zur Astra-Werbung besteht darin, dass diese witzig ist, weil gut gemacht. Die Tüten-"Werbung" ist es nicht.
- Warum ist das so? Weil in der Astra-Werbung die Ironie unmittelbar ins Auge springt (mit dem "Holzhammer" quasi). Im Gegensatz dazu ist die Tüten-"Werbung" erklärungsbedürftig und man muss schon sehr an die Erklärungen glauben, um sich nicht aufregen zu müssen. Werbung funktioniert aber nun einmal in einem Bruchteil einer Sekunde - oder gar nicht. Die Idee, dass sich potenzielle Sammler stundenlang über die Tüt beugen, bis dann endlich der Groschen fällt und sich dann entschließen, mit dem Sammeln anzufangen, ist naiv. Gerade wenn man eine ironische Werbung verwenden will, muss man extrem viel Sorgfalt aufwenden (so wie Astra und die sicherlich nicht ganz günstige Werbeagentur), sonst geht das nach hinten los und wird besonders peinlich (so wie hier). Die Fälle, in denen die Versuche der Selbstironie nach hinten los gingen und gerade dadurch das gesamte Internet belustigt haben, sind Legion.
- Gerade der Vergleich mit Astra verdeutlicht den massiven Quaitätsunterschied: die Dame auf dem mittleren Astra-Plakat entspricht mit ihrem kühlen Blick, den Tattoos und dem an der richtigen Stelle platzierten Unterarm eben nicht dem Klischeebild der frauenverachtenden Werbung. Die Tüten-"Werbung" zeigt hingegen offensiv in die "Kamera" gestreckte pralle Brüste, die Brustwarzen überklebt wie seinerzeit bei Hugo Egon Balders Busenshow Tutti Frutti, lasziv geöffneten Lippen, usw.
- Was mich an der Diskussion hier überrascht, ist, dass moralische Argumente und die nüchterne Frage des Erfolgs der Aktion vermischt werden. Was die Moral anbelangt, kann man unterschiedlicher Ansicht sein. Was den Erfolg anbelangt, kann man aus meiner Sicht nur ein Fazit ziehen: bisher hat sich kein einziger Mensch gefunden, der hierdurch für die Philatelie begeistert wurde. Obendrein wird die Philatelie durch den misslungenen Versuch der Selbstironie noch mehr der Lächerlichkeit preisgegeben als es in den Augen vieler Nichtphilatelisten ohnehin schon der Fall ist. Mit anderen Worten: Misserfolg auf der ganzen Linie. Die Aktion war vielleicht gut gemeint, aber ganz sicherlich nicht gut gemacht. Die Iniatoren dieser Aktion sollten sich das selbt eingestehen, anstatt alle anderen Menschen auf dieser Welt als dumm herabzusetzen.
Nichts für Ungut - allen einen schönen Tag
Christian
Mag ja sein, dass sich hier jemand aus der Philatelie-Welt ganz viele Gedanken gemacht hat und die große Zahl der Dummerchen hier im Forum die Selbstironie einfach nicht erkennt.
Aber:
- Der Unterschied zur Astra-Werbung besteht darin, dass diese witzig ist, weil gut gemacht. Die Tüten-"Werbung" ist es nicht.
- Warum ist das so? Weil in der Astra-Werbung die Ironie unmittelbar ins Auge springt (mit dem "Holzhammer" quasi). Im Gegensatz dazu ist die Tüten-"Werbung" erklärungsbedürftig und man muss schon sehr an die Erklärungen glauben, um sich nicht aufregen zu müssen. Werbung funktioniert aber nun einmal in einem Bruchteil einer Sekunde - oder gar nicht. Die Idee, dass sich potenzielle Sammler stundenlang über die Tüt beugen, bis dann endlich der Groschen fällt und sich dann entschließen, mit dem Sammeln anzufangen, ist naiv. Gerade wenn man eine ironische Werbung verwenden will, muss man extrem viel Sorgfalt aufwenden (so wie Astra und die sicherlich nicht ganz günstige Werbeagentur), sonst geht das nach hinten los und wird besonders peinlich (so wie hier). Die Fälle, in denen die Versuche der Selbstironie nach hinten los gingen und gerade dadurch das gesamte Internet belustigt haben, sind Legion.
- Gerade der Vergleich mit Astra verdeutlicht den massiven Quaitätsunterschied: die Dame auf dem mittleren Astra-Plakat entspricht mit ihrem kühlen Blick, den Tattoos und dem an der richtigen Stelle platzierten Unterarm eben nicht dem Klischeebild der frauenverachtenden Werbung. Die Tüten-"Werbung" zeigt hingegen offensiv in die "Kamera" gestreckte pralle Brüste, die Brustwarzen überklebt wie seinerzeit bei Hugo Egon Balders Busenshow Tutti Frutti, lasziv geöffneten Lippen, usw.
- Was mich an der Diskussion hier überrascht, ist, dass moralische Argumente und die nüchterne Frage des Erfolgs der Aktion vermischt werden. Was die Moral anbelangt, kann man unterschiedlicher Ansicht sein. Was den Erfolg anbelangt, kann man aus meiner Sicht nur ein Fazit ziehen: bisher hat sich kein einziger Mensch gefunden, der hierdurch für die Philatelie begeistert wurde. Obendrein wird die Philatelie durch den misslungenen Versuch der Selbstironie noch mehr der Lächerlichkeit preisgegeben als es in den Augen vieler Nichtphilatelisten ohnehin schon der Fall ist. Mit anderen Worten: Misserfolg auf der ganzen Linie. Die Aktion war vielleicht gut gemeint, aber ganz sicherlich nicht gut gemacht. Die Iniatoren dieser Aktion sollten sich das selbt eingestehen, anstatt alle anderen Menschen auf dieser Welt als dumm herabzusetzen.
Nichts für Ungut - allen einen schönen Tag
Christian
Am: 14.11.2024 06:45:49
Gelesen: 23615
# 72
@ Sammlerfreund Christian [#71]
Hallo Christian,
vielen Dank für Deine sachliche und treffende Analyse, die sich wohltuend von den sich größtenteils unsachlich/beleidigt-sein äußernden Befürwortern unterscheidet.
Apropos unterscheiden: Gewaltige Unterschiede zwischen dieser Philatelie-Kampagne und der Astra-Kampagne liegen meiner Meinung nach in der Professionalität der bildlichen Umsetzung bei Astra vs. Kreisklasse C-Niveau bei der Philatelie (Eine Künstlerin hat das gestaltet? Echt jetzt?) sowie auch darin, dass Astra eben nicht nur das eine Motiv hat, sondern eine ganze Reihe. Und das schon seit langer Zeit in einer witzigen und in einer tollen Sich-selbst-nicht-Ernst-nehmen-Umsetzung. Diese Kampagne finde ich sehr gelungen, trinke aber trotzdem keinen Alkohol und werde auch nicht damit anfangen.
Und an die Verantwortlichen: Provokation, nur um der Provokation willen hat schon 1977/1978 bei den Sex Pistols nur bedingt funktioniert. Wer wirklich provozieren will, schaut sich vielleicht die Platten-Gestaltungen von Jello Biafra für seine LPs und die der Dead Kennedys an.
Ob Provokation, in welcher Weise auch immer, hilft, um Interessenten für die Philatelie zu gewinnen, da bin ich mir mehr als unsicher. Und wenn das hier das Image ist, das der Landesverband vermitteln möchte, dann viel Glück. Hängt es Euch in Eure holzvertäfelten 70er Jahre-Kellerbars zu den anderen ähnlichen Postern, an die es mich erinnert. Und was ich in den 70ern schon völlig daneben fand. Respekt sieht anders aus.
Und: Das 007-Motiv finde ich in seiner ästhetischen und Coolness verbreitenden Aufmachung sehr gelungen. Unabhängig davon, ob es erfolgreich sein würde oder nicht.
Und, an die werten Verantwortlichen gerichtet: Wer zur Diskussion anregen möchte, sollte bei Äußerungen, die ihm nicht passen, nicht sofort mit „Dann macht doch was besseres“ reagieren. Das hier ist die Diskussion, die Ihr wolltet. Ob es Euch passt oder nicht.
Schönen Tag
Thomas
Hallo Christian,
vielen Dank für Deine sachliche und treffende Analyse, die sich wohltuend von den sich größtenteils unsachlich/beleidigt-sein äußernden Befürwortern unterscheidet.
Apropos unterscheiden: Gewaltige Unterschiede zwischen dieser Philatelie-Kampagne und der Astra-Kampagne liegen meiner Meinung nach in der Professionalität der bildlichen Umsetzung bei Astra vs. Kreisklasse C-Niveau bei der Philatelie (Eine Künstlerin hat das gestaltet? Echt jetzt?) sowie auch darin, dass Astra eben nicht nur das eine Motiv hat, sondern eine ganze Reihe. Und das schon seit langer Zeit in einer witzigen und in einer tollen Sich-selbst-nicht-Ernst-nehmen-Umsetzung. Diese Kampagne finde ich sehr gelungen, trinke aber trotzdem keinen Alkohol und werde auch nicht damit anfangen.
Und an die Verantwortlichen: Provokation, nur um der Provokation willen hat schon 1977/1978 bei den Sex Pistols nur bedingt funktioniert. Wer wirklich provozieren will, schaut sich vielleicht die Platten-Gestaltungen von Jello Biafra für seine LPs und die der Dead Kennedys an.
Ob Provokation, in welcher Weise auch immer, hilft, um Interessenten für die Philatelie zu gewinnen, da bin ich mir mehr als unsicher. Und wenn das hier das Image ist, das der Landesverband vermitteln möchte, dann viel Glück. Hängt es Euch in Eure holzvertäfelten 70er Jahre-Kellerbars zu den anderen ähnlichen Postern, an die es mich erinnert. Und was ich in den 70ern schon völlig daneben fand. Respekt sieht anders aus.
Und: Das 007-Motiv finde ich in seiner ästhetischen und Coolness verbreitenden Aufmachung sehr gelungen. Unabhängig davon, ob es erfolgreich sein würde oder nicht.
Und, an die werten Verantwortlichen gerichtet: Wer zur Diskussion anregen möchte, sollte bei Äußerungen, die ihm nicht passen, nicht sofort mit „Dann macht doch was besseres“ reagieren. Das hier ist die Diskussion, die Ihr wolltet. Ob es Euch passt oder nicht.
Schönen Tag
Thomas
Am: 14.11.2024 08:45:12
Gelesen: 23536
# 73
@ Sammlerfreund Christian [#71]
Danke Christian für die differenziertere Stellungnahme. Im Prinzip sind wir uns dabei ja vollkommen einig, dass die bildtechnische Ausgestaltung, einer in meinen Augen sehr guten Idee, um es vorsichtig auszudrücken, sehr suboptimal gelungen ist. "Künstler halt...". So, da gebe ich Dir recht überwiegt die graphische Ausführung, die selbstironische Aussage.
Man hätte aus dieser Ausgangsidee den Klischeespruch "Darf ich Dir mal meine Briefmarkensammlung zeigen?", der eigentlich schon fast einen Popkultstatus hat (und ein allgemein bekannter Running Gag über uns Philatelisten ist), als Titel (à la Astra "Was dagegen?") für eine echte Kampagne mit den verschiedensten Motiven ausschlachten können. Neben gut gestalten jungen Damen eben auch, wie oben (ernsthaft) gemeinten Adaption der Köpi-Werbung, z.B. mit fröhlich blickenden dickbäuchigen Obenohne-Fragern, mit Bierbrüsten, im dunklen Kämmerlein, mit Pinzette in der Hand. Die Köpi-Werbung funktioniert ja auch nur, weil jeder (als allgemeines Kulturgut) das strandlaufende Pamela Anderson-Baywatchthema kennt und sofort die Anspielung - auch als Selbstironie - versteht. Auch hier muss ich Dir Recht geben, Selbstironie muss "gekonnt" sein.
Und nein solche Werbung soll und kann Dich nicht zum sofortigen Bier-Konsum (Sammeln) motivieren, sondern einfach nur den Bekanntheitsgrad promoten. Und wer über sich selbst lachen kann, wird im Unterbewusstsein "als Feeling" eher als positiv konnotiert. Mehr nicht. Nicht weniger. Und genau das ist es, was wir brauchen, uns aus der verknöcherten Spiesserecke rausholen.
Ja, auch ich habe einige Frauen (um die 40/50) befragt, die fanden alle (!) die Idee glaubwürdig (!) witzig. Die haben die Selbstironie sofort erkannt, aber die kennen auch mich, als Philatelisten und die Philatelie "als Idee" - und können das besser einordnen. Die "künstlerische" Ausführung selbst fand irgendwie aber keine wirklich "optimal" gelungen. "Künstler halt ..." ;-)
Summary: Idee 2+, Ausführung 5-
Beste Grüße
Thomas
Am: 14.11.2024 09:30:27
Gelesen: 23509
# 74
@ phornung [#70]
"Ich erwarte von unseren Verbandsvertretern, ob auf Landesverbands- oder Bundesebene, dass sie das Ganze stoppen und sich von dieser Aktion distanzieren. Und dass sie damit einstehen für Werte, die auch für die organisierte Philatelie gelten - zum Beispiel Respekt vor Frauen. Ich jedenfalls will keinem Verband angehören, der hier nicht eindeutig Position bezieht."
Ich hätte es nicht besser sagen können.
Der Vorsitzende des BDPh Verwaltungsrats ist auch Vorstandsvorsitzender des für die Werbematerialien verantwortlichen Landesverbands. Dass das Facebookposting offline ging, ist schonmal ein erstes gutes Zeichen. Kommt der Landesverband nicht selbst drauf, dass die Materialien zurückzuziehen und zu vernichten sind, bezweifle ich, dass der BDPh hier tätig werden wird.
Von den Befürwortern des Materials wurde leider noch nicht gesagt, was das Ziel der Werbung ist. "Dass drüber gesprochen wird" mag vielleicht ein Ziel gewesen sein, aber doch nicht das einzige. Nur Narzissten geben Geld aus, damit über sie gesprochen wird. Der Verband hatte sicherlich noch darüber hinausgehende Ziele. Welche waren das und wie könnten die mit dem Material erreicht werden? Wenn ich die auf dem Material abgedruckte Website öffne, erschließt sich mir nicht, was ich als Interessent dort tun soll. Was soll mir dort verkauft werden (und auch "Spaß an der Philatelie" ist etwas, das verkauft werden muss)? Und vor allem wie soll mir das verkauft werden? Mit einer Website Made in 2001, überladen mit lauter Zeugs, ohne klaren Fokus, wird das nichts. Jeder andere designt für sowas seit min. einem Jahrzehnt eine Landing Page - und eventuell, aber nicht zwingend, auch noch eine zusätzliche Website zur positiven Außendarstellung. Was mich wieder zu meiner schon zuvor geäußerten Vermutung führt, dass gar nicht länger nachgedacht wurde, sondern einfach mal was gemacht wurde, weil man mal was machen müsse.
Daher ist mein Tipp, nicht irgendeinen Alternativvorschlag für ein Beutelmotiv einzureichen, sondern mal 200 Euro in Bücher zum Thema Marketing und Onlinemarketing zu investieren, durchzulesen und umzusetzen.
Am: 14.11.2024 10:28:59
Gelesen: 23438
# 75
Aber das viel diskutierte Astra kann doch auch ein sehr gutes Vorbild sein - nämlich darin, wie man mit misslungener Werbung umgeht: Werbemaßnahme sofort einstellen, sich erklären, entschuldigen, daraus lernen und zukünftig besser machen.
Aus einer Mitteilung von 2018[1]: " ... Unsere Art, wie wir die Dinge angehen, ist sicher nicht die Weichspüler-Werbevariante – aber Astra wäre nicht Astra, wenn wir nicht auch mal anecken. Trotz allem bedauern wir, wenn das ausgewählte Motiv für manche von euch die Linie einen Fußtritt zu weit überschritten und euch im Ergebnis verärgert hat. Wie durchlässig diese Grenze zum rassistischen Klischee ist, haben wir durch eure Reaktionen gemerkt. Denn das Plakat ist in den Augen vieler von euch der Vielfältigkeit und bunten Gleichberechtigung unserer Gesellschaft, an die Astra zutiefst glaubt, nicht gerecht geworden. Wir wollen sympathisch, einladend, kauzig, eigen, humorvoll und eben Hamburg sein. Hier ist uns das nicht geglückt. Daher entschuldigen wir uns für den Unmut, den wir mit dieser Idee bei euch verursacht haben, und stoppen die Kampagne, um intensiv an einem angemessenen neuen Motiv zu arbeiten."
[1] https://www.welt.de/sport/fussball/article180883650/Astra-FC-St-Pauli-prangert-eigenen-Sponsor-oeffentlich-wegen-Rassismus-an.html
Hinweis: Überschrift redaktionell der Diskussion angepasst
Am: 14.11.2024 14:15:40
Gelesen: 23242
# 76
@ Adalbert [#75]
Nur zur Ergänzung, die Stellungnahme betrifft die 2018er, nicht die aktuelle 2024er Kampagne [1].
[1] https://www.astra-bier.de/werbung (Download: 13.11.2024)
@ TeeKay [#74]
Auch das stimmt, wenn ich eine Kampagne starte, dann setze ich auch eine entsprechende, passende "Willkommensseite" auf, die die Kampagne - auch optisch - korrespondierend aufgreift bzw. abrundet und die Angelockten erst dann auf die eigentliche "Mutterseite" entlässt.
Wobei, was die Mutterseite betrifft, da bin ich (...) eher konservativ aufgestellt, da finde ich die nüchternen reinen Informationsseiten, im Style der 90er/2000er Jahre immer noch sehr viel besser und ansprechender, als die heutigen, die meist komplett mit Grafiken und sonstigen stylischen Elementen so überfrachtet sind, dass die eigentlichen Informationen (!), die ich als Aufrufer ja suche, an den Rand drängen.
Ich klicke doch bewusst keine Seite an, um mich auch dort weiter mit Werbung berieseln zu lassen, sondern weil ich hier nüchterne Informationen suche. Wenn mich eine Webseite zu offensiv mit Werbung oder hauptsächlich gar mit einer schnöden Eigenimagekampage begrüßt, dann wirkt das auf mich auf den ersten Eindruck, erst einmal eher abstoßend 'unseriös'. Deshalb finde ich zum Beispiel den Grundaufbau der (informations- bzw. textbasierten) Seite des BDPh eigentlich ausgesprochen sehr gut gelungen! Aber ich, als alter weißer Mann, kenne auch noch die guten alten 90er Jahre™ des Webs und ich bin ja auch internetmäßig mit einem idealistisch-visionären Web aufgewachsen. Heutige Neunutzer kennen (und erwarten) ja leider nur das bunte, hyperaktiv zuckelnde Netz (und Apps) - und Webdesigner verkaufen das dann ihren Auftraggebern, als den allein glücklichmachenden Standard. Aber as time goes by ...
Beste Grüße
Thomas
Am: 14.11.2024 15:16:33
Gelesen: 23190
# 77
Gerne möchte ich im Zusammenhang rund um die Frage, wie man gute Werbung rund um das Thema Philatelie macht, auf das anstehende BDPh Online Seminar hinweisen:
BDPh Online-Seminar: Öffentlichkeitsarbeit und Marketing in der Philatelie am Samstag, 23. November 2024, 16-17:30h, online über Zoom statt.
Was ist gutes Marketing und gute Öffentlichkeitsarbeit? Für die Philatelie heisst das, unser tolles Hobby in der Allgemeinheit bekannt zu machen. Doch wer sind heute die richtigen Zielgruppen und wie spricht man diese an? Im Rahmen des Seminars sollen einige Grundlagen zum Thema vermittelt werden und an Hand von konkreten Beispielen und Ideen aufgezeigt werden, was man als Verband, Ortsverein oder ArGe machen kann. Dabei soll auch kritisch mit den vielen Fehlannahmen ("Misconceptions") aufgeräumt werden, die die Diskussionen in der organisierten Philatelie bis heute beherrschen.
Mehr Informationen finden Sie auf der BDPh-Homepage unter http://www.bdph.de/seminareonline
Für eine Anmeldung nutzten Sie den folgenden Link: https://t1p.de/554u6
Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Vielleicht hat die eine oder der andere ja noch Lust teilzunehmen.
Am: 14.11.2024 16:13:21
Gelesen: 23138
# 78
Hallo zusammen,
mein Beitrag dazu jetzt auch als Video mit meinen Gedanken.
Liebe Philatelisten, jetzt mal Klartext, wir müssen reden!
https://youtu.be/1re03kieiX8
Grüße,
Ron
Am: 14.11.2024 20:24:17
Gelesen: 22950
# 79
Lieber Ron,
ich danke für Dein klares Statement. Ich schliesse mich Dir 100% an. Diese Werbung ist zum Fremdschämen.
Mir gefällt Deine ausgewogene und klare Argumentation. Haben wir Philatelisten nicht mehr zu bieten?
Wenn das Ziel der Werbung Provokation ist, hat sie das Ziel nur innerhalb der Philatelistengemeinde erreicht. Nach aussen bleibt so etwas wirkungslos. Wir können durch Werbung niemanden zum Sammler machen, wir können höchstens durch Werbung Sammler für die organisierte Philatelie motivieren.
Viele Grüsse,
Johannes
Am: 14.11.2024 21:19:58
Gelesen: 22885
# 80
@ johanneshoffner [#79]
Wenn das Ziel der Werbung Provokation ist, hat sie das Ziel nur innerhalb der Philatelistengemeinde erreicht. Nach aussen bleibt so etwas wirkungslos. Wir können durch Werbung niemanden zum Sammler machen, wir können höchstens durch Werbung Sammler für die organisierte Philatelie motivieren.
Auch wenn das keine Provokation, sondern eine Selbstironie ist, hast Du hier den Kern gut getroffen. Die Frage nach der Zielgruppe. Durch "echte", direkt verhaltenssteuernde Werbung kann man eigentlich maximal nur Sammler innerhalb der bestehenden Phila-Szene erreichen, um neue Mitglieder für die "Organisation" zu generieren.
Sollte die Zielgruppe aber in der "zivilen" Öffentlichkeit gesucht werden, dann muss ich eher Millionen in die Hand nehmen und groß angelegt eine Image-Kampagne in den "zivilen" Medien der Außenwelt (Plakatwände, traditionelles TV und Youtube etc.) starten, um uns irgendwie in das Unterbewusstsein der Bevölkerung zu mogeln. Da reichen ein paar Dutzend Jutetaschen, die ich unter Unseresgleichen verteile, nicht wirklich aus. Da habt Ihr mit der Kritik irgendwie auch Recht. "Kaffeetassen" gehen wohl eher als Merch, als als Werbung, durch.
Vielleicht sollte der BDPh (mit allen anderen "Organisationen" zusammen, plus Auktions- und Briefmarkenhandelshäusern sowie mit "Weiden") mal bei den Agenturen, die für die aktuelle Astra- und Köpi-Kampagne verantwortlich sind, nach einer ebenso reichweitenstarken selbstironischen, image-umkehrenden Kampagne nachfragen, why not? ;-) Aber nicht wieder bei sich selbst verwirklichenden "Künstlern" ;-) Ein wirklich gutes, einprägsames und äußerst erfolgsversprechendes Branding mit hohem Wiedererkennungswert "Darf ich Dir mal meine Briefmarkensammlung zeigen?" hätten wir ja schon! Ernsthaft! Nun fehlen nur noch gute kreative, 'rechtssichere' Ausführungen.
Ansonsten klappt es vielleicht - aber maximal nur auf untersten "Erfolgszahlenniveau" - auf persönlicher oder lokaler Ebene, dass man in seinem Bekanntenkreis 'bei jeder sich bietenden Gelegenheit' offensiv als (nervtötender...) Multiplikator auftritt ;-) oder man rührig über lokale Medien und Veranstaltungen grassroots Missionsarbeit leistet, um vielleicht eine handvoll von Neulingen zu werben. Wobei lokale Printmedien ja leider zunehmend eine immer geringere Reichweite erzielen, diese Schiene wird eher früher, als später, sich Richtung Bedeutungslosigkeit bewegen. In unserem (gleichaltrigen) Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis hat kaum noch jemand die lokale Tageszeitung abonniert und bei den Jüngeren kenne ich absolut keinen mehr, der das Tageblatt überhaupt noch liest (weder Papier, noch Online). Also, ... how? Fluten wir also Youtube mit ganz vielen neuen Kanälen? Und Ron, Deine Videos waren bisher (...) recht gut und informativ, sprechen aber eher Bereits-Sammler und Angefixte mit gutem Basiswissen an, nicht die Jungen und Hippen aus der Clubszene an, die noch nie in ihrem Leben eine Briefmarke verwendet haben.
LG
Thomas
Am: 15.11.2024 15:20:08
Gelesen: 22557
# 81
Da sich auch nach Tagen der Diskussion noch keiner der Verantwortlichen davon distanziert hat oder gar entschuldigt, habe ich eben in größerem Kreise dieses Stellungnahme gepostet:
Das hier ist sehr peinlich und zum Fremdschämen. Gerade wenn man, wie ich, Philatelist ist und dieses Hobby als ein wunderbares, spannendes, weltoffenes, Menschen verbindendes und inklusives begreift.
Eine Tragetasche, eine Tasse, ein Aufkleber und eine Postkarte, hergestellt vom Landesverband Südwest, eines Teil des Bundes Deutscher Philatelisten (BDPh), dem ich seit 1979 angehöre. Sie wird meines Wissens seit einigen Wochen als Werbemittel verteilt. Mit einer Abbildung, die mich sprachlos macht. Eine sexistische, frauenverachtende Darstellung, die nicht im Mindesten lustig oder originell ist, sondern einfach nur schlecht, graphisch wie inhaltlich. Sie wäre schon in den Achtzigerjahren unanständig gewesen.
Ganz klar: Als Mitglied im BDPh distanziere ich mich von dieser Art von „Werbung“ für die Philatelie, den sie ist keine. Im Gegenteil: Sie blamiert die, die dafür verantwortlich sind. Es fehlt ihnen offenbar an Anstand, Würde und Respekt vor Frauen. Über Geschmack oder Augenmaß wollen wir gar nicht reden.
Mir ist wichtig: So ist die Philatelie nicht, so sind Philatelistinnen und Philatelisten nicht. Das sehe ich an den zahlreichen Reaktionen in Foren und Sozialen Medien, wo sich Männer und Frauen gleichermaßen empören. Der Graben ist nicht zwischen den Geschlechtern, zwischen den Älteren und den Jüngeren, zwischen Linken, Liberalen und Konservativen. Sondern zwischen Anständigen und den Anderen.
Ich erwarte, dass sich die organisierte Philatelie von dieser Aktion distanziert und sich die Verantwortlichen entschuldigen. Und dass dieser Dreck sehr schnell da landet, wo er hingehört. In der Mülltonne.
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https://x.com/RealRoyalMail/status/1857426065414607042
Am: 15.11.2024 16:03:47
Gelesen: 22523
# 82
Ich habe mich bewusst aus der ganzen Diskussion, mit all ihren Für- und Gegen, herausgehalten, und will mich auch jetzt nicht zu all den einzelnen Aspekten - die für sich genommen sicherlich jeweils ihr Berechtigung haben könnten - weiter äußern ... Aber (!!)
Ein wenig mehr sachliche Nüchternheit, ein wenig mehr Empathie der angesprochenen Problematik gegenüber und dafür WENIGER Polemik auf jeder Seite der Argumentrationsführung wäre dem Thema angemessen !!!
Immer noch gilt "Sammler sammeln was ihnen Spaß macht" - und irgendwelche hitzigen Diskussionen, ob eine das Sammeln bewerbende Aktion nun im aktuellen Zeitgeist oder auch an sich (auch historischen Ansichten zugeordnet) passend und zutreffend oder voll daneben einzuordnen ist, sollten sachlich und objektiv erörtert werden und nicht in pauschalierten Verurteilungen, Anfeindungen oder gar verbalen Beleidigungen der ein- oder anderen Sichtweise entsprechend geäußert werden ...
So gut ich das Bedürfnis einiger verstehe, hier eine kritisch-sachliche Diskussion angestoßen zu haben, so bin ich doch der Meinung, dass man auch mal "Fünfe gerade sein lassen sollte". Die antiquierte Form der feminin-feindlich basiert einzuordnenden Form der Bewerbung des eigenen Hobbys entsprechend kritisch anzumerken ist in Ordnung, genauso wie die Ansichtsäußerungen derjenigen, die dies nicht so negativ sehen. Muss man sich aber deswegen ausführlichste Schrift-Gefechte liefern? Reicht es nicht, festzustellen, dass diese Form einer "Bewerbung" nicht auf allen Seiten positives Echo bzw. sogar massive Kritik hervorruft? Muss dies in allen Spielarten ausdiskutiert werden?
Festzuhalten ist doch: Diese Werbeaktion ist aufgrund ihrer kontroverse Reaktionen hervorrufenden Präsentation offenbar nicht gelungen, sofern deren Absicht nicht auf dem Anstoß zur Diskussion über genau diese Form der Bewerbung beabsichtigt war. Somit sind ausführender Werber und ausführende(r) Künstler(in) damit aufgefordert, ihre Umsetzung und Präsentation gründlich zu überdenken und zu korrigieren, sofern dies möglich ist. Und sofern nicht, dies plausibel zu begründen.
Umfängliches herumgelabbere und gediskutiere über die akzeptablen oder abzulehnenden Aspekte sind hier völlig unnütz, die Verantwortlichen sollten sich der geäußerten Kritik stellen, nicht der einzelne Betrachter.
Best
Vernian
Ein wenig mehr sachliche Nüchternheit, ein wenig mehr Empathie der angesprochenen Problematik gegenüber und dafür WENIGER Polemik auf jeder Seite der Argumentrationsführung wäre dem Thema angemessen !!!
Immer noch gilt "Sammler sammeln was ihnen Spaß macht" - und irgendwelche hitzigen Diskussionen, ob eine das Sammeln bewerbende Aktion nun im aktuellen Zeitgeist oder auch an sich (auch historischen Ansichten zugeordnet) passend und zutreffend oder voll daneben einzuordnen ist, sollten sachlich und objektiv erörtert werden und nicht in pauschalierten Verurteilungen, Anfeindungen oder gar verbalen Beleidigungen der ein- oder anderen Sichtweise entsprechend geäußert werden ...
So gut ich das Bedürfnis einiger verstehe, hier eine kritisch-sachliche Diskussion angestoßen zu haben, so bin ich doch der Meinung, dass man auch mal "Fünfe gerade sein lassen sollte". Die antiquierte Form der feminin-feindlich basiert einzuordnenden Form der Bewerbung des eigenen Hobbys entsprechend kritisch anzumerken ist in Ordnung, genauso wie die Ansichtsäußerungen derjenigen, die dies nicht so negativ sehen. Muss man sich aber deswegen ausführlichste Schrift-Gefechte liefern? Reicht es nicht, festzustellen, dass diese Form einer "Bewerbung" nicht auf allen Seiten positives Echo bzw. sogar massive Kritik hervorruft? Muss dies in allen Spielarten ausdiskutiert werden?
Festzuhalten ist doch: Diese Werbeaktion ist aufgrund ihrer kontroverse Reaktionen hervorrufenden Präsentation offenbar nicht gelungen, sofern deren Absicht nicht auf dem Anstoß zur Diskussion über genau diese Form der Bewerbung beabsichtigt war. Somit sind ausführender Werber und ausführende(r) Künstler(in) damit aufgefordert, ihre Umsetzung und Präsentation gründlich zu überdenken und zu korrigieren, sofern dies möglich ist. Und sofern nicht, dies plausibel zu begründen.
Umfängliches herumgelabbere und gediskutiere über die akzeptablen oder abzulehnenden Aspekte sind hier völlig unnütz, die Verantwortlichen sollten sich der geäußerten Kritik stellen, nicht der einzelne Betrachter.
Best
Vernian
Am: 15.11.2024 16:17:36
Gelesen: 22497
# 83
@ Vernian [#82]
" Muss dies in allen Spielarten ausdiskutiert werden?"
Ja, damit dieser Schund verschwindet und nie wieder in irgendeiner Form irgendwo auftaucht.
Das hier ist übrigens ein Diskussionsforum. Da wird diskutiert. In allen Aspekten, von jedem, der möchte.
Am: 15.11.2024 16:23:02
Gelesen: 22489
# 84
@ Ron Alexander [#78]
Sehr gut ausgeführt und argumentiert! Aber wie in meinem vorherigen Post angesprochen und auch in Deinem Video thematisiert: Die Verantwortlichen sollten Stellung beziehen. Die (auch von Dir anklingende) Polemisierung ist dabei nicht zielführend, und wir sollten nicht jeden Aspekt auf der Goldwaage überbewerten.
Ich habe bei all dem den Eindruck, dass die Verantwortlichen sich der Tragweite an Auswirkung nicht bewusst waren. Was man zwar als "traurig" bezeichnen kann, erst recht, wenn der ausführende Künstler tatsächlich eine Künstlerin gewesen ist, aber heutzutage gibt es so viele Aspekte der "Correctness", dass ein derartiges "Versehen" auch nicht überbewertet werden sollte.
LG
V.
Am: 15.11.2024 16:26:25
Gelesen: 22477
# 85
@ TeeKay [#83]
Natürlich ist dies ein Forum, und dazu da, über Dinge zu diskutieren. Nur dabei sollte ein gewisses (neutrales) Niveau gewahrt bleiben - dass ist es, was ich angemerkt habe.
V.
Am: 15.11.2024 19:25:27
Gelesen: 22349
# 86
@ Vernian [#84]
Ich habe lange die Füße still gehalten und wirklich fair die Möglichkeit gegeben das dazu Stellung bezogen werden kann. Passiert ist nichts. Ich bin kein Freund von emotionalen Videos, ich liebe Literatur und Fakten. Dies ging in der Ausprägung für dieses Video aber nicht, da keine Stellung bezogen wurde. Ja mag sein das es sicherlich nicht mein bestes sachliches Video ist aber es spiegelt meine inneren Werte wieder für die ich einfach einstehe. Wie gesagt, emotionslos bekomme ich so ein Thema nicht rüber gebracht aber gar nichts zu tun ist auch keine Lösung.
Grüße,
Ron
Ich habe lange die Füße still gehalten und wirklich fair die Möglichkeit gegeben das dazu Stellung bezogen werden kann. Passiert ist nichts. Ich bin kein Freund von emotionalen Videos, ich liebe Literatur und Fakten. Dies ging in der Ausprägung für dieses Video aber nicht, da keine Stellung bezogen wurde. Ja mag sein das es sicherlich nicht mein bestes sachliches Video ist aber es spiegelt meine inneren Werte wieder für die ich einfach einstehe. Wie gesagt, emotionslos bekomme ich so ein Thema nicht rüber gebracht aber gar nichts zu tun ist auch keine Lösung.
Grüße,
Ron
Am: 15.11.2024 21:55:18
Gelesen: 22237
# 87
@ Ron Alexander [#86]
Hallo Ron,
ich wollte Deine Art und Weise des Vorgehens damit auch nicht negativieren, sondern lediglich anmerken, dass sich auch da Formen einer Pauschalisierung herausinterpretieren bzw. polemisierende Aussagen erkennen lassen. In dem Rahmen, in dem Du dies präsentierst, würde ich dies (rein persönlich) als "angemessen und nachvollziehbar" werten - ich kann mir aber vorstellen, dass dies nicht von allen so gesehen wird. An sich sprichst Du in dem Video das an, was mich und andere bei diesem Thema bewegt und forderst (wie ich) zu Recht, dass die Verantwortlichen zu der ganzen Sache Stellung zu beziehen haben. Dieser Umstand ist m.E. im Moment das A und O der ganzen Diskussion: Dass sich die für diese Werbung Verantwortlichen erklären.
Best
Vernian
Hallo Ron,
ich wollte Deine Art und Weise des Vorgehens damit auch nicht negativieren, sondern lediglich anmerken, dass sich auch da Formen einer Pauschalisierung herausinterpretieren bzw. polemisierende Aussagen erkennen lassen. In dem Rahmen, in dem Du dies präsentierst, würde ich dies (rein persönlich) als "angemessen und nachvollziehbar" werten - ich kann mir aber vorstellen, dass dies nicht von allen so gesehen wird. An sich sprichst Du in dem Video das an, was mich und andere bei diesem Thema bewegt und forderst (wie ich) zu Recht, dass die Verantwortlichen zu der ganzen Sache Stellung zu beziehen haben. Dieser Umstand ist m.E. im Moment das A und O der ganzen Diskussion: Dass sich die für diese Werbung Verantwortlichen erklären.
Best
Vernian
Am: 15.11.2024 22:45:35
Gelesen: 22189
# 88
@ Vernian [#84]
"aber heutzutage gibt es so viele Aspekte der "Correctness", dass ein derartiges "Versehen" auch nicht überbewertet werden sollte."
Unsere tägliche Relativierung gib uns heute. Tu doch nicht so, als läge hier ein Werbemotiv vor, das nur für eingeweihte Experten irgendeines unbekannten Spezialgebiets klar als unangemessen erkennbar gewesen wäre.
"aber heutzutage gibt es so viele Aspekte der "Correctness", dass ein derartiges "Versehen" auch nicht überbewertet werden sollte."
Unsere tägliche Relativierung gib uns heute. Tu doch nicht so, als läge hier ein Werbemotiv vor, das nur für eingeweihte Experten irgendeines unbekannten Spezialgebiets klar als unangemessen erkennbar gewesen wäre.
Am: 16.11.2024 02:23:39
Gelesen: 22117
# 89
@ Vernian [#84]
"(...)aber heutzutage gibt es so viele Aspekte der "Correctness", dass ein derartiges "Versehen" auch nicht überbewertet werden sollte."
Ironie-Modus an/
Ja, ja, man(n) hat es nicht leicht heutzutage.
Zu Hause darf man Frau und Kinder nicht mehr verprügeln, im Stadion den Schiedsrichter nicht mehr als Schwuchtel bezeichnen, auf der Arbeit die Praktikantin nicht mehr begrabschen, da sollte bei einem derartigen "Versehen" nicht gleich Unverständnis oder gar Ablehnung formuliert werden...
/ Ironie-Modus aus.
Koban
Am: 16.11.2024 02:25:07
Gelesen: 22116
# 90
Hallo,
kurz nach Mitternacht kam ein aktueller Newsletter des LV Südwest an seine Vereine mit folgendem Inhalt:
Landesverband Südwest:
Werbekampagne ‚Zeigst Du mir Deine Briefmarkensammlung?‘ beendet
Liebe Vereinsvorsitzende der an den Landesverband Südwest angeschlossenen Vereine,
nachdem der Landesverband nachdrücklich durch Teile der organisierten Philatelie darauf aufmerksam gemacht wurde, dass unser karikaturiertes Werbebild zwar Aufmerksamkeit erregt, gleichzeitig jedoch die negativen Rückkopplungen deutlich stärker ausfallen als vermutet, stoppt der Landesverband diese Werbekampagne mit sofortiger Wirkung. Laufende Abrufe Ihrerseits werden auch nicht mehr bedient.
Ebenfalls wird die Weiterentwicklung von nachfolgenden Motiven, wie sie bei der Vorstellung auf der Internationalen Briefmarkenbörse und bei den Regionaltagungen gezeigt wurden, bis zur nächsten großen Vorstandssitzung ausgesetzt. Konstruktive Vorschläge sind gleichzeitig willkommen. Die weiteren Entwicklungen zu alternativen Werbeprodukten werden auf den Regionaltagungen im Frühjahr entsprechend weitergegeben.
Der geschäftsführende Vorstand
Gruß
Markus
Am: 16.11.2024 05:59:18
Gelesen: 22091
# 91
@ TeeKay [#88]
@ Koban [#89]
Ich habe mit keinem Wort diese Werbeaktion gutgeheißen oder positiv bewertet, sondern versucht auf eine angemessene und sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu verweisen.
Unter diesem Aspekt ist auch die zitierte Textstelle von mir zu verstehen:
Fehler machen ist menschlich, und je mehr "Regeln" es gibt (erst recht, wenn sie "neuer" sind), desto mehr Fehler passieren. Dass es da in einem Werbung beauftragenden oder erstellenden Personkreis niemanden auffällt, dass mit der gewählten Darstellung ein eigentlich bekannter und heutzutage geltender Verhaltensverstoß begangen wird, das ist zwar unglaublich und auch nicht nachvollziehbar und somit zu kritisieren (da bin ich bei all den Argumenten in dieser Hinsicht in dieser Diskussion absolut konform), aber es ist trotzdem eben "menschlich", dass dies so passieren konnte.
Deshalb schrieb ich, um die teils überzogen-überhitzten Aussagen hier zu relativieren, dass man dies nicht überbewerten solle.
Möglicherweise habe ich mich dabei nicht zutreffend ausgedrückt, denn ich habe nicht eine Relativierung des Verstoßes beabsichtigt, sondern der Art und Weise, wie dieser Verstoß hier diskutiert wird. Denn diese Diskussion ist doch deutlich geprägt von teils extremen Äußerungen, ja regelrecht aggressiven bis hin zu persönlichen Angriffen, sowohl gegen sich an der Diskussion Beteiligende als auch eben gegen die Urheber des Steins des Anstoßes. Eine solche Diskussionskultur ist zu kritisieren, was ich hiermit getan habe.
V.
Am: 16.11.2024 06:02:47
Gelesen: 22088
# 92
Briefmarken-Suedwest.de
Statement zur Werbekampagne ‚Zeigst Du mir Deine Briefmarkensammlung?‘
Liebe Mitglieder im Landesverband Südwest, sehr geehrte Damen und Herren,
mit der Wahl eines karikaturierten Werbebildes für unserer letzte Werbekampagne war beabsichtigt, Aufmerksamkeit durch einen gewagten Eye-Catcher für unser gemeinsames Hobby zu schaffen. Aufmerksamkeit wurde erreicht, einzig das Maß an konträren Auswirkungen in Bereichen außerhalb unseres Einflussbereiches hat inzwischen schädigende Umfänge angenommen. Aus diesem Grund hat der Landesverband Südwest beschlossen, diese Werbekampagne mit sofortiger Wirkung zu beenden.
Es war zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, jemanden vor den Kopf zu stoßen oder gar zu diffamieren. Wir wollten lediglich Aufmerksamkeit für die Philatelie wecken, jedoch nach kollegialen Hinweisen aus der organisierten Philatelie erkennen wir, dass wir dabei offenbar eine Grenze überschritten haben. Insbesondere bedauern wir, dass einzelne die Kampagne als herabwürdigend empfunden haben.
Wir haben die Artikel bereits zurückgezogen und unsere angeschlossenen Vereine über unseren Newsletter informiert. Gleichzeitig versichern wir Ihnen, dass die Gestaltung künftiger Motive mit größerer Sorgfalt und Sensibilität angegangen wird und vorab einem größeren Testpublikum präsentiert wird.
Bedanken möchten wir uns bei allen, die uns ein ehrliches, direktes und konstruktives Feedback zukommen haben lassen.
Landesverband Südwest
https://www.facebook.com/share/p/15RyZRuuQM/
Danke.
Am: 16.11.2024 10:42:30
Gelesen: 21941
# 93
Hier mal einige weitere Vorschläge von einem etwas Andersdenkenden:
1) Motiv „zeigst du mir deine Briefmarkensammlung?“
Wie gehabt, jedoch nur mit attraktiver, elegant gekleideten jungen Frau. Im Vordergrund einen jungen Mann, jedoch nur teilweise zu sehen, mit dem dieser Dialog stattfindet.
2) Motiv „ Darf/Kann/Soll ich dir mal meine Briefmarkensammlung zeigen?“
Das Ganze mit vertauschten Rollen
3) So etwas Ähnliches wie der 007-Vorschlag, vielleicht eher mit einem jünger wirkenden Sherlock Holmes.
4) mit Aspekten bei welchen gewisse Sammelgebiete im Vordergrund stehen, wie „Heimat „ oder Motivphilatelie. Z.B. „Kennst du die Geschichte deines Postamtes?“. Andere Themen wird man nur schlecht darstellen können.
5) „Philatelisten kennen die Welt“ mit Abbildungen (Zeichnungen) von Briefmarken verschiedener Länder
6) „Philatelisten / kennen sie! / wissen Bescheid / sind gebildet“ mit Briefmarkenabbildungen (Zeichnungen) berühmter Persönlichkeiten, Gemälden … (Motive die nicht gleich jedem geläufig sind).
Selbstironie ist auch gut, fällt mir aber gerade nichts dazu ein. Ist auch etwas schwieriger hier das richtige zu finden, welches die vorhandenen Klischees nicht noch zusätzlich verstärken.
Also verschiedene Sammelbilder, welche dann auch für Sonderstempel-Jäger genutzt werden können (ich gehöre da nicht dazu). Auf T-Shirt‘s kann man glaube ich verzichten. Ggfs. die gleichen Motive mit unterschiedlichen Zeichnungen dargestellt. Nicht alle auf einmal sondern immer wieder mal neue Ausgaben. Alle mit der gleichen „Handschrift“, also gleichem Stil – zusammengehörig wirkend.
Ich selbst verstehe die große Aufregung zum momentanen Motiv nicht so ganz, auch wenn mir persönlich die Zeichnung nicht besonders gut gefällt. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, dass da Gegenüber der Frau ein notgeiler 70ig-jähriger stehen soll. Es sei denn, man sieht in der halbnackten Frau eine Prostituierte. Ich dachte eher unterschwellig an eine verjüngende Wirkung für die Philatelie.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 16.11.2024 10:49:48
Gelesen: 21930
# 94
@ bernhard [#93]
"Ich selbst verstehe die große Aufregung zum momentanen Motiv nicht so ganz, auch wenn mir persönlich die Zeichnung nicht besonders gut gefällt. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, dass da Gegenüber der Frau ein notgeiler 70ig-jähriger stehen soll. Es sei denn, man sieht in der halbnackten Frau eine Prostituierte. Ich dachte eher unterschwellig an eine verjüngende Wirkung für die Philatelie."
Genau so wie Bernhard sehe ich das auch.
Hier von Frauenfeinlichkeit oder Ähnlichem zu reden, ist mehr als abwegig.
"Ich selbst verstehe die große Aufregung zum momentanen Motiv nicht so ganz, auch wenn mir persönlich die Zeichnung nicht besonders gut gefällt. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, dass da Gegenüber der Frau ein notgeiler 70ig-jähriger stehen soll. Es sei denn, man sieht in der halbnackten Frau eine Prostituierte. Ich dachte eher unterschwellig an eine verjüngende Wirkung für die Philatelie."
Genau so wie Bernhard sehe ich das auch.
Hier von Frauenfeinlichkeit oder Ähnlichem zu reden, ist mehr als abwegig.
Am: 16.11.2024 10:55:14
Gelesen: 21928
# 95
@ bernhard [#93]
Nachtrag:
"Forschung gibt es auch hier!" mit Abbildung der 3 bekannten Pyramiden oder Atertümer auf Briefmarken
Viele Grüße
Bernhard
Nachtrag:
"Forschung gibt es auch hier!" mit Abbildung der 3 bekannten Pyramiden oder Atertümer auf Briefmarken
Viele Grüße
Bernhard
Am: 16.11.2024 12:40:04
Gelesen: 21835
# 96
@ bovi11 [#94]
Hier von Frauenfeindlichkeit oder Ähnlichem zu reden, ist mehr als abwegig.
Sagt einer, der es wissen muss ...?
Ich habe eine kleine Umfrage in meinem Umkreis gemacht und die Reaktionen waren eindeutig.
"Papa, mit was für Leuten hängst du eigentlich ab?"
"Aus welchem Jahrhundert ist die Werbung?"
"Das soll Werbung sein?"
Es gibt Frauen, die mit solchen zotigen Witzen gut umgehen und darauf auch kräftig austeilen können. Und es gibt Frauen, die haben die Schnauze voll sich so einen Mist anhören/ansehen zu müssen. Ist das so schwer zu verstehen?
PS: Ich finde es lobenswert, dass diese Aktion gestoppt wurde!
Am: 16.11.2024 13:25:52
Gelesen: 21791
# 97
@ wuerttemberger [#96]
"Sagt einer, der es wissen muss ...?"
So ein Quatsch!
Ich muss es ebenso wissen. Niemand, wirklich niemand, den ich völlig ohne jede Vorbeeinflussung mit der Werbung konfrontiert habe, fand auch nur ansatzweise irgendetwas Frauenfeindliches oder etwas Anstößiges.
Am: 16.11.2024 13:41:55
Gelesen: 21775
# 98
@ bovi11 [#97]
Ich habe mit ungefähr zehn Leuten gesprochen, Frauen wie Männer. Es war keiner darunter, der die Werbung nicht frauenverfeindlich und vollkommen daneben fand.
Ehrlich frage ich mich, wie Maßstäbe so verrutschen können. Zum Glück gibt es auch hier im Forum genug kluge Kommentare von Menschen mit guten Argumenten und einem klaren Blick.
Ich habe mit ungefähr zehn Leuten gesprochen, Frauen wie Männer. Es war keiner darunter, der die Werbung nicht frauenverfeindlich und vollkommen daneben fand.
Ehrlich frage ich mich, wie Maßstäbe so verrutschen können. Zum Glück gibt es auch hier im Forum genug kluge Kommentare von Menschen mit guten Argumenten und einem klaren Blick.
Am: 16.11.2024 14:02:56
Gelesen: 21764
# 99
@ phornung [#98]
Klar Du bist klug und die, die nicht zu Deiner Echokammer gehören, sind dumm. Klar. So sind sie halt... :-(
Im meiner eigenen Echokammer, Männer, wie Frauen, fanden die Idee (das Motiv) kreativ gut. Nur die technisch-künstlerische Ausführung der Dame, kam bei keinem (!) gut an, im Gegensatz zur (selbstironische) Idee "Dame fragt aus dem Bild raus". Und da ja die aktuelle Astra-Werbung mit der "Obenohne-Dame" (nur mit einer Bierflasche, statt Briefmarken, als "Sichtschutz") hier im Forum auch von Kritikern hier als "gut" bzw. nicht frauenfreindlich durchging, liegt es bei der LV-Werbung dann ja wohl auch an der technischen Darstellungsart? Da wären wir uns alle einig.
Also kann man den LV nur raten, nun moderne, gute "Grafiker" zu engagieren und die Kapagne unter dem Spruch weiterzuführen. Ein paar gute Anregungen hat @ bernhard [#93] hier ja schon einmal in den Raum geworfen.
Beste Grüße
Thomas
Klar Du bist klug und die, die nicht zu Deiner Echokammer gehören, sind dumm. Klar. So sind sie halt... :-(
Im meiner eigenen Echokammer, Männer, wie Frauen, fanden die Idee (das Motiv) kreativ gut. Nur die technisch-künstlerische Ausführung der Dame, kam bei keinem (!) gut an, im Gegensatz zur (selbstironische) Idee "Dame fragt aus dem Bild raus". Und da ja die aktuelle Astra-Werbung mit der "Obenohne-Dame" (nur mit einer Bierflasche, statt Briefmarken, als "Sichtschutz") hier im Forum auch von Kritikern hier als "gut" bzw. nicht frauenfreindlich durchging, liegt es bei der LV-Werbung dann ja wohl auch an der technischen Darstellungsart? Da wären wir uns alle einig.
Also kann man den LV nur raten, nun moderne, gute "Grafiker" zu engagieren und die Kapagne unter dem Spruch weiterzuführen. Ein paar gute Anregungen hat @ bernhard [#93] hier ja schon einmal in den Raum geworfen.
Beste Grüße
Thomas
Am: 23.11.2024 13:10:13
Gelesen: 20969
# 100
Moin,
mir persönlich gefällt dieses Motiv nicht so ganz, aber ich finde es ausgezeichnet, dass wenigstens einmal ein Hauch frischen Windes in die verkrustete Philatelistik einkehrt.
Das große Problem der organisierten Philatelistik nämlich ist, dass sie total verkrustet und altmodisch geworden ist. Wie will man denn junge Leute gewinnen, wenn es immer noch keine vernünftige Präsenz bei den modernen Medien wie Youtube oder Facebook gibt? Es gibt immer noch Vereine ohne jede Internetpräsenz, bestenfalls gibt einen Webmaster (schon dieses uralte Wort besagt genau, wie altmodisch die Philatelisten sind, NIEMAND mehr seit mindestens 16 Jahren benutzt noch dieses verstaubte, aus den 90er Jahren stammende Wort noch). Wo sind die ganzen jungen, hippen und coolen jungen Leute bei Youtube, die das Briefmarkenhobby der Masse zeigen?
Da heißt es dann von Vereinskollegen in ihren rustikalen Dorfkneipen, diesen neumodische Internet-Kram braucht man nicht und nicht nur mit Internet lebt der Mensch. Tja Pech gehabt. Doch. Die moderne junge Welt lebt nur noch mit Internet. ich habe zwei Kinder, 9 und 13. Diese finden die Idee eines Fernsehens, wo man nur zu bestimmmten Zeiten bestimmte Sendungen schauen kann, vollkommen abstrus, sie haben deswegen noch nie TV geschaut, können mit Begriffen wie RTL oder ARD nichts anfangen. Eine Tageszeitung hatten sie noch nie in der Hand. Stattdessen hängen sie ständig bei Youtube Shorts, Crunchyroll, Twitch und den anderen Diensten, wo sie ihren vergötterten Influenzern hinterherdackeln und dann stundenlang auf dem Schulfhof diskutieren, ob BastiGhg oder Paluten (alles Influenzer) besser sind. Sie sind überhaupt keine Ausnahme, so sind die meisten jungen Leute heutzutage.
Und die Philatelisten? Hocken in ihren rustikalen Dorfkneipen mit ihrem Jugendleiter und erwarten noch, dass alles läuft wie in den 1970-er Jahren. Dass die Leute sich zu ihnen bequemen, damit sie dann mit Bewusstsein eigener Wichtigkeit (JugendLEITER) vor ihnen thronen können.
Sieht man sogar schon direkt an dem Design dieses Forum hier. Späte 90er Jahre... Responsiv überhaupt nicht, leichtes, helles, fluffiges Design Fehlanzeige. Unübersichtlich, langweiliger Font. Klar, alte Hasen kommen damit gut zurecht, aber will man mit solchem Design wirklich junge Leute locken? Googelt man nach "Modern UI"... Da sind sogar die Numismatiker weiter...
Was die Philatelistik braucht, sind Youtuber wie der Held der Steine. Ich baue kein Lego, schaue ihn aber trotzdem. Cooler Kerl, lustig, grandiose Sprüche. Praktisch jeder kennt ihn mittlerweile und seine Sprüche wie "lackgesoffen teuer" sind zur Legende geworden. SOLCHE Leute braucht die Philatelistik, jung, lustig, cool, die junge Leute mit reissen. Statt dessen bis auf RonAlex gibt es die Philatelistik bei Youtube gar nicht und wo sie ist, dann so grauenhaft schlecht wie die Youtubepräsenz von BDPH-Online... Captain Schlaftablette sagte mal mein Großer zu einem der Videos, als ich es ihm gezeigt hatte. Langweilige dozierende Folgen von Powerpoint Präsentationen mit einschlaferndem Text. Meiner Meinung nach eine der schlechtesten Youtubepräsenzen überhaupt. Wie will man auf diese Weise überhaupt noch junge Leute gewinnen?
Daher finde ich es schön, dass wenigstens hin und wieder jemand aus diesen verkrusteten Strukturen ausbricht. Auch wenn man über die Art an sich streiten könnte, schön, dass wenigstens jemand den Mumm hat, aus der staubigen Dorfkneipe und ihren alten Herren rauszubrechen. Ganz dicken Daumen hoch!
Beste Grüße
Am: 23.11.2024 13:18:24
Gelesen: 20953
# 101
@ DigitalMachine [#100]
Just do it...
Am: 23.11.2024 13:21:14
Gelesen: 20951
# 102
@ DigitalMachine [#100]
Hallo Namenloser,
dein ganzes Statement ist ein Widerspruch in sich. Mit dieser Werbung holt man ja gerade NIEMANDEN zur Philatelie, weil sie primitiv-plakativ ist und eben nicht das, was wir brauchten. Diese Werbung schreckt hab - und sie schreckt nur ab und zwar alle, die sie gesehen haben (und ich habe sie einigen Leuten gezeigt, jung, alt, mittelalt, Mann, Frau und und und). Die Blicke, die mich da beim Zeigen trafen, möchte ich nicht mehr auf mir sehen, daher war das der letzte Versuch, diese Werbung zu publizieren, jedenfalls von mir.
Und der Satz aus der Mottenkiste, dass Werbung gut ist, wenn man über sie spricht, auch schlecht, ist so dämlich/blöd/falsch, wie er fälscher kaum sein könnte und war es schon immer.
Beste Grüsse,
Ralph
Am: 23.11.2024 13:54:30
Gelesen: 20913
# 103
@ bayern klassisch [#102]
"Und der Satz aus der Mottenkiste, dass Werbung gut ist, wenn man über sie spricht, auch schlecht, ist so dämlich/blöd/falsch, wie er fälscher kaum sein könnte und war es schon immer."
Hallo Ralph,
der Satz gerade von Dir überrascht mich, weil er sowas von falsch ist, falscher geht es nicht und ich Deine Beiträge ansonsten sehr schätze.
Nur ein kleines Beispiel: Wrigley hat während des 2. Weltkriegs die Soldaten in Übersee mit Kaugummi versorgt. Weil dadurch die Rohstoffe in den USA fehlten, konnte für den Heimatmarkt kein Kaugummi produziert werden. Damit "Wrigley´s Kaugummi" trotzdem im Gespräch bleibt, hat man in den USA die Werbung beibehalten und sogar noch verstärkt.
Jetzt kann man dieses Bespiel natürlich auch als nicht passend auseinandernehmen.
Aber: Jeder erfolgreich Werbetreibende wird die Aussage bestätigen.
Außerdem dürfte unstreitig sein, dass nicht jede Werbung jeden Verbraucher anspricht. Mich persönlich würde beispielsweise die James Bond-Werbung nicht hinterm Ofen hervorlocken.
Grüße
Dieter
Am: 23.11.2024 16:13:01
Gelesen: 20829
# 104
@ bovi11 [#103]
Hallo Dieter,
dein Beispiel datiert aus der Zeit des 2. Weltkriegs - danke für die Bestätigung meines Geschriebenen. Wenn sich die Werbung in 80 Jahren nicht verändert hätte, gäbe es sie heute doch gar nicht mehr, denn alles unterliegt der Veränderung, vor allem die Werbung.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am: 23.11.2024 16:37:16
Gelesen: 20800
# 105
Wenn ich hier so "neutral" mit lese, hat der LV SW es zumindest (hier - und woanders evtl. auch :-)) geschafft "im Gespräch zu bleiben". :-)
Am: 23.11.2024 17:04:42
Gelesen: 20775
# 106
Das ist das Problem aus meiner Sicht. In der "Szene" wird über die Werbung gesprochen. Und, mein Eindruck, sie wird mehrheitlich abgelehnt. Wenn sie provozieren sollte, wen? Kein Medium außerhalb der Philatelie-Blase hat das Thema oder die Werbung aufgegriffen. Jedenfalls habe ich nirgendwo was mitbekommen. Leider für mich auch ein Zeichen, wie wenig die Philatelie überhaupt noch wahrgenommen wird :-(
Am: 23.11.2024 18:35:08
Gelesen: 20716
# 107
@ mpstamps [#106]
"Und, mein Eindruck, sie wird mehrheitlich abgelehnt"
So entstehen falsche Eindrücke: 10 Leute äußern ihre negative Meinung und schon ist das die Mehrheit.
"Und, mein Eindruck, sie wird mehrheitlich abgelehnt"
So entstehen falsche Eindrücke: 10 Leute äußern ihre negative Meinung und schon ist das die Mehrheit.
Am: 23.11.2024 18:44:27
Gelesen: 20711
# 108
@ DigitalMachine [#100]
Was die Philatelistik braucht, sind Youtuber wie der Held der Steine. Ich baue kein Lego, schaue ihn aber trotzdem. Cooler Kerl, lustig, grandiose Sprüche. Praktisch jeder kennt ihn mittlerweile und seine Sprüche wie "lackgesoffen teuer" sind zur Legende geworden. SOLCHE Leute braucht die Philatelistik, jung, lustig, cool, die junge Leute mit reissen.
Wirklich, solche fluffigen Kids brauchen wir in den Vereinen und Arbeitsgemeinschaften, in dem Landesverbänden und im BDPh, und wer da nicht mitmachen möchte, weil er keine grandiosen Sprüche über lackgesoffen teuere, na, wie heissen die, die mit den Zacken an den Seiten, ist auch egal, hören möchte, sollte schnellstens aus der neuen fluffigen Philatelistik verschwinden.
https://www.youtube.com/watch?v=9_KdrnMCanU
Am: 23.11.2024 18:54:01
Gelesen: 20698
# 109
@ Richard [#108]
Wirklich, solche fluffigen Kids brauchen wir in den Vereinen und Arbeitsgemeinschaften, in dem Landesverbänden und im BDPh, und wer da nicht mitmachen möchte, weil er keine grandiosen Sprüche über lackgesoffen teuere, na, wie heissen die, die mit den Zacken an den Seiten, ist auch egal, hören möchte, sollte schnellstens aus der neuen fluffigen Philatelistik verschwinden.
Was willst Du uns damit sagen?
Wirklich, solche fluffigen Kids brauchen wir in den Vereinen und Arbeitsgemeinschaften, in dem Landesverbänden und im BDPh, und wer da nicht mitmachen möchte, weil er keine grandiosen Sprüche über lackgesoffen teuere, na, wie heissen die, die mit den Zacken an den Seiten, ist auch egal, hören möchte, sollte schnellstens aus der neuen fluffigen Philatelistik verschwinden.
Was willst Du uns damit sagen?
Am: 23.11.2024 18:55:25
Gelesen: 20698
# 110
@ bovi11 [#107]
Wie gesagt, nur mein Eindruck. Aus den diversen Diskussionen in Foren und Facebook Gruppen. Da war die Mehrheit der Kommentare - noch mal, mein Eindruck - kritisch bis negativ. Die Befürworter der Werbung haben sich offensichtlich zurückgehalten.
Am: 23.11.2024 18:59:29
Gelesen: 20690
# 111
@ mpstamps [#110]
Wie gesagt, nur mein Eindruck. Aus den diversen Diskussionen in Foren und Facebook Gruppen. Da war die Mehrheit der Kommentare - noch mal, mein Eindruck - kritisch bis negativ. Die Befürworter der Werbung haben sich offensichtlich zurückgehalten.
Kritiker waren schon immer lauter, kriegen meist aber auch nichts gebacken.
Am: 23.11.2024 19:15:17
Gelesen: 20677
# 112
Hallo,
eigentlich ist es ja keine schlechte Idee, Werbung für die Philatelie zu machen. Und möglicherweise ist ein Landesverband oder der Bundesverband sogar der richtige Auftraggeber dafür. Man sollte nur Profis dafür engagieren. Denn wenn die Werbung sitzt, dann ist es gut angelegtes Geld. Werbung kann durchaus witzig sein, ohne verletzend zu wirken. Mir fällt da immer spontan die Werbung von Sixt ein. Aber es gibt auch andere gute Beispiele.
Viele Grüße
Thomas
Am: 23.11.2024 19:50:03
Gelesen: 20640
# 113
@ 22028 [#101]
"Just do it..."
Drei Worte, in denen viel Wahrheit, aber auch viel Irrtum steckt. Der Sammlerfreund will uns damit wohl sagen, dass es genug Leute gibt, die kritisieren, aber nicht genug Leute, die anpacken und machen. Das mag sein, aber ist derjenige besser, der weder kritisiert noch anpackt?
Wichtiger ist mir aber zu betonen, dass aus meiner Sicht die Annahme falsch ist, es müssten alle nur genug anpacken, und schon läuft es wieder. Ich glaube nicht, dass das so ist. Im Gegenteil erscheint mir diese Annahme - mit Verlaub - etwas verstaubt. Vielleicht fehlt es an ehrenamtlichem Engagement, vielleicht aber auch nicht - es fehlt vor allem aber an Kompetenz. Das ist kein persönlicher Vorwurf an die Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren, und denen der ganze Dank gebührt. Mir geht es um etwas anderes: die Philatelie muss sich in Zeiten schwindender Ressourcen in einer durchprofessionalisierten Aufmerksamkeitsökonomie behaupten. Dafür sind vermutlich Maßnahmen erforderlich, die die Kraft und Fähigkeiten noch so vieler Sammlerfreunde übersteigen, auch wenn sie sich mit Dr. und Prof. schmücken können.
Ein paar Beispiele, um es plastischer zu machen:
- Rekrutierung neuer Sammler: welchen Adressatenkreis lohnt es sich überhaupt anzusprechen? Hier geht es relativ schnöde um einen Vergleich des investierte Gelds/der investierten Zeit und den Ertrag (Zahl der neuen Sammler). Ich könnte mir vorstellen, dass die organisierte Philatelie nicht mehr lange die Ressourcen haben wird, um einfach in alle Richtungen gleichzeitig zu laufen. Wir sind eben kein Breiten-Hobby mehr, bei dem ein paar Stände und Grabbelkisten dazu führen, dass sich sofort dutzende Sammler finden. Dazu ist die Philatelie auch schon viel zu weit aus dem öffentlichen Bewusstsein entschwunden. Andererseits habe ich aber auch arge Zweifel, ob sich aktionistische Social Media-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche wirklich lohnen. Was @Digitalmaschine in [#100] unter Beweis stellt, ist, dass er über seine Enkelkinder die Namen ein paar moderner Plattformen aufgeschnappt hat. Dennoch ist sein Denken aus meiner Sicht etwas aus der Zeit gefallen: es unterstellt nämlich, dass man den Kindern nur etwas "Flippiges" bieten muss und schon begeistern sie sich für Briefmarken. Daran habe ich Zweifel. Anders als vor 30 Jahren, als Kinder noch durch den täglichen Posteingang nahezu automatisch und andauernd über Briefmarken gestolpert sind und es lediglich ein paar weiterer ehrenamtlicher Maßnahmen bedurft hat, um genug junge Menschen "aus dem Teich zu fischen", gibt es heute keine regelmäßig triggernden Anknüpfungspunkte im Alltag mehr. Stattdessen gibt es sehr viele digitale Konkurrenzprodukte, die allein schon kognitiv so viel mehr Erfolg haben, die Kinder an sich zu binden, als die "ruhige" Briefmarke, so dass es aus meiner Sicht vergebene Liebesmüh' ist, Zeit, Geld und Energie in die Werbemaßnahmen für jugendliche Sammler zu stecken. Der Zug ist definitiv abgefahren. Vielleicht müsste man stattdessen erkennen, dass der "Nachwuchs" sich erfolgreicher im Kreise introvertierter Menschen ab 35 Jahren rekrutieren lässt. Die Frage ist hier nicht nur, wer die vielversprechenden Bevölkerungsgruppen sind, sondern auch (und auch dafür benötigt man professionelle Unterstützung), wie kommt man effizient und nachhaltig an diese Kreise heran?
- Die heutige Welt der Freizeitvergnügungen ist so komplex und unübersichtlich, dass es einer professionellen Marktanalyse bedarf, um zu evaluieren, wo und mit welchen Mitteln die organisierte Philatelie überhaupt noch Chancen hat, Aufmerksamkeit zu generieren und "Kundschaft" an sich zu binden. Für eine professionelle Marktanalyse braucht es wiederum Geld, das immer knapper wird. Entweder findet sich ein edler Spender, der einen sechsstelligen Betrag für McKinsey & Co. locker macht oder es müssste sich ein Beratungsunternehmen pro bono bereiterklären, auf Rettungsmission zu gehen. Ein solcher Berater müsste auch gemeinsam mit den Philatelistenvertretern eine realistische Zukunftsvision entwickeln: wer will man in 30 Jahren sein? Die Verbände sind nach meinem Eindruck konzeptionell immer noch als "Breitensport"-Verbände aufgestellt - das ist mit Sicherheit nicht zukunftsträchtig und frisst wertvolle Ressourcen.
- Es müsste daher sicherlich auch um wirtschaftliche Effizienz in Bezug auf Medieneinsatz gehen. Zu Recht wird bemängelt, dass viele Internetauftritte angestaubt sind. Eine Ursache ist sicherlich, dass jeder Verein, jede ArGe, jeder Regionalverband digital sein eigenes Süppchen kocht. Was für eine Verschwendung von Ressourcen! Auch hier lohnt es sich eventuell, dass der BDPh einen professionellen und zeitgemäßen Internetauftritt einkauft (ja, für wahrscheinlich viel Geld) und danach auch auf der Höhe der Zeit hält (ja, für wahrscheinlich viel Geld), der für jeden in der Philatelie anschlussfähig ist, der möchte, der also als optisch ansprechende Oberfläche ohne großen Zeitaufwand und ohne technische Vorkenntnisse für den eigenen Internetauftritt genutzt werden kann. Auch hier muss das Rad natürlich nicht neu erfunden werden, es sollten so effizient wie möglich bestehende Produkte genutzt werden, so dass die die einzukaufende Dienstleistung wohl weniger aus IT-Beratung als aus Effizienz- und Kohärenzberatung bestehen müsste.
- Die Tütenkampagne, um die es hier ursprüglich ging, ist für viele ein moralischer Offenbarungseid, andere sehen es entspannter. Mir ist das ganz egal. Ich finde diese Aktion aus ganz anderen Gründen aufschlussreich. Sie zeigt nämlich eine ziemliche Hilflosigkeit: da glauben tatsächlich Menschen, heute noch mit einer Baumwolltasche (mit welchem Motiv auch immer) irgendjemanden nachhaltig hinter dem Ofen hervorlocken zu können oder irgendwohin "frischen Wind" bringen zu können. Mir zeigt dies vor allem, dass die organisierte Philatelie/wir alle auch bei der Frage, wie man heute erfolgreich Werbung macht, dringend professionelle Hilfe braucht. Die Annahme, dass irgendjemand unter 35 noch den Spruch "Darf ich Dir meine Briefmarkensammlung zeigen" kennt oder gar eine selbstironische Note herauslesen vermag, ist eigentlich nur ein Ausdruck der Hilflosigkeit.
Wenn ich den zugegebenerweise langen Text in einem Satz zusammenfassen müsste, dann vielleicht so: liebe Ehrenamtliche, konzentriert Euch jetzt vorrangig darauf, genug Geld zusammenzubekommen, um erstklassige externe Hilfe zu holen. Scope of Work für die externen Dienstleister: wie kann sich die Philatelie in Zeiten schwindender Präsenz und in Zeiten des unumkehrbaren Schwunds der Visibilität von Briefmarken im Alltag so für die Zukunft aufstellen, dass das Hobby Philatelie stabilisiert wird und dauerhaft überlebt? So ein Projekt kann heute niemand mehr mit Laienmitteln stemmen.
Soweit ein paar erste Gedanken. Viele Grüße und einen schönen Abend
Christian
Am: 23.11.2024 21:27:04
Gelesen: 20569
# 114
@ Sammlerfreund Christian [#113]
Was @Digitalmaschine in [#100] unter Beweis stellt, ist, dass er über seine Enkelkinder die Namen ein paar moderner Plattformen aufgeschnappt hat. Dennoch ist sein Denken aus meiner Sicht etwas aus der Zeit gefallen: es unterstellt nämlich, dass man den Kindern nur etwas "Flippiges" bieten muss und schon begeistern sie sich für Briefmarken.
DigitalMachine schreibt in Beitrag [#100] von seinen Kindern (9 und 13 Jahre alt), nicht von seinen Enkelkindern. Damit "rutscht" er sicherlich in eine andere (jüngere) Altersklasse ;-)
Gruß
Stefan
Was @Digitalmaschine in [#100] unter Beweis stellt, ist, dass er über seine Enkelkinder die Namen ein paar moderner Plattformen aufgeschnappt hat. Dennoch ist sein Denken aus meiner Sicht etwas aus der Zeit gefallen: es unterstellt nämlich, dass man den Kindern nur etwas "Flippiges" bieten muss und schon begeistern sie sich für Briefmarken.
DigitalMachine schreibt in Beitrag [#100] von seinen Kindern (9 und 13 Jahre alt), nicht von seinen Enkelkindern. Damit "rutscht" er sicherlich in eine andere (jüngere) Altersklasse ;-)
Gruß
Stefan
Am: 23.11.2024 21:56:56
Gelesen: 20535
# 115
@ Stefan [#114]
Vielen Dank für den Hinweis, Stefan! Da hast Du natürlich Recht, aber ich glaube, es ändert nichts in der Sache.
Viele Grüße und einen schönen Abend
Christian
Am: 23.11.2024 23:42:09
Gelesen: 20470
# 116
@ Sammlerfreund Christian [#113]
Guten Abend Christian,
vielen Dank für diesen Beitrag! Einer von ganz wenigen sinnvollen und nicht polemischen Beiträgen in diesem bodenlosen "thread".
Allen deinen Punkten (Rekrutierung von Sammlern, Jugendarbeit, heutige Freizeitschwerpunkte junger Generationen, Medieneinsatz, Werbung, Ressourcen) kann ich leider (nicht weil ich gerne widersprechen würde, sondern weil die Realität tatsächlich so aussieht) nur zustimmen. Bekannt ist vieles davon schon länger und Versuche daran zu arbeiten wurden auch schon gemacht und dabei viel "Herzblut" (leider vergeblich) vergossen (siehe nur vergangene Zukunftskomissionen des BDPh). Bislang scheiterte alles an den verkrusteten, alten Strukturen und an vielen derer an Schlüsselpositionen sitzenden Vertreter, die, aus welchen Gründen auch immer, sich nicht bewegen wollen oder können.
An all dem wird sich auch nichts ändern und die Philatelie wird in zunehmendem Maße und auch immer schneller schrumpfen und noch mehr in der Bedeutungslosigkeit für die Gesellschaft und die öffentliche Wahrnehmung verschwinden. Es werden sich aber dennoch auch zukünftig immer noch solch "altmodische" Seelen, wie z.B. wir hier im Forum und auch in kleiner werdenden Vereinen, ArGen etc., damit befassen und an dem Hobby Freude haben.
Und genau dies ist und bleibt es letztendlich auch, ein HOBBY. Dieses Hobby betreibe ich zumindest um mich daran zu erfreuen, abzuschalten und mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Deshalb habe ich schon lange aufgehört mich darüber aufzuregen und verfolge das ganze "Trara" drum herum, egal ob die "Tütenwerbung", Zukunftskommissionen u.v.m., interessiert, oft innerlich kopfschüttelnd, aber ohne mich dadurch aus der Ruhe bringen zu lassen. Und glaubt mir, das hilft! ;-)
Allen hier weiterhin viel Freude an der schönen, wunderbar altmodischen Philatelie und ganz wie bei Monty Python "Always look on the bright side of life".[1]
In diesem Sinne,
Peter
[1] https://www.youtube.com/watch?v=jHPOzQzk9Qo
Am: 25.11.2024 13:28:18
Gelesen: 20038
# 117
@ Eric Scherer [#77]
Danke, ich hab gerade Deinen Vortrag auf YouTube gesehen. Die Punkte die Du aufgezählt hast, fand ich sehr interessant.
Ich habe überhaupt keine Ahnung was das für Menschen sind, die derzeit Briefmarken sammeln - hast Du denn da einen Überblick? Ich meine jetzt nicht die Vereinsmitglieder, sondern nicht organisierte Sammler*innen. Vielleicht gibt es da ja Überraschungen … Und wie hast Du Dir überlegt, was das für Menschen sein könnten, die sich neu für das Hobby begeistern lassen? (Ich meine die Methode) Kennst Du das neu aufkommende Interesse von und für Nerds - und ihre Art, bestimmte Dinge zu sammeln? (Pokémon, alte Computerspiele, Comix …)
Hast Du Dir ein paar Gedanken zur Internationalität und Intersektionalität gemacht? Die Infos und Strukturen die ich nutze sind weltweit irgendwo in Gruppen, Homepages, Strukturen aller Art und auf verschiedenen Plattformen organisiert - in der Regel englisch, wobei ich vermute, dass es auch französischsprachige Strukturen gibt, die ich einfach nicht kenne, weil mein Französisch nicht so gut ist und nur für den Katalog oder einfache Texte reicht (der Translator hilft). Diese Internationalität ist für mich das krasse Gegenteil zu einem Ortsvereins in einer kleinen Großstadt … finde beides OK, aber schon sehr verschieden. Mein persönliches Umfeld ist ebenfalls sehr international, ich spreche viel Englisch im Alltag. Total viele Menschen aus Paktistan und Indien sind in den letzten Jahren gekommen. Und zur Intersektionalität … Hast Du einen Überblick über verschiedene Gruppen, nach Geschlecht, Alter, Herkunft, Vermögen, Bildung, Sprache usw. - und ob diese Personen sammeln, was für Strukturen sie brauchen, was sie brauchen und ansprechbar zu sein, sich wohl und willkommen zu fühlen oder überhaupt in den Dialog treten zu können? Ich bin z.B. gegen meinen Willen bei Auflösung des Vereins in dem ich war aus dem BDPh geflogen. Ohne Begleitung traue ich mich nicht auf ein Vereinstreffen eines neuen Vereins, und ich habe niemanden im Freundeskreis, den ich bestechen könnte mit mir mitzukommen und mich aufzufangen, falls es zu cringe wird. Wüsste auch gar nicht wie ich in Kontakt mit Vereinen komme … mit fremdem Leuten telefonieren oder emails schreiben mache ich nicht mehr, das ist seit 10 Jahren für mich keine typische Kommunikationsform mehr (außer Behörden oder so) - Facebook habe ich schon seit Jahren nicht mehr, läuft vieles über Telegram oder Insta … oder andere Netzwerke.
Woher weisst Du, wie Leute, die nicht im Verein sind, so sammeln? Und hast Du Dir Gedanken dazu gemacht, in welche Richtung Informationen fließen? Also wer wem was erklärt? (Z.B. könnten ja junge Leute um die 30 den Leuten in den Vereinen und so mal erzählen was sie gut finden, und die älteren Spezialisten für Baden Stempel hören einfach mal zu und staunen … und richten sich danach (bewegen sich)) … ich erwähne das, weil Du davon gesprochen hast, was den Kern der Philatelie ausmacht. Ist sicher sinnvoll, bestimmte Arten von Philatelie und Sammeln alten Bildern davon gegenüberzustellen … nur: vielleicht gibt es ja bereits neue, andere, nicht bekannte Vorstellungen davon, was Briefmarkensammeln ausmacht - und es kommt zu einem Clash der Kerne … wenn eine denkbare Art von Kern unwissend priorisiert wird.
Mochte das schöne bunte gemalte Bild zu Beginn - das war und ist einer meiner Hauptgründe mich mit Briefmarken zu beschäftigen. Sie sind bunt, sie sind schön, sie zeigen den Geschmack und die Themen einer Zeit und Epoche, sie sind irgendwie positiv … und sie zeigen die ganze Welt in ihrer Vielfalt. Dagegen wirken die Sammler auf Events manchmal (nicht immer, aber schon ab und an) nun ja, etwas grau.
Was hältst Du denn von Tassen, Taschen und Aufklebern? Ich bin da viel genügsamer: Präsenz wäre toll (auf Börsen, Festen, im Ort, wo auch immer). Und Tauschtage, auf die ich mich traue. Und Kontaktmöglichkeiten, die in meinen Alltag passen. Und eventuell Raum für Engagement, das nicht an irgendwelche 50 Jahre lang besetzten und verteidigten Posten gebunden ist … ganz einfach Dinge. Ich renne in einfachsten Dingen gegen Wände, sobald ich den Gedanken fasse, zu Vereinen Kontakt aufzunehmen, sowohl was meine Motivation angeht als auch ganz praktisch.
Was sagen denn die Kollegen im Vorstand zu Deinen Ideen? Gibt es schon Pläne für neue Stofftaschen? Wenn sie bunt sind würde ich eine wollen. Kannst Du gerne ausrichten.
Ich finde das echt gut was Du Dir überlegst, macht viel Sinn, insbesondere so für Leute um die 40 bis 50, denke ich. Aber selbst für diese Zielgruppe scheint mir die derzeitige Struktur der organisierten Philatelie weit weit entfernt zu sein. Will echt nicht in Deiner Haut stecken grade.
Am: 25.11.2024 16:40:54
Gelesen: 19912
# 118
Gerade im Forum/Verkauf (18.12.) unter "Sonstiges" etwas gefunden, das hier in die Diskussion gut paßt! :-)
Auch die Deutsche Post hat so etwas Ähnliches - wie hier +/- diskutiert - wohl auch zu Werbezwecken produziert. :-)
Am: 26.11.2024 15:24:28
Gelesen: 19714
# 119
@ mpstamps [#110]
Wie gesagt, nur mein Eindruck. Aus diversen Diskussionen in Foren und Facebook-Gruppen. Dort war die Mehrheit der Kommentare - wieder mein Eindruck - kritisch bis negativ. Die Befürworter haben sich offensichtlich zurückgehalten.
Zunächst zu den verschiedenen Foren: Ich schaue alle 1-2 Tage in fast alle mir bekannten deutschsprachigen Foren und habe dort keine oder kaum Kritik, eher Schweigen zur Werbung gelesen.
Bei Facebook bin ich seit einigen Monaten angemeldet und schaue ebenfalls alle 1-2 Tage rein, die mir bekannten Gruppen haben sich nicht negativ geäußert.
Die einzige und sehr heftige Kritik kam auf den Philaseiten, bereits während wir noch in Ulm am Stand auf unsere bestellten Tragetaschen, Karten und Tassen warteten, um sie zu Hause zu testen.
Du kannst mir gerne Links zu den kritischen bis negativen Kommentaren mailen, die ich nicht kenne, ich bitte Dich sogar darum. Ich sehe und lese viel, aber ich kenne nicht alles.
Nun hat Ron den ersten Beitrag, klar negativ zur Werbung geschrieben mit der Überschrift Anti Philatelie Werbung, danke… und ich habe das sehr lange Zeit so stehen lassen.
Meine Erfahrung zeigt, dass aufgrund eines solchen Beitrags viele Befürworter der Werbung des LV Südwest geschwiegen haben weil es immer einfachen ist meinungsmässig mit dem "Strom der Ablehnung zu schwimmen" statt eine entgegengesetzte Meinung zu vertreten. Die ersten sieben Beiträge waren jedoch knallhart negativ gegenüber der Werbung verfasst, sodass alleine aus diesem Grund zustimmende Bewertungen kaum zu erwarten waren.
Inzwischen dürften aber Stimmen aus Vereinen und Arbeitsgemeinschaften vorliegen und ich lade sie ausdrücklich ein, sich hier zu äussern. Gerne kritisch, gerne zustimmend und schliesslich noch viel mehr mit EIGENEN IDEEN um über Werbung an die Zielgruppe 45- bis 65-jähriger Sammler zu gelangen.
Zwar fehlen mir nähere Angaben zu den Altersgruppen der aktuellen BDPh Mitglieder, erfahrungsgemäss sollten sie aber kaum abweichen von den Philaseiten Mitgliedern die freiwillig ihr Geburtsdatum angegeben haben - die Gruppe der 60- bis 64-jährigen hatte in diesem Jahr das grösste Wachstum zu verzeichnen:
Abschliessend noch ein Beispiel, welche Sendungen - reine Fleischbeschau von Männern und Frauen in Grossaufnahmen - im Fernseh-Abendprogramm um 20:15 Uhr auf RTL 2 laufen und natürlich auch von den Kindern im Kinderzimmer mit eigenem Fernsehgerät oder über Laptop oder Handy konsumiert werden. Die Sendung heisst Naked Attraction, mittlerweile in der 12. Staffel, einfach googeln:
https://www.rtl2.de/sendungen/naked-attraction-dating-hautnah/videos/1100100367-huebsche-mal-laesst-huellen-fallen?playlist=25235
Schöne Grüsse, Richard
Abschliessend noch ein Beispiel, welche Sendungen - reine Fleischbeschau von Männern und Frauen in Grossaufnahmen - im Fernseh-Abendprogramm um 20:15 Uhr auf RTL 2 laufen und natürlich auch von den Kindern im Kinderzimmer mit eigenem Fernsehgerät oder über Laptop oder Handy konsumiert werden. Die Sendung heisst Naked Attraction, mittlerweile in der 12. Staffel, einfach googeln:
https://www.rtl2.de/sendungen/naked-attraction-dating-hautnah/videos/1100100367-huebsche-mal-laesst-huellen-fallen?playlist=25235
Schöne Grüsse, Richard
Am: 26.11.2024 19:32:04
Gelesen: 19591
# 120
@ Richard [#119]
Hi,
bei Facebook wurde zum Beispiel in der Gruppe "WhatsBriefmarken" das Thema mindestens zwei Mal aufgegriffen und - mein Eindruck - eher negativ kommentiert. Dass der LV seinen eigenen Beitrag, so habe ich jedenfalls gelesen, wohl gelöscht haben soll, spricht auch nicht dafür, dass er das wegen der vielen positiven Kommentare gemacht hat. Und auch der Post mit der Stellungnahme hat noch mal zumindest ne kleine Diskussion ausgelöst.
Ja, auch ich habe bei FB kritisch kommentiert. Wie oben schon jemand schrieb, sind die, die kritisieren, natürlich immer lauter. Und, sorry, leider habe ich auch keine Idee, wie man die Jugend oder zumindest überhaupt "Neue" für das Hobby Philatelie begeistern kann. Wer da eine zündende Idee hat, dürfte vermutlich gefeiert werden. Weiter oben schrieb jemand, man müsste Influencer & Co. finden, die das Hobby cool präsentieren. Ob das klappen würde? Meine Beobachtung ist leider bei den Kindern und Jugendlichen in meiner Familie und Bekanntenkreis, die wissen kaum, was Briefmarken sind, geschweige, dass man die sammeln kann. Wie auch, wer bekommt heute noch einen Brief? Und der Vergleich mit Lego ist schwierig. Lego war, so meine vermutlich eher subjektive Sicht, nie wirklich weg oder uncool. Damit habe ich als Kind gespielt und jetzt meine Kinder. Und viele Erwachsene machen das auch. Zudem konnten die durch die Kooperation mit Marken wie Star Wars & Co. sicher ihr Publikum erweitern.
Das kann man zumindest vielen Postverwaltungen nicht vorwerfen, dass sie nicht probieren, über Motive oder Trends wie Krypto neue Kundschaft zu erschließen. Auch "seriöse" Länder sind ja längst auf den Zug aufgesprungen. Da gibt es ja auch Sammler, die das kritisch sehen. Ich bin da eher neutral, habe die eine oder andere Marke aus Holz, Glas oder Toilettenpapier zum Beispiel aus Österreich gekauft, einfach, weil ich sie lustig fand. Ich kann aber auch verstehen, dass der eine oder andere, der komplett sammeln will, diese meist ja teureren Sachen auch noch erwerben muss und dann meckert.
Unterstützenswert finde ich Aktionen, wie von einem Briefmarkenverein, den ich neulich besucht habe, die trotzdem versuchen, über Projekte in Schulen junge Menschen an das Hobby heranzuführen. Ziel muss es ja zudem sein, überhaupt neue Sammlerinnen und Sammler zu finden, egal welchen Alters.
Zu Ihren sonstigen Ausführungen: Es ist ja schön, dass Sie es kaum erwarten konnten, die Tasche zu nutzen. Viel Spaß. Ich würde damit nicht draußen rumlaufen, aber es ist ja jedem selbst überlassen.
Was der Link zu RTL2 soll, weiß ich allerdings nicht. Ja, Überraschung, im Fernsehen gibt es nackte Haut zu sehen. Was hat das aber mit der Diskussion um die Werbung zu tun?
Am: 26.11.2024 23:49:30
Gelesen: 19492
# 121
@ Richard [#119]
Hallo Richard,
Du bist nicht im Bilde über den Umfang und die Vehemenz der ablehnenden Diskussion. Ich habe hingegen die Diskussionen bei facebook intensiv verfolgt.
Ausgangspunkt war ein Beitrag in der von 'mpstamps' bereits erwähnten Gruppe "WhatsBriefmarken" (im übrigen eine der wenigen wirklich empfehlenswerten Philatelie-Gruppen bei facebook). Dort wurde sehr ausführlich und weitgehend sachlich diskutiert. Es gab bei mindestens 3 Dutzend Kritikern nur sehr wenige Befürworter der Werbung, von denen sich leider die Mehrheit durch ihre unangenehmen, diffamierenden Kommentare selbst für eine weitere Diskussion disqualifiziert haben. Ein User musste von den Admins auch aus der Gruppe entfernt werden.
Ein weiterer wichtiger Teil der Diskussion spielte sich direkt auf der Facebook-Seite des LV Südwest ab. Dort wurde deutliche Kritik geäußert und es wurden (u.a. auch von mir) bestimmte Aussagen kritisch hinterfragt. Als Antwort erhielt ich ganz konkret von Frau Kirsten Schönherr (... Stichwort "Zukunftskommission"....) die Aussage, man wolle ja im Landesverband zunächst noch über die Gestaltung der Werbeartikel intern diskutieren, bevor man in die Vermarktung geht. Dabei wurden die Sachen zeitgleich in Ulm bereits unter die Leute gebracht. Es wurden dort also gezielt falsche Behauptungen aufgestellt. Ansonsten gab es aber keine Reaktion der "Offiziellen". Ein sehr unglückliches Bild, das der Verband da abgegeben hat. Zu diesem Zeitpunkt hätte der Verband nämlich durch ein kluges, transparentes Statement die Diskussion selbst noch in eine andere Richtung lenken können. Pustekuchen. Stattdessen wurde der gesamte Beitrag mitsamt allen Kommentaren nach einigen Tagen kommentarlos gelöscht. Offenbar wurden dem Verband die kritischen Stimmen zu laut. In meiner Erinnerung hatte der Beitrag weit über 50 Kommentare, überwiegend sehr kritisch und negativ gegenüber der Aktion.
Nach der Löschung und dem damit verbundenen Abwürgen der Diskussion wurde bei WhatsBriefmarken ein weiterer Beitrag eröffnet, der wiederum über 70 Kommentare erbrachte. Wenige Tage später veröffentlichte Ron Pichler sein Video auf Youtube. Das Video hat bis heute 880 Aufrufe. 75 User haben mit "Daumen hoch" reagiert, kein einziger User hat "Daumen runter" angeklickt. Kein Einziger!! Sprich: Es gibt keinen bei Rons Youtube-Kanal angemeldeten User, der dem Inhalt des Videos explizit aktiv widersprochen hat. Weiterhin gibt es direkt unter dem Video nochmal 70 Kommentare, auch diese weit überwiegend negativ gegenüber der LV-Werbeaktion..
Es ist also schon ein wenig seltsam, wenn Du in Frage stellst, dass die Reaktionen auf die Werbeaktion überwiegend negativ waren. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel.
Der LV selbst hat dies ja in seinem Statement auch eingestanden (siehe oben [#92]). Darin heißt es, "das Maß an konträren Auswirkungen in Bereichen außerhalb unseres Einflussbereiches hat inzwischen schädigende Umfänge angenommen" und "nach kollegialen Hinweisen aus der organisierten Philatelie erkennen wir, dass wir dabei offenbar eine Grenze überschritten haben."
Ich frage mich, warum Du, Richard, diese Aktion immer noch verteidigst und sie in erneut missverständlicher Weise mit irgendwelchen fadenscheinigen Erotikfilmchen in Verbindung bringst (als Rechtfertigung). Der letzte Teil deines Beitrags zeigt mir, dass Du leider den Kern der Kritik in keiner Weise verstanden hast. RTL2 oder irgendwelche anderen medialen Schmuddelkinder sind keine Vertreter der organisierten Philatelie. Sie fügen somit mit ihren Inhalten und Aktivitäten der Philatelie auch keinen Schaden zu. Der Landesverband Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine im Bund Deutscher Philatelisten e. V. ist jedoch im Gegensatz dazu ein offizieller Verband der organisierten Philatelie. Und dieser Verband gesteht selbst ein, dass sein Verhalten (ich zitiere erneut) "schädigende Umfänge angenommen" hat und dass "kollegiale Hinweise" nötig waren, um dieses Verhalten als schädigend zu erkennen...
Insofern kann ich nur sagen: Vielen Dank an alle, die hier auf den philaseiten und auf den o.g. anderen Kanälen deutlich ihren Unmut geäußert haben. Das waren doch genau diese "kollegialen Hinweise", die dazu geführt haben, dass die Aktion (wenn auch viel zu spät) schließlich gestoppt wurde. Wir, die Mehrheit der hier aktiven Philatelisten, wollen mit einer solchen Aktion nicht in Verbindung gebracht haben. Wir würden nicht freiwillig mit so einer Tasche öffentlich rumlaufen. Da stimme ich Marcel in [#120] zu 100% zu. Wir fühlen uns unwohl, als Philatelisten erkannt zu werden (auch ohne dieses Accessoire zu tragen), wenn ein offizieller Verband, der uns nach außen positiv vertreten soll, derart unterirdische Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
Jetzt wäre es allerdings in meinen Augen auch an der Zeit, die Diskussion mal zu beenden. Alle Argumente sind ausgetauscht, die Aktion ist gestoppt. Hoffentlich kommt etwas anderes, Besseres nach. Genügend Ideen und Ansätze wurden hier im Thema bereits geäußert.
Gruß Christoph
Am: 27.11.2024 01:23:55
Gelesen: 19461
# 122
@ Christoph 1 [#121]
Bei Youtube werden "Daumen runter" Bewertungen nicht mehr angezeigt.
Am: 27.11.2024 07:55:18
Gelesen: 19384
# 123
@ Christoph 1 [#121]
Jetzt wäre es allerdings in meinen Augen auch an der Zeit, die Diskussion mal zu beenden.
Und was zu tun?
Am: 27.11.2024 12:41:40
Gelesen: 19253
# 124
@ Zackensonne [#117]
Lieber Zackensonne
Vielen Dank für Deinen Beitrag. Du sprichst mich ja direkt an und ich versuche daher auf einige der von Dir genannten Punkte zu antworten.
Direkt voraus: ich bin nicht Mitglied im Vorstand des Landesverbandes Südwest. Daher kann ich zu den dort angestellten Überlegungen auch nichts sagen.
Nun zu den diversen Punkten:
1) Wer sammelt heute überhaupt noch Briefmarken? Wer ist Philatelist?
Das ist eine gute Frage und man kann sicher sagen: es sind mehr Leute, als manche denken. Und diese Menschen sind "bunter" als viele denken. Ich selbst habe keine Statistik, aber doch einige Anmerkungen:
- Es gibt viel Menschen im Seniorenalter, die sich für das Briefmarkensammeln interessieren. Viele davon haben in der Vergangenheit einmal gesammelt und dann Jahre nichts gemacht. Jetzt finden sie ihre alten Alben und schauen sich mal im Internet um. Viele davon landen dann zuerst einmal bei Ebay, aber auch in Foren und auf der einen oder anderen Webpage. Hier ist sicher ein sehr grosses Potential.
- Es gibt eine grosse Gruppe von Menschen, die nicht ursprünglich aus Deutschland stammen, die noch immer Briefmarken sammeln. Viele kommen aus Ländern, wo dieses Hobby noch einen sehr guten Stellenwert hat. Mittlerweile haben wir auch sehr viele "gut betuchte" Ausländer, die Briefmarken sammeln - ich kenne Sammler aus Indien, Sri Lanka, den USA, Kanada. Erst letztlich habe ich einen Portugiesen kennengelernt, der seine Sammlung jetzt auch auf Ausstellungen zeigt. Er ist über unsere Online-Seminare zur IBRA (die auf Englisch waren) dazugestossen.
- Es gibt Leute, die zuviel Geld haben, und zu wenig, um in den Kunstmarkt zu investieren und für alte Möbel keinen Platz haben. Gerade hier finden sich viele, die eifrig Kryptomarken und NFTs sammeln. Auch hier habe ich einige kennengelernt und das sind echte Sammlerpersönlichkeiten. Der Wechsel von Krypto zu einer Oldenburg- oder Hannover-Sammlung ist da durchaus machbar. Ich habe mehreren Kataloge von Namensauktionen geschickt.
Die Liste liesse sich fortsetzen. Für mich ist aber klar: wir reden hier von kleinen Gruppen, Minderheiten, Nischen. Da ist klassische Breitenwerbung schwierig, Präsenz von Angeboten, Zugänglichkeit (auch Mehrsprachigkeit), Verständlichkeit und natürlich auch die Attraktivität der Darstellung ist da wichtiger.
2) Werbung mit Taschen, Tassen, etc.
Noch kurz eine Anmerkung zu den vom LV SW gewählten "Medien": Werbemittel wie Tassen, Taschen, u.ä. dienen an erster Stelle "identitätsstiftend". Damit kann man keine Menschen "von ausserhalb" werben, aber man kann zeigen, dass man dazu gehört und "Bescheid" weiss. Daher sind solche Dinge erstmal nicht antiquiert und habe einen Zweck. Ausserdem können solche Dinge zum "Geschichten erzählen" animieren. Nur ein Beispiel: Die Lieblingsbriefmarke meiner Tochter ist die Black Penny. Ich habe ihr damit eine schöne Tasse gestaltet. Meine Tochter liebt diese Tasse und zeigt sie auch herum. Damit zeigt sie, dass sie Briefmarken sammelt und sich mit dem Thema identifiziert. Die Grundidee ist also nicht schlecht.
3) Positive Identifikation
Ich denke, dass ist letztlich das wichtigste, an dem wir arbeiten müssen. Hier gibt es viele Ideen. Aber auch viele, die diese zerreden.
Soviel in aller Kürze.
Am: 27.11.2024 14:02:00
Gelesen: 19211
# 125
Ich hätte mir vom LV etwas mehr Originalität gewünscht. Der Spruch an sich ist meiner Meinung nach noch immer gut um zu werben, nur der Kontext sollte halt geändert werden.
Ich habe mal auf die Schnelle zwei Bilder erstellt, die ein anderes Publikum ansprechen könnten und vor allem ein Publikum, dass bisher noch nichts mit Briefmarken zu tun hat. Zumindest nimmt es den Kontext des Spruches auf die Schippe und setzt das Ganze in einen neuen.
© IMAGO/Power Sport Images
https://reshape.sport1.de/c/t/c6c9722f-243e-4d26-a886-98228a9ac331/968x546
© Alex Txikon
© IMAGO/Power Sport Images
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Am: 27.11.2024 16:01:08
Gelesen: 19144
# 126
@ Richard [#119]
Hier hast Du ein Hauptproblem von Social Media im Allgemeinen angesprochen. Üblicherweise melden sich zu großen Teilen, zum größten Teil, bis zum Teil sogar ausschließlich - immer nur laute Kritiker. Zustimmung wird selten artikuliert. Da kann man dann schnell den Eindruck gewinnen, dass die Lauten auch die echte Mehrheit darstellen. Eine ganz typische Wirklichkeitsverzerrung durch Social Media, die man auf allen Kanälen von X über Facebook bis zu Insta und Tiktok täglich sehen kann.
Den Fehleindruck verstärkend, traut sich zusätzlich die schweigende, nicht kritisch eingestellte 'schweigende Mehrheit' dann kaum auch noch aus der Deckung, aus Angst vor dem lauten Shitstormern. "Widerstandskämpfer" sind die wenigsten. Die Mehrheit schweigt und duckt sich einfach. Sichtbar und laut bedeutet deshalb noch lange nicht, dass diese in Ansätzen eine größere Gruppe, eine Relevanz, geschweige denn eine Mehrheit darstellen. In der Regel gilt eher sogar der generelle Umkehrschluß, "je lauter, desto weniger Relevanz".
Ich kann mich an eine Werbeaktion einer Supermarktkette vor etlichen Jahren erinnern, die sofort einen Shitstorm ausgelöst hat, wobei das Unternehmen sich dann panisch-aktionistisch entschuldigt und die Kampagne eingestellt hat. Da wurde dann in den Tagesthemen ein wichtiger (...) "Uni-Professor für Werbung" dazu interviewt, der dann meinte, der allergrößte Fehler bei öffentlicher Kritik auf Social Media sei, dazu überhaupt Stellung zu nehmen und noch sehr viel fataler sei es, darauf mit korrigierenden Handlungen zu reagieren. Das würde die Lauten in ihrer Art nur bestärken und nach Außen (den Nichtkritikern) den Eindruck suggerieren, die Lauten hätten ja womöglich wirklich Recht und sie seien die Mehrheit.
Das Problem dabei ist, eine wirklich breite, erstzunehmende Kritik zu erkennen und vom genannten Social Media-Effekt zu unterscheiden. "1%" der Shitstorms sind ja womöglich sogar auch mal berechtigt. Der Prof sagte damals sinngemäß in etwa dazu "je kürzer die Stellungnahmen, je pauschaler und einseitiger, je unausgewogen und undifferenzierter, je 'ohne sauber ausformulierte Begründung', je 'hingekotzter', desto weniger Relevanz".
@ BeNeLuxFux [#125]
Das sind alles sehr schöne Beispiele. Für mich wirken die aber irgendwie einfach zu unauffällig, zu beliebig, das fällt bei außenstehenden (!) Betrachtern kaum auf, geschweige denn man erreicht damit das (Unter-) Bewusstsein bisher unberührter Gruppen.
Das wirkt auf mich eher einfach zu weichgespült. Darüber lächeln vielleicht ein paar Insider, aber die will ich ja nicht erreichen. Der Ansatz ist aber schon einmal gut. Es fehlt hier aber irgendwie ein ausgerägter, wirklicher "Hoppla"-Effekt mit Erinnerungswirkung und das erreicht man beispielsweise eher durch selbstironischen Humor, in dem man ganz bewusst und offensiv mit althergebrachten, negativen Klischees und Vorurteilen über sich selbst spielt.
Und der Spruch mit der "zeigenwollenden Briefmarkensammlung" passt weniger zu den Motiven, denn dieser stammt ja eindeutig aus dem "zwischenmenschlichen Bereich der Welt des Datings", das hat natürlich und eindeutig auch eine sexuelle Komponente - und genau dazu müssen dann auch die bildlichen Motive passen, sonst wirkt das nur komisch und künstlich konstruiert. Die graphische Ausführung, damit diese dann nicht einfach nur plumb wirkt, ist dann die hohe Kunst von entsprechenden Profis (und nicht von Künstlern, die sich nur selbst verwirklichen wollen).
Beste Grüße
Thomas
Am: 27.11.2024 16:16:27
Gelesen: 19133
# 127
@ DL8AAM [#126]
Thomas, genau so ist es!
Niemand, wirklich niemand, den ich dazu befragt habe, und das sind mittlerweile doch recht viele, hat sich negativ geäußert oder auch nur im Ansatz frauenfeinliche Aspekte erkennen können oder die Werbung mit "alten weißen Männern" in Verbindung bringen können.
Erst recht habe ich nur Stirnrunzeln und Unverständnis geerntet, als ich erzählt habe, dass die Werbung von einigen Spezis dahingehend beurteilt worden sei, sie stamme offenbar von notgeilen Männern.
Am: 27.11.2024 19:31:22
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# 128
@ bovi11 [#127]
Von "alten weißen Männern" hat kein Kritiker geschrieben. Das "weiß" hat, warum auch immer, lediglich DL8AAM ins Spiel gebracht.
Koban
Am: 27.11.2024 19:39:49
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# 129
Beim Thema Social Media stimme ich den zuletzt genannten Punkten größtenteils zu. ABER davon auszugehen, dass wenn ja nur ein kleiner Teil laut Kritik übt, dass die schweigende Mehrheit sich gar nicht mehr traut, sich zu äußern, und deshalb nur wenige positive Stimmen dann öffentlich werden, halte ich in diesem speziellen Fall auch für etwas gewagt. ;-)
@ bovi11
Toll, dass Sie in Ihrem Bekanntenkreis niemanden haben, der sich negativ geäußert hat. In meinem Bekanntenkreis war ziemlich genau umgekehrt. Und was sagt uns das? Geschmäcker sind halt verschieden. Wobei der Aspekt mit den "notgeilen Männern" bei denen, die ich befragt habe, gar nicht aufkam. Die Werbung wurde halt einfach nur als altbacken und plump empfunden.
Und den aus meiner Sicht wichtigsten Punkt müsste man auch noch klären: War die Werbung denn "erfolgreich"? Wurde das Thema irgendwo außerhalb der Philatelie-Blase - unter, ich übertreibe extra, alten, weißen Männern - überhaupt mal aufgegriffen? Hatte die Messe in Ulm Besucherrekorde zu verzeichnen?
Das ist nämlich meistens der Fall bei richtigen Shitstorms, wenn Leute, die eigentlich gar nix damit zu tun haben, auf ein Thema aufmerksam werden, wenn darüber berichtet wird. Vermutlich erinnern sich noch viele an die Benetton-Anti-Werbung aus den 1990ern (?), ohne jemals was von der Marke getragen oder von ihr vorher gehört zu haben.
In unserem Fall war es dann wohl eher ein Shitstorm im Wasserglas maximal.
Am: 27.11.2024 22:07:34
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# 130
@ BeNeLuxFux [#125]
Hallo BeNeLuxFux,
wie wohltuend einen konstruktiven Beitrag zu lesen. Deine Vorschläge find ich gut gemacht und gut durchdacht, Ob im Fußball eine Zielgruppe zu finden ist weiß ich nicht, aber sogar ich erkenne die beiden Fußballer. Als Werbeträger wohl unbezahlbar. Günstiger sind Bergsteiger zu haben, aber wer außer mir kennt hier Alex Txikon? Besonders schön an Deinen Beispielen ist, daraus lässt sich eine ganze Bilderstrecke machen. Mit Nanga Parbat und Kreativität kann ich nicht dienen, daher ein nicht so schönes 2tes Bild.
Mal im Ernst, soll das Image aufpoliert werden, Neusammler oder Sammler für die organisierte Philatelie gewonnen werden, Ortsvereine und/oder Argen gestärkt werden oder eine deutliche Verjüngung erreicht werden oder was weiß ich.
Mein Wunsch: die Streitereien hier und Werbung dort mal beenden, bis die Zukunftskommission die Fragen beantwortet hat: Wo steht die Philatelie, was kann sie, welche Ressourcen hat sie und wo will sie hin?
grüsse Christof
Mal im Ernst, soll das Image aufpoliert werden, Neusammler oder Sammler für die organisierte Philatelie gewonnen werden, Ortsvereine und/oder Argen gestärkt werden oder eine deutliche Verjüngung erreicht werden oder was weiß ich.
Mein Wunsch: die Streitereien hier und Werbung dort mal beenden, bis die Zukunftskommission die Fragen beantwortet hat: Wo steht die Philatelie, was kann sie, welche Ressourcen hat sie und wo will sie hin?
grüsse Christof
Am: 27.11.2024 22:57:34
Gelesen: 18887
# 131
Hallo zusammen,
es wird vermutlich keine Werbung und kein Motiv geben, welches irgendjemanden außenstehenden direkt dazu motiviert mit dem Briefmarkensammeln anzufangen. Die Werbung kann aber unterschwellig wirken und weg vom Image eines alten und eigenbrötlerischen Briefmarkensammlers führen. Also erst den Boden nähren, das Image ändern – junggeblieben - im reifen Alter - gutausehend - gebildet - weltoffen.
Dies kann auch durch ähnliche Motive wie das zur Diskussion stehende gelingen, siehe auch Vorschläge oben. Ich bin übrigens nicht im Kirchenchor!
Mit einem weiteren Motiv kann man dann vielleicht das Sammeln von Briefmarken auch für Außenstehende interessant machen.
Vorstellen könnte ich mir hier einen jungen gutaussehenden Mann, hinter ihm Kulturdenkmäler, mittels Briefmarken dargestellt, aus aller Welt, und einen Spruch dazu. Z.b. Philatelisten sind weltoffen, - kennen die Welt, - wissen mehr …
Oder: Im Hintergrund ein Kulturdenkmal, im Vordergrund eine hübsche Frau mit der Aussage „Mein Mann sammelt Briefmarken, dem ist nichts Fremd; Mein Mann ist Philatelist, der kennt sich überall aus“ …
Oder: Eine Gruppe von jüngeren und älteren Männern und Frauen, einer vielleicht mit Lupe und Album, mit unterschiedlichen Hautfarben, oben ein BDPh/Südwest-Transparent und einem Spruch – Rassismus ist bei uns Fremd!
Sicher ist dann auch vielleicht etwas zum Fremdschämen dabei, das dem einen oder anderen nicht gefällt. Es kann eben nicht jedem recht gemacht werden.
Und damit das Ganze nicht so teuer wird könnte der BDPh z.B. eine studierende Künstlerklasse/Marketing mit dem Thema Werbung beauftragen, d.h. zuerst Vorschläge und Ideen mittels Skizzen, danach Umsetzung der ausgewählten Vorschläge als Reinzeichnung von allen, Auswahl des oder der besten Bilder. Die Auswahl der Ideen und Bilder sollte zunächst durch die Studierenden selbst erfolgen.
Da diese dann nicht von einem in die Jahre gekommenen Philatelisten stammt, könnte vielleicht etwas ganz anderes, kreatives und frisches herauskommen?
Viele Grüße
Bernhard
Am: 29.11.2024 14:51:28
Gelesen: 18676
# 132
@ bernhard [#131]
Meinungen und Vorschläge eines gesperrten Mitgliedes welche mich per Email erreichten:
Endlich....
Hallo, das Thema rund um die Werbung für den LV SW bekommt schon einen Bart. Ihre Meinung dazu ist goldrichtig – junge Leute (die nicht mit dem Auftraggeber verwandt oder verschwägert sind) sollen Ideen einbringen. Dem, der das beste beibringt, der bekommt ein Album mit Marken und einen Geldschein im Album in angemessener Höhe obendrein.
Allerdings ist die Philatelie so vielfältig, dass man sie auch mit Philatelie bewerben kann. Ich habe Beispiele aufgezeigt
Philatelistisches Krankenhaus - https://wirbellose.at/philatelistisches-krankenhaus
Briefmarken sammeln - aber wie? - https://wirbellose.at/sammeln-aber-wie
https://medizinphilatelie.com/angewandte-philatelie/
Werben durch Mitmachen und Animation. Es sind nur Beispiele, die beliebig geändert werden können.
Auffallen kann man auch mit Thematischer Philatelie Der Ustica-Anschlag - Wirbellose.atWirbellose.at – das kann dann auch holprig werden.
Mit freundlichen Gruessen
Clemens M Brandstetter
Den Vorschlag mit der Lupe möchte ich in abgeänderten Form aufgreifen.
Mittelalter Mann der sich mit der Lupe eine Briefmarke ansieht, hinter ihm steht ein jüngerer Mann und sieht interessiert und aufmerksam zu. Inschrift: LV Südwest – wir haben den Durchblick! (Altenativ: mit uns hat man den Durchblick!)
Viele Grüße
Bernhard
Am: 06.01.2025 14:06:47
Gelesen: 17845
# 133
Jetzt gibt es doch etwas, was noch nicht veröffentlicht wurde, aber einen Beitrag zu dieser wichtigen Diskussion leistet.
Der Deutsche Werberat hat sich nämlich dieser Sache angenommen. Sammlerfreund Clemens Brandstetter hatte die Sache dankenswerterweise dort vorgebracht- und festgestellt, dass das Gremium bereits aktiv geworden war. Zitat aus einer E-Mail vom 3. Dezember 2024, in der es um "die Illustration einer blonden Frau mit nacktem Oberkörper" geht, "deren Brustwarzen mit Briefmarken abgeklebt sind":
"Diesbezüglich haben wir den Landesverband zunächst kontaktiert und zur Stellungnahme aufgefordert. Maßgebend waren hier die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Person, wonach in der kommerziellen Werbung vor allem keine Aussagen und Darstellungen verwendet werden dürfen, die Personen auf ihre Sexualität reduzieren oder ihre sexuelle Verfügbarkeit nahelegen.
Der Post wurde vom Landesverband inzwischen entfernt und die Werbung wird so nicht erneut verwendet. Sofern der Werbetreibende sich bereit erklärt, die Werbung zu ändern oder nicht mehr zu verwenden, ist die Angelegenheit für den Deutschen Werberat erledigt."
Damit ist alles gesagt.
Ich bin allerdings der Ansicht, dass es anständig gewesen wäre von den Verantwortlichen des Landesverbands Südwest, sich für diese Art der herabwürdigenden Werbung zu entschuldigen. Darum ging es nämlich bei der Sache im Kern: um Anstand. So haben sie einen Schaden angerichtet, der noch länger nachwirken wird. Man kann sich irren, man kann etwas falsch einschätzen, aber dann sollte man das Rückgrat haben, das auch einzugestehen.
Am: 18.06.2026 21:27:03
Gelesen: 2118
# 134
Der Beitrag von bernhard [#132] wirft bei mir folgende (Verständnis-)Fragen auf: Warum ein Mitglied, welches offenbar einige Fragen zu dem Thema hat, gesperrt wurde und warum diese Fragen hier nicht offen diskutiert werden? Wen haben diese Fragen alles erreicht? Andererseits frage ich mich in welchem Zusammenhang diese aufgeworfen Fragen, der in dem Beitrag veröffentliche Mail und der Sperrung des Mitglieds stehen?
Nochmal zur Klarstellung es geht mir rein um das Verständnis um den Zusammenhang der aufgeworfenen Fragen.