Die können jetzt meinen Antrag mit ihren eigenen Ressourcen stundenlang in ihr System einpinnen, statt mich zu zwingen, das tagelang selbst zu tun und mich den Tücken und Routinen deren Systems zu unterwerfen (!). Ich nutze die so gewonnene Zeit für einen kleinen Beitrag hier im Forum. Bin aber zugegebenermaßen von Gestern.
Zeitintensiv war natürlich die Auswahl der Marken (…mein Gott, welche nehme ich denn jetzt…").
Dann musste ich mich noch überwinden ihn abzuschicken, anstatt ihn zu behalten.
Schmunzeln muss ich über meinen Luftpostaufkleber, Brüssel ist nur rund 200 km von Düsseldorf entfernt.
Thema:
Deutschland: Echtgelaufenes seit 2020 mit Marken - wer schreibt denn noch ?
Am: 04.09.2024 21:51:15
Gelesen: 6894
# 1
Teekay behauptete vor kurzem „Kein Mensch in keiner Altersgruppe schreibt mehr Briefe“.
Das ist natürlich falsch (und war in der Absolutheit der Aussage sicher so nicht wortwörtlich gemeint aber nun einmal so formuliert - ich kann da nicht widerstehen, das aufzugreifen).
Hier der Brief eines Bundesbürgers (mir selbst) ins Ausland an eine Auslandsbehörde.
Die können jetzt meinen Antrag mit ihren eigenen Ressourcen stundenlang in ihr System einpinnen, statt mich zu zwingen, das tagelang selbst zu tun und mich den Tücken und Routinen deren Systems zu unterwerfen (!). Ich nutze die so gewonnene Zeit für einen kleinen Beitrag hier im Forum. Bin aber zugegebenermaßen von Gestern.
Zeitintensiv war natürlich die Auswahl der Marken (…mein Gott, welche nehme ich denn jetzt…").
Dann musste ich mich noch überwinden ihn abzuschicken, anstatt ihn zu behalten.
Schmunzeln muss ich über meinen Luftpostaufkleber, Brüssel ist nur rund 200 km von Düsseldorf entfernt.
Die können jetzt meinen Antrag mit ihren eigenen Ressourcen stundenlang in ihr System einpinnen, statt mich zu zwingen, das tagelang selbst zu tun und mich den Tücken und Routinen deren Systems zu unterwerfen (!). Ich nutze die so gewonnene Zeit für einen kleinen Beitrag hier im Forum. Bin aber zugegebenermaßen von Gestern.
Zeitintensiv war natürlich die Auswahl der Marken (…mein Gott, welche nehme ich denn jetzt…").
Dann musste ich mich noch überwinden ihn abzuschicken, anstatt ihn zu behalten.
Schmunzeln muss ich über meinen Luftpostaufkleber, Brüssel ist nur rund 200 km von Düsseldorf entfernt.
Am: 05.09.2024 16:33:48
Gelesen: 6784
# 2
Hallo Bendix Grüenlich,
danke für das Zeigen des Belegs, den der Stempel "Düsseldorf Mitte" ist besonders interessant. Er hat die neue Postschrift "Delivery", siehe auch hier auf philaseiten folgende spezielle Rubrik:
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=343419#M3
Dies ist besonders gut an der 1 in der PLZ zu erkennen. Daher meine Frage an Dich bzw. alle,
Seit wann gibt es den diesen Stempel "Düsseldorf Mitte" ?
Schon jetzt danke für mögliche Antworten - viele Grüße Jürgen
Am: 27.10.2024 07:19:18
Gelesen: 6577
# 3
Na, bibelfest?
Was sagt Jesus zu den Pharisäern, als die ihn fragen, ob man Steuern zahlen solle?
Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
Man kann es also drehen und wenden wie man will, Steuern zahlen müssen wir alle. Mit den Steuern ist es so, man zahlt etwas, bekommt aber keine Gegenleistung für die Zahlung (wenn man den sozialen Frieden in der Gesellschaft einmal außer Acht lässt), erhält aber garantiert patzig, nüchterne Bescheide im Befehlston, mit kurzen Fristen und steten Auslegungen von Sachverhalten zu Lasten des Steuerpflichtigen.
Entsprechend beliebt ist der Austausch mit einer der am meisten belogenen Institutionen der Welt, dem Finanzamt.
Mit jenem stand ich in 2024 in brieflichem Kontakt. Ein Formular brauchte einen amtlichen blauen Stempel.
Was macht man denn jetzt, einen Steuerberater beauftragen das dort hin zu tragen, das Auto aus der Garage holen, es anwerfen, 8 km hin und 8 km zurückfahren (also 1,1 Tonnen bewegen, um einen 50 Gramm Umschlag zu expedieren, kein Wunder, dass die Natur unserer überdrüssig ist) oder Urlaub nehmen, den Bus besteigen und persönlich vorsprechen.
Warum nehmt ihr nicht einfach einen Papierumschlag, schreibt die Adresse des Empfängers drauf, frankiert das und übergebt das einem Briefkasten? Um den Rest kümmert sich die Post.
Dieses Medium nennt sich Brief, und wer sich bisher gefragt hat, wozu man denn ungestempelte Briefmarken nutzen kann, hier möchte ich eine Verwendungsmöglichkeit aufzeigen:
Die so gesparten 2-4 Stunden kann man dann wieder vor elektronischen Medien verdämmern oder mit seiner Briefmarkensammlung vertrödeln.
Der Umschlag ist nicht so gelungen, wie ich mir das gewünscht hätte, da war jemand Neues in der Postfiliale, die erst noch den Umgang mit Stempeln lernen musste.
Aber angekommen ist der Brief, das Finanzamt hat rasch geantwortet und eine Woche später hatte ich meine Antwort im Briefkasten (ich musste da nicht vorsprechen und das abholen, nein ein Bote brachte mir für kleines Geld die Antwort in Haus – ich erhielt einen Brief). Allerdings waren keine Marken drauf, sondern ein Absenderfreistempel, Postlaufzeit zwei Tage.
Soviel für heute, als Schilderung eines exotischen Erlebnisses für alle, die heute nicht mehr schreiben und auch keine Post mehr erhalten.
Die so gesparten 2-4 Stunden kann man dann wieder vor elektronischen Medien verdämmern oder mit seiner Briefmarkensammlung vertrödeln.
Der Umschlag ist nicht so gelungen, wie ich mir das gewünscht hätte, da war jemand Neues in der Postfiliale, die erst noch den Umgang mit Stempeln lernen musste.
Aber angekommen ist der Brief, das Finanzamt hat rasch geantwortet und eine Woche später hatte ich meine Antwort im Briefkasten (ich musste da nicht vorsprechen und das abholen, nein ein Bote brachte mir für kleines Geld die Antwort in Haus – ich erhielt einen Brief). Allerdings waren keine Marken drauf, sondern ein Absenderfreistempel, Postlaufzeit zwei Tage.
Soviel für heute, als Schilderung eines exotischen Erlebnisses für alle, die heute nicht mehr schreiben und auch keine Post mehr erhalten.
Am: 11.12.2024 19:17:44
Gelesen: 6421
# 4
Oha, Anfang des Jahres machten schlechte Nachrichten die Runde. Ein Weggefährte noch aus der Schulzeit war erkrankt. Heikle Diagnose und anstrengende Behandlung, viele Freunde und Bekannte mit denen ich sprach, waren in Sorge. Er erbat sich - für mich gut nachvollziehbar - Schonung und Privatheit.
Was also tun, einfach ignorieren?
Nein, das wollte ich nicht. Wie also diskret, unaufdringlich und trotzdem verbindlich und freundschaftlich wahrnehmbar das Thema adressieren?
Ich habe mir etwas Zeit genommen, meine Gedanken gesammelt und einen Brief geschrieben, und etwas zu Lesen für die Zeit der Rekonvaleszenz habe ich auch noch beigelegt (probiert das mal mit einer elektronischen Nachricht).
Denn wir wollen unsere Gedanken und Solidarität zum Ausdruck bringen, und andere auch wissen lassen, dass wir an sie denken.
Wir haben uns dann später im Jahr noch beherzt die Hand gegeben. Und er sagte mir in einem ruhigen Moment Dank für die Botschaft und das Beigelegte, ohne dass wir da weiter große Worte darum haben machen müssen.
Dies als Hinweis, wie wirkmächtig so ein (natürlich sorgsam philatelistisch frankierter) Brief sein kann.
Denn wir wollen unsere Gedanken und Solidarität zum Ausdruck bringen, und andere auch wissen lassen, dass wir an sie denken.
Wir haben uns dann später im Jahr noch beherzt die Hand gegeben. Und er sagte mir in einem ruhigen Moment Dank für die Botschaft und das Beigelegte, ohne dass wir da weiter große Worte darum haben machen müssen.
Dies als Hinweis, wie wirkmächtig so ein (natürlich sorgsam philatelistisch frankierter) Brief sein kann.
Am: 19.12.2024 23:32:04
Gelesen: 6275
# 5
Mann, oh Mann - mitten in die heiße Phase der Vorbereitung für eine längere Reise platzte Ende Oktober noch Post rein, die auch noch schnell beantwortet werden musste. Das war aber nicht alles, was kommt bei einem passionierten Briefmarkensammler rein? Ein schmuckloses schwarz-weiß Label. Bereits der Mülltonne übergeben – so sieht so etwas aus
Ich habe da tief durchgeatmet, war da briefgestaltungstechnisch nicht mehr drin? Wie soll einen das motivieren? Aber so geht’s im Leben.
Also die Zähne zusammengebissen, den Brief geöffnet, den Inhalt umgehend bearbeitet und am nächsten Arbeitstag ging meine Antwort von meiner lokalen Postfiliale (sorgsam handgestempelt als Einwurf-Einschreiben) auf den Weg. Ich habe da das draufgepackt (…das Imperium schlägt zurück…)
Ich denke, das ist doch schon bunter, oder? Dabei habe ich - mir war bewusst, da bekomme ich nichts zurück - nur in meinen Augen „häßliche Entlein“ verklebt,
• Viktualienmarkt: gefällt mir vom Design her nicht - für meinen Geschmack zu grob gezeichnet
• Knabenchöre: ach ja, nicht nach meinem Geschmack, eher etwas für Mütter mit Tränen des Stolzes in den Augen. Die werden noch Augen machen, wenn die lieben Kleinen erst einmal in die Flegeljahre kommen.
• Berühmte Frauen: Stichtiefdruck gefällt mir, auch die Farben - aber ich glaube, die Dargestellte (Esther von Kirchenbach) wäre, wenn wir auf das dem Stich zu Grunde liegende Foto schauen, enttäuscht (könnt Ihr ja mal googeln, ich hab das getan). Auf dem Foto sehe ich eine attraktive Mittzwanzigerin, Augenbrauen und Nase sind auf dem Foto viel zarter. Warum dürfen Frauen auf deutschen Briefmarken nicht auch schön sein? Geist und Schönheit schließen sich nicht aus (letztlich die gefährlichsten Frauen). Habe mich daher von dieser Briefmarke bei dieser Gelegenheit getrennt.
• Automarkenmarke Posthorn - ist mir auch zu plump. Bitte mal mit der Automarkenmarke „Briefe“, „Brandenburger Tor“ oder „Posttower“ vergleichen.
Aber immer noch besser als dieses anonyme Labelchen, was da reingekommen ist.
Und die Adresse war im typischen anglo-amerikanischen Stil vorgedruckt worden (wenn man mit angelsächsischen Rechtsanwaltskanzleien zu tun hat, wird so adressiert). Tut mir Leid, erst die Institution der man schreibt (der Empfängerin), dann den Namen der Angestellten, die sich dem Anliegen annehmen soll. „Persönlich und vertraulich“ war da auch nichts, auch ist so eine Versandart posttechnisch unbekannt. Postfach haben die auch noch (Nennung der Hausadresse an Stelle des Postfachs = ein Tag längere Zustellungsdauer) - wenigstens das habe ich noch korrigiert. EUR 3,95 - Postlaufzeit übrigens 2 Tage.
Ihr seht, man macht im Alltag schon was mit. Aber wir haben es ja in der Hand, die Welt besser zu machen.
Also, Weihnachtspost schon fertig, mit Bedacht mit Briefmarken frankiert und auf den Weg gebracht?
Ich habe da tief durchgeatmet, war da briefgestaltungstechnisch nicht mehr drin? Wie soll einen das motivieren? Aber so geht’s im Leben.
Also die Zähne zusammengebissen, den Brief geöffnet, den Inhalt umgehend bearbeitet und am nächsten Arbeitstag ging meine Antwort von meiner lokalen Postfiliale (sorgsam handgestempelt als Einwurf-Einschreiben) auf den Weg. Ich habe da das draufgepackt (…das Imperium schlägt zurück…)
Ich denke, das ist doch schon bunter, oder? Dabei habe ich - mir war bewusst, da bekomme ich nichts zurück - nur in meinen Augen „häßliche Entlein“ verklebt,
• Viktualienmarkt: gefällt mir vom Design her nicht - für meinen Geschmack zu grob gezeichnet
• Knabenchöre: ach ja, nicht nach meinem Geschmack, eher etwas für Mütter mit Tränen des Stolzes in den Augen. Die werden noch Augen machen, wenn die lieben Kleinen erst einmal in die Flegeljahre kommen.
• Berühmte Frauen: Stichtiefdruck gefällt mir, auch die Farben - aber ich glaube, die Dargestellte (Esther von Kirchenbach) wäre, wenn wir auf das dem Stich zu Grunde liegende Foto schauen, enttäuscht (könnt Ihr ja mal googeln, ich hab das getan). Auf dem Foto sehe ich eine attraktive Mittzwanzigerin, Augenbrauen und Nase sind auf dem Foto viel zarter. Warum dürfen Frauen auf deutschen Briefmarken nicht auch schön sein? Geist und Schönheit schließen sich nicht aus (letztlich die gefährlichsten Frauen). Habe mich daher von dieser Briefmarke bei dieser Gelegenheit getrennt.
• Automarkenmarke Posthorn - ist mir auch zu plump. Bitte mal mit der Automarkenmarke „Briefe“, „Brandenburger Tor“ oder „Posttower“ vergleichen.
Aber immer noch besser als dieses anonyme Labelchen, was da reingekommen ist.
Und die Adresse war im typischen anglo-amerikanischen Stil vorgedruckt worden (wenn man mit angelsächsischen Rechtsanwaltskanzleien zu tun hat, wird so adressiert). Tut mir Leid, erst die Institution der man schreibt (der Empfängerin), dann den Namen der Angestellten, die sich dem Anliegen annehmen soll. „Persönlich und vertraulich“ war da auch nichts, auch ist so eine Versandart posttechnisch unbekannt. Postfach haben die auch noch (Nennung der Hausadresse an Stelle des Postfachs = ein Tag längere Zustellungsdauer) - wenigstens das habe ich noch korrigiert. EUR 3,95 - Postlaufzeit übrigens 2 Tage.
Ihr seht, man macht im Alltag schon was mit. Aber wir haben es ja in der Hand, die Welt besser zu machen.
Also, Weihnachtspost schon fertig, mit Bedacht mit Briefmarken frankiert und auf den Weg gebracht?
Am: 20.12.2024 23:23:15
Gelesen: 6182
# 6
Guten Abend zusammen,
aus der heutigen Weihnachtspost meiner Frau kann ich diesen wunderbaren Bedarfsbrief zeigen:

Die Absenderin hat - ebenso wie die Empfängerin - nichts mit Philatelie am Hut. Die Weihnachtsmarke wurde verwendet, weil die Absenderin in einer sozialen Einrichtung der Wohlfahrtspflege arbeitet.

Es gibt sie also noch: Die "echten" Briefe aus dem Jahr 2024, bei denen alles ist wie früher.
Viele Grüße zum Weihnachtsfest
Christoph
aus der heutigen Weihnachtspost meiner Frau kann ich diesen wunderbaren Bedarfsbrief zeigen:

Die Absenderin hat - ebenso wie die Empfängerin - nichts mit Philatelie am Hut. Die Weihnachtsmarke wurde verwendet, weil die Absenderin in einer sozialen Einrichtung der Wohlfahrtspflege arbeitet.

Es gibt sie also noch: Die "echten" Briefe aus dem Jahr 2024, bei denen alles ist wie früher.
Viele Grüße zum Weihnachtsfest
Christoph
Am: 19.01.2025 21:14:18
Gelesen: 6024
# 7
Wer noch schreibt? Ja, lebt Ihr außer der Welt? Da wären zum Beispiel meine Gläubiger. Ohne Gnade erstellen die Rechnungen, tüten die ein und schicken die mir mit kurzen Fristen. So kommt sowas rein: grau, blau, standard, selbstklebend, den Stempel kann man auch nicht lesen. Mein Gott! Da könnte man natürlich die Meinung vertreten, das ignorieren wir mal wegen der philatelistisch nicht gelungenen Frankatur. Mir fehlt bisher der Mut herauszufinden, ob die sich bei Nichtzahlung und der folgenden Mahnung bei der Frankatur mehr anstrengen.
Besser ich zeige jetzt mal was möglich ist.
Ich habe hier einen Behördenbrief nach Spanien, den ich per Einschreiben auf die Reise gab. Die Marken stammen aus meinen Frankaturalbum und wurden auch noch zu unter 100% gekauft (da freut sich der Kaufmann, klappt natürlich nicht immer - ich habe natürlich auch Dutzende Neuausgaben auf Lager, die ich zu par gekauft habe. Ich sammele und benutz die Dinger halt).
Sieht so aus, als ob ich mal wieder (mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, die verantworten ja die deutschen Ausgaben) den Kultur- und Designhammer rausgeholt hätte, damit die Welt nicht noch grauer wird (bzw. schwarz und weiß, das sind ja die Farben der tollen Label).
• Dokumenta - die regelmäßig die Feuilletons füllende Kunstausstellung
• Eine spielerisch mit dem Begriff Post arbeitende Marke (übrigens ganz passend - die Beförderung ging so schnell nach Spanien, dass man das als Luftpostmarke interpretieren könnte)
• Touristischer Hinweis auf eine mögliche Elbefahrt (Albrechtsburg, Blaues Wunder, Silhouette Dresdens)
• Donaubrücke bei Regensburg - das auch noch in zwei Varianten
• Spielzeug
• Fontane-Denkmal in Brandenburg
Handgestempelt mit drei verschiedenen Stempeln.
Ob die Empfänger so beeindruckt waren, dass die Beamten in Spanien jetzt eine Deutschlandreise planen, weiß ich nicht. Es würde mich aber freuen.
Ob die bunte Frankatur die Bearbeitung beschleunigt hat, weiß ich ebenfalls nicht. Jedenfalls erhielt ich die beantragte Reaktion umgehend.
Ich finde ganz spannend, dass man heute die Sendung verfolgen kann. Die deutsche Post hat ihren üblichen Leistungsstandard gezeigt - zwei Tage bis Frankfurt (das geht so, ein Tag wäre topp gewesen). Dann innerhalb eines Tages nach Spanien (es scheint also doch noch Luftpost zu geben). Die Spanier haben dann allerdings getrödelt, acht Tage für den Zustellungsprozess sind schwach.
Dann fassen wir mal zusammen: a) Antrag gestellt b) Antrag ruckzuck bewilligt c) Kulturbotschaft aus Deutschland nach Spanien geschickt d) Stoff für einen Beitrag hier im Forum hatte ich auch noch und e) Spaß hat’s auch gemacht.
Besser ich zeige jetzt mal was möglich ist.
Ich habe hier einen Behördenbrief nach Spanien, den ich per Einschreiben auf die Reise gab. Die Marken stammen aus meinen Frankaturalbum und wurden auch noch zu unter 100% gekauft (da freut sich der Kaufmann, klappt natürlich nicht immer - ich habe natürlich auch Dutzende Neuausgaben auf Lager, die ich zu par gekauft habe. Ich sammele und benutz die Dinger halt).
Sieht so aus, als ob ich mal wieder (mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, die verantworten ja die deutschen Ausgaben) den Kultur- und Designhammer rausgeholt hätte, damit die Welt nicht noch grauer wird (bzw. schwarz und weiß, das sind ja die Farben der tollen Label).
• Dokumenta - die regelmäßig die Feuilletons füllende Kunstausstellung
• Eine spielerisch mit dem Begriff Post arbeitende Marke (übrigens ganz passend - die Beförderung ging so schnell nach Spanien, dass man das als Luftpostmarke interpretieren könnte)
• Touristischer Hinweis auf eine mögliche Elbefahrt (Albrechtsburg, Blaues Wunder, Silhouette Dresdens)
• Donaubrücke bei Regensburg - das auch noch in zwei Varianten
• Spielzeug
• Fontane-Denkmal in Brandenburg
Handgestempelt mit drei verschiedenen Stempeln.
Ob die Empfänger so beeindruckt waren, dass die Beamten in Spanien jetzt eine Deutschlandreise planen, weiß ich nicht. Es würde mich aber freuen.
Ob die bunte Frankatur die Bearbeitung beschleunigt hat, weiß ich ebenfalls nicht. Jedenfalls erhielt ich die beantragte Reaktion umgehend.
Ich finde ganz spannend, dass man heute die Sendung verfolgen kann. Die deutsche Post hat ihren üblichen Leistungsstandard gezeigt - zwei Tage bis Frankfurt (das geht so, ein Tag wäre topp gewesen). Dann innerhalb eines Tages nach Spanien (es scheint also doch noch Luftpost zu geben). Die Spanier haben dann allerdings getrödelt, acht Tage für den Zustellungsprozess sind schwach.
Dann fassen wir mal zusammen: a) Antrag gestellt b) Antrag ruckzuck bewilligt c) Kulturbotschaft aus Deutschland nach Spanien geschickt d) Stoff für einen Beitrag hier im Forum hatte ich auch noch und e) Spaß hat’s auch gemacht.
Am: 19.01.2025 21:28:49
Gelesen: 6015
# 8
@ Bendix Gruenlich [#7]
Handgestempelt mit drei verschiedenen Stempeln.
Und: an zwei verschiedenen Tagen! Darf ich fragen, wie Du das gemacht hast?
Am: 19.01.2025 21:51:20
Gelesen: 5999
# 9
@ Christoph 1 [#7]
Tatsächlich, die Philateliestempel waren wohl noch nicht umgestellt und zeigen den 10. einen Samstag, der Tagesstempel den 12., das war ein Montag. Und stimmt, ich war meiner Erinnerung nach früh am Tag am Schalter.
Am: 19.01.2025 21:58:00
Gelesen: 5994
# 10
@ Bendix Gruenlich [#9]
Chapeau, das nenne ich mal einen philatelistischen Coup *grins*. Drei verschiedene Stempel auf einer Sendung sind wohl schon ziemlich schwierig zu bekommen, dazu noch mit zwei verschiedenen Datumseinstellungen (OK, ein Versehen, das kommt vor). Und dann schaffst Du es auch noch, von dem gestempelten Brief ein Foto zu machen, bevor er in den Versandkreislauf geht.
Spätestens an dieser Stelle hätten mich alle Postler, denen ich bislang begegnet bin, rausgeworfen.
Am: 01.04.2025 21:21:50
Gelesen: 5747
# 11
Na, habt Ihr auch schon den Briefkasten abgeschraubt (weil Euch Euer Bildschirm - gar nicht so selten mit maschinenerzeugten Nachrichten - besser unterhält)?
Ich rate davon ab, denn das wäre meiner Meinung nach verfrüht.
Warum?
Nun, dann könnt Ihr keine Post mehr empfangen. Ich habe mir im Herbst 2024 ein Buch im Antiquariat bestellt, dass mich auf eine Reise begleiten sollte.
Heutzutage steht ja Gedrucktes nicht hoch im Kurs, ich sehe allerhand davon in sogenannten Bücherschränken, dort wird auch vor Werken von Nobelpreisträgern nicht halt gemacht, die suchen ein neues Zuhause. Manchmal glaube ich, die landen im Ofen (Bücherverbrennung).
Für einen lächerlichen Eurobetrag habe ich mir das Büchlein gekauft, das mich schon einige Stunden würdig unterhalten hat, und mir postalisch zustellen lassen. Innerhalb eines Tages hat das die Post von Thüringen (Altenburg) in meinen rheinischen Briefkasten befördert. EUR 1,60 für 500 km – Glückwunsch, Top-Leistung. Und das über den 01.11. (also Allerheiligen, katholischer Feiertag in diversen Bundesländern - man besucht da die Gräber der Ahnen, andere erpressen an diesem Tag die Nachbarn um Süßigkeiten. Ist aber kein Feiertag in Thüringen.).
Und die Antiquarin war so freundlich, das interessant zu frankieren (Aufbrauch).
Herzlichen Dank!
Herzlichen Dank!
Am: 02.04.2025 19:00:09
Gelesen: 5667
# 12
An die Zeit, in der dieser Werbestempel verwendet wurde, möchte ich mich nicht gerne erinnern!
Grüße
Ivo
Grüße
Ivo
Am: 02.04.2025 20:28:34
Gelesen: 5642
# 13
@ fogerty [#12]
An die Zeit, in der dieser Werbestempel verwendet wurde, möchte ich mich nicht gerne erinnern!
An die Zeit, wo die Post noch so schön in den Briefkasten eingeworfene Briefe gestempelt hat, schon. :)
Am: 07.04.2025 17:43:20
Gelesen: 5551
# 14
Heute eingetroffen aus Crottendorf/Erzgebirge.
Am: 07.04.2025 17:57:58
Gelesen: 5546
# 15
Hier ein Brief vom 30.12.2021 über das Briefzentrum 52.
Das Nachporto wurde bei mir allerdings nie eingehoben.

Liebe Grüße
Harald
Das Nachporto wurde bei mir allerdings nie eingehoben.

Liebe Grüße
Harald
Am: 10.07.2025 22:02:44
Gelesen: 5273
# 16
Heute etwas Ernstes, ein Todesfall, eine Nachbarin war gestorben. Eine andere Nachbarin informierte mich beiläufig (Frauen sind halt garantiert die besten sozialen Informationsbörsen).
Ignorieren?
Nein, die verstorbene Nachbarin kannte ich viele Jahre. Und auch wenn wir die Bekanntschaft nicht vertieft haben, sie hat immer freundlich und neugierig herübergegrüßt, wen ich mal vorüberkam. Aber abgebaut hatte sie seit ein paar Jahren, ich hatte sie lange nicht mehr gesehen.
Habe ich halt eine Kondolenzkarte geschrieben (Tinte, drei gemessene ehrliche Sätze ohne Übertreibungen), das in einen Umschlag gesteckt, diesen angemessen frankiert und ihn auf den Weg gegeben.
Später traf ich den Witwer, er war ehrlich gerührt und dankte sehr herzlich.
Ich habe das ja schon einmal hier an anderer Stelle im Forum geschrieben: die positive und verbindliche Wirkung von Briefpost wird regelmäßig unterschätzt.
Später traf ich den Witwer, er war ehrlich gerührt und dankte sehr herzlich.
Ich habe das ja schon einmal hier an anderer Stelle im Forum geschrieben: die positive und verbindliche Wirkung von Briefpost wird regelmäßig unterschätzt.
Am: 13.08.2025 23:36:12
Gelesen: 5006
# 17
Ich sortiere gerade einen riesigen Bestand aus dem Posteingang meines Arbeitgebers, also echte Bedarfspost, aus dem Jahre 2022. Es gibt sie noch, die Rosinen mit sauberem Tagesstempel auf nassklebender Sondermarke - allerdings nicht oft.
Ich kann hier wegen Datenschutz nicht die ganzen Belege zeigen, aber es sind saubere handschriftliche C5-Umschläge privater Absender.
Einfach schön anzuschauen!
Burkhard
Burkhard
Am: 14.08.2025 16:58:38
Gelesen: 4899
# 18
Herrlicher Umschlag (Brieffreundschaft seit IX Jahren) mit Reklame im Fenster, am 31.07.2025 bei mir angekommen. Heute eben mehrheitlich Maschinen Abstempelungen.


Am: 08.09.2025 18:17:13
Gelesen: 4644
# 19
Sentawau hat vor kurzem hier im Forum behauptet: „Eine Sondermarke aus neuester Zeit auf einem Brief nach Uruguay sei bestimmt keine Massenware.“
Da kann ich folgendes anbieten:
Verwendet habe ich
• Den Block brasilianische Ochsenaugen (wegen des Südamerikabezugs)
• Den Block Nationalpark Eifel (damit die Urus sehen können, dass es hier auch ganz schön ist)
• Eine Weihnachtsmarke aus 2005 (weil Weihnachten vor der Tür stand)
• Eine EUR 0,10 Automarken (mein Lieblingsmotiv „Briefeschreiben“, weil ich ja auch irgendwie auf EUR 3,70 kommen musste).
Was mich motiviert hat, an die Post in Uruguay zu schreiben?
Nun ich war da im Dezember 2024 vor Ort, und nachdem ich rasch noch an paar Kartengrüße an Freunde und Bekannte verschickt habe, stellte ich fest, einer fehlte noch. Postkarte besorgt, geschrieben und frankiert, aber am Freitag nach 17h00 an der Hauptpost in Montevideo in der Altstadt aufgeschlagen. Die haben dann zu und öffnen auch erst wieder am Montag (da wäre ich außer Landes gewesen).
Kein Briefkasten an der Hauptpost, kein Briefkasten auf der Plaza de Independenica, auch am Tag davor und am Morgen, als ich durch die Stadt bin, habe ich keine Kasten gesehen (so was sehe ich immer aus dem Augenwinkel heraus, ist ein Stück Infrastruktur).
Am nächsten Morgen zum internationalen Flughafen, was soll ich sagen: sin oficina de correos, sin buzon (also keine Post und auch kein Briefkasten). Schnaub!
Da habe ich das Ding mit nach Hause nach Deutschland transportiert. Das hat mich geärgert, und zwar dermaßen, dass ich wider alle Vernunft einen Umschlag genommen habe und meine Post auf dem Postweg nach Uruguay (eine Wegstrecke: 11.400 km) zurückgeschickt habe, damit sie nach Deutschland geschickt werden kann.
Das hat auch geklappt, der Beleg ist (nach 34.200 km und nachdem er vom Empfänger abgescannt wurde) brav an mich übergegeben worden, so kann ich ihn hier zeigen.
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=374038
Natürlich habe ich den Brief nach Uruguay nicht mehr, den habe ich ja an die Philateliestelle in Uruguay geschickt. Ich habe die in einem Begleitschreiben gebeten, den Umschlag an einen interessierten uruguayanischen Philatelisten weiterzugeben. Wer weiß, vielleicht sehen wir ihn irgendwann einmal auf einer Ausstellung wieder, schließlich dürfte die Kombination einmalig sein.
Interessantes Detail: Versand am 10.12.24 - Poststempel des uruguayanischen Belegs 21.01.25. 41 Tage Postlaufzeit?
Verwendet habe ich
• Den Block brasilianische Ochsenaugen (wegen des Südamerikabezugs)
• Den Block Nationalpark Eifel (damit die Urus sehen können, dass es hier auch ganz schön ist)
• Eine Weihnachtsmarke aus 2005 (weil Weihnachten vor der Tür stand)
• Eine EUR 0,10 Automarken (mein Lieblingsmotiv „Briefeschreiben“, weil ich ja auch irgendwie auf EUR 3,70 kommen musste).
Was mich motiviert hat, an die Post in Uruguay zu schreiben?
Nun ich war da im Dezember 2024 vor Ort, und nachdem ich rasch noch an paar Kartengrüße an Freunde und Bekannte verschickt habe, stellte ich fest, einer fehlte noch. Postkarte besorgt, geschrieben und frankiert, aber am Freitag nach 17h00 an der Hauptpost in Montevideo in der Altstadt aufgeschlagen. Die haben dann zu und öffnen auch erst wieder am Montag (da wäre ich außer Landes gewesen).
Kein Briefkasten an der Hauptpost, kein Briefkasten auf der Plaza de Independenica, auch am Tag davor und am Morgen, als ich durch die Stadt bin, habe ich keine Kasten gesehen (so was sehe ich immer aus dem Augenwinkel heraus, ist ein Stück Infrastruktur).
Am nächsten Morgen zum internationalen Flughafen, was soll ich sagen: sin oficina de correos, sin buzon (also keine Post und auch kein Briefkasten). Schnaub!
Da habe ich das Ding mit nach Hause nach Deutschland transportiert. Das hat mich geärgert, und zwar dermaßen, dass ich wider alle Vernunft einen Umschlag genommen habe und meine Post auf dem Postweg nach Uruguay (eine Wegstrecke: 11.400 km) zurückgeschickt habe, damit sie nach Deutschland geschickt werden kann.
Das hat auch geklappt, der Beleg ist (nach 34.200 km und nachdem er vom Empfänger abgescannt wurde) brav an mich übergegeben worden, so kann ich ihn hier zeigen.
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=374038
Natürlich habe ich den Brief nach Uruguay nicht mehr, den habe ich ja an die Philateliestelle in Uruguay geschickt. Ich habe die in einem Begleitschreiben gebeten, den Umschlag an einen interessierten uruguayanischen Philatelisten weiterzugeben. Wer weiß, vielleicht sehen wir ihn irgendwann einmal auf einer Ausstellung wieder, schließlich dürfte die Kombination einmalig sein.
Interessantes Detail: Versand am 10.12.24 - Poststempel des uruguayanischen Belegs 21.01.25. 41 Tage Postlaufzeit?
Am: 10.09.2025 18:35:34
Gelesen: 4503
# 20
Hallo an alle,
ein kleiner Glücksfund in einem großen Posten war der folgende echte Bedarfsbrief:
Der Beleg sticht in mehrfacher Hinsicht hervor, die Marken sind sauber gerissen, was heute selten ist, sie wurden beim Transport nicht ramponiert, der Stempel aus 04420 Markranstädt ist sauber abgeschlagen und die Sendung ist sogar eine portogerechte Doppelfrankatur, also ein Fund in der Kategorie 5 mit Zusatzzahl.
Leider ist so ein Beleg heute die Ausnahme - viele Grüße Jürgen
Der Beleg sticht in mehrfacher Hinsicht hervor, die Marken sind sauber gerissen, was heute selten ist, sie wurden beim Transport nicht ramponiert, der Stempel aus 04420 Markranstädt ist sauber abgeschlagen und die Sendung ist sogar eine portogerechte Doppelfrankatur, also ein Fund in der Kategorie 5 mit Zusatzzahl.
Leider ist so ein Beleg heute die Ausnahme - viele Grüße Jürgen
Am: 10.09.2025 19:20:19
Gelesen: 4474
# 21
@ Journalist [#20]
Hallo,
mit der gleichen Marke kann ich auch dienen, allerdings nicht ganz so schön gestempelt. Das Einschreiben wurde zwar in HH-Wilhelmsburg von Hand gestempelt, lief dann aber doch durch die Stempelmaschine im Briefzentrum:
Schönen Gruß,
Michael
Schönen Gruß,
Michael
Am: 10.09.2025 20:31:02
Gelesen: 4446
# 22
@ MichaelS [#21]
Hallo Michael und an alle,
der Beleg den du zeigst ist insofern auch interessant, da es sich hier um ein Frühdatum bezüglich der neuen Filiallabel für Einschreiben mit dem Zusatz "Gogreen Plus" handelt. Dies wurde vermutlich softwaretechnisch im Laufe des August umgestellt.
Viele Grüße Jürgen
Am: 11.09.2025 22:25:48
Gelesen: 4359
# 23
Ganz frisch eingetroffen mit Stempel aus Fredenbeck.
Briefzentrum müßte BZ 2 Hamburg- Altona sein ? Bitte korrigieren wenn's falsch ist !
Gruß Lothar
Gruß Lothar
Am: 14.10.2025 22:58:52
Gelesen: 4049
# 24
Heute ein paar Briefe aus dem I. Quartal 2025.
Hier ein Großbrief zu EUR 1,80.
Und ein Kompaktbrief zu EUR 1,10 (mit einer Doppelnominalmarke zu EUR 1,12 abgedeckt und daher mit EUR 0,02 leicht überfrankiert). Leider ist die Marke geknickt, so geht das halt manchmal.
Ach ja, in beiden war Sammlermaterial drin. Brief ist eben Transport und kann auch Warentransport bedeuten.
Und rette sich wer kann, natürlich brauchen wir altes Material auf, auch die Absender der Briefe.
Ich mache das selbst von Zeit zu Zeit, wie das meine ausgehenden Sendungen immer wieder zeigen (denn Briefmarke ist Gebrauchsgegenstand, allerdings freue ich mich auch, wenn es interessant aussieht).
Der Brief wurde gar nicht gestempelt? Nein, ich zeige ihn in seinem Zustand vor Aufgabe. Aber schnell sollte es gehen, da ich in absehbarer Zeit nicht nach Düsseldorf zum Philatelieshop kam. Und für alle, die nicht mehr schreiben, kann es jetzt ein „Aha!“-Erlebnis geben.
Ich kläre nämlich auf, was es mit den gelben Kästen auf sich hat, die man gelegentlich in Deutschland am Straßenrand sieht.
Es handelt sich um Briefkästen. Da kann man vorfrankierte Sendungen einwerfen und ein Bote holt die ab und sorgt für die Weiterverteilung (ich muss da nicht selber zur nächsten Filiale fahren, oder gar zum Empfängerort). Praktisch, muss ich sagen.
Ihr glaubt, ich nehm Euch hier auf die Schippe, weil ich so etwas Naheliegendes beschreibe?
Nein, nein – denn folgendes: klar ist, dass es für die Post ein Ärgernis ist (bzw. ein Kostenfaktor) eine Abholtour zu fahren. Besser man macht das wie in Dänemark und flext die Dinger ab (habe ich vor kurzem hier im Forum gelesen unter „Dänemark schafft die Briefmarke ab“).
Da kann dann der Kunde brav zur nächsten Filiale tingeln (natürlich mit dem Auto – sollte so EUR 5,00 an Vollkosten verursachen + 15 Minuten hin und 15 Minuten zurück), damit die Post EUR 0,02 an Kosten pro Brief durch die gestrichene Tour spart.
Na, ist das genial? Ich denke für die Post schon. Da die Experten von postnord (der ehemalige dänische Postbetreiber) demnächst auf Arbeitssuche sein werden (Glückwunsch zur eigenen Arbeitslosigkeit), kann es schon sein, dass die demnächst bei DHL ihr Unwesen treiben. Aber DHL / Deutsche Post wird da schon selbst drauf kommen.
Bis dahin zeige ich nochmal so ein Ding.
Es handelt sich um einen Briefkasten im industrialisierten Rheinland, NRW halt. Bekannt für eine gewisse Nachlässigkeit (wenn ich schlechte Laune habe, nenne ich NRW auch mal einen „failed state“). Das gezeigte Stück hat Jahrzehnte auf dem Buckel und wird auch immer wieder gerne mit Bildern beklebt. Brot und Spiele, und so scheinen Fußballvereine die letzten verehrungswürdigen Institutionen in der Gegend zu sein (die Designfreunde von Bayer Leverkusen zeigen mal wieder Gevatter Tod und bedrohen gewohnt freundlich den Betrachter).
Aber wer genau hinsieht, kann auch eine Mi-Nr. 741 von 1972 zu Ehren des Komponisten Heinrich Schütz sehen mit Noten und der Textzeile „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Die Marke scheint ein Philatelie-Vandale links unter den Briefschlitz geklebt zu haben.
Jetzt den Browser öffnen und bei google „Heinrich Schütz“ und die Liedzeile suchen und es sollte sich ein link zu you tube-Videos öffnen, anklicken und zwei Minuten genießen, es ist wunderschöne Chormusik (liebe katholischen Leser, Vorsicht: Text von Martin Luther). Wer das mit geschlossenen Augen tut, sieht vielleicht eine Fußballrang vor sich, glühend vor Pyrotechnik (in Leverkusen und daher in rot und schwarz?), wo die Leute versonnen das freundliche Lied anstimmen.
Soviel noch als kleines zusätzliches Kulturstichwort, dass wir wieder einmal einer Marke von unbedeutendem kommerziellen Wert zu verdanken haben.
Ich kannte das in der Tiefe bisher nicht und habe da heute wieder staunend was dazugelernt.
Hier ein Großbrief zu EUR 1,80.
Und ein Kompaktbrief zu EUR 1,10 (mit einer Doppelnominalmarke zu EUR 1,12 abgedeckt und daher mit EUR 0,02 leicht überfrankiert). Leider ist die Marke geknickt, so geht das halt manchmal.
Ach ja, in beiden war Sammlermaterial drin. Brief ist eben Transport und kann auch Warentransport bedeuten.
Und rette sich wer kann, natürlich brauchen wir altes Material auf, auch die Absender der Briefe.
Ich mache das selbst von Zeit zu Zeit, wie das meine ausgehenden Sendungen immer wieder zeigen (denn Briefmarke ist Gebrauchsgegenstand, allerdings freue ich mich auch, wenn es interessant aussieht).
Der Brief wurde gar nicht gestempelt? Nein, ich zeige ihn in seinem Zustand vor Aufgabe. Aber schnell sollte es gehen, da ich in absehbarer Zeit nicht nach Düsseldorf zum Philatelieshop kam. Und für alle, die nicht mehr schreiben, kann es jetzt ein „Aha!“-Erlebnis geben.
Ich kläre nämlich auf, was es mit den gelben Kästen auf sich hat, die man gelegentlich in Deutschland am Straßenrand sieht.
Es handelt sich um Briefkästen. Da kann man vorfrankierte Sendungen einwerfen und ein Bote holt die ab und sorgt für die Weiterverteilung (ich muss da nicht selber zur nächsten Filiale fahren, oder gar zum Empfängerort). Praktisch, muss ich sagen.
Ihr glaubt, ich nehm Euch hier auf die Schippe, weil ich so etwas Naheliegendes beschreibe?
Nein, nein – denn folgendes: klar ist, dass es für die Post ein Ärgernis ist (bzw. ein Kostenfaktor) eine Abholtour zu fahren. Besser man macht das wie in Dänemark und flext die Dinger ab (habe ich vor kurzem hier im Forum gelesen unter „Dänemark schafft die Briefmarke ab“).
Da kann dann der Kunde brav zur nächsten Filiale tingeln (natürlich mit dem Auto – sollte so EUR 5,00 an Vollkosten verursachen + 15 Minuten hin und 15 Minuten zurück), damit die Post EUR 0,02 an Kosten pro Brief durch die gestrichene Tour spart.
Na, ist das genial? Ich denke für die Post schon. Da die Experten von postnord (der ehemalige dänische Postbetreiber) demnächst auf Arbeitssuche sein werden (Glückwunsch zur eigenen Arbeitslosigkeit), kann es schon sein, dass die demnächst bei DHL ihr Unwesen treiben. Aber DHL / Deutsche Post wird da schon selbst drauf kommen.
Bis dahin zeige ich nochmal so ein Ding.
Es handelt sich um einen Briefkasten im industrialisierten Rheinland, NRW halt. Bekannt für eine gewisse Nachlässigkeit (wenn ich schlechte Laune habe, nenne ich NRW auch mal einen „failed state“). Das gezeigte Stück hat Jahrzehnte auf dem Buckel und wird auch immer wieder gerne mit Bildern beklebt. Brot und Spiele, und so scheinen Fußballvereine die letzten verehrungswürdigen Institutionen in der Gegend zu sein (die Designfreunde von Bayer Leverkusen zeigen mal wieder Gevatter Tod und bedrohen gewohnt freundlich den Betrachter).
Aber wer genau hinsieht, kann auch eine Mi-Nr. 741 von 1972 zu Ehren des Komponisten Heinrich Schütz sehen mit Noten und der Textzeile „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Die Marke scheint ein Philatelie-Vandale links unter den Briefschlitz geklebt zu haben.
Jetzt den Browser öffnen und bei google „Heinrich Schütz“ und die Liedzeile suchen und es sollte sich ein link zu you tube-Videos öffnen, anklicken und zwei Minuten genießen, es ist wunderschöne Chormusik (liebe katholischen Leser, Vorsicht: Text von Martin Luther). Wer das mit geschlossenen Augen tut, sieht vielleicht eine Fußballrang vor sich, glühend vor Pyrotechnik (in Leverkusen und daher in rot und schwarz?), wo die Leute versonnen das freundliche Lied anstimmen.
Soviel noch als kleines zusätzliches Kulturstichwort, dass wir wieder einmal einer Marke von unbedeutendem kommerziellen Wert zu verdanken haben.
Ich kannte das in der Tiefe bisher nicht und habe da heute wieder staunend was dazugelernt.
Am: 01.01.2026 22:55:45
Gelesen: 3505
# 25
Ich stolpere gerade noch über ein Foto eines Briefes aus dem Mai 2025.
Behördenbrief ans Finanzamt. Solange man sich mit denen herumschlagen muss, ist die Welt in Ordnung und der Kühlschrank voll. Immerhin.
Warum sich da Mühe bei Frankatur geben?
Ist halt eine Glaubenssache. Ich ziehe pralle Kultur schmucklosen Labeln vor. Kritisch bin ich beim Block. Der ist nicht mein Lieblingsmotiv, weil meiner Meinung nach kulturell aus der Zeit gefallen (den letzten Ohser-Comic habe ich vor ca. 40 Jahren in einer Zeitung gesehen).
Aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, die Einwertung überlasse ich gerne dem Empfänger. Natürlich würde ich mich freuen, wenn es in der Poststelle jemanden geben würde, der die Frankatur zu schätzen weiß.
Ein Einschreiblabel hat der Brief übrigens auch noch bekommen.
Postlaufzeit 1 Tag und damit meiner Meinung ein gutes Leistungsniveau.
Behördenbrief ans Finanzamt. Solange man sich mit denen herumschlagen muss, ist die Welt in Ordnung und der Kühlschrank voll. Immerhin.
Warum sich da Mühe bei Frankatur geben?
Ist halt eine Glaubenssache. Ich ziehe pralle Kultur schmucklosen Labeln vor. Kritisch bin ich beim Block. Der ist nicht mein Lieblingsmotiv, weil meiner Meinung nach kulturell aus der Zeit gefallen (den letzten Ohser-Comic habe ich vor ca. 40 Jahren in einer Zeitung gesehen).
Aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, die Einwertung überlasse ich gerne dem Empfänger. Natürlich würde ich mich freuen, wenn es in der Poststelle jemanden geben würde, der die Frankatur zu schätzen weiß.
Ein Einschreiblabel hat der Brief übrigens auch noch bekommen.
Postlaufzeit 1 Tag und damit meiner Meinung ein gutes Leistungsniveau.
Am: 02.01.2026 00:10:11
Gelesen: 3482
# 26
Tja, das ist heutzutage tatsächlich so eine Sache - weniger mit "wer schreibt denn noch" als mit "wer benutzt denn noch (Sonder-)Briefmarken zur Frankatur".
Ich gehöre zu den eisernen Verfechtern des ewigen gestrigen Briefmarkenfrankierens, bevorzugt mit Sondermarken und egal wohin. Mit der sehr geringen dienstlichen und auch (etwas mehr) privaten Post verbreite ich aber intensiv das historische Portobelegmittel "Briefmarke" bei gut 400 Sendungen pro Jahr, im Wesentlichen mit dem Versand des Magazins "Nautilus" des Jules-Verne-Clubs, welches nicht nur (ausschließlich) als gedruckte Periodika zweimal im Jahr auf Reisen geht*, sondern vor allem auch immer mit (Sonder-)Briefmarken der beauftragten Dienstleister (i.d.R. Deutsche Post sowie der Frya Nordland Territories Postal Services) und natürlich den (Werbe-) Vignetten des Jules-Verne-Clubs...** Die solchermaßen "markenmäßig" bunt beklebten Sendungen rufen regelmäßige positive Feedbacks hervor und werden angeblich bei vielen Empfängern als Ganzes bewahrt "weil einfach zu schade zum wegwerfen oder zerteilen".
Was bedeutet:
a) Eine interessante, bunte und damit ansprechende Gestaltung eines Versandobjekts eben mittels Marken kommt optisch beim Empfänger immer gut an, auch wenn er an sich kein Interessent derartiger gezackter Objekte ist!
Und: b) Interesse an Briefmarken lässt sich wecken durch deren Verwendung.
* und **: Wer mehr wissen will darüber sei herzlich eingeladen, sich auf der Webseite des Jules-Verne-Clubs zu informieren, aber natürlich auch auf den Webseiten der Frya Nordland Territories. Um hier nicht mal wieder mit Richard wegen etwaiger "Link-Werbung" ins Gehege zu kommen - beides (und allem, was da informativ so mit zusammen hängt) lässt sich ergoogeln. die KI-Beschreibung entspricht hier allerdings nicht den Tatsachen, insbesondere nicht die Art der angegebenen Verflechtungen.
Frohes neues Jahr
Vernian
Am: 02.01.2026 00:24:43
Gelesen: 3474
# 27
Um das "posten" von kombinierter "Deutscher Post" und mikronationalen Postdienstbetreibern mal zu verdeutlichen hier ein FDC (einer Ausgabe der Federated Micronations - FM) gelaufen mit Briefmarke der Deutschen Post von Berlin nach Bremerhaven:
Am: 18.01.2026 10:54:48
Gelesen: 3173
# 28
Wer noch schreibt? Am 16.01. hörte ich im Radio, die Bundeswehr werde 700.000 Bürgerinnen und Bürgern der Jahrgänge ab 2008 per Brief Fragebögen hinsichtlich ihrer Wehrbereitschaft schicken.
Das ist leider notwendig geworden, ich hoffe die Empfänger nehmen das so ernst wie man muss, lassen sich auf der anderen Seite aber nicht entmutigen. Wenigstens scheint diesmal das Geld zu stimmen (EUR 2.600 im Monat / 1990: DEM 360).
Aber Moment, eigentlich ist die Bundeswehr-Aktion in diesem Thema deplatziert, denn wie ich zuständigen Verwaltungseinheiten kenne, nutzen die EDV-Freimachung, weil es denen unmöglich erscheinen wird, den Alltag in irgendeiner Form ansprechend zu gestalten. Ob Mangel an Geschmack, Mittelmäßigkeit oder das offenbar verbreitete Prinzip, seine Soldaten in permanent schlechter Laune zu halten, die Ursachen dafür sind, bleibt das Geheimnis der „Inneren Führung“.
Wäre eigentlich jetzt eine gute Gelegenheit gewesen, mal wieder eine Bundeswehr-Briefmarke herauszubringen und die zu Marketingzwecken auf die Sendungen zu kleben. Denn bei allen Härten des Dienstes - Bundeswehr ist Schutz von allen und allem was uns lieb und teuer ist. Verteidigung von Unversehrtheit, geistiger Freiheit und Wohlstand würden mir da ad hoc einfallen. Riesenthemen bei denen mich interessiert hätte, wie man das zeitgemäß grafisch überbringt.
Aber jetzt mal zur Realität und mehr zum Thema, ich zeige erst einmal frankierten Alltag.
Eine Handwerkerrechnung aus 2025 (immerhin mit Briefmarke, aber klar, natürlich selbstklebend das ist im Büroalltag einfach sehr praktisch). Briefkasteneinwurf - damit im Briefzentrum entwertet.
Ich greife da mal etwas auf, was filunski vor kurzem unter einem Stempelthema geschrieben hat, nämlich das wir anerkennen müssen, dass das die Entwertungen der heutigen Zeit sind, und die Zeit der Rundstempel, wie wir sie bis ca. 2010 gesehen haben, nun einmal vorbei sind.
Dabei finde ich persönlich schade, dass man auch beim Alltagsstempel nicht einmal ein extravagantes Design findet. Könnte man nicht einmal eine für das Auge gefälligere Entwerterform anwenden, wie man sie z.B. bei den Sonderstempeln findet? Technisch wird das sicher möglich sein, ohne dass Zweifel an der Entwertung (also der Zweckerreichung) bestehen werden.
Nicht bundeswehr- bzw. bundesrepublikanisch-alltags-grau jedenfalls können wir unsere eigene Frankatur gestalteten. So wieder einmal bei einem Bedarfsbrief an eine Auslandsbehörde geschehen.
So geht’s also auch – und wir haben es in der Hand, den Alltag zu gestalten.
Das Schreiben ging per Einschreiben raus – also können wir wieder sehen, wie lange die Zustellung heutzutage dauert.
Ich finde, das ist doch für den Universaldienst eine ganz ordentliche Leistung mit einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. Nur bei der Luftpost Deutschland-Spanien müsste doch eigentlich ein Tag statt drei Tage möglich sein.
Ich bin in dem Aspekt furchtbar neugierig: warten die, bis ein Postsack voll ist, geben die das einem Linienflug mit und wenn ja welchem, buchen die Kapazitäten vor usw. usw.? Und wer kriegt eigentlich was vom Porto ab?
Für uns als Sammler und für mich als Kaufmann interessante Fragen, aber jeder Postnutzer ist vor allem froh, dass so ein Dienst besteht und man sich eben nicht selber um den Transport kümmern muss.
Ich greife da mal etwas auf, was filunski vor kurzem unter einem Stempelthema geschrieben hat, nämlich das wir anerkennen müssen, dass das die Entwertungen der heutigen Zeit sind, und die Zeit der Rundstempel, wie wir sie bis ca. 2010 gesehen haben, nun einmal vorbei sind.
Dabei finde ich persönlich schade, dass man auch beim Alltagsstempel nicht einmal ein extravagantes Design findet. Könnte man nicht einmal eine für das Auge gefälligere Entwerterform anwenden, wie man sie z.B. bei den Sonderstempeln findet? Technisch wird das sicher möglich sein, ohne dass Zweifel an der Entwertung (also der Zweckerreichung) bestehen werden.
Nicht bundeswehr- bzw. bundesrepublikanisch-alltags-grau jedenfalls können wir unsere eigene Frankatur gestalteten. So wieder einmal bei einem Bedarfsbrief an eine Auslandsbehörde geschehen.
So geht’s also auch – und wir haben es in der Hand, den Alltag zu gestalten.
Das Schreiben ging per Einschreiben raus – also können wir wieder sehen, wie lange die Zustellung heutzutage dauert.
Ich finde, das ist doch für den Universaldienst eine ganz ordentliche Leistung mit einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. Nur bei der Luftpost Deutschland-Spanien müsste doch eigentlich ein Tag statt drei Tage möglich sein.
Ich bin in dem Aspekt furchtbar neugierig: warten die, bis ein Postsack voll ist, geben die das einem Linienflug mit und wenn ja welchem, buchen die Kapazitäten vor usw. usw.? Und wer kriegt eigentlich was vom Porto ab?
Für uns als Sammler und für mich als Kaufmann interessante Fragen, aber jeder Postnutzer ist vor allem froh, dass so ein Dienst besteht und man sich eben nicht selber um den Transport kümmern muss.
Am: 19.01.2026 22:46:59
Gelesen: 3056
# 29
Hier kann ich auch noch einen beisteuern.
Sauber gestempelt "26871 PAPENBURG 1 a" am 07.10.2025.
Der Stempel gehört zur Postbankfiliale, Am Stadtpark 5. Da gibt es wahrscheinlich noch alte Postler, die das Stempeln gelernt haben.
Viele Grüße
Burkhard
Am: 02.03.2026 16:31:18
Gelesen: 2318
# 30
Hallo an alle,
heute kann ich eine tolle EF mit 330 Cent "Internationales Jahr der Quantenwissenschaften" auf einem echten Bedarfsbrief einer Firma zeigen, einen Einwurf-Einschreibebrief aus 17489 Greifswald mit einen sauberen Tagesstempel am 14.2.25 mit UB "zz" in einer Postagentur entwertet:
Da muss man lange suchen, um überhaupt noch so ein Stück zu finden, dagegen ist mancher Turn und Taxisbeleg fast Massenware ?
Viele Grüße Jürgen
Da muss man lange suchen, um überhaupt noch so ein Stück zu finden, dagegen ist mancher Turn und Taxisbeleg fast Massenware ?
Viele Grüße Jürgen
Am: 30.03.2026 21:36:46
Gelesen: 2004
# 31
@ Mumpipuck [#29]
Ich behaupte, der Brief, den Du bekommen hast, ist philatelistisch inspiriert.
Ob ich das beweisen kann?
Dann schau mal hier.
Ja, Papenburg scheint eine gute Adresse für freundlich handgestempelte Briefmarken zu sein. Gruß bei der Gelegenheit nach Norddeutschland. Denn das freut einen doch, wenn so ein Brief im Postkasten liegt. Rasch ein Blick auf die Briefmarken und ich nicke freundlich, ah – mal was mit Marken und bei den Motiven wurde mein Geschmack getroffen
• eine 55er Till Eulenspiegel - der subversive norddeutsche Volksheld, von 2011
• und eine 55er deutsche Fachwerkbauten von 2011 (was für eine beeindruckende Ornamentik, im Erdgeschoss dazu noch ein kostbares Steinportal und passende Laibungen - 300 Jahre alt und immer noch schön anzuschauen, das nenne ich nachhaltiges Bauen. Es handelt sich um den ehemaligen Gasthof „Weisses Ross“ in Hartenstein – südöstlich von Zwickau gelegen. Heute befindet sich in der unteren Etage eine Arztpraxis und in den oberen Geschossen sind Wohnungen geschaffen worden.)
Dann kurz umgedreht, um den Absender zu identifizieren. Danach habe ich den Brief erst mal bei Seite gelegt, den Alltag erledigt, und am Abend, als dann Zeit war, mir das Ding noch einmal genauer angeguckt.
Oh, Handstempel haben die Marken auch bekommen, sogar Vollstempel, da steht ja einer Ablösung nichts im Wege.
Ja, aber die Stempel, das ist nicht so einfach dieser Tage. Dieses blau macht sie schwer lesbar. Und irgendetwas stimmte nicht mit der Eulenspiegel-Entwertung. Da habe ich mal genau hingeguckt, sie wurde doppelt gestempelt. Es sieht so aus, als sei der Brief nochmals aus dem Prozess gezogen worden und im Briefzentrum wurde die Entwertung auf den ersten Blick nicht erkannt. Ein kaum leserlicher Stempel (immerhin „..FZEN…“ kann man noch erkennen) hat die Eulenspiegel-Marke noch erwischt. Dann hat die stempelnde Person gemerkt, dass bereits alles erledigt war.
Es geht allerdings auch deutlich einfacher (das ist diesmal der Blick in den Alltag) - hier ein Maxibrief mit einer Marke aus der Briefe-Freimarkenserie, mit der ich noch keine rechte Freundschaft geschlossen habe.
Auch dieser Umschlag enthielt philatelistisches Material, weswegen mich die Einfachheit der Frankatur und des Stempels überrascht hat (das gewinnt bei mir keinen Preis, schade dass da keine Sondermarke zur Hand war, aber solange das keine schwarz-weiß Label sind…).
Erreicht haben mich beide Sendungen sehr rasch (Laufzeit ein Tag) und unbeschädigt.
Und darauf kommts beim Brief ja an.
Ja, Papenburg scheint eine gute Adresse für freundlich handgestempelte Briefmarken zu sein. Gruß bei der Gelegenheit nach Norddeutschland. Denn das freut einen doch, wenn so ein Brief im Postkasten liegt. Rasch ein Blick auf die Briefmarken und ich nicke freundlich, ah – mal was mit Marken und bei den Motiven wurde mein Geschmack getroffen
• eine 55er Till Eulenspiegel - der subversive norddeutsche Volksheld, von 2011
• und eine 55er deutsche Fachwerkbauten von 2011 (was für eine beeindruckende Ornamentik, im Erdgeschoss dazu noch ein kostbares Steinportal und passende Laibungen - 300 Jahre alt und immer noch schön anzuschauen, das nenne ich nachhaltiges Bauen. Es handelt sich um den ehemaligen Gasthof „Weisses Ross“ in Hartenstein – südöstlich von Zwickau gelegen. Heute befindet sich in der unteren Etage eine Arztpraxis und in den oberen Geschossen sind Wohnungen geschaffen worden.)
Dann kurz umgedreht, um den Absender zu identifizieren. Danach habe ich den Brief erst mal bei Seite gelegt, den Alltag erledigt, und am Abend, als dann Zeit war, mir das Ding noch einmal genauer angeguckt.
Oh, Handstempel haben die Marken auch bekommen, sogar Vollstempel, da steht ja einer Ablösung nichts im Wege.
Ja, aber die Stempel, das ist nicht so einfach dieser Tage. Dieses blau macht sie schwer lesbar. Und irgendetwas stimmte nicht mit der Eulenspiegel-Entwertung. Da habe ich mal genau hingeguckt, sie wurde doppelt gestempelt. Es sieht so aus, als sei der Brief nochmals aus dem Prozess gezogen worden und im Briefzentrum wurde die Entwertung auf den ersten Blick nicht erkannt. Ein kaum leserlicher Stempel (immerhin „..FZEN…“ kann man noch erkennen) hat die Eulenspiegel-Marke noch erwischt. Dann hat die stempelnde Person gemerkt, dass bereits alles erledigt war.
Es geht allerdings auch deutlich einfacher (das ist diesmal der Blick in den Alltag) - hier ein Maxibrief mit einer Marke aus der Briefe-Freimarkenserie, mit der ich noch keine rechte Freundschaft geschlossen habe.
Auch dieser Umschlag enthielt philatelistisches Material, weswegen mich die Einfachheit der Frankatur und des Stempels überrascht hat (das gewinnt bei mir keinen Preis, schade dass da keine Sondermarke zur Hand war, aber solange das keine schwarz-weiß Label sind…).
Erreicht haben mich beide Sendungen sehr rasch (Laufzeit ein Tag) und unbeschädigt.
Und darauf kommts beim Brief ja an.
Am: 31.03.2026 03:19:26
Gelesen: 1965
# 32
@ Bendix Gruenlich [#31]
Wenn ich mir die Handschrift, die Anordnung der Marken und den identischen Tagesstempel ansehe, dürften unsere beiden Sendungen vom selben Absender stammen.
Viele Grüße
Burkhard
Am: 31.03.2026 11:08:51
Gelesen: 1915
# 33
Ja, wer schreibt noch, Gudrun aus Crottendorf, seid 1978, immer noch! Der gelbe Aufkleber, weil die Länderangabe nicht klar ersichtlich ist?

Grüße
Ivo

Grüße
Ivo
Am: 25.06.2026 00:44:24
Gelesen: 929
# 34
In der Tagespost einer Bank gefunden. Also kein Sammlerbrief! Fast zu schön, um wahr zu sein.
Burkhard
Burkhard
Am: 29.06.2026 18:08:47
Gelesen: 732
# 35
Bei uns in Lauenburg (Elbe) kauft der Schornsteinfeger noch in der Postfiliale die Briefmarken und verschickt seine Rechnungen damit. Da zahlt man doch gerne. ;)
Gruß aus dem Norden,
Frank
Gruß aus dem Norden,
Frank
Am: 03.07.2026 00:35:46
Gelesen: 618
# 36
Hier noch eine Schönheit aus der gerade bearbeiteten Tagespost an eine Bank:
Burkhard
Burkhard
Am: 12.09.2026 10:54:58
Gelesen: 301
# 37
Heute zeige ich einen Brief aus 2025 nach Italien an eine Behörde (Großbrief, als Einschreiben versandt – EUR 7,00)
Ich zeige eine übliche Mischung des Aufbruchs von Doubletten (Briefmarke als Gebrauchsgegenstand, Marken aus den Jahren 2000-2003, ich sammle gern und lebe gerne gut – und das soll man meinen Briefsendungen auch ansehen). Möge sich der Empfänger darüber freuen.
Die Mischung ist wie immer kulturell vielseitig
• Platzeinnehmend: Antarktisblock mit faszinierenden Blau- und Weißtönen des ewigen Eises
• Marke zur Ehrung des Physikers Guericke (mit dem bekannten von ihm vorgenommenen Vakuumkugelexperiment)
• Marke zu Ehren von Hans Jonas, deutsch-jüdischer Philosoph
• Deutsches Architekturzitat: Rathaus von Grimma
Ich zeige jetzt einmal wie der Brief gelaufen ist.
Also von Düsseldorf nach Frankfurt (200 km) hat es zwei Tage gebraucht, dann fünf Tage für Frankfurt-Italien (nehmen wir einmal an nach Rom, 1.360 km). Und dann war er zwei Tage später in Pescara (230 km).
Geht die heutige Post damit an die Grenzen des Machbaren?
Ich denke nicht, denn ich habe hier im Forum kürzlich einmal die Belege mit Sondermarken des Deutschen Reiches 1933-1945 durchgesehen und dort nach Postlaufzeiten der Vergangenheit für Auslandsdestinationen geschaut.
• Berlin - Meran: 1 Tag (1.000 km)
• Leipzig – Mailand: 1 Tag (1.000 km)
• Deutschland – USA Ostküste: 8 Tage (konkret: Nürnberg – Bremen: ein Tag, Bremen – New York: sieben Tage, New York – per Schiff!, ca. 6.000km)
Ich muss sagen, die Leistungsfähigkeit des seinerzeitigen Postsystems war schon beachtlich.
Und wie sieht unser Alltag am Postkasten aus? Na so, Welt der Briefe-Freimarke, selbstklebend im millionenfachen Gebrauch.
Nicht meine Lieblingszeichnung, aber besser als bildlich nichtsagende Labelchen (die man zu Hause auch noch selbst drucken muss).
Postlaufzeit für Schleswig-Holstein ins nördliche Rheinland (480 km) zwei Tage. Das ist befriedigend.
In Deutschland ist die Welt also durchaus in Ordnung. Nur im angeblich zusammenwachsenden Europa drückt man – wie heute bewiesen - messbar auf die Bremse. Meine Vermutung: wird kostenrechnerische, ablauforganisatorische Gründe haben (Laufzeiten bremsen. Sortieraufwand bündeln).
Jetzt will ich diesen Artikel endlich fertigmachen und ins Forum stellen…da klingelt es, verdammt…es ist der Postbote (drei freigestempelte Briefsendungen, eine mit einem Label – kreisch! – freigemachte Warensendung, ein markenloses Päckchen). Immerhin, es waren nur gute Nachrichten drin, das ist ja auch wichtig.
Ich zeige eine übliche Mischung des Aufbruchs von Doubletten (Briefmarke als Gebrauchsgegenstand, Marken aus den Jahren 2000-2003, ich sammle gern und lebe gerne gut – und das soll man meinen Briefsendungen auch ansehen). Möge sich der Empfänger darüber freuen.
Die Mischung ist wie immer kulturell vielseitig
• Platzeinnehmend: Antarktisblock mit faszinierenden Blau- und Weißtönen des ewigen Eises
• Marke zur Ehrung des Physikers Guericke (mit dem bekannten von ihm vorgenommenen Vakuumkugelexperiment)
• Marke zu Ehren von Hans Jonas, deutsch-jüdischer Philosoph
• Deutsches Architekturzitat: Rathaus von Grimma
Ich zeige jetzt einmal wie der Brief gelaufen ist.
Also von Düsseldorf nach Frankfurt (200 km) hat es zwei Tage gebraucht, dann fünf Tage für Frankfurt-Italien (nehmen wir einmal an nach Rom, 1.360 km). Und dann war er zwei Tage später in Pescara (230 km).
Geht die heutige Post damit an die Grenzen des Machbaren?
Ich denke nicht, denn ich habe hier im Forum kürzlich einmal die Belege mit Sondermarken des Deutschen Reiches 1933-1945 durchgesehen und dort nach Postlaufzeiten der Vergangenheit für Auslandsdestinationen geschaut.
• Berlin - Meran: 1 Tag (1.000 km)
• Leipzig – Mailand: 1 Tag (1.000 km)
• Deutschland – USA Ostküste: 8 Tage (konkret: Nürnberg – Bremen: ein Tag, Bremen – New York: sieben Tage, New York – per Schiff!, ca. 6.000km)
Ich muss sagen, die Leistungsfähigkeit des seinerzeitigen Postsystems war schon beachtlich.
Und wie sieht unser Alltag am Postkasten aus? Na so, Welt der Briefe-Freimarke, selbstklebend im millionenfachen Gebrauch.
Nicht meine Lieblingszeichnung, aber besser als bildlich nichtsagende Labelchen (die man zu Hause auch noch selbst drucken muss).
Postlaufzeit für Schleswig-Holstein ins nördliche Rheinland (480 km) zwei Tage. Das ist befriedigend.
In Deutschland ist die Welt also durchaus in Ordnung. Nur im angeblich zusammenwachsenden Europa drückt man – wie heute bewiesen - messbar auf die Bremse. Meine Vermutung: wird kostenrechnerische, ablauforganisatorische Gründe haben (Laufzeiten bremsen. Sortieraufwand bündeln).
Jetzt will ich diesen Artikel endlich fertigmachen und ins Forum stellen…da klingelt es, verdammt…es ist der Postbote (drei freigestempelte Briefsendungen, eine mit einem Label – kreisch! – freigemachte Warensendung, ein markenloses Päckchen). Immerhin, es waren nur gute Nachrichten drin, das ist ja auch wichtig.