Briefmarken Atteste

Thema:

Deutsches Reich Georg Haller Versuchsstempel

Sammlerfreund Christian Am: 20.02.2024 19:08:30 Gelesen: 1535 # 1
Liebe Sammlerfreunde, die Überschrift ist eigentlich selbstredend: wer kennt diesen ungewöhnlichen Stempel, wozu diente er? Ich habe ihn noch nie gesehen. Wenn mir zudem jemand etwas über den Wert sagen kann, würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank und beste Grüße Christian
Stefan Am: 20.02.2024 19:53:23 Gelesen: 1501 # 2
@ Sammlerfreund Christian [#1] die Überschrift ist eigentlich selbstredend: wer kennt diesen ungewöhnlichen Stempel, wozu diente er? Ich habe ihn noch nie gesehen. Wenn mir zudem jemand etwas über den Wert sagen kann, würde ich mich sehr freuen. Es handelt sich hier um einen Versuch aus der Firma von Georg Haller. Ein Beleg ist in [1] unter Abbildung 5 und 6 abgebildet, Stempeldatum BERLIN C2 vom 05.01.1882, Unterscheidungsbuchstabe c. Der Stempelentwurf war als Briefaufgabestempel zur Briefmarkenentwertung gedacht und Haller experimentierte bei der Planung und Konstruktion einer Stempelmaschine mit eigener Eingangspost. Mit dem vergrößerten Radius war ursprünglich geplant, mehrere Briefmarken maschinell in einem Rutsch stempeln zu können. Das gezeigte Exemplar ist ebenfalls an Georg Haller in Ottensen (heute Stadtteil von Hamburg) adressiert. Haller hatte anschließend eine eigene Stempelmaschine zur Serienreife gebracht, welche postalisch in verschiedenen Städten des Deutschen Reiches und Österreich in den 1880er und 1890er Jahren in Gebrauch kam, Belege siehe [2]. Gruß Stefan [1] Walter Kohlhaas und Inge Riese: "Die Briefstempelmaschinen von Haller & Co.", erschienen bei der Poststempelgilde als Band 141 (Verzeichnis auf http://www.poststempelgilde.de/downloads/Poststempelgilde%20Literaturliste.pdf ) und in der Bücherei von Infla-Berlin als Band 37 [2] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=18333&CP=0&F=1
Sammlerfreund Christian Am: 20.02.2024 20:12:38 Gelesen: 1481 # 3
@ Stefan Vielen Dank für diese hilfreichen Hintergrundinformationen! War Herr Haller offiziell beauftragt, diese Versuche durchzuführen? Es scheint sich ja um eine Kombination aus einem regulären postalischen Stempel innen und "privaten" Stempel außen zu handeln. Vermutlich hat die Reichspost nicht "jedem" einen offiziellen Reichspoststempel überlassen. Weißt Du, ob Herr Haller bei seinen Versuchen viele solcher Stücke produziert hat, ggfs. sogar mit philatelistischen Hintergedanken? Oder sind sie eher selten? Schön sieht das Stück auf Grund der Doppelabschläge nicht unbedingt aus... Herzlichen Dank und schöne Grüße Christian
Tuffi Am: 20.02.2024 20:31:10 Gelesen: 1470 # 4
@ Sammlerfreund Christian [#3] Hallo Christian, wir sollten unsere Berliner Freunde mal fragen, ob sie den Stempel postalisch genutzt kennen. Meines Wissens ist in analoger Beleg bei Harlos versteigert worden. Gruß Tuffi
Nordluchs Am: 16.09.2026 08:36:56 Gelesen: 199 # 5
@ Stefan [#2] @ Sammlerfreund Christian [#3] @ Tuffi (RIP) [#4] Hallo, da ich in einer Übermittlung von etlichen Bildern diese Vorderseite in Farbe fand, stelle ich das hier mal im Original vor. Dazu Auszug aus einer kleinen Arbeit zu diesem Thema [1] Aus der Gründerzeit der genannten Firma Haller stammt diese abgebildete Postkarte, mit der um einen Prospekt für gußeiserne Petrolkochherde gebeten wurde. Die dubiosen Stempel auf dieser Karte weisen auf ein zweites Beschäftigungsgebiet dieser Firma hin. Sie stellte Briefstempel-Maschinen her. Haller Versuchstempel mit zweitem Kreis vom 5.1.1882 Wie ersichtlich wurde die Stempelfläche durch einen Doppelkreis vergrößert, in dem sich auch die Beschriftung Kaiserlich Deutsche Reichspost befindet. Die Stellung der Stempel zur Kartenform weist auf eine maschinelle Anbringung hin. Er sollte dort für die Entwertung von Postwertzeichen verwendet werden. Um die Wahrscheinlichkeit diese auf den Poststücken zu treffen, zu vergrößern, wurde der äußere Ring zusätzlich angebracht und in der Werkstatt des Hersteller erprobt. Was lag näher, als einen Stapel alter Karten aus der Firmenkorrespondenz dazu zu benutzen. Absenderfreistempel der Firma Haller (Altona (Elbe) [1] erklärend zu dem Titel dieses Auszuges aus dem kleinen Artikel. Damit bietet sich die Gelegenheit auch an die vielen gemeinsamen Stunden in Hamburg-Neugraben, etliche Fahrten ins Bundesarchiv, Abteilung Potsdam und später zum noch provisorischen Postmuseum in Berlin zu erinnern. In Gedenken an Inge Riese (RIP) und (Tuffi) Dr. Walter Kohlhaas (RIP). Gruß Hajo [1] Förster Hans-Joachim und Riese Inge (RIP) - Bericht Nr. 7 S. 6 - 8