Briefmarken Atteste

Thema:

Bube, Dame, König, Ass - Kartenspiel Spielkarten

epem7081 Am: 08.06.2023 20:23:53 Gelesen: 9874 # 1
Hallo zusammen, nachdem ich unter den Suchworten Kartenspiel Spielkarten keinen Thread gefunden habe, andererseits in der Stempeldatenbank durchaus interessante Belege zu finden sind, möchte ich diesen neuen Thread eröffnen. Hier geht es nicht allein um Skat, sondern die ganze Bandbreite von Spielkarten, auf Belegen, Marken oder Stempeln. Ein vielfältiges Spektrum soll hier aufgetischt werden. Als wahrhaft großformatigen Einstieg meinerseits ein Ersttagsbrief Deutsche Spielkarten mit der DDR-Ausgabe MiNr 1298 - 1301 vom 18.7.1967. Hier werden die vier Buben teils aus deutschem, teils aus französischen Blatt vorgestellt. Ich bin gespannt wer dieses reizende Thema mit Ausdauer bedient und Dame, König, Ass ins Spiel bringt. Einen unterhaltsamen Abend wünscht Mit freundlichen Grüßen Edwin
epem7081 Am: 10.06.2023 12:50:51 Gelesen: 9821 # 2
Hallo zusammen, hier noch einmal eine fröhliche Skatrunde anläßlich 200 Jahre Skat in einem Sonderpostwertzeichen (MiNr 3030) und dem Gelegenheitsstempel BONN / 53113 zur Erstausgabe am 5.9.2013. Im Ersttagsblatt 31/2013 vermittelt die Deutsche Post interessante Aspekte zu diesem Kartenspiel. Hier Auszug vom Einstieg: Skat ist das populärste Kartenspiel der Deutschen. Millionen Menschen treffen sich, um in geselligen Runden nach einem strengen Regelwerk zu geben, zu reizen und zu stechen. "Wenn man nicht ernst spielt, macht es keinen Spaß", wusste schon der große Komiker Loriot (1923 bis 2011) über das Spiel zu sagen. Spiel und Spaß in geselliger Runde wünscht mit freundlichen Grüßen Edwin
Nordluchs Am: 13.06.2023 10:03:05 Gelesen: 9767 # 3
@ epem7081 [#2] Hallo zusammen, Hallo Edwin, die öffentliche Bausparkasse Hamburg warb mit der Ankündigung: lauter gute Trümpfe - IM BAUSPARER - WETTBEWERB 1961 – und zeigte vier Spielkarten mit Asse. Viele Grüße Hajo
epem7081 Am: 13.06.2023 22:35:58 Gelesen: 9731 # 4
@ Nordluchs [#3] Hallo Hajo, danke für Deine nun ins Spiel gebrachten Trümpfe. Ähnliches kann ich hier vom 25.4.1968 aus Monte Carlo (Monaco) auftischen. Anlass in diesem Fall ein "FESTIVAL INTERNATIONAL / DE BRIDGE / MONTE CARLO / 1-15 mai 1968" Mit freundlichen Grüßen Edwin
Angelika Am: 14.06.2023 08:51:10 Gelesen: 9710 # 5
Guten Morgen Spielkarten auf dem Absenderfreistempel von der Stadtverwaltung Altenburg Viele Grüße Angelika
wajdz Am: 14.06.2023 13:23:58 Gelesen: 9696 # 6
Schweiz MiNr 2565-2568, 06.09,2018 Jassen ist ein Kartenspiel, das vor allem in der Schweiz (sämtliche Landesteile) und dem übrigen alemannischen Sprachraum verbreitet ist. Beim Jassen wird üblicherweise mit vier Spielern und 36 Karten gespielt. Vom Grundspielprinzip existieren zahlreiche Varianten. Je nach Region werden unterschiedliche Kartenblätter verwendet, auch die Regeln können sich je nach Region unterscheiden. MfG Jürgen -wajdz- https://de.wikipedia.org/wiki/Jass
Peter Blum Am: 15.06.2023 18:38:49 Gelesen: 9650 # 7
Hallo, es gibt ein Kartenspiel 66 [1], welches der Legende nach in Paderborn im Jahr 1652 erfunden wurde. Dort widmete man dem Spiel am Schnapszahl-Tag 06.06.1966 einen Sonderstempel, auf dem auch drei skizzierte Spielkarten abgebildet sind. Beste Grüße Peter Blum [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Sechsundsechzig
epem7081 Am: 15.06.2023 21:20:28 Gelesen: 9631 # 8
@ Nordluchs [#3] @ Angelika2603 [#5] @ wajdz [#6] @ Peter Blum [#7] Hallo Hajo, Angelika, Jürgen und Peter, schön, dass Ihr mit in das Spiel eingestiegen seid. Danke für Eure Beiträge. Ich hoffe auf mehr. Eine ausgezeichnete Quelle der Information war lange Zeit das Deutsche Spieilkartenmuseum in Bielefeld auf der Sparrenburg. Leider hat das Ende dieses Museums mit der bemerkenswert vielseitigen Privatsammlung im Jahre 1972 bei den Bielefeldern ein großes Bedauern ausgelöst. [1] Mit freundlichen Grüßen Edwin [1] https://historischer-rueckklick-bielefeld.com/2022/12/01/01122022/
epem7081 Am: 17.06.2023 10:13:37 Gelesen: 9575 # 9
Hallo zusammen Die Wege aller forschenden Kartenspieler führ(t)en also nach Leinfelden-Echterdingen auf den Spuren einer wechselhaften Geschichte: Das Deutsche Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen, eine Zweigstelle des Landesmuseums Württemberg, beherbergt eine der größten öffentlichen Spielkarten-Sammlungen in Europa und steht allen Ludologen und privat Interessierten offen. Die Geschichte des Spielkartenmuseums begann 1923 im thüringischen Altenburg. Das nach dem Zweiten Weltkrieg nach Westdeutschland, zuerst nach Mannheim, 1956 nach Leinfelden, verlagerte enteignete Unternehmen ASS baute dort in einem neuen Firmenmuseum, dem ASS-Museum, wieder eine Sammlung auf. 1972 übernahm die ASS mit der Bielefelder Spielkarten GmbH auch das Deutsche Spielkartenmuseum e. V. in Bielefeld, das ebenfalls mehrere bedeutende Sammlungen erworben hatte. Das Museum in Leinfelden erhielt nun den Namen der Neuerwerbung, 1974 wurde das Deutsche Spielkartenmuseum am Standort in der heutigen Schönbuchschule eröffnet. Am 18. August 1982 wurde das Deutsche Spielkartenmuseum aufgrund des immer enger werdenden finanziellen Spielraumes von ASS an das Land Baden-Württemberg und die Stadt Leinfelden-Echterdingen verkauft. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat den Ausstellungsbetrieb zum 30. Juni 2012 eingestellt und das Museum in ein Archiv umgewandelt, das nach Voranmeldung besichtigt werden kann. [1] Mit freundlichen Grüßen Edwin [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Spielkartenmuseum
Nordluchs Am: 26.06.2023 15:18:52 Gelesen: 9434 # 10
@ epem7081 [#9] Hallo zusammen, Hallo Edwin, wieder ein Fund für Deine Rubrik. Es ist zwar nur die Spielkarte Ass im Klischee aber immerhin. F689943, 3890 Vienenburg, Spielkarte AS mit Zahl 69, PRODUKTIONS & HANDELS GMBH, 388835 Lüttgenrode – Amt Viele Grüße Hajo
Bendix Gruenlich Am: 01.07.2023 19:44:17 Gelesen: 9368 # 11
So, so – Kartenspielen. Hier etwas aus Belgien. Wenn Ihr schon mal da seid, könnt Ihr auch mal im Spielkartenmuseum in Tournhout vorbeischauen (Link unten). An ein Exponat muss ich denken: eine halbe Spielkarte, ich glaube aus dem frühen 18. Jahrhundert – die lag bei einem Findelkind. Es nannte den Namen des Knaben und die von Herzen kommende Bitte, sich des Kindes anzunehmen. Vermutlich ein echtes Kind der Sünde. Tragisch und ergreifend! Der Weltmarktführer in der Kartenspielproduktion ist die belgische Fa. Cartamundi. Die hat auch die Altenburger Spielkartenfabrik übernommen. Auch in Altenburg gibt es ein Spielkartenmuseum. Beide Museen haben einen Shop mit sehr schönen, grafisch ansprechenden Kartenspielen. Nun zu den Schattenseiten: Alkohol, Tabak, Völlerei, Fluchen, schlechte Frauen, Glücksspiel. Alles Dinge, die - gerne auch noch in Kombination - einen Mann allerliebst vor die Hunde gehen lassen können (aber eben auch furchtbar Spaß machen können). Männer sind in ihrem Selbstzerstörungsdrang manchmal eben echte tickende Zeitbomben (siehe auch die Illustration auf dem Umschlag im Beitrag 1). Also Vorsicht: nicht übertreiben. Dazu lässt Goeffrey Chaucer seinen Ablassverkäufer in seinen „Canterbury Tales“ – frühe Weltliteratur aus England – etwas sagen. Der Witz bei der Sache: der Ablassverkäufer beschreibt allerhand Verdammenswertes, das aber das immer in solcher Breite, dass das absurd erscheint und man Lust darauf bekommt mitzutun. “Now that I have spoken of gluttony, I will forbid you gaming, which is the very mother of lies, deceit, and cursed forswearing, of blasphemy of Christ, manslaughter and waste of money and of time; and furthermore, it is a disgrace and against all honor to be known as a common gamester.” Ich übersetze das mal: Nun, da ich zu Euch von übermäßigem Essen gesprochen habe, I verbiete Euch das Glücksspiel, da es die Mutter aller Lügen, des Betrugs, verwünschter Flucherei, der Gotteslästerung, und des Totschlags ist, sowie Verschwendung von Zeit und Geld. Darüber hinaus ist es eine Schande und gegen jede Ehre als gemeiner Spieler bekannt zu sein. Mehr ging wirklich nicht – kann man da einsteigen? https://speelkaartenmuseum.turnhout.be/
Saxendreier Am: 06.08.2023 09:33:04 Gelesen: 9171 # 12
@ epem7081 [#1] Altenburg die Skatstadt. Über 500 Jahre werden in der Stadt Spielkarten hergestellt. Im Jahr 1820 wurde das Kartenspiel „Skat“ in der Residenzstadt Altenburg in Thüringen erfunden. Deshalb nennt man die Stadt auch gerne Skatstadt. Ich wurde in der Region geboren und hatte noch in den 1950-er Jahren in der Schule das Unterrichtsfach Skat. Gut Blatt
wajdz Am: 12.08.2023 17:20:20 Gelesen: 9118 # 13
100 Jahre Deutsche Skatkongresse · Bund MiNr 1293, 14.08.1986 Stempel 5300 BONN 1 · Erstausgabe 14.08.1986 100 Jahre Deutsche Skatkongresse / Zeichnung stilisierte Spielkarte Die Deutsche UNESCO-Kommission nahm 2016 das Skatspiel unter Federführung des Deutschen Skatverbandes e.V. in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe auf. Seit 1998 existiert als Regelwerk die Internationale Skatordnung, die vom Deutschen Skatverband mit Sitz in Altenburg zusammen mit dem Internationalen Skatverband beschlossen wurde. Erarbeitet nicht zuletzt bei den seit dem ersten vom 7.-9.08.1886 stattgefundenden ´Deutschen Skatkongreß in Altenburg und der Gründung des Deutschen Skatverbandes e.V. 1890 in Halle (Saale) Deutsche Skatkongresse fanden bis 1937 in variablen Abstanden, seit 1950 jedoch konstant alle vier Jahr in verschiedenen Städten statt. Zum 100jährigen Jubiläum tagte der XXIV. Skatkongreß am 4. Oktober 1986 in Köln. MfG Jürgen -wajdz-
wajdz Am: 29.08.2023 10:45:59 Gelesen: 8996 # 14
Luxemburger Druck- und Spielkartenmuseum Kulturhuef in Grevenmacher Luxemburg MiNr 2058, 06.12.2016 Die Dauerausstellung des Luxemburger Druck- und Spielkartenmuseum zum Thema Spielkarten führt durch die Geschichte der Spielkartenhersteller-Familie Dieudonné, die seit fünf Generationen in Grevenmacher lebte. Diese Ausstellung zeichnet die Abenteuer dieser Familie von 1754 bis 1880 nach. MfG Jürgen -wajdz- mit Dank an zockerpeppi -postcrossing-
Peter Blum Am: 24.10.2023 19:25:59 Gelesen: 8673 # 15
Hallo, hier nochmals ein Absenderfreistempel aus Altenburg: Wir machen die Karten ... spielen müssen Sie! / 04600 Altenburg / F740500 Beste Grüße Peter Blum
wajdz Am: 18.12.2023 12:52:24 Gelesen: 8227 # 16
@ Saxendreier [#12] Briefausschnitt Altenburg - Berlin DDR MiNr 1820, 23.01.1973 Mwst ALTENBURG · 12.3.8x · Werbung Skatstadt, Figuren, vier Asse MfG Jürgen -wajdz-
Nordluchs Am: 10.03.2024 09:18:14 Gelesen: 8041 # 17
Hallo zusammen, Hallo Edwin, schnell überprüft und nicht gefunden. Diese Reklame auf einem Absenderfreistempel fehlt hier noch von den Altenburger Spielkarten. Altenburg (74) - wieder mal ein Spielchen! Auch kleine Ausschnitte machen einen Haufen im Karton. Viele Grüße Hajo
Clemens M Brandstetter Am: 07.06.2024 11:26:04 Gelesen: 7817 # 18
Das Pik-Ass hatte im US-Vietnamkrieg eine besondere Bedeutung: "Von einem Spielkartenhersteller in den Vereinigten Staaten ließ man sich 10.000 Pik-Ass-Karten schicken, um sie in den umkämpften Gebieten bzw. auf den Leichen getöteter Vietnamesen zu hinterlassen. Das Pik-Ass gilt als Todeskarte und symbolisiert insbesondere Aggressivität, drohendes Unglück und Tod" [1] - thematisiert auch in meiner Phila-Trilogie "Agent Orange - wir bomben Vietnam zurück in die Steinzeit" [2] - der dargestellte Briefmarken-Block ist aus einer Edition der Österreichischen Post. [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Tiger_Force [2] https://www.exponate-online.de/e_exponat.asp?a=1&e=155
wajdz Am: 14.06.2024 22:46:36 Gelesen: 7718 # 19
@ epem7081 [#1] Hier mit dem passenden Sonderstempel Deutsche Spielkarten ETB mit Ersttags-Sonderstempel DDR MiNr 1228- 1301, 18.07.1967 Sonderstempel BERLIN 102 · DEUTSCHE SPIELKARTEN · 18.-7.67; Zeichnung Herz, Schelle, Eichel, Grün MfG Jürgen -wajdz-
Bendix Gruenlich Am: 06.07.2024 10:54:46 Gelesen: 7609 # 20
Im Beitrag [#18] wird eine Briefmarke gezeigt, die eine Spielkarte der österreichischen Traditionsfirma Piatnik zeigt. Es handelt sich um ein Pik As. In so manchem Kartenspiel stellt das die höchste Karte dar, z.B. bei Poker. Österreich und Kartenspielen, da hätte ich - zugegebenermaßen als Piefke, also Kulturfremder - nicht zwangsläufig zuerst an die teilweise geschmacklose Entgleisung amerikanischer Soldaten während des Vietnamkriegs gedacht. Übrigens sind die Amerikaner nicht die einzigen, die Kartensymbole als Zeichen oder Abzeichen benutzt habe. Ich glaube, ein paar deutsche Fliegergeschwader haben sich diese auf die Maschinen gemalt. Krieg ist eben Glücksspiel, Soldaten verroht und mangels Zivilleben eben besonders den Gefahren des Kartenspiels ausgesetzt. Soldatsein heißt, dass es morgen schicksalhaft vorbei sein kann, dass das Überleben ein Glücksspiel ist und daher Parallelen zum Hasardspiel auf der Hand liegen. Nun, auf alle Fälle haben wir jetzt in diesem Thema einen link zu einem schön einseitigen Exponat, in dem es weder um die Kunst oder Faszination des Kartenspiels, nicht um den Ausgabeanlass, noch um die Gestaltung der Marke geht und noch nicht einmal auch nicht um „Agent Orange“, sondern um eine einseitige pro kommunistisch-vietnamesische Darstellung vieler Aspekte des Vietnamkriegs. Amerikaner lügen, morden, sind ausbeuterisch (Zitate) usw. usw., tapfere Vietnamesen sind einig und stark, wehren sich aufrecht, mutig (Zitate) usw. usw. dagegen. Übrigens immer mit aus Moskau oder Peking gelieferten Waffen. Das zieht sich wie ein roter (!) Faden durch die politisierten Exponate von H. Brandstetter (…ist jetzt das dritte Mal, dass ich das sehe…). Tut mir Leid, das ist für mich einseitig präsentiert und unschuldige Briefmarken werden teilweise bizarr als Stichwortgeber missbraucht (Beispiel: im Exponat wird eine 1 Mio. Mark Korbdeckelausgabe des Deutschen Reichs von 1923 gezeigt, das führt zum Stichwort 1 Mio. Kriegstote im Vietnamkrieg in den 1960-ern). Ist das also ein Exponat oder ein Pamphlet? Der geschmacklose Kartenbrauch nimmt übrigens genau eine Zeile in einem 36 A4-Seiten umfassenden „Exponat“ ein. Dafür gibt es jede Menge vietnamesische Propagandamarken, deren Botschaft meist übernommen oder kurz sprachlich verstärkt wird. Kann man machen, wenn einem das gefällt (schließlich kommt man für seine Meinung in der freien Welt nicht ins Lager, das ist in China, Russland oder Vietnam übrigens anders, lese ich in der Presse). Aber vielleicht macht man mal ein eigenes Thema dazu auf, wenn es denn partout sein muss, und die Redaktion das zulässt. Zum Vietnamkrieg als Thema gibt es thematisch im Forum bisher nichts. Stattdessen wird das hier unter einen harmlosen Beitrag gestreut und Kartenspielinteressierten unter die Nase gerieben. Mir gefällt das nicht (weder das „Exponat“, noch dessen Einseitigkeit, noch dessen Platzierung). Es ärgert mich, unter falscher Überschrift Propaganda unter die Nase gerieben zu bekommen. Das zwingt mich das hier anzusprechen und zu entlarven. Eigentlich schade für die ausgespielte Briefmarke. Sie hätte meiner Meinung nach eine andere Würdigung verdient. Ich will das mal versuchen. Piatnik das ist ein österreichischer Traditionskartenhersteller. Wer in einem Schreibwarengeschäft, einer Tabaktrafik oder einem Andenkenladen in Österreich Kartenspielen begegnet, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auf ein Piatnik-Spiel treffen. Mir ist das so geschehen und als Grafikfreund und gelegentlicher Kartenspieler sind die mir natürlich ins Auge gefallen. Und wirklich befinden sich bei mir als rheinischem Piefke in meiner Kartenspiellade tatsächlich zwei Sets von Piatnik. Warum soll man sich nicht in einem Kaffeehaus oder einer Wirtschaft mit Freunden und Bekannten treffen und ein Turnier austragen? Die Kartenspieltradition in Österreich ist groß. Mir fallen da Spiele wie Schnaps, Préférence, Rumy/Rommé, Doppelkopf oder sogar das deutsche Skatspiel ein. Zocker mögen Mauscheln/Polnische Bank oder Bakkarat bevorzugen. Apropos Bakkarat - kürzlich im Urlaub hatte ich einen Band deutschsprachiger Erzählungen dabei. Dort war ein Werk von Arthur Schnitzler, bekannter österreichischer Autor, mit dem Titel „Spiel im Morgengrauen“ enthalten. Dort wird Bakkarat gespielt. In dieser faszinierend erzählten Fin de Siècle-Novelle (die in Wien und dem nahen Baden spielt), werden die im Beitrag [#11] genannten Gefahren in aller Tiefe für den Leser erfahrbar. Tod und Eros (Pik As) und die zerstörerische Kraft des Glückspieles sind die Themen dieses Werks. Also, mehr Österreich und Kartenspiel geht kaum. Und natürlich würde ich mich über Post mit der Pik As-Marke drauf freuen und mir wünschen, sie würde eine Einladung zu einer Kartenpartie mit alten Freunden enthalten (allerdings wäre das wohl vollkommen überfrankiert, denn ich habe einen Nennwert von EUR 4,50 gesehen und Kartenspieleinladungen erreichen einen in der Regel nicht per Einschreiben. Auch dachte ich, die österreichische Post würde nach ihrem Mordversuch in 2023 an der Briefmarke für Prioritäts- / Einschreibbriefen mit Auslandsdestination aufhören, solche Höchstwerte herzustellen). So, dann hätte ich also das Pik As der österreichischen Post gekapert oder es - so meine Sicht der Dinge - rehabilitiert. Aber keine Sorge, mein nächster Beitrag in diesem Thema wird mit etwas eigenem zum Thema in Kürze folgen. Sollte es mir jedoch entgangen sein, dass es Brauch wäre, deutschen Touristen eine Piatnik-Karte in die Hand zu drücken, wenn sie auf österreichischem Boden während ihrer Reise sterben, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis, damit wir das hier hinterlegen können.
filunski Am: 06.07.2024 12:26:22 Gelesen: 7594 # 21
@ Bendix Gruenlich [#20] Hallo Bendix, vielen Dank für deinen Beitrag und vor allem die klaren Worte zu dem Verschwörungstheoretiker Brandstetter. Welche Kreise das inzwischen hier im Forum zieht und was für abstruse Dinge dieser Mensch von sich gibt, wurde mir (leider) jetzt erst klar, nachdem ich in einem anderen Thread (Motiv Flugzeuge) mit ihm eine ähnliche Erfahrung gemacht habe, wie du bei den Spielkarten. Bei meiner weiteren kritischen Durchsicht seiner Beiträge bin ich jetzt hier gelandet und habe sehr erfreut deinen Beitrag dazu gelesen. Nun hat natürlich Richard die Möglichkeit die Brandstetter Beiträge aufs "Abstellgleis", Themen außerhalb der Philatelie, zu schieben. Ob das hilft weiß ich nicht, aber m.E. sollte man den Herrn Brandstetter lieber gleich ganz fürs Forum sperren. Für seine Verschwörungstheorien und sonstige eingefärbte, einseitige Berichterstattung gibt es im World wide web genug andere "Wiesen" wo er sich mit Gleichgesinnten tummeln kann. Die Philaseiten und das Forum sollten ihm keine weitere Bühne bieten. Viele Grüße, Peter
Bendix Gruenlich Am: 22.08.2024 20:55:49 Gelesen: 7411 # 22
Letztens hatten wir ein paar Beiträge um das Pik As. Für meinen Geschmack wird dieser Karte ja zu viel Bedeutung beigemessen. Ich finde die Bilder (König, Dame, Bube) bieten grafisch einfach mehr. Und was war nochmal Trumpf? Genau: Herz – denn das sage ich heute mal an. Dann komm ich mal raus. Herz-Dame - Grußmarke der USA von 2009 – Mi-Nr. 4499 Nachdem im Beitrag von H. Brandstetter wie üblich eine amerikakritische Position eingenommen wurde, habe ich direkt mal in meine USA-Sammlung reingeschaut und bewusst nach einem Kartenspielmotiv gesucht. Das war gar nicht so einfach, aber immerhin ein Exemplar habe ich gefunden. Mich überraschen die USA immer wieder, und zwar als Land der Extreme. Auf der eine Seite sind die vom Puritanismus geprägt, es ist schwierig, mal ein moralgrenzwertiges Briefmarkenmotiv zu finden. Glückspiele sind zwar in der Bibel nicht verboten, gelten aber unter sittenstrengen Puritanern (und diese Prägung meine ich bis heute in der US-Kultur wahrnehmen zu können) als verworfen. Auf der anderen Seite werden Orte der Sünde wie Las Vegas oder Atlantic City in den Medien glorifiziert: Kaum ein Western, wo in der örtlichen Gaststätte (Saloon) nicht kartengespielt wird – natürlich um Geld. Geld hat in den USA eine noch höhere Bedeutung hat als in Deutschland - wir sind geizig und horten gerne im Geheimen, die Amerikaner sind gierig und lassen Geld auch gerne zirkulieren. Auch ist in den USA Geldbesitz keine Schande, sondern ein für Gesellschaft sichtbarer Beweis des Erfolgs und der eigenen Überlegenheit und von daher sozial wesentlich. Amerikanische Investoren betreiben übrigens garantiert kein Glückspiel - die Idee mit Glücksspiel reich zu werden, ist eine Phantasie der Unter- und Mittelklasse, von der die Glückspielindustrie prima lebt, möchte ich als kühler Kaufmann mal anmerken. Aber lassen wir das bei Seite, was man den Anglo-Amerikanern sicher vorwerfen kann, ist dass sie wahnsinnig erfolgreich in Fragen der Unterhaltungsindustrie sind (man könnte auch sagen, geradezu imperialistisch – das könnt ihr gerne einmal prüfen, das TV anmachen und die US und UK-Produktionen zählen). Osama bin Laden soll von dieser Kulturhegemonie so genervt gewesen sein, dass er die USA auf die Anschlagsliste gesetzt hat. Dann komme ich auch noch einmal auf die mannigfaltigen Gefahren des Kartenspiels zurück (Beitrag [#11] . Wie ich alle diese Aspekte jetzt verbinde? Dann passt mal auf: USA 1965 – der Film „Cincinatti-Kid“ wird gedreht. Um was geht’s? Talentierter Nachwuchspokerspieler (Steve Mcqueen) treibt sich in New Orleans herum. Dort trifft auch der amtierende Großmeister (Edward G. Robinson) ein. Zu Beginn des Films lernen wir beide Charaktere kennen, nach 60 Minuten kommt es zum Duell in einer dramatischen Kartenspielrunde, die ca. 45 Minuten dauert. Alle, wirklich alle genannten Gefahren, die die Faszination des Kartenspiels ausmachen, sind in diesem Film zu besichtigen. Als leibhaftige Versuchung (Kreuzdame) kann man Ann Margret begegnen, aber auch die Herzdame (liebevoll und unterstützend) in Gestalt der anfangzwanzigjährigen Tuesday Weld ist vertreten. Das auf dem Tisch gestapelte Geld beim Dreh, war übrigens echt. Vielleicht schaut ihr mal rein a) in Eure USA-Sammlung oder b) den Film. Wer in den Film reinguckt, sollte auf die Szene achten, wo sich die Protagonisten auf ihr Duell vorbereiten (sorgsam, geordnet, diszipliniert, ihr Handwerkszeug packend). Ich werde das Morgen selbst genau so tun, denn ich treffe am Wochenende Freunde zum Zocken und gedenke mich, bis der Hahn kräht, mannhaft den genannten Gefahren zu stellen (und stimme mich mit diesem Artikel darauf ein). Dann habe ich zum Schluss noch einen Medienhinweis: der Sender Arte kündigt die Dokumentation „Ass im Ärmel – Faszination Kartenspiel“ für den 29.08.24 an. U.a. - so der Programmhinweis - wird wohl ein Besuch der Produktion in Tournhout (Museum von des Speelkart) der Fa. Cartamundi gezeigt.
wajdz Am: 26.08.2024 00:30:43 Gelesen: 7309 # 23
@ Bendix Gruenlich [#22] Als optische Ergänzung zu Deinem Beitrag Thema Liebe: Herzkönig USA MiNr 4498, 08.05.2009 Auf jeden Fall eine gelungene Grafik MfG Jürgen -wajdz-
wajdz Am: 15.09.2024 19:11:41 Gelesen: 7074 # 24
@ wajdz [#23] Könige ohne Hofpersonal geht gar nicht. Deshalb hier erst mal ein Pik-Bube Historische Spielkarten (5 Werte) Tschechoslowakei MiNr 2775, 28.08.1984 Spielkarte Grün-Unter (16. Jh.) · Pik-Bube MfG Jürgen -wajdz-
wajdz Am: 09.03.2025 14:02:37 Gelesen: 6525 # 25
@ wajdz [#13] Der alle 4 Jahre stattfindende Deutsche Skatkongreß ist das höchste Organ des Deutschen Skatverbandes e.V. Dazu nun den Sonderstempel „100 Jahre Skatkongreß“ · Bund MiNr 1293, 14.08.1986 5000 KÖLN 15 · -5.10.1986 · Zeichnung und Text Bei ernsthaftem Skatspiel sollte man natürlich nicht über Gott und die Welt schwatzen, aber das „Sprücheklopfen“ gehört wohl dazu. Hier eine Auswahl https://www.skatstube.de/forum/diskussionen/385-lieblings-skatspruch/kommentare MfG Jürgen -wajdz-
GSFreak Am: 07.09.2025 14:01:43 Gelesen: 4973 # 26
Hallo zusammen, hier eine Ak aus Altenburg. Die 8 Rpf. "Friedrich Ebert" ist entwertet mit einem Maschinenstempel ALTENBURG / (THÜRING) vom 25.11.1931. Der Werbeeinsatz beinhaltet "ALTENBURG / die / Skatstadt " und links daneben einen "König", der vier Spielkarten hochhält. Beste Grüße Ulrich
zonen-andy Am: 07.05.2026 10:05:08 Gelesen: 2425 # 27
Hallo, von der Skatstadt Altenburg kann ich auch einen Stempel beitragen. Grüße Andreas
Nachtreter Am: 07.05.2026 17:16:33 Gelesen: 2392 # 28
@ epem7081 [#9] Das Spielkartenmuseum Leinfelden-Echterdingen soll Ende 2026 abgewickelt werden: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.spielkartenmuseum-l-e-die-letzte-ausstellung-vor-der-schliessung-um-was-geht-s.ebc1b4dd-dfaf-48e8-9b24-9b1f43aba473.html Für alle Interessierten also nochmals die Möglichkeit eines Besuches?! Viele Grüße Nachtreter
johanneshoffner Am: 09.05.2026 12:14:37 Gelesen: 2250 # 29
Im Jahr 2016 gab es in der Schweiz einen Block mit dem Thema Jass. Im Jahr 2025 wurde das Thema nochmals aufgegriffen. Zur 1000 sten Ausstrahlung der Sendung Samstig Jass wurde nochmals ein Kleinbogen herausgegeben. Die Beschreibung lautet: „Samschtig-Jass» wurde 1967 von Kurt Felix als erstes interaktives Fernsehformat in der Schweiz erfunden. Die Sendung zeigt Differenzler-Jassrunden, die sowohl in urchigen Restaurants als auch in aussergewöhnlichen Locations ausgetragen werden. Für die Unterhaltung und Stimmung zwischen den drei Spielrunden sorgen musikalische Beiträge. Am 4. Januar 2025 strahlte SRF1 die 1000. Sendung aus. Zur Feier dieses Ereignisses wurden, passend zur Erstausstrahlung 1967, 1967 Exemplare des Kleinbogens «Schweizer Jass» aus dem Jahr 2018 überdruckt. Die limitierte Sonderausgabe kostet in Anlehnung an die 1000. Sendung 1000 Rappen. Der eigentliche Taxwert des Kleinbogens beträgt 8 Franken. Den zusätzlichen Erlös von 2 Franken pro Bogen spendet die Schweizerische Post an das Schweizerische Rote Kreuz.“ Zum Vergleich der Block aus dem Jahr 2018 mit einer Auflage von 1,8 Millionen Z.-Nr. 1698-1701
Eine genaue Untersuchung ergab nun:

                  Block 2018                                                    
                  Block 2025
Rahmen	          Rahmenmuster, rechts Schweizer Kreuz mit Inschrift:           Ohne Rahmen       Schweizer Jass                                                Inschrift in Gold: Jass Suisse
                  Die Schweizerische Post gratuliert zur 1000sten Sendung
                  Jass svizzero                                                 Logo des Samschtig Jass: Jass svizzer	
Barcode	          764077091055	      
                  76640219239421
Bestellnummer	  547732	                                          
                  549805 
 

Die Aussage, dass alte Blöcke überdruckt wurden, ist also falsch. Im zweiten Schritt wurden nun die Marken untersucht: Auf den ersten Blick sehen die Blockmarken identisch aus. Unter einer guten mit 8 Lupe mit 8-facher Vergrösserung sieht man folgende Unterschiede: Bei den Marken 2025 sind die Rasterpunkte rechtwinklig angeordnet und um 30 ° gedreht Bei den Marken 2018 sind die Rasterpunkte unregelmässig verteilt. An einigen Ausschnitten der Marken werden die Unterschiede deutlich. Block 2018 Block 2025 Eichel König Schelle Under Kreuz König Herz Dame Vergrössungen eines Scans mit 1200 dpi, damit die Ausrichtung der Rasterfelder besser zu sehen ist, wurden 4 schwarze Hilfslinien eingefügt, die senkrecht aufeinander stehen. Auch lose Marken der beiden Blöcke sind somit eindeutig zu unterscheiden. Somit stimmt die Bewerbung durch die Post nicht: - Es wurden keine Bogen von 2018 überdruckt. - Es wurden neue Bogen hergestellt Es stellen sich nun für die Sammler folgende Fragen: - Geben die Katalogverantwortlichen neue Katalognummern oder Unternummern? - Handeln die drei Kataloghersteller Zumstein, SBK, Michel einheitlich? - Macht es Sinn, dass jede moderne Schweizer Marke nun drei verschiedene Katalognummern erhält? Die Preise auf diversen Internet Plattformen variieren täglich. Ich bin gespannt, wo sie sich einpendeln werden. Bedarfsbelege dieser Marken werden sich wohl nicht finden. Ich danke Stefan Sägesser für die Vorlage der Marken

Angelika Am: 26.05.2026 09:16:14 Gelesen: 1160 # 30
Hallo, die Firma Bauer aus Gelsenkirchen hat eine Spielkarte im Klischee. Viele Grüße Angelika
epem7081 Am: 27.05.2026 12:16:22 Gelesen: 1047 # 31
@ Angelika [#30] Hallo Angelika, mit den Assen der vier Spielfarben zeigt sich im AFS Frankit 3D1400C684 vom 13.8.2024 hier ASS Forderungsmanagement & Inkassodienst. Ob sich dabei wohl immer eine fröhliche Spielrunde trifft? Mit freundlichen Grüßen Edwin