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Der nahe Tod des Postsparbuchs im Jahr 2025

Journalist Am: 09.10.2024 11:11:08 Gelesen: 1807 # 1
Hallo an alle, das vielen bekannte Postsparbuch wurde in Deutschland erst am 1. Januar 1939 eingeführt. Im Jahr 2009 bestand das Postsparbuch 70 Jahre. Damals hatte ich dazu einen Artikel in der philatelie geschrieben: http://www.jolschimke.de/postbank/70-jahre-postsparbuch-in-deutschland.html Beim heutigen Besuch einer noch wenige Wochen vorhandenen reinen Postbankfiliale hatte ich bei dem Postsparbuch auch etwas Geld abgehoben. Dabei erhielt ich den folgenden Handzettel in die Hand gedrückt: Darin wird das nahe Ende bzw. der Tod des Postsparbuchs bis Mitte 2025 angekündigt. Bis dahin werden alle Postsparbücher aufgelöst und durch "Karten" ersetzt. Das Postsparbuch wird also in Deutschland mit 86 Jahren beerdigt werden. Es handelt sich dann um ein abgeschlossenes Sammelgebiet. Soweit für heute erste Infos - der obige Flyer hat den Druckvermerk 10/2024 er dürfte also sehr aktuell sein. Laut diesen ersten Infos, kann man dann nicht mehr mehrere verschiedene Postsparbücher auf den selben Namen haben, hier soll scheinbar alles zusammengeworfen werden ? Viele Grüße Jürgen
Nachtreter Am: 09.10.2024 12:03:41 Gelesen: 1778 # 2
@ Journalist [#7] Erstaunlich, weil die Deutsche Bank die SparCard für tod erklärt hat! Viele Grüße Nachtreter
angim Am: 09.10.2024 15:55:35 Gelesen: 1687 # 3
@ Journalist [#7] Hallo, in meiner Heimatsammlung habe ich auch schon ein paar Postsparbücher. Ja, das sind wirklich interessante Zeitdokumente! Sehr interessant sind die Überklebungen der Bizone, weil dort u.U. auch der Zonenwechsel zwischen der Britischen und der Amerikanischen Zone dokumentiert werden kann (Zwei Aufkleber übereinander). Die dazugehörige Ausweiskarte wurde offensichtlich selten überklebt. Dann kann man die Währungsreform 1948 dokumentieren (Eintrag bzw. beigelegter Beleg). Aber das ist noch nicht alles: Die Unterschriften von Postbeamten des jeweiligen Amtes findet man ebenso, wie auch Stempeltypen, welche nicht für Sendungen benutzt wurden. In dem im Link gezeigten Postsparbuch mit dem Feldpoststempel befindet sich auch so ein Stempel von Essen, wo die Uhrzeitangabe durch einen Block ersetzt wurde. Viele Grüße Thomas
10Parale Am: 09.10.2024 17:03:32 Gelesen: 1638 # 4
@ Journalist [#7] ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich als Junge mit meinem Vater auf die Post ging und ein Postsparbuch eröffnete. Jede Woche trug ich ein zusammengespartes 5 DM Stück, meistens frisch poliert, zur Postsparkasse, wo sich mein Büchlein von Woche zu Woche füllte und ich, - damals war unsere Lektüre Dagobert Duck und unsere kleine kleine Postfiliale nichts anderes als ein Zweigstelle von Walt Disneys Entenhausen (Duckburg) - träumte von er ersten Million. Hätte ich bis heute fleißig jede Woche weiter 5 DM angespart (lassen wir den € war ne Sekunde weg), wären heute 14.040 DM ohne Zins zusammen. Wäre der Zinssatz von damals (ich erinnere mich an 4 - 5 % - traumhaft) stabil geblieben, käme noch einiges hinzu. Nun, mein Vater hat sich so unser erstes Familienauto (Ford 12M) zusammengespart und schuldenfrei gekauft. So hat er auch meinen ökonomischen Verstand geprägt. Er mag zwar naiv sein, aber mit "Schulden Machen" im Großen sowie im Kleinen, ist niemand wirklich geholfen. Postsparbücher werden bei ebay schon im zweistelligen Bereich angeboten, na dann viel Spaß beim Bieten! Liebe Grüße 10Parale
angim Am: 09.10.2024 17:29:06 Gelesen: 1627 # 5
@ 10Parale [#4] Postsparbücher werden bei ebay schon im zweistelligen Bereich angeboten, na dann viel Spaß beim Bieten! Ja, das kann ich nachvollziehen. Letztendlich kommt es auf das Einzelstück an. Da ist zunächst der Erhaltungszustand und auch die Anwesenheit der Ausweiskarte wichtig. Dann kommt es natürlich auch auf die Häufigkeit der Eintragungen und die jeweiligen Besonderheiten der Zonen an. Bestimmte Stempel (Ostgebiete, Feldpost, Ausland etc.) können dann auch werterhöhend sein. Absolute Massenware sind alte Postsparbücher nicht. Meine Exemplare habe ich alle beim Trödler bzw. auf dem Flohmarkt gekauft. Viele Grüße Thomas
Journalist Am: 17.10.2024 14:20:53 Gelesen: 1448 # 6
Hallo an alle, vor einigen Tagen hatte ich eine tolle Werbung aus den Vereinigten Wirtschaftsgebiet mit Druckvermerk Kröger, Hamburg 927 - 2300000 6.49 gefunden - also einer Auflage von 2,3 Millionen Exemplaren mit dem Druckdatenstand Juni 1949. Die dortigen Aussagen kurz vor der Gründung der Bundespost sind sehr interessant, daher zuerst die beiden Innenseiten dieses einfachen kleinen Faltblatts: Interessant ist dabei die Aussage, wie viele Postämter, Zweigpostämter, Poststellen, Posthilfsstellen und Landpostzusteller erst Mitte 1949 gegeben hat (incl. der Französischen Zone!). Geworben wurde auch mit sehr langen Öffnungszeiten und sogar damit, das ein Landzusteller unterwegs bei der Feldarbeit Geld entgegen nehmen konnte oder man auch etwas abheben konnte ! Was für ein Service - da kann die heutige Dienstleistungsgesellschaft nur von so einem Service träumen! Die Außenseite zeige ich hier zur Ergänzung auch noch: Geworben wurde hier für die Postsparkarte und eine Gebührenfreiheit. Viele Grüße Jürgen
Journalist Am: 28.10.2024 11:18:22 Gelesen: 1403 # 7
Hallo an alle, ich habe ja in obigen Beiträgen ausführlich über die Schließung der Postbankfiliale Eschborn berichtet. Bezüglich des gelben Teils also dem Postdienst war ja am 19.8.2024 der letzte Tag. Weiter hatte ich festgestellt, das von den 3 noch vorhandenen Tagesstempeln nur einer nach Weiden zurück geschickt wurde. Mir war damals noch nicht genau klar, für welche Zwecke hier bis zum Bankende noch Poststempel benötigt werden. Heute habe ich zum einen den folgenden Flyer mit dem Hinweis ausliegen sehen, das ab dem 21.11.2024 auch der Bankbereich endgültig geschlossen ist. Links sieht man die Rückseite und rechts die Vorderseite des Flyers, wo ich nun die Bankgeschäfte erledigen könnte. Unabhängig davon habe ich Anfang des Monats noch eine Dialogpostsendung mit DV-Freimachung erhalten, in der ich über das Ende informiert wurde. Außerdem hatte ich nun ja schon auch in diesem Zusammenhang darüber informiert, das seit Anfang Oktober diesen Jahres Flyer verteilt werden, das das klassische Postsparbuch Mitte nächsten Jahres stirbt und durch Karten ersetzt werden soll. Aus diesem Grunde habe ich heute ein besonderes Postsparbuch aufgelöst. Was an diesem Postsparbuch besonders ist, werde ich gelegentlich mal näher vorstellen, den es enthält einen Feldpoststempel der Bundeswehr. Ich hatte nun damit gerechnet, das hier nur noch die minimalen Zinsen nachgetragen (gelabelt) werden und das wars. Aber in den aktuellen Anweisungen zur Schließung eines Postsparbuchs steht unter anderem das man das Postsparbuch durch das Abschneiden der unteren rechten Ecke ungültig machen soll. Davor soll man noch die letzte Seite fotokopieren. Nun kommt aber die besondere Überraschung - auf der letzten Seite muss zusätzlich ein Tagesstempelabschlag mit einem Poststempel zur Dokumentation abgeschlagen werden, laut den vorhandenen Anweisungen der Software des Schalterterminals!!!! Der obige Scan zeigt nun diese letzte Postsparbuchseite mit einen der zwei noch vorhandenen Tagesstempel der Postbankfiliale Eschborn - hier der Stempel 65760 Eschborn, Taunus 1 mit dem heutigen Datum 28.10.24 - 18 Uhr in blauer Stempelfarbe. Das hat mich als Heimatsammler für Eschborn natürlich besonders gefreut, das ich so noch ohne Vitamin B oder nur als Gefälligkeit einen ordentlichen Tagesstempelabschlag aus den letzten Tagen des reinen Bankbetriebs erhalten habe. Wer also noch ein Postsparbuch besitzt und so diese letzte reine Bankphase der Postbank dokumentieren will, der darf sein Postsparbuch erst in dieser Phase auflösen. :-) Viele Grüße Jürgen
Münchensammler Am: 28.10.2024 19:49:44 Gelesen: 1353 # 8
@ Journalist [#7] Hallo Jürgen, ein sehr interessanter Bericht über den schleichenden Tod des Postsparbuches. Die Postbank schafft sich ab :-( Schönen Abend. [Beiträge [#7] und [#8] redaktionell teilkopiert aus dem Thema "Schließungsdaten von Postämtern durch die Deutsche Post"]