Rätselhafte Nachgebührforderung trotz Freimachung
Die beiden abgebildeten Belege geben insoweit Rätsel auf, als daß sie trotz - aus meiner Sicht gültigen und ausreichenden - Freimachung mit Nachgebühr belegt wurden. Die beiden Briefe stammen vermutlich vom selben - weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite vermerkten - Absender. Der schwarze Rand deutet auf Traueranzeigen als (nicht mehr vorhandenem) Inhalt hin. Die Briefe sind mit der am 12.03.1955 erschienenen Sondermarke "Taufe des Motorschiffes Berlin" (Wertstufe: 10 Pfg.) freigemacht. Diese Briefmarke war bis zum 31.12.1956 gültig; die Verwendung am 25.5.56 (Poststempel) lag also innerhalb des Gültigkeitszeitraums. Einer der Belege trägt einen Nachgebührstempel und eine handschriftliche "11"; auf dem anderen klebte eventuell ein - nur noch bruchstückhaft erkennbarer - Zettel. Die Briefmarken auf den Belegen sind auf zwei Seiten mit blauem Stift umrandet.

@ Zinnenstadt [#1]
Ich gebe meine Vermutung ab.
Beide Brief wurden gleichzeitig über den Postkasten aufgegeben, so meine Vermutung. Beide Briefe sind mit dem selben Stempel neben der Briefmarke gestempelt und diese als ungültig blau markiert/gerandet.
Meine Vermutung, die Jahreszahl der Stempeleinstellung ist falsch, es war wohl schon 1957, da waren die Marken nicht mehr gültig.
Der linke Brief war als Ortsbrief (10 Pf) frankiert, wurde aber als nicht frankierter Trauerbrief als Drucksache gewertet und Nachgebühr (1,5x 7 Pf = 10,5 Pf, aufgerundet 11 Pf) erhoben.
Der rechte Brief ging in die DDR. Da er als nicht richtig frankiert betrachtet wurde, wurde er an den Absender zurück gegeben. Der Aufkleber wies wohl daraufhin, dass Post in die DDR frankiert werden muss, da die Berliner Post die Ausnutzung des Währungsgefälles (durch Nachgebührzahlung in der DDR in DM-Ost) nicht akzeptierte.
Viele Grüße,
Klemens
Hallo Klemens,
besten Dank für Deine Vermutungen zu den zwei Berlin-Belegen.
Ich bleibe an dem Thema dran,
Zinnenstadt
So viel ich weiss, wurde bei unterfrankierten Trauerbriefen aus Pietätsgünden nie Nachporto erhoben.
Hallo,
ich denke nicht, dass es sich um einen Trauerbrief handelt.
Der schwarze Rand scheint mir der Scan-Hintergrund zu sein, siehe dazu auch den rechten Beleg.
Mit freundlichen Grüßen
Oliver
@ ohei2 [#5]
Das könnte "Zinnenstadt" verifizieren. Er hat das auch in [#1] angegeben.
Viele Grüße,
Klemens