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Thema:

Was bedeutet Butzen ?

Ben 11 Am: 10.10.2024 11:37:32 Gelesen: 709 # 1
@ Henry , @ tomato Bei Butzen handelt es sich immer um Schmutzpartikel = Druckzufälligkeiten. Zitat Wikipedia: „Von Zufall spricht man dann, wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen von mehreren Ereignissen keine kausale Erklärung gegeben werden kann.“ Für das Entstehen eines "Butzens" gibt es eine kausale Erklärung. Ein Butzen hat seine Ursache in einem Partikel, der zu einer Störung im Druckbild führt. Diese Partikel stammen überwiegend aus der Oberfläche (Papierstrich) oder den Schnittkanten des beim Druck verwendeten Papiers. Seltener stammen diese Partikel aus dem Farbwerk. Für das spätere Aussehen ist die Größe und der Ort der Ablagerung entscheidend. Ablagerungen auf dem Gummituch innerhalb einer farbigen Fläche führen auf das bekannte Bild des Farbpunktes und einer hellen Corona, wenn der Partikel höher ist als die Farbschichtdicke. Zum Beispiel gezeigt von Henry 2022 in oder Tobi 2021 in #1431 Außerhalb einer farbigen Fläche kann ein Partikel zur Beeinträchtigung von Linien führen. Auch hier muss er höher sein, als die Farbschichtdicke. Zum Beispiel gezeigt von Juppi 2019 in #71 bei Bund Druckzufälligkeiten. Bei "Brüchen" von Linien mit einem Butzen als Ursache muss man jedoch genau überlegen, wo sich der Partikel befunden haben könnte. Ablagerungen auf der Druckplatte außerhalb der sowieso farbigen Fläche erzeugen einen farbigen Punkt aufgrund des Einfärbens durch die Farbwalzen. Auch hier kann die benachbarte Farbfläche mit einer Corona beeinträchtigt werden. Zum Beispiel meine Abbildung Eichhörnchen aus 2024 in #1818 bei Bund Druckzufälligkeiten. Ablagerungen innerhalb der (gerasterten) farbigen Fläche führen dann zu einer zusammenhängenden Fläche. Durch die Farbwirkung erscheint diese dann auch dunkler oder kräftiger. Bei Ablagerungen auf der Druckplatte muss man beachten, dass Flächen ohne Farbe wasserführend sind. Das Wasser wird durch das Feuchtwerk der Maschine bereitgestellt und noch vor der Farbe auf die Druckplatte aufgetragen. Damit entsteht auch ein Selbstreinigungseffekt, der das Anlagern von Partikel erschwert. Eine Butze habe ich bisher aber immer so verstanden, dass dann rundum ein heller Rand sein müsste, der hier aber auch fehlt. Ja, deshalb schließe auch ich hier auch einen Butzen als Ursache aus. Gerade bei den DDR-Offsetdruck-Kleinbögen und DDR-Offsetdruck-Blöcken treten sie sehr zahlreich auf, aufgrund der zur Verfügung stehenden Druckfläche. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Anzahl auftretender Butzen und der zur Verfügung stehenden Druckfläche. Ein Butzen ist also keine Druckzufälligkeit, lediglich der Zeitpunkt des Auftretens kann nicht vorhergesagt werden. Es gibt aber technische Möglichkeiten, zum Beispiel durch eine "Staubabsaugung", durch Ausstreichbürsten oder Luftdüsen vor dem ersten Druckwerk, lose Partikel von der Papieroberfläche zu entfernen. So ist der Begriff "Druckzufälligkeit" hier ein früher entstandener Ausdruck der Verlegenheit, mögliche Ursachen nicht hinreichend erklären zu können. Der Begriff sollte nicht mehr verwendet werden. Viele Grüße Ben [Redaktionell kopiert aus dem Thema "DDR Druckzufälligkeiten"]