Briefmarken Atteste

Thema:

(?) (1) USA Embargo Mails

DL8AAM Am: 08.10.2024 23:17:33 Gelesen: 574 # 1
Kennt jemand den Hintergrund es 1968/1969-er Seepost-Embargos ? @ Jürgen Witkowski [#26] in [1] Bei dem nachfolgenden Beleg brauche ich die Hilfe unserer amerikanischen Freunde. Der Brief der Columbia National Bank an den Herrn Baudirektor in Wiesbaden wurde ursprünglich am 15. Oktober 1977 mit einem Maschinenfreistempel (Meter Mark) mit 13 Cent freigemacht. Er bekam dann während der Postbearbeitung einen Klebezettel mit dem Text "EMBARGO ON SURFACE MAIL ONLY" und den handschriftlichen Vermerk "Return To Sender". Der Begriff surface mail (mail that is sent by land or sea) ist in Deutschland nicht geläufig. Gemeint ist Post, die langsamer bearbeitet wird und zu Land oder per Schiff (surface = (Erd-)Oberfläche) befördert wird, im Gegensatz zur Airmail (Luftpost). Das scheint der amerikanischen Post USPS vermutlich finanziell zu wenig attraktiv. Daher wird dieser kostengünstigere Versandweg anscheinend nur im Inland angeboten. Auch wenn es ein paar Jahre, etwas mehr als 15 davon, dauerte ... ich bin gerade bei einer Recherche zu einem amerikanischen "Mail Embargo" Stempel über Deine Anfrage gestolpert. Nein, es lag nicht daran, dass die US-Post den Brief nicht, weil 'sie zu wenig daran verdient' auf dem Landweg (hier Seeweg) nach Europa transportieren wollte, sondern sie es konnte nicht. Der Grund war, dass die Hafenarbeiter vom 01.10.1977 bis zum 01.12.1977 gestreikt haben und deshalb keine Seebeförderung von Post nach Europa möglich war. Deshalb hatte die US Post die 'nicht weiterleitbaren' Sendungen an die Absender zurückgeschickt und den Absendern gleichzeitig das Angebot gemacht, die Sendung mit einer Zusatzfreimachung (Differenz See- zu Flugpostporto) nachträglich zu einer Luftpostsendung aufzuwenden und erneut zu versenden. Diese amerikanische "Streikpost" war mir bis zu meinem eigenem Fund in einer "Schüttebox" mit 1500 Belegen aus den USA auch vollkommen unbekannt gewesen. Nur wenn man's weiss, wonach man seine Googleanfragen starten soll, klappts dann auch hier. Hier in Form eines PDF-Dokuments namens "MODERN U.S. MAIL - A series of columns published in Linn’s Stamp News, Part 5: Jan 2, 2017 – Dec 14, 2020" von Tony Wawrukiewicz [2], dort findet sich auf Seite 16 unter dem 14. Aug 2017 der Artikel "Dockworkers' strike led to surface mail embargo; airmail service required". Das "Problem" war damals aber scheinbar etwas verbreiteter, als man als europäischer USA-Sammler denkt, denn im Teil 1 der oben genannten Zusammenstellung Linn'scher Artikel findet sich auf Seite 41 in Scan des Beitrags "Embargoed U.S. mail to Canada sent 1968-81 bears auxiliary markings" vom 17.05.2007 [3]. Meine Fragestellung besteht aber weiter, denn zu meinem Beleg aus der Zeit des Jahreswechels 1968 auf 1969 habe ich keine Linn's Artikel zu den Hintergründen gefunden. Ich weiss (oder nicht?) nun nur, dass meine Seepost-Sendung aus New York nach Norwegen aus irgendeinem 'wichtigen' Grund nicht abgefertigt werden konnte, dem Absender zur optionalen Neuversendung per Luftpost zurückgesandt wurde, was dieser scheinbar auch getan hat. Nur sind in meinem Fall, außer dem EMBARGO MAIL-Handstempel der Post keine weiteren 'Informationen' aufgestempelt, die mir (und dem damaligen Absender) den Fall näher erklärt haben: Brief nach Oslo in Norwegen, ursprünglich freigemacht mit 13 Cent, d.h. der Brief war ursprünglich nicht als Luftpostsendung gedacht. Entwertet per "International"-Maschinenstempel MASSAPEQUA, NY 11758 vom 30.12.1968. Dort, d.h. lokal im Postamt Massapequa im Staate New York lag die Sendung bis entschieden wurde, diese - mit dem postalischen Hinweis-(Hand-)stempel (in Englisch auxiliary marking) MAIL EMBARGO (mit der posttypischen, zeigenden 'RTS-Hand': Return To Sender) versehen - dem Absender zurück zu senden. Vermutlich belegt der Zweitabschlag des "International" Maschinenstempels vom 09.01.1969 die Rückaufgabe des Briefes. Der Kunde hat nun 7 Cent nachverklebt, das entspricht der Differenz zum damaligen Luftpostporto von 20 Cent. Leider wurde die Sendung im Anschluß nicht noch einmal, d.h. nicht zum dritten Mal gestempelt. Die Briefmarke überklebt die Stempel bzw. trägt keine Stempelereste. Der zusätzliche violette, d.h. postfarbene Handstempel AIR MAIL scheint mir ebenfalls postalischem Ursprungs zu sein? Kennt jemand den Hintergrund des 1968/1969er Seepost-Embargos? Beste Grüße Thomas [Thema durch Ausgliederung aus [1] redaktionell eröffnet] [1] https://www.philaseiten.de/thema/508 "Gestempelte, handschriftliche oder Postvermerke als Label auf Belegen" [2] https://www.linns.com/docs/default-source/content/pdf/linns-modern-us-mail-part-5.pdf [3] https://www.linns.com/docs/default-source/content/pdf/linns-modern-us-mail-part-1.pdf