Deutsche Inflation pro Jahr aus den letzten 21 Jahren (Quelle: http://www.ariva.de/inflation )
Thema:
Deutsche Post: Briefporto 2025
Am: 09.04.2023 09:09:25
Gelesen: 20133
# 1
Die Deutsche Post spricht offenbar mit der Bundesnetzagentur über eine vorzeitige Portoerhöhung.
briefmarken.de (tb) - Wie die „Frankfurter Allgemeine“ berichtete, gab es bereits einen Austausch auf Arbeitsebene. Dort finden gewöhnlich auch vor regulären Portorunden die Sondierungen statt, bevor die Deutsche Post den offiziellen Antrag stellt.
Aktuell darf sie zwar kein neues Entgelttableau einreichen, da die Regulierungsbehörde die aktuellen Portosätze bis Ende 2024 festgeschrieben hat. Die Deutsche Post könnte aber beantragen, das mit der Portoerhöhung vom 1. Januar 2022 abgeschlossene Verfahren wiederaufzunehmen und dies mit der aktuellen Inflationsrate begründen. Im Bescheid von 2021 schreibt die Bundesnetzagentur nämlich von einer durchschnittlichen Geldentwertung von einem Prozent pro Jahr, ein Wert, der momentan stark überschritten wird. Unter solchen Umständen ist die Wiederaufnahme eines Verfahrens rechtlich jederzeit möglich. Des Weiteren wäre als Begründung ein Tarifabschluss mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi möglich, die 15 Prozent mehr Gehalt fordert.
In Eigenregie könnte die Deutsche Post die Porti für Großkunden anheben. Für diese gilt die Regulierung nämlich nicht. Stattdessen handelt die Post die Entgelte mit ihren Kunden frei aus. Die Bundesnetzagentur kann nur bei einem Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung eingreifen. Etwa 85 Prozent der Tagespost entfallen auf Einlieferungen der Großkunden. Die regulierten Entgelte mit den 85 Cent für den Inlands-Standardbrief als Basisleistung gelten allein für in Briefkästen eingeworfene und am Postschalter aufgegebene Sendungen.
Deutsche Inflation pro Jahr aus den letzten 21 Jahren (Quelle: http://www.ariva.de/inflation )
Deutsche Inflation pro Jahr aus den letzten 21 Jahren (Quelle: http://www.ariva.de/inflation )
Am: 15.05.2023 22:28:13
Gelesen: 19980
# 2
Deutsche Post AG: Portoerhöhung ab 01.01.2024 ?
Aktuelle Meldung einer großen und renommierten Tageszeitung von heute Abend:
"Briefe könnten schon Anfang 2024 teurer werden. Die Deutsche Post will das Porto ein Jahr früher als geplant nach oben schrauben und peilt dabei für den Standardbrief eine Erhöhung von 85 in Richtung 95 Cent an. Auch die Preise für die meisten anderen Briefprodukte sollen steigen. Wie aus Branchenkreisen verlautete, soll in Kürze ein entsprechender Antrag bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Weil die Post kaum Konkurrenz hat, braucht sie für Preisänderungen eine Genehmigung der Bonner Marktaufsicht."
[Redaktionell in das bereits bestehende Thema verschoben]
Am: 07.08.2023 12:14:08
Gelesen: 19689
# 3
@ Richard [#1]
Antrag abgelehnt.
https://www.paketda.de/news-briefporto-2025.html
Viele Grüße
Nachtreter
Am: 07.08.2023 12:28:37
Gelesen: 19678
# 4
@ Nachtreter [#3]
Die Deutsche Post hat auch schon mit einer Pressemitteilung reagiert unter der nicht überraschenden Überschrift " Deutsche Post hält Entscheidung der Bundesnetzagentur gegen Neuaufnahme des Porto-Verfahrens für falsch" [1]
Schöne Grüße
Franz-Josef
[1] https://www.dpdhl.com/content/dam/dpdhl/de/media-relations/press-releases/2023/pm-ablehnung-antrag-price-cap-07082023.pdf
Am: 07.08.2023 14:19:28
Gelesen: 19617
# 5
Hier der komplette Text mit Begründung der Bundesnetzagentur:
Bundesnetzagentur lehnt Antrag auf vorzeitige Portoerhöhung der Deutschen Post AG ab / Präsident Müller: „Keine Steigerung der Stückkosten bei Briefen nachgewiesen“
Bundesnetzagentur.de (07.08.2023) - Die Bundesnetzagentur hat heute den Antrag der Deutschen Post AG auf vorzeitige Erhöhung des Portos für Briefe abgelehnt.
„"Die Post konnte die Steigerung der Stückkosten im Briefbereich nicht hinreichend nachweisen. Wir sehen das herausfordernde Umfeld im Brief- und Paketgeschäft, aber nach den vorgelegten Daten reichen die Briefpreise aus, um die Stückkosten zu decken. Im regulierten Briefbereich wird ein Gewinn erwirtschaftet,"“ sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.
Gründe für die Ablehnung
Es war die Aufgabe der Bundesnetzagentur zu überprüfen, ob es im Vergleich zur Prognose der Post im letzten Maßgrößenverfahren 2021 zu signifikanten Steigerungen der Stückkosten gekommen ist oder kommen wird und deshalb eine vorzeitige Möglichkeit zur Anhebung des Portos gewährt werden muss.
Die Post konnte anhand ihrer vorgelegten Daten nicht nachweisen, dass reduzierte Sendungsmengen zu Kostensteigerungen je Briefsendung geführt hätten. Die durchschnittlichen Stückkosten liegen sogar leicht unter der Prognose im Maßgrößenverfahren 2021.
Die von der Post angeführte höhere Inflation führt auch nicht dazu, dass eine Anpassung des Portos erforderlich wäre. Die Entwicklung der allgemeinen Inflation wirkt sich auf die relevanten Kosten im Briefbereich nicht signifikant aus.
Aus der von der Post angeführten Steigerung der Tariflöhne folgt ebenfalls nicht, dass das Briefporto anzupassen wäre. Dieser Kostensteigerung stehen nach den Zahlen, die die Post vorgelegt hat, kostensenkende Faktoren gegenüber.
Die Briefporti sind nicht für Herausforderungen in anderen Geschäftsbereichen nutzbar. Rund 85 Prozent des Umsatzes entfallen auf andere Segmente wie z.B. Pakete und Geschäftspost. Dort anfallende Kostensteigerungen müssen in diesen Segmenten über die Preise an Kunden weitergegeben werden.
Antrag der Post
Die Deutsche Post hatte im Mai 2023 einen Antrag auf Anhebung des Briefportos gestellt. Die Bundesnetzagentur hatte zu prüfen, ob vorzeitig ein neues Maßgrößenverfahren einzuleiten und ein Widerruf der Maßgrößenentscheidung aus dem Jahr 2021 erforderlich ist.
Im letzten Verfahren hatte die Bundesnetzagentur der Post 2021 einen Spielraum von 4,6 Prozent für eine Preiserhöhung von Briefsendungen genehmigt. Das derzeitige Porto gilt seit Anfang 2022. Damals erhöhte sich der Inlandsstandardbrief von 80 auf 85 Cent. Das derzeitige Porto für Briefe gilt bis Ende 2024.
Hintergrundinformation
Die Bundesnetzagentur genehmigt der Deutschen Post AG die Entgelte von Briefprodukten für Privatkunden. Die Bundesnetzagentur definiert dafür in einem sogenannten Maßgrößenverfahren einen Preisanpassungsspielraum. Dies erfolgt in der Regel alle drei Jahre. Der Erhöhungsspielraum wird unter anderem bestimmt durch Prognosen zur Inflationsrate, zur Kostenentwicklung der Price-Cap-Produkte und zur Entwicklung von Sendungsmengen bei Briefen. Es liegt dann im unternehmerischen Ermessen der Post, wie ein Preiserhöhungsspielraum auf die unterschiedlichen Leistungen verteilt wird.
Am: 09.08.2023 09:21:58
Gelesen: 19449
# 6
Deutsche Post hält Entscheidung der Bundesnetzagentur gegen Neuaufnahme des Porto-Verfahrens für falsch
(Bonn-DHL 7.8.23/pcp) - Die Deutsche Post kritisiert die heutige Entscheidung der Bundesnetzagentur, den Antrag auf Wiederaufnahme des sog. „Price-Cap“-Maßgrößenverfahrens abzulehnen. Das Unternehmen hatte den Antrag gestellt, weil die aktuelle Mengen-, Umsatz- und Kostenentwicklung deutlich von den Prognosen abweicht, die der noch bis Ende 2024 gültigen Price-Cap-Maßgrößenentscheidung der Bundesnetzagentur aus dem Jahr 2021 zugrunde liegen. So hatte die Behörde z. B. unterstellt, dass die Inflation im Jahr 2022 bei 2,0 Prozent und im Jahr 2023 bei 1,7 Prozent liegen werde. Tatsächlich lag sie 2022 bei 6,9 Prozent und bis Juli 2023 bei 7,2 Prozent. Auch die Briefmenge im ersten Halbjahr 2023 liegt deutlich unter und die Personalkostensteigerung infolge der jüngsten Lohnerhöhungen für Tarifkräfte und Beamte über den Prognosen der Behörde. Vor diesem Hintergrund ist der Preiserhöhungsspielraum von 1,5 Prozent p.a. für die Jahre 2022 bis 2024, den die Bundesnetzagentur der Deutschen Post zugestanden hatte, unangemessen niedrig und unzureichend.
Die verwaltungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Verfahrens liegen eindeutig vor. Dass die Behörde die in diesem Umfang nie dagewesenen Prognoseabweichungen nicht korrigiert und die reale wirtschaftliche Entwicklung ignoriert, ist nicht nachvollziehbar. Das Vorgehen gefährdet die qualitativ hochwertige, flächendeckende postalische Versorgung in Deutschland.
Die drastisch gestiegenen Kosten durch Inflation, höhere Energiepreise und den Tarifabschluss für die Jahre 2023/2024 sowie die stark abnehmenden Briefmengen bewirken einen starken Anstieg der Stückkosten, sodass eine vorzeitige Porto-Festsetzung erforderlich ist. Außerdem möchte das Unternehmen weiterhin signifikant in die Dekarbonisierung der flächendeckenden Post- und Paketzustellung investieren. Das ist unter den nun absehbaren Rahmenbedingungen nicht mehr möglich.
Wie bei der Vorstellung der Geschäftszahlen vergangene Woche erläutert, hat der Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland im ersten Halbjahr Rückgänge bei den Briefvolumina von 6,4 Prozent verzeichnet, der Gewinn brach um 56,3 Prozent ein. Aufgrund der schwachen Ertragssituation hat Post & Paket Deutschland seine Investitionen im ersten Halbjahr bereits um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesenkt. Da die Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Folge hat, dass die Deutsche Post im nächsten Jahr das Porto nicht erhöhen darf, wird das Unternehmen auch 2024 die erforderlichen Investitionen in Nachhaltigkeit nicht stemmen können. Dadurch wird der Umbau in Richtung eines klimaneutralen postalischen Universaldienstes massiv verlangsamt.
Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland bei der DHL Group: „Wir halten die Entscheidung der Bundesnetzagentur für falsch. Der Kostendruck im Briefbereich – unter dem auch unsere Wettbewerber leiden – wird verschärft und die in den Jahren 2023 und 2024 geplanten Investitionen in eine klimaneutrale Universaldiensterbringung werden unmöglich gemacht. Wir haben gegenüber der Behörde im Detail die im Vergleich zu den ursprünglichen Prognosen erheblich gestiegenen Kosten nachgewiesen – auch wenn die massiven Abweichungen bei den Inflationsannahmen offenkundig sind. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Price-Cap-Maßgrößenentscheidung sind aus unserer Sicht klar gegeben.“
Nach der Ablehnung des Antrags durch die Bundesnetzagentur kann die Deutsche Post die signifikant gestiegenen Kosten erst im Verfahren 2024 für die Entgelte ab 1.1.2025 geltend machen. Die Deutsche Post prüft jetzt, wie sie den Effekt der Kostensteigerungen durch Kostensenkungen abmildern kann.
Am: 22.08.2023 09:17:15
Gelesen: 19294
# 7
Hallo an alle,
die Bundesnetzagentur hat ja bezüglich der Ablehnung des Antrags der Post auch eine eigene Presseerklärung herausgegeben. In dieser Presseerklärung hat die Bundesnetzagentur unter anderen erklärt, das nur die Preise für die Privatkunden stark gestiegen wären, aber nicht die für die Geschäftskunden.
Ich habe nun dieser Tage in einem Artikel der Wirtschaftswoche 34 über die Privatpostfirma DVS, die die Deutsche Post laut diesem Artikel wegen eines Punktes verklagt, eine sehr interessante Grafik gefunden, die ich hier als Bildschirmfotoausschnitt aus diesem Artikel von Seite 53 zeigen möchte:
Nach dieser Grafik (Quelle scheinbar die Recherchen der Autoren der Wirtschaftswoche) sieht man, das der Briefpreis für die Firmenkunden so gut wie nicht gestiegen ist. Würde man hier nur die Rabatte um ein Prozent reduzieren, würde man circa 66 Millionen Mehreinnahmen haben.
Die Privatkunden, die hier in den letzten Jahren kräftig mehr zahlen mussten, machen nach diesem Artikel nur circa 15 Prozent des Postvolumens aus. 85 Prozent des Postvolumens generieren derzeit noch die Großkunden, speziell davon circa 500 ganz große Kunden. Wenn diese eines Tages plötzlich alles nur noch per Email abwickeln sollten, dann dürfte das Postvolumen drastisch sinken.
Soweit eine Ergänzungen zu der Ablehnung der Bundesnetzagentur.
Viele Grüße Jürgen
Nach dieser Grafik (Quelle scheinbar die Recherchen der Autoren der Wirtschaftswoche) sieht man, das der Briefpreis für die Firmenkunden so gut wie nicht gestiegen ist. Würde man hier nur die Rabatte um ein Prozent reduzieren, würde man circa 66 Millionen Mehreinnahmen haben.
Die Privatkunden, die hier in den letzten Jahren kräftig mehr zahlen mussten, machen nach diesem Artikel nur circa 15 Prozent des Postvolumens aus. 85 Prozent des Postvolumens generieren derzeit noch die Großkunden, speziell davon circa 500 ganz große Kunden. Wenn diese eines Tages plötzlich alles nur noch per Email abwickeln sollten, dann dürfte das Postvolumen drastisch sinken.
Soweit eine Ergänzungen zu der Ablehnung der Bundesnetzagentur.
Viele Grüße Jürgen
Am: 22.08.2023 14:00:33
Gelesen: 19222
# 8
@ Journalist [#7]
Leider vergleicht diese Grafik Äpfel mit Birnen. Es werden die Portosätze für Standardbriefe mit denen für Dialogpost verglichen. Natürlich bekommen Großkunden auch auf Standardbriefe Rabatte, aber diese fallen nicht so extrem aus.
Auch sind die Steigerungen für die anderen Briefprodukte nicht so dramatisch, z.B. Großbrief von 1,45 auf 1,60 EUR (ca. 10 Prozent, und damit unter der allgemeinen Preissteigerungsrate)
Für Dialogpost gelten andere Spielregeln, so wird nicht E+1 garantiert.
Ich habe den Wirtschaftswocheartikel vorliegen, und er ist nicht gerade "post-freundlich". Natürlich braucht es da eine Statistik, die die Aussage untermauert. Man muss aber in die Statistik alle Postprodukte mit einbeziehen, und nicht das teuerste Produkt für den Privatverbraucher mit dem billigsten für Großkunden vergleichen.
Am: 22.08.2023 15:58:48
Gelesen: 19182
# 9
@ drmoeller_neuss [#8]
" Leider vergleicht diese Grafik Äpfel mit Birnen"
Dann lass uns bei den Äpfeln bleiben.
Je nach Vorleistung und Stückzahl gibt die Deutsche Post für Standardbriefe einen Rabatt von bis zu 47 Prozent. Das sind bei einem Briefporto von 85 Cent 40 Cent. Das bedeutet, dass echte „Großkunden“ 45 Cent für einen Standardbrief zahlen. Die Quelle dafür ist nicht eine „nicht gerade post-freundliche“ Zeitung, sondern die Deutsche Post selbst [1]:
Schöne Grüße
Franz-Josef
[1] https://www.deutschepost.de/de/b/brief_postkarte/teilleistungen_brief.html
Schöne Grüße
Franz-Josef
[1] https://www.deutschepost.de/de/b/brief_postkarte/teilleistungen_brief.html
Am: 22.08.2023 16:18:02
Gelesen: 19165
# 10
@ drmoeller_neuss [#8] als Replik auf
@ Journalist [#7]
Ihr versucht, die Preispolitik der Post AG in besserem Licht erscheinen zu lassen geht aber auch völlig nach hinten los:
Unstreitig sind die Postgebühren für die typischen Sendungen von Privatpersonsn - Oma Lisbeths (Standard-)Brief an ihre Enkelin, Hannas Ansichtskarte an ihre Freundin in Bremen und der Auslands-Standardbrief an die Verwandten in den USA - weit überproportional verteuert worden. Dahingehend sind die massenhaft unerwünscht die Briefkästen verstopfenden "Info-" und "Dialog-"post-Papiermüllsendungen heute nicht wesentlich teurer als vor 10 und mehr Jahren. Und, oh Wunder! auch die einzige Portostufe die überproportional von gewerblichen und staatlichen Versendern und vergleichsweise wenig von Privatpersonen genutzt wird, nämlich der Großbrief, ist von 2003 bis 2023 - über 20 Jahre also - um läppische 4,57 % teurer geworden. Der Standardbief dagegen von 56 c auf 85 c, also um sagenhafte 51,8 %!
Insgesamt ergibt sich das hässliche Bild dass die Post AG ihre Gewinne da (und fast ausschließlich da) rafft, wo Kunden machtlos und ohne echte Alternative sind - und mit geeigneten Buchungstricks die eher umkämpften Produkte daraus auch noch subventioniert.
Am: 22.08.2023 16:37:07
Gelesen: 19153
# 11
@ Araneus [#9]
Wobei natürlich diese Vorleistungen, die zum Rabatt führen, für den Einlieferer gewisse "Kosten" bedeuten, d.h. die 47% Rabatt gibt es nicht "für umsonst".
Wobei ich hier in diesem Fall nicht eine Pro-Postposition einnehmen will.
Selbst wenn, bzw. falls, der private Standardbriefversand zwischenzeitlich "zu teuer" geworden sein sollte, muss hier (wie bei jeder anderen Unternehmung auch) eine Mischkalkulation durchgeführt werden, nicht nur zwischen verschiedenen "Bereichen", sondern auch innerhalb eines "Bereichs", wie den "Standardbriefversand". Ein zu tief runtergebrochenes Kostenstellenrechnen macht absolut keinen sinnvollen Sinn.
Zumal der "Standardbriefbereich" immer noch auch die Funktion eines "Door Openers" hat und was ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist, vereinfacht gesagt, die Post kann für alle ihre Dienste auch auf die "Standardbriefinfrastruktur" zurückgreifen. Deshalb muss hier in jedem Fall (auch eine bereichsübergreifende) Mischkalulation angesetzt werden.
Das hiesse aber auch, selbst wenn (falls) die Post beim "privaten Standardbrief" einen Cent pro "Omabrief" drauflegen müsste, macht sie damit unter dem Strich immer noch ein "Plus", selbst im "Standardbriefbereich". Und wenn ich die "Postpaper" richtig verstanden habe, legt die Post ja bei dem "privaten Standardbrief" nichts direkt drauf, sondern der Gewinn fällt inzwischen geringer aus, als "gefordert", bzw. der Gewinn läge dann unter dem Gewinn, den andere europäische Postdienste (die zum Teil inzwischen Mondpreise für "private Briefe" fordern) einfahren.
Nur wenn die Post den Weg anderer europäischer Posten fährt, d.h. versuchen durch unbezahlbare Porto für "Privatpost" diesen Postsektor (zu Gunsten von Email etc.) auf Null zu drücken, bricht für die Post auch der einträglichere gewerbliche Bereich, bis hin zu DIALOGPOST, weg. Plus man riskiert den "Zusammenbruch" der aufgebauten Infrastuktur und was vielleicht sogar schlimmer wäre, der Marktsichtbarkeit in der Breite. Dann wäre die Post am Ende nur noch ein Paketdienst, wie jeder andere. Dann wäre aber auch die direkte Konkurrenz sehr viel "gegenwindiger". Aber oftmals geht es heutzutage ja nicht mehr um die längere Langfristigkeit.
Beste Grüße
Thomas
Am: 22.08.2023 17:43:13
Gelesen: 19129
# 12
@ EdgarR [#10]
Vielleicht gehöre ich zu einer Minderheit der Postbenutzer, aber als Briefmarkensammler verschicke ich fast alles im Großbrief, einfach weil eine große Steckkarte oder ein Beleg nicht in einen Kleinbrief passen.
Und der Großbrief hat vor 30 Jahren 3,00 DM (1,53 EUR) Euro gekostet und heute 1,60 EUR. Der Kompaktbrief kam auf 2,20 DM (1,12 EUR) und kostet heute 1,00 EUR. Noch extremer beim Auslandsbrief, der einmal 3,00 DM (1,53 EUR) und jetzt nur noch 1,10 EUR kostet.
Im europäischen Vergleich gehört die Deutsche Post inzwischen zu den billigen Postanstalten. Früher habe ich gerne meine Post in den Nachbarstaaten eingeworfen, inzwischen nehme ich Post aus diesen Ländern zum Einwurf in Deutschland mit.
Ein Auslandseinschreiben kostet in Deutschland 7,20 EUR, in den Niederlanden 12,55 EUR.
Im Übrigen sind auch die Kosten für Großversender erheblich gestiegen, von ca. 35 Cent auf 45 Cent macht auch eine Steigerung von knapp 40 %. Natürlich fällt in der Grafik der Anstieg schwacher aus, da der Ausgangspunkt viel kleiner ist.
@ DL8AAM [#11]
Wenn wir die Digitalisierung in Deutschland noch irgendwann einmal erleben sollten, wird das Brief- und Frachtgeschäft zusammenfallen. In vielen Zustellbezirken werden bereits kleine Pakete und Briefe gemeinsam zugestellt.
Alles ist eine Mischkalkulation. Dieses Jahr bei der Postbank erlebt: Die Aufgabe eines Paketes nach Kasachstan dauerte geschlagene 20 Minuten. In dieser Zeit hatte der nette Mensch von DHL auch Klebeband organisiert und das Paket ordentlich verpackt. Mit seiner Hilfe wurden lesbare Versandformulare ausgefüllt und auf das Paket geklebt. DHL hat an diesem Paket garantiert nichts verdient. Ich stand in der Schlange hinter der Kundin und habe beim Verpacken mitgeholfen.
Und dann gibt es Kunden wie mich, die gleich Dutzende Pakete in einer Minute gleichzeitig einliefern. :)
Am: 22.08.2023 23:10:00
Gelesen: 19052
# 13
@ drmoeller_neuss [#12]
Und das ist genau die Frage, wie breit stelle ich die Mischkalkulation auf bzw. wie tief gründe ich die einzelnen Kostenstellen (-rechnung). Da kann ich statistisch alles und nichts mit (sogar) echten und korrekten Zahlen untermauern. Das dann richtig zu werten ist die Aufgabe der BNetzAgentur.
Nur mal so als kleine Anekdote am Rande: Wir haben uns damals, zu meinen Zeiten in einem (geologischen) Ingenieurbüro "bürointern" den Spass gemacht, mit exakt den selben (wirklich vor Ort gemessenen) Realzahlen zwei komplett gegenläufigklingende "Gutachten" zu schreiben (wir hatten damals den Auftrag [und Spass-Zeit] einer städtischen "Trinkwasserbehörde"), ohne (!) irgendeine bewusste Falschaussage (aka "Datenfälschung") vorgenommen zu haben. Die Wertung und Formulierung macht's.
Und, beide wären (...) sicherlich sogar "gerichtsfest" gewesen... aber wie gesagt, nur aus Spass, wir haben dann das echte Gutachten abgeliefert.
Beste Grüße
Thomas
Am: 12.11.2023 09:41:14
Gelesen: 18538
# 14
Deutsche Post: Porto-Erhöhung ab Anfang 2024
inside-digital.de - Überraschung bei der Deutschen Post: Die Preise für Porto steigen. Nicht auf breiter Front, aber zumindest mit Blick auf ein bei so manchen Online-Shoppern beliebtes Angebot. Die "Bücher- und Warensendung" ist betroffen.
Wer im Internet zum Beispiel bei eBay oder auf der E-Commerce-Website Etsy einkauft, wird mit der Bücher– und Warensendung möglicherweise schon einmal in Kontakt gekommen sein. Denn sie stellt im Vergleich zu einem klassischen Päckchen oder Paket, das über DHL verschickt wird, eine preiswerte Alternative dar. Ab dem 1. Januar 2024 müssen sich alle Nutzer von Bücher- und Warensendungen aber auf eine Preiserhöhung einstellen.
Post hebt Porto für Bücher- und Warensendung an
Während sich das Angebot für Sendungen mit einem Gewicht von bis zu 500 Gramm von 1,95 Euro auf 2,25 Euro verteuert (+15,38 Prozent), geht es mit dem Preis für die Bücher- und Warensendung bis 1.000 Gramm von bisher 2,25 Euro auf 2,55 Euro (+13,33 Prozent) nach oben. Das Porto steigt also um jeweils 30 Cent. Die Deutsche Post argumentiert, dass diese Preiserhöhungen primär aus zwei Gründen notwendig sei. Zum einen wegen der hohen Inflation der vergangenen Monate, aber auch wegen stark gestiegener Personalkosten nach dem Tarifabschluss im März dieses Jahres.
(Quelle und weiter lesen: https://www.inside-digital.de/news/deutsche-post-porto-erhoehung-ab-anfang-2024)
Am: 26.09.2024 09:46:04
Gelesen: 17917
# 15
Noch immer wird gerätselt über die Preisanhebung für Standardbriefe bis 20 g zum Beginn des Jahres 2025.
Die Ruhr Nachrichten vom 29.05.2024 schreiben dazu u.a.:
Standardbrief könnte 95 Cent kosten
Der bis zu 20 Gramm schwere Standardbrief kostet im Inlandsversand derzeit 85 Cent, der bis zu 50 Gramm schwere Kompaktbrief 1 Euro und die Postkarte 70 Cent, hinzu kommen noch andere Briefarten. Branchenkennern zufolge könnte der Standardbrief künftig 95 Cent kosten. 2012 waren es nur 55 Cent gewesen, danach ging es Schritt für Schritt nach oben.
Lesen Sie jetzt
Es könnte aber auch etwas mehr oder weniger sein, denn die Post kann das Porto der Briefarten unterschiedlich stark anheben. Nach dem Willen der Bundesregierung soll der Versand eines Standardbriefs nicht teurer werden als ein Euro.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: https://www.ruhrnachrichten.de/regionales/briefversand-soll-105-prozent-teurer-werden-pakete-porto-w940842-2001384321/ )
Am: 05.11.2024 19:22:25
Gelesen: 17521
# 16
tagesschau.de schreibt heute als Überschrift:
"Ab nächstem Jahr - Post will Briefversand deutlich teurer machen" [1]
In dem Artikel werden noch keine konkreten Details (Portostufen) veröffentlicht, dafür ein Interview mit Tobias Meyer wiedergegeben, u.a. wie folgt:
"Nach Darstellung der Post fiel die vergangene Portoerhöhung um 4,6 Prozent von Anfang 2022 angesichts der hohen Inflation in diesem Zeitraum viel zu gering aus. Daher gebe es nun einen großen Nachholbedarf. "Es gibt kein anderes europäisches Land, wo das Briefporto langsamer angestiegen ist als die Inflation, das einzige Land ist Deutschland", sagte Meyer.
Die Frage, welchen Prozentaufschlag er denn wolle, beantwortete der Manager nicht konkret. Er wies nur darauf hin, dass der Aufschlag dem Gesetz zufolge nicht höher ausfallen dürfte als 17 Prozent. Der Versand eines Standardbriefs innerhalb Deutschlands kostet derzeit 85 Cent."
Wenn man das Porto des Standarbriefes ausgehend von 85 Cent um 17 % erhöht, ergäbe sich ein Wert von 99,45 Cent - aufgerundet 1,00 Euro.
Ich gehe davon aus, dass bereits jetzt die notwendigen Briefmarken in einer oder mehreren Druckereien produziert werden - sowohl die neuen Portostufen als auch die Ergänzungswerte wie bspw. Nominalen zu 10 Cent und zu 15 Cent, da diese noch vor dem Jahreswechsel bundesweit an die Filialen und Agenturen verteilt werden müssen. Die Bundesnetzagentur hat aktuell noch keine neuen Entgelte genehmigt.
Sind dieser Tage bereits (neue) Nachauflagen von Ergänzungswerten aus "Welt der Briefe" bekannt geworden (z.B. über die Versandstelle in Weiden)?
Gruß
Stefan
[1] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/post-briefe-porto-100.html
Am: 11.11.2024 11:39:09
Gelesen: 17253
# 17
Aktuell wird von DPA gemeldet:
Wer es beim Briefversand eilig hat, der muss in Deutschland ab kommendem Jahr ein Einschreiben versenden. Der sogenannte Prio-Brief werde Ende 2024 eingestellt, teilte die Deutsche Post mit. Stattdessen sollen teurere Einschreiben ermöglichen, dass eine Sendung besonders schnell ankommt.
https://www.t-online.de/leben/aktuelles/id_100528024/post-porto-steigt-prio-brief-faellt-weg-nur-noch-einschreiben.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/post-einschreiben-prio-brief-100.html
Am: 11.11.2024 16:46:27
Gelesen: 17142
# 18
Hallo an alle,
die Bundesnetzagentur hat in ihrer heutigen Presseerklärung folgendes verkündet:

Die Preisspanne der Erhöhung bleibt bei 10,48 %
Die Post hatte hier circa 15 % erwartet. Falls sie nun damit nicht einverstanden wäre, bliebe ihr nur der Klageweg. Dieser hätte aber keine aufschiebende Wirkung. Die Post kann nun auf dieser Grundlage neue Preise einreichen und wenn die entsprechenden 10,48 % nicht überschritten werden, wird dies spätestens in 4 Wochen von der Bundesnetzagentur genehmigt.
Da eine weitere Aussage vom Vorsitzenden der Deutschen Post, Tobias Meyer besagt, das der Preisspielraum möglichst gleichmäßig verteilt werden soll, könnte das Portospektrum zukünfig so aussehen
95 Cent Standardbrief
110 Cent Kompaktbrief
170 Cent Großbrief
300 Cent Maxibrief
250 Cent Einwurf - Einschreiben Zuschlag
280 Cent Übergabe-Einschreiben Zuschlag,
das wären so mal geraten circa jene maximal 10,48 Prozent Erhöhungsspielraum.
Fest steht auf alle Fälle es wird keine A und keine B Post geben, denn ein Hinderungsgrund dafür wäre das neue Postgesetz - der zukünftige A-Brief wäre nicht durch die Grundversorgung von der Mehrwertsteuer befreit.
Soweit einige ergänzende Infos zur aktuellen Lage für das nächste Jahr.
Vermutlich Ende November werden die endgültigen Daten von der Post verkündet werden.
Viele Grüße Jürgen

Die Preisspanne der Erhöhung bleibt bei 10,48 %
Die Post hatte hier circa 15 % erwartet. Falls sie nun damit nicht einverstanden wäre, bliebe ihr nur der Klageweg. Dieser hätte aber keine aufschiebende Wirkung. Die Post kann nun auf dieser Grundlage neue Preise einreichen und wenn die entsprechenden 10,48 % nicht überschritten werden, wird dies spätestens in 4 Wochen von der Bundesnetzagentur genehmigt.
Da eine weitere Aussage vom Vorsitzenden der Deutschen Post, Tobias Meyer besagt, das der Preisspielraum möglichst gleichmäßig verteilt werden soll, könnte das Portospektrum zukünfig so aussehen
95 Cent Standardbrief
110 Cent Kompaktbrief
170 Cent Großbrief
300 Cent Maxibrief
250 Cent Einwurf - Einschreiben Zuschlag
280 Cent Übergabe-Einschreiben Zuschlag,
das wären so mal geraten circa jene maximal 10,48 Prozent Erhöhungsspielraum.
Fest steht auf alle Fälle es wird keine A und keine B Post geben, denn ein Hinderungsgrund dafür wäre das neue Postgesetz - der zukünftige A-Brief wäre nicht durch die Grundversorgung von der Mehrwertsteuer befreit.
Soweit einige ergänzende Infos zur aktuellen Lage für das nächste Jahr.
Vermutlich Ende November werden die endgültigen Daten von der Post verkündet werden.
Viele Grüße Jürgen
Am: 13.11.2024 10:22:49
Gelesen: 16892
# 19
Deutsche Post hat die geplanten Entgeltänderungen veröffentlicht
Jetzt hat die Deutsche Post die geplanten Erhöhungen und Änderungen bei den Entgelten zum 01.01.2025 in einer Pressemitteilung [1] bekannt gegeben [2].
Eine Überraschung dabei: Die Postkarte kostet demnächst genauso viel wie der Standardbrief, und zwar sowohl national als auch international.
Schöne Grüße
Franz-Josef
[1] https://group.dhl.com/content/dam/deutschepostdhl/de/media-relations/press-releases/2024/pm-geplante-preisanpassungen-ab-2025-13112024.pdf
[2] https://group.dhl.com/content/dam/deutschepostdhl/de/media-center/media-relations/documents/2024/dhl-group-geplante-preisanpassungen-brief-ab-januar-2025.pdf
Am: 21.11.2024 09:10:59
Gelesen: 16590
# 20
Es erhöht sich ab 01.01.2025 ja auch der Großbrief und der Maxi-Brief.
Großbrief von 1,60 € dann auf 1,80 €.
Maxi-Brief von 2,75 € auf 2,90 €.
Hierzu habe ich zum Großbrief (1,80 €) folgende Frage:
Kann ich damit ein Din A5 Soft-Cover Buch von unter 250 Gramm verschicken oder muss ich die dieses dann zwingend mit dem teuren Büwa-Versand (2,55 € ) verschicken?
Ein weiterer Nachteil für den Büwa-Versand wäre ja auch die längere Laufzeit.
Gruß Thomas
Am: 21.11.2024 09:24:50
Gelesen: 16574
# 21
@ tomato [#20]
Hallo Thomas,
35,3 x 25 x 2 cm (L x B x H)
und bis 500 Gramm
Grüße
Dieter
Am: 21.11.2024 09:25:57
Gelesen: 16573
# 22
Hallo zusammen.
hallo Thomas,
grundsätzlich ist das natürlich möglich, scheitert aber meist an den begrenzten 2 cm in der Stärke/Dicke bei einem Großbrief.
Gruß
Guntram
Am: 21.11.2024 09:49:46
Gelesen: 16548
# 23
@ tomato [#20]
Hallo,
inhaltlich passt es zwar nicht zu dem Thema aber dennoch ein kurzer Hinweis: BÜWA gibt es nicht mehr.
Seit dem 01.10.2024 heißt das Produkt (wieder) Warensendung.
https://www.deutschepost.de/de/w/warensendung.html
Gruß, Josef
Am: 21.11.2024 12:25:53
Gelesen: 16467
# 24
Interessant ist der folgende Satz aus der Pressemitteilung der DHL:
Wer seinen Brief künftig schneller in der Hand haben möchte als standardmäßig, kann sich zudem ein Postfach mieten. Denn die an Postfach-Kunden adressierten Sendungen liegen in der Regel werktäglich von Montag bis Samstag weiterhin bereits einen Tag nach Einlieferung im Postfach zur Abholung bereit. [1]
Die Deutsche Post nutzt die ab 2025 gesetzlich zugestandenen längeren Laufzeiten für die Optimierung der Zustellung, d.h. bessere und gleichmäßigere Auslastung der Briefträger.
Die meisten Briefe werden auch zukünftig am nächsten Tag im Zustellstützpunkt liegen, aber der Briefträger findet die Postsendungen vielleicht erst ein paar Tage später in seiner "Gangfolge", d.h. in der vorsortierten Post für seine Runde.
Der Briefstrom selbst kann nicht so schnell auf langsame und schnelle Briefe umgestellt werden, einmal abgesehen von speziellen Produkten wie Werbesendungen und Zeitschriften. Daher macht es Sinn, beim Briefträger anzusetzen.
Dann ist es nur natürlich, dass die arbeitsintensiven Produkte wie "Eigenhändig" und "Nachnahme" abgeschafft werden. Für mich bleibt offen, wie Nachporto zukünftig gehandhabt wird. Ich vermute, dass unterfrankierte Briefe grundsätzlich an den Absender zurückgehen werden, da der Briefträger kein Geld mehr kassieren wird.
[1] https://group.dhl.com/content/dam/deutschepostdhl/de/media-relations/press-releases/2024/pm-geplante-preisanpassungen-ab-2025-13112024.pdf
Am: 21.11.2024 12:36:09
Gelesen: 16459
# 25
Vielen Dank für die Info. Kann also Bücher auch mit Großbrief verschicken, wenn die Maße dazu passen.
Dachte vorher, bei Briefesendungen dürften nur Briefpapiere und Dokumente hinein.
Am: 21.11.2024 16:29:48
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# 26
@ tomato [#25]
Hallo tomato,
ja man kann selbstverständlich auch Broschüren bzw. Bücher in Großbriefen versenden, das machen wir als Arge Briefpostautomation auch so, da das viel billiger ist. Weiter gilt ja das Postgeheimnis, du musst also nicht exakt sagen, was der Inhalt der Sendung (Großbrief) ist und die Post darf diesen dann auch nicht diesbezüglich öffnen. Eine Broschüre oder ein Rundbrief ist ja auch ein Dokument :-) der Information :-)
Wichtig ist nur, das die Formatgrenzen eingehalten werden.
Viele Grüße Jürgen
Am: 22.11.2024 08:26:16
Gelesen: 16220
# 27
@ drmoeller_neuss [#24]
Für mich bleibt offen, wie Nachporto zukünftig gehandhabt wird. Ich vermute, dass unterfrankierte Briefe grundsätzlich an den Absender zurückgehen werden, da der Briefträger kein Geld mehr kassieren wird.
Ich vermute, dass wird genauso laufen, wie jetzt schon bei Sendungen, für die Einfuhrabgaben zu bezahlen sind. Die Sendung wird grundsätzlich an die Filiale zur Abholung geliefert und der Zusteller wirft nur noch eine vorbereitete Abholkarte ein. Der Empfänger muss dann die Sendung abholen und kann dann dort bar oder mit Karte bezahlen.
Grüße
Harald
Am: 22.11.2024 10:56:01
Gelesen: 16159
# 28
@ saeckingen [#27]
Hallo Harald und an alle,
beim Thema Nachentgelte habe ich kurz ansatzweise die neuen Label des neuen seit 1.10.2024 eingesetzten Verfahrens gezeigt siehe auch folgender Link:
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=1328&CP=0&F
Viele Grüße Jürgen
Am: 11.12.2024 16:35:04
Gelesen: 15776
# 29
Hallo,
die Bundesnetzagentur hat die neuen von der Deutschen Post vorgeschlagenen Preise genehmigt.
https://group.dhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2024/neue-brief-und-paketpreise-ab-januar-2025-bestaetigt.html
Grüßle
Holger
Am: 30.12.2024 15:35:00
Gelesen: 15442
# 30
@ 2huhu [#29]
Ich wollte heute bei unserer Hauptpostfiliale Briefmarken zu 10 und 20 Cent kaufen, nicht mehr vorrätig. Man verwies mich auf Bestellung via Internet oder nächsten Donnerstag nochmal Schlange stehen.
Liebe Grüße
10Parale
Am: 31.12.2024 08:13:37
Gelesen: 15248
# 31
@ 2huhu [#29]
Danke für die Aufstellung!
Der Großbrief ins Ausland wurde von 3,70 EUR auf 3,30 EUR gesenkt.
Ist das ein Druckfehler von der Post oder ist die Konkurrenz ins Ausland tatsächlich so groß?
Am: 31.12.2024 09:13:37
Gelesen: 15220
# 32
@ drmoeller_neuss [#24]
Guten Morgen,
ich habe mich diesem Thema ferngehalten, doch eben las ich das folgende:
Zitat:
Die Deutsche Post nutzt die ab 2025 gesetzlich zugestandenen längeren Laufzeiten für die Optimierung der Zustellung, d.h. bessere und gleichmäßigere Auslastung der Briefträger.
Da schoßen mir doch gleich ein paar Gedanken durch den Kopf:
- der Erwerb eines "Taxischeins" bedingt einen Nachweis über die Absolvierung einer Ortskundeprüfung, aus der Erfahrung der letzten Jahre, benötigt ein Postzusteller keine Ortskundeprüfung, denn die Post wird munter bei Nachbarn und auch in 6km Entfernung in einer Straße mit annähernd ähnlichem Namen zusgestellt, wenn das ganze statt ...straße dann ...weg heisst, dann kann man das schon verwechseln, "ie" und "ei" ist auch sehr ähnlich. Ob man die Briefe bei der Hausnummer 2, 4, 5 oder 6 einwirft, auch diese Ziffern sind sich sehr sehr ähnlich und können sehr sehr leicht zu Verwechslungen führen.
- wenn die zugestellte Post ein paar wenige Übereinstimmungen mit Buchstaben wie "e", "t" und "n" enthalten und zumindest die Hausnummer (nicht die PLZ) stimmt, dann gilt das Poststück auch als erfolgreich zugestellt.
- was bedeutet "eine bessere und gleichmäßigere Auslastung"? Es wird in Zukunft eine gewisse Anzahl an Postsendungen (sagen wir mal 20) an den gleichen Empfänger gesammelt, und dann erst wird zugestellt - also irgendwo im Großraum des Empfängers?
- wenn man Glückwunsch-Post versendet, dann ist es sicherlich optimal wenn der Empfänger (oder seine Nachbarschaft) im Jahre des Ereignisses seine Post zugestellt bekommt ...
- wer entscheidet über die "bessere und gleichmäßigere Auslastung"? Der Zusteller selbst? Heute lohnt sich die Tour ja gar nicht, da schone ich Umwelt und Resourcen und warte ab, bis sich die Zustellung lohnt?
- ach, ich könnte da wohl noch eine Weile weiter machen- es geht ja wahrscheinlich nur mir so - ich will aber nur mit einem Wunsch an die Deutsche Post (DHL) enden - bitte bitte bitte liebe Deutsche Post (DHL), bringt doch die Post doch bitte in den richtigen Briefkasten, dann bleibt zumindest das Briefgeheimnis (könnte auch mal geprüft werden, ob es das noch braucht...) gewahrt, denn mich oder die Nachbarn geht fremde Post eigentlich nichts an - und eine korrekte Zustellung ist doch Teil des bezahlten Portos, oder?
Mit den besten Wünschen für 2025
Olaf
Am: 31.12.2024 10:14:35
Gelesen: 15182
# 33
@ Sammler [#31]
Portosenkung für Großbrief Ausland - da hatte ich mich auch schon gewundert. Allerdings auch gefreut, weil da habe ich recht viel von in meinem Postausgang ...
Der Grund dafür liegt aber glaube ich nicht in der Konkurrenz, sondern in dem Umstand, dass die Post ein bestimmtes Gesamt-Steigerungsniveau ja nicht überschreiten darf bei den Briefpreiserhöhungen. Um die gesamten Steigerungen damit in diesem Niveau zu halten musste irgendwo etwas nachgelassen werden. Das hat die Post dann offenbar bei der Sendung gemacht, die im Gesamtvolumen des Briefaufkommens vermutlich eher geringfügig ist und möglicherweise zuvor schon hoch angesetzt war. Die jetzt folgende Mindereinnahme dieser Versandform wird durch höhere Erhöhungen bedeutsam häufigerer Sendungen gut kompensiert.
Das ist zumindest mal so meine Vermutung.
Alles Gute für 2025!
Vernian
Am: 31.12.2024 10:30:02
Gelesen: 15171
# 34
@ Sammler [#31]
Hallo,
im Faltblatt, das ich gestern bei der Post mitgenommen habe, stehen ebenfalls 3,30 € für den Großbrief ins Ausland.
Viele Grüße
Volkmar
Am: 31.12.2024 13:19:08
Gelesen: 15115
# 35
@ Sammler [#31]
@ Vernian [#33]
@ volkimal [#34]
Auch der Maxibrief international bis 1000 g verbilligt sich 2025 von 7,00 auf 6,50 Euro.
Viele Grüße
Michael
Viele Grüße
Michael
Am: 31.12.2024 22:48:24
Gelesen: 14957
# 36
Da ich es auf die schnelle noch nirgends hier erwähnt fand; am 28.2.2025 wird es eine weitere Änderung geben;
nach diesem Tag wird die Vorausverfügung
"Falls verzogen, mit neuer Anschrift zurück" nicht mehr von der Post berücksichtigt.
https://www.deutschepost.de/de/v/vorausverfuegung_brief.html
VG
Am: 01.01.2025 00:54:21
Gelesen: 14917
# 37
@ Vernian
Das Problem ist allerdings, dass Du schwere Briefe nur dann ins Auslands senden darfst, wenn sie nicht wie Büchersendungen "aussehen": Die Post beruft sich nämlich auf den UPU-Vertrag und sagt, in Briefen dürften keine Waren versandt werden - und beispielsweise sind Bücher nun einmal Waren!
Wenn ich denn überhaupt schwere Briefe ins Ausland versende, was immerhin fast wöchentlich stattfindet, und zwar meist mit antiquarischen Büchern (die ich über Booklooker.de verkaufe), dann hilft nur der Trick, auf den Umschlag draufzuschreiben " Historische Dokumente!"´, denn Dokumente darfst Du sogar bis 2000 g ins Ausland verschicken, zumindest in der EU zollfrei. Bei England (UK) und der Schweiz gibt es hier allerdings noch ganz andere Probleme, aber die haben nichts mit der Post zu tun.
Am: 01.01.2025 09:51:54
Gelesen: 14843
# 38
@ JanClauss [#37]
Das Problem ist allerdings, dass Du schwere Briefe nur dann ins Auslands senden darfst, wenn sie nicht wie Büchersendungen "aussehen":
Sorry, das stimmt nicht. Dann wäre jede Kartonage "verdächtig". Du wirst bei Briefversand ins Ausland nach dem Inhalt gefragt.
Ich hatte da schon längere Diskussionen am Postschalter, weil man der Ansicht war, das Fotos unzulässig wären. Habe dann nur gefragt, wo der Unterschied sei, wenn Fotos auf PC-Papier als Dokument durchgehen würden- auf Fotopapier gedruckt jedoch nicht. Bzw. Dokumente auf Fotopapier dann ja unzulässig wären.
Dann war die Diskussion entweder beendet oder ich habe den Brief in den Briefkasten vor der Post geschmissen. Man hat ja auch besseres zu tun. Mittlerweile schreibe ich bei Fotos gleich "Inhalt:Dokumente" auf Briefe mit Fotos- dann wird erst gar nicht nachgefragt.
In der Schweiz hat meines Wissens der Empfänger ein Problem, wenn einer "Waren"-Sendung keine Rechnung beilegt.
Du schickst zulässige Sachen im Brief los- mit Rechnung über zehn Euro: der Schweizer Zoll winkt die Sendung bei der Gestellung durch- keine Probleme- keine Kosten. Oder Du legst keine Rechnung bei: Schweizer Zoll hält die Sendung an, bis eine Rechnung vorgelegt wird.
Dann wird es für den Empfänger teuer und die Gebühren für die Vorlage beim Zoll werden erhoben. Aus der EU sind das 13 Franken je Sendung.
Am: 01.01.2025 12:12:34
Gelesen: 14747
# 39
@ Meisterbetriebsmeister [#38]
Du hast recht - aber kennst Du schon die nette Anekdote, die passiert, wenn ich in England Briefmarken bei mir bekannten Händlern kaufe oder ersteigere? Diese senden sie mir per normalem Standardbrief <20 g zu und legen eine Zettel mit folgendem Text bei:
Dear .... Hereby I return your stamps as we unfortunately cannot sell them on our auction.
Ein in meiner ArGe aktiver pensionierter Zollkriminaloberamtsrat (ZKOAR) kommentiert dies wie folgt: Sie müssen derartige Briefe auch dann dem Zoll vorführen (sic!), wenn Sie sie unverzollt in Ihrem Briefkasten vorfinden. Andernfalls droht Ihnen ein ordentliches Strafverfahren, wenn der Zoll davon erfährt.
Wenn dies jetzt ein Zöllner liest, bin ich wohl geliefert und verabschiede mich schon prophylaktisch hinter die Schwedischen Gardinen, und das gleich schon am Neujahrstag!
Am: 01.01.2025 12:25:42
Gelesen: 14735
# 40
@ Meisterbetriebsmeister
Wir haben doch auf den PhilaSeiten bestimmt einen postrechtsversierten Juristen:
Frage an Radio Eriwan: Was ist der Unterschied zwischen Ware und Dokument ?
Wer diese Frage für einen Philatelisten schlüssig beantworten kann, sollte den Richard-Ebert-Preis 2025 bekommen, denn diese Antwort würde vielen mit dem Ausland (auch als EU-Inland!) im Austausch Stehenden im Neuen Jahr erheblich weiterhelfen.
Dein Beispiel mit den Fotos (= Ware) und den auf Normalpapier abgedruckten Fotos (= Dokumente) schlägt ja dem Fass den Boden aus!
Am: 01.01.2025 20:25:55
Gelesen: 14559
# 41
@ JanClauss [#37]
Innerhalb der EU versende ich Bücher und Waren als Brief ohne Hinweis auf den Inhalt. Auch unförmige Sachen. Ging bei mir bisher alles durch. Erst beim Versand außerhalb der EU wurden meine Sendungen von deutscher Seite kontrolliert, ob es sich um Waren handeln könnte. Und wenn ja, dann ging das auch postwendend wieder zurück mit dem Verweis Paket oder Päckchen zu verwenden. Vermutlich ist damit das Briefporto versenkt worden, weil man es für den Paketversand nicht anrechnen kann? Versand von Büchern als Brief außerhalb der EU habe ich nicht mehr getestet, wegen den Erfahrungen mit den Warenretouren.
Am: 01.01.2025 20:43:14
Gelesen: 14548
# 42
@ JanClauss [#40]
Nach dem Verpackungsgesetz ist der Versand einer Rechnung in einem normalen Briefumschlag kein Warenversand und das Kuvert unterliegt nicht den Regelungen des Verpackungsgesetzes.
Liegt der Rechnung aber ein Werbeprospekt bei oder ist Werbung auf der Rechnung aufgedruckt, handelt es sich um Warenversand, der den Regelungen des Verpackungsgesetzes unterliegt und auch eine Registrierungspflicht auslöst.
So entschieden von der Zentralen Stelle Verpackungsregister am 25. September 2020 im
"Feststellungsbescheid zur Einordnung einer Verpackung als systembeteiligungspflichtig nach § 26 Absatz 1 Satz 2 Nummer 23 VerpackG (Allgemeinverfügung)"
Demnach sind die im normalen Briefumschlag hin- oder zurückgesandten Briefmarken Waren im Sinne des Verpackungsgesetzes.
Diese Angaben geben die Regularien wieder, die nach dem Verpackungsgesetz gelten.
Ein Briefumschlag aus Papier (DIN C4) mit Sichtfenster zur Befüllung mit einem Versicherungsschein und einer CD mit Vertragsbedingungen ist übrigens keine systembeteiligungspflichtige Verpackung.
Die (private) Postrichtlinie kann durchaus andere Kriterien für die Einordnung festlegen.
Am: 01.01.2025 20:50:57
Gelesen: 14537
# 43
@ bovi11 [#42]
Es gibt doch immer noch das Briefgeheimnis im Sinne des Post- und Fernmeldegesetz, oder ist dies außer Kraft gesetzt? Wenn dies nicht außer Kraft gesetzt wurde, auf welcher Grundlage soll dann die Regelung des Verpackungsgesetz greifen?
Am: 01.01.2025 20:52:48
Gelesen: 14535
# 44
@ nagel.d [#43]
Du kannst versuchen, jede Regelung durch Mogeln zu umgehen. Das kann aber nicht Grundlage einer gesetzlichen Regelung sein.
Am: 02.01.2025 03:03:05
Gelesen: 14465
# 45
Wir alle sind mittlerweile vom Hauptthema "Briefporto 2025" längst weggeschwommen und bewegen uns auf der Themenliste "Auslandsbriefe mit Inhalt". Wahrscheinlich wird dies der liebe Richard auch zu Recht derart "umsortieren"!
Die Geschichte mit unserem verfassungsrechtlich garantierten Post- und Fernmeldegeheimnis gem. Art.10 (1) GG sehen Post und Zoll insofern grundsätzlich und operativ anders als wir postfreudigen Philatelisten. Beide sagen nämlich, wenn Waren transportiert werden - egal, ob mit oder ohne Brief - dann gilt Art 10(1) Postgeheimnis eben nicht mehr! Und zwar sagt dies
-- die Post (heute DHL) deshalb, weil sie beim Warentransport (als Päckchen oder Paket) mehr Gebühren erhalten würde als per Brief (z.B. bei Briefen >1000 g), und
-- der Zoll sagt dies, weil er den "Schwerbrief" (z.B. den zu 1000 g) als missbräuchlich zur Verschleierung nicht verzollter Waren vermutet.
Wer sich übrigens einmal mit den Zollgesetzten und auch den Zollfahndnungsbefugnissen auseinandersetzt, erkennt schnell, dass der Zoll wesentlich weitreichendere Befugnisse als die Polizei hat. Das wissen nur die wenigsten, weil es uns als Normalbürger kaum betrifft, aber wenn der Zoll einmal richtig zuschlägt, dann meist "gewaltiger" und folgenschwerer als die Polizei!
Am: 02.01.2025 03:39:20
Gelesen: 14459
# 46
@ DERMZ [#32]
Eine späte, aber bestimmt nicht weniger lustige, Ergänzung zu Deiner humorvollen Beschreibung der Lesekundigen:
Ein Paket für meine Nachbarin wurde bei mir abgegeben. Sie kam dann mit dem DHL-Ersatz-Zustellzettel zu mir und sagte, man habe ihr geschrieben, sie möge bitte ihr Paket in HausN° 42 bei " Herrn Keine Reklame"! abholen. Soviel nur zur Lesefähigkeit von DHL-Zustellern!