Thema:
ChatGPT - künstliche Intelligenz in der Philatelie
Am: 22.03.2023 14:43:42
Gelesen: 6785
# 1
ChatGPT in der Philatelie
Der Chatbot ChatGPT des US-amerikanischen Unternehmens OpenAI macht viel von sich reden. Wer noch nicht davon gehört hat: Ein Chatbot ist eine "künstliche Intelligenz", die auf maschinellem Lernen beruht und mit der man sich "unterhalten" (chatten) kann. [1]
Neugierig habe ich mich bei OpenAI registriert [2] und das Tool ausprobiert. Vor allem wollte ich wissen, was von so einem Tool erwartet werden kann. Laut Medienberichten ist es wohl besonders geeignet Texte zu einem vorgegeben Thema zu verfassen oder auch Schriftverkehr zu erstellen.
Hinsichtlich unseres Hobbys habe ich zunächst mit allgemeinen Fragestellungen versucht. Hier dazu zwei typische Fragen, die auch auf den Phialseiten diskutiert wurden.
1. Hat Briefmarkensammeln noch eine Zukunft?
ChatGPT: Ja, Briefmarkensammeln hat auch in Zukunft eine Daseinsberechtigung, obwohl es aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und Veränderungen im Kommunikationsverhalten möglicherweise nicht mehr so populär ist wie in der Vergangenheit.
Es gibt jedoch immer noch viele Menschen, die Briefmarken sammeln und sich für deren Geschichte, Kunst und Kultur interessieren. Darüber hinaus gibt es immer noch Länder, die Briefmarken herausgeben und Sammler auf der ganzen Welt ansprechen.
Außerdem gibt es eine wachsende Anzahl von Online-Plattformen und Communities, die sich dem Briefmarkensammeln widmen und es Sammlern ermöglichen, ihre Stücke zu kaufen, zu verkaufen und zu tauschen.
Letztendlich hängt die Zukunft des Briefmarkensammelns jedoch von der Nachfrage der Sammler ab. Solange es Menschen gibt, die an Briefmarken interessiert sind und bereit sind, Zeit und Geld in ihre Sammlung zu investieren, wird das Briefmarkensammeln auch in Zukunft eine lebendige und aktuelle Praxis sein.
2. Lohnt sich das Sammeln von Briefmarken?
ChatGPT: Ob sich das Sammeln von Briefmarken lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier sind einige Dinge, die man berücksichtigen sollte:
1. Interesse: Wenn Sie kein Interesse an Briefmarken haben, werden Sie wahrscheinlich keinen Spaß daran haben, sie zu sammeln, unabhängig davon, ob sie sich lohnen oder nicht.
2. Sammlerwert: Einige Briefmarken haben einen hohen Sammlerwert, besonders wenn es sich um seltene oder historisch bedeutsame Stücke handelt. Wenn Sie in der Lage sind, solche Stücke zu finden und zu erwerben, können Sie möglicherweise einen Gewinn erzielen, wenn Sie sie später verkaufen.
3. Investition: Das Sammeln von Briefmarken kann als Investition betrachtet werden, insbesondere wenn Sie in seltene oder begehrte Stücke investieren. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Wert von Briefmarken schwanken kann und nicht garantiert ist.
4. Freizeitbeschäftigung: Für viele Menschen ist das Sammeln von Briefmarken eine angenehme Freizeitbeschäftigung, die ihnen ermöglicht, etwas über Geschichte, Kunst und Kultur zu lernen.
5. Kosten: Das Sammeln von Briefmarken kann teuer sein, insbesondere wenn Sie in seltene oder begehrte Stücke investieren. Es ist wichtig, die Kosten im Auge zu behalten und sicherzustellen, dass Sie sich das Sammeln von Briefmarken leisten können.
Insgesamt hängt die Frage, ob sich das Sammeln von Briefmarken lohnt, von Ihren persönlichen Interessen, Zielen und Finanzen ab. Wenn Sie gerne Briefmarken sammeln und die Kosten tragen können, kann es eine lohnende und bereichernde Erfahrung sein.
Das sind Antworten, die zwar nicht erschöpfend, aber doch ganz solide sind. In dem Chat kann man dann ja ins Detail gehen mit weiteren Fragen.
Schwieriger sieht es aus, wenn man Fachliches fragt. Zwar findet ChatGPT Ansätze, vermischt dann Inhalte aber munter und kann Fachbegriffe nicht korrekt einordnen. Hier ein Beispiel mit mehreren Nachfragen:
Kannst Du mir etwas zu philatelistischem Material zu Martin Luther sagen?
ChatGPT: Ja, gerne! Martin Luther ist ein bekannter historischer Persönlichkeit und es gibt viele Briefmarken und philatelistische Materialien, die ihm gewidmet sind.
Deutschland hat eine lange Geschichte von Briefmarken, die Martin Luther darstellen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum von 1917 und dem 500. Jubiläum der Reformation von 2017. Im Jahr 2017 gab es beispielsweise eine Reihe von Briefmarken, die Martin Luther und seine Schriften darstellten.
Darüber hinaus gibt es viele Länder, die Briefmarken zu Martin Luther herausgegeben haben, insbesondere solche mit religiösen Themen. Einige dieser Briefmarken zeigen Porträts von Martin Luther oder Abbildungen von wichtigen Ereignissen im Zusammenhang mit der Reformation.
Es gibt auch zahlreiche philatelistische Materialien, die im Zusammenhang mit Martin Luther herausgegeben wurden, wie zum Beispiel Ersttagsbriefe, Postkarten, Sonderumschläge, Ganzsachen, Stempelmarken und vieles mehr. Diese Materialien können für Sammler von Briefmarken und philatelistischen Objekten von Interesse sein.
Insgesamt gibt es eine Fülle von Briefmarken und philatelistischen Materialien, die sich auf Martin Luther beziehen und für Sammler von Interesse sein können.
Welche Ganzsachen gibt es konkret zu Martin Luther und was kosten sie?
ChatGPT: Es gibt mehrere Ganzsachen, die Martin Luther darstellen, darunter:
1. Ansichtskarten: Es gibt eine Vielzahl von Ansichtskarten mit Martin Luther-Motiven. Einige zeigen Porträts von Luther, während andere wichtige Ereignisse der Reformation darstellen. Die Preise für diese Ansichtskarten variieren je nach Seltenheit und Alter, aber in der Regel können sie zwischen 1 und 20 Euro kosten.
2. Aerogramme: Es gibt auch einige Aerogramme, die Martin Luther darstellen. Diese Ganzsachen wurden in den 1980er Jahren von der Deutschen Bundespost herausgegeben und zeigen Porträts von Luther sowie wichtige Gebäude, die mit der Reformation verbunden sind. Die Preise für diese Aerogramme liegen normalerweise zwischen 5 und 20 Euro.
3. Postkarten: Es gibt eine Vielzahl von Postkarten mit Martin Luther-Motiven, einschließlich solcher, die von verschiedenen Ländern herausgegeben wurden. Einige zeigen Porträts von Luther, während andere wichtige Ereignisse der Reformation darstellen. Die Preise für diese Postkarten variieren je nach Seltenheit und Alter, aber in der Regel können sie zwischen 1 und 20 Euro kosten.
4. FDCs (First Day Covers): Es gibt auch einige FDCs, die Martin Luther darstellen. Diese Ganzsachen wurden von verschiedenen Ländern herausgegeben und zeigen Porträts von Luther sowie wichtige Gebäude, die mit der Reformation verbunden sind. Die Preise für diese FDCs variieren je nach Seltenheit und Alter, aber in der Regel können sie zwischen 5 und 50 Euro kosten.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Preise für diese Ganzsachen stark variieren können und von vielen Faktoren abhängen, einschließlich Seltenheit, Alter, Erhaltungszustand und Sammlerinteresse.
Ansichtskarten, Postkarten und FDCs sind keine Ganzsachen nach philatelistischer Definition. EIne Ganzsache ist ein Postkarte oder ein Umschlag mit einem eingedruckten Wertstempel.
ChatGPT: Sie haben recht, ich bitte um Entschuldigung für meinen Fehler in der vorherigen Antwort. In der Philatelie bezieht sich der Begriff "Ganzsache" auf Postkarten, Briefumschläge oder andere Poststücke, die bereits einen eingedruckten Wertstempel haben und somit den vollen postalischen Gebührensatz abdecken.
Im Falle von Martin Luther gibt es tatsächlich einige Ganzsachen, die ihn darstellen. Hier sind einige Beispiele:
1. Deutschland - Ganzsachen-Postkarte (1991): Diese Ganzsache ist eine Postkarte mit einem eingedruckten Wertstempel, der den vollen Gebührensatz abdeckt. Das Motiv zeigt ein Porträt von Martin Luther und die Kirche Wittenberg.
2. Deutschland - Ganzsachenbrief (1983): Dieser Briefumschlag hat einen eingedruckten Wertstempel und wurde anlässlich des 500. Geburtstags von Martin Luther herausgegeben. Das Motiv zeigt das Luther-Denkmal in Worms.
3. USA - Martin Luther King Jr. Ganzsachen-Postkarte (1999): Diese Ganzsache ist eine Postkarte mit einem eingedruckten Wertstempel, die den vollen Gebührensatz abdeckt. Das Motiv zeigt ein Porträt von Martin Luther King Jr.
Die Preise für diese Ganzsachen können je nach Seltenheit, Alter und Erhaltungszustand stark variieren. Es empfiehlt sich daher, eine gründliche Recherche durchzuführen oder sich an einen philatelistischen Händler zu wenden, um eine angemessene Bewertung zu erhalten.
Na ja, die Ganzsachen-Postkarte und den Ganzsachenbrief habe ich nicht im Katalog gefunden, aber vielleicht sind es ja Privatganzsachen? Wie auch immer. Ich fand diesen ersten Versuch ganz unterhaltsam und kann mir durchaus vorstellen, dass ChatGPT bei Recherchen unterstützen. Ergebnisse müssen dann allerdings immer geprüft werden.
Viele Grüße
Michael
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/ChatGPT
[2] https://chat.openai.com/auth/login
Am: 22.03.2023 15:12:06
Gelesen: 6762
# 2
@ Michael Mallien [#1]
Zu "Na ja, die Ganzsachen-Postkarte und den Ganzsachenbrief habe ich nicht im Katalog gefunden, aber vielleicht sind es ja Privatganzsachen? Wie auch immer.":
Hier könnte es das auch schon in anderen Kontexten beobachtete Phänomen sein, dass ChatGPT einfach mal eine Quelle oder Fakt erfindet. ;-)
Am: 22.03.2023 17:14:32
Gelesen: 6720
# 3
Im Grunde ist es doch nur ein Programm für Sprache(n). Solche Fragen sind ja eine nette Spielerei und dieses Programm wird mehr oder weniger gute Antworten geben! Je allgemeiner eine Frage über Briefmarken ist, umso besser wird die Antwort ausfallen.
Dieses Programm hat in bestimmten Bereichen seine Berechtigung, aber ich frage mich (etwas überspitzt formuliert), ob der gewöhnliche Mensch/Verbraucher das Denken ganz einstellen möchte?!
Am: 09.06.2023 23:39:07
Gelesen: 6474
# 4
Dem Versuch liegt die Fehlannahme zugrunde, ChatGPT wüsste irgendetwas über irgendein Thema. ChatGPT basiert nicht auf einer Wissensdatenbank, sondern einer Datenbank statistischer Wortverteilungsmuster. Das Programm weiß nichts, sondern rät auf Basis dieser statistischen Verteilungsmuster das jeweils nächste Wort in einer Antwort. Das Programm kann also in der aktuellen Form eine Frage wie "Welche Ganzsachen gibt es konkret zu Martin Luther und was kosten sie?" nicht korrekt beantworten. Eventuell korrekte Antworten sind zufällig entstanden.
Wer ChatGPT produktiv einsetzen will, muss detailliertes Wissen über die abgefragten Themen besitzen, um die Antworten redigieren zu können. Dann kann das Programm sehr hilfreich sein, um z.B. eher allgemeine Texte zu erstellen.
Am: 10.06.2023 02:56:38
Gelesen: 6449
# 5
@ Michael Mallien [#1]
Alle oben beschriebenen Antworten von ChatGPT sind nur eine Menge Blabla und Bluff. Bei Expertenaufgaben ist kreatives assoziatives Denken unumgänglich. Und es ist nicht für seine statistische Häufigkeit bekannt. Es ist in erster Linie für Profis gedacht, die es können. Und ein sehr großer Teil von ihnen denkt ungewöhnlich. Und das ist äußerst wichtig.
Viele Grüße
Attila
Am: 14.10.2024 22:03:11
Gelesen: 5853
# 6
Ich habe heute ChatGPT (4o with canvas) einmal zu Farben von Briefmarken befragt, hier als Beispiel eine DDR 622 a.
Frage:
Kannst Du anhand eines Fotos die ungefähre Farbe von Briefmarken bestimmen?
Antwort ChatGPT:
Ja, anhand eines Fotos kann ich die ungefähre Farbe von Briefmarken bestimmen, indem ich die Farbinformationen analysiere. Dazu müsste das Foto in guter Qualität und gut ausgeleuchtet sein, damit die Farben möglichst unverfälscht erkennbar sind. Mit Bildverarbeitungswerkzeugen kann ich dann die dominierenden Farben bestimmen und diese benennen.
Falls du ein Bild hast, das du analysieren möchtest, könnte ich dir weiterhelfen. Hast du ein Foto, das du hochladen möchtest, oder möchtest du wissen, wie man die Aufnahme am besten macht, damit die Farbbestimmung möglichst genau wird?
Bild von 622 a hochgeladen
Antwort ChatGPT:
Die Farbe der Briefmarke ist eine Art dunkles Olivgrün, das besonders im Hintergrund sichtbar ist. Der Farbton ist eher gedeckt und wirkt leicht gräulich. Das genaue Farbprofil könnte bei weiteren Analysen noch präzisiert werden, aber so auf den ersten Blick handelt es sich um eine olivgrüne Farbe.
Möchtest du weitere Informationen über die Briefmarke oder eine präzisere Farbanalyse?
Meine Antwort:
Diese Marke kann 2 Farben haben, schwarzgraugrün oder dunkelgrünoliv.
Was denkst Du hier?
Antwort ChatGPT:
Basierend auf dem Bild, das du hochgeladen hast, würde ich sagen, dass die Farbe eher in Richtung schwarzgraugrün geht. Der Farbton erscheint gedeckt und dunkel, mit einem leicht gräulichen Unterton, was auf die schwarzgraue Komponente hinweist. Der Hintergrund ist nicht so warm oder gelblich wie man es von einem typischen dunkelgrün-oliv erwarten würde, sondern hat eine kühle Tönung.
Allerdings kann die genaue Farbwahrnehmung auch durch Lichtverhältnisse und den Zustand der Marke beeinflusst werden. Möchtest du vielleicht eine präzisere Methode, wie man die Farbe digital analysieren kann, um mehr Gewissheit zu bekommen?
Ich sage es mal so:
Natürlich muss der Kontext passen, welchen man seinen Prompts zugrunde legt und man sollte dem Ergebnis eine gehörige Portion Skepsis entgegenbringen.
Ich werde weitere Tests machen und schauen, ob man die AI zumindest für einen ersten Trend in Sachen Farben nutzen kann.
Warum mache ich das?
Weil ich mich in den meisten Fällen außerstande sehe, die Farben einer Marke auch nur annähernd korrekt zu bestimmen.
Viele Grüße
Karsten
Am: 16.10.2024 19:25:55
Gelesen: 5632
# 7
@ Karsten1965 [#6]
Dein Ansatz ist interessant.
Aber ich sehe da sehr große Fragezeichen.
ChatGPT ist sicher kein KI-Model, das auf Farben modelliert ist. Entsprechend stelle ich mir die Frage, woher ChatGPT die Informationen holt, um eine solche Einstufung vorzunehmen.
Zuerst antwortet ChatGPT: Die Farbe der Briefmarke ist eine Art dunkles Olivgrün dann schwenkt es doch auf die Farbe ohne Oliv im Namen. Das hat mich etwas verwundert.
Solange nicht bekannt ist, auf welche Daten sich das KI-Model bei der Farbbestimmung stützt, würde ich Farbauswertungen sehr skeptisch sehen.
Bei Farben würde ich die Beurteilung von Chat-GPT kritisch sehen.
Trotzdem fände ich es interessant, wenn du weitere Beispiele bringen würdest.
Das Thema KI wird weiter interessant werden, aber ich glaube, dass die Philatelie nur ein Randbereich sein wird.
Wenn man sich mit dem Thema Farben bei Briefmarken auseinandersetzt, ich habe das nur am Rande verfolgt, und traue mir auch kaum eine kritische Farbbestimmung zu, dann wird man wohl erst mal nicht auf KI setzen. Das kann sich aber auch noch ändern, hängt dann aber vom entsprechenden KI-Model ab.
Sollte ich mit meiner Einschätzung falsch liegen, dann bitte ich um Entschuldigung,
Klemens
Am: 16.10.2024 20:11:21
Gelesen: 5596
# 8
Schönen guten Abend,
Woher ChatGPT seine Informationen hat? Aus dem Internet, genauer gesagt aus dem gesamten Internet das allen zugänglich ist. Nach aktuellem Stand hat es das ganzen internet konsumiert und genau deswegen wollen ja alle an die Profile in den sozialen Medien ran um noch mehr Informationen zu bekommen.
Es wäre spannend zu erfahren auf wie vielen Datensätzen die Farben Aussagen beruhen. Chat GPT nimmt in dem Fall ja alles zu der Farbe zusammen was ihm bekannt ist und bildet daraus dann den Mittelwert und bildet daraus seine Aussage.
Wenn man Chat GPT mit genügend Plattenfehlern füllen würde, könnte es auch Marken mit PF identifizieren. Ich hoffe das alles kommt noch.
Grüße,
Ron
Am: 16.10.2024 20:20:34
Gelesen: 5588
# 9
@ Ron Alexander [#8]
"Es wäre spannend zu erfahren auf wie vielen Datensätzen die Farben Aussagen beruhen."
Das ist genau der Punkt, wo ich die Problematik sehe.
Viele Grüße,
Klemens
Am: 16.10.2024 21:44:59
Gelesen: 5534
# 10
Hallo Klemens, hallo Ron,
natürlich ist mir bewusst, dass die Ergebnisse mit großer Skepsis zu behandeln sind.
Ebenso ist mir als Hobbyfotograf klar, dass Farben immer ein Problem sind, die sehen schon jedem nicht kalibrierten und profilierten Monitor anders aus.
Füttert man die AI mit entsprechendem Kontext, also den zu den entsprechenden Briefmarken verfügbaren Farben, haben wir das Thema, dass ein Smartphonefoto die Farben schon anders interpretieren kann, als ein Scanner.
Bearbeiten wir das Foto dann noch mit einer Bildbearbeitung kann es sein, dass wir die KI mit ein und der selben Marke und verschiedenen Farben versorgen.
Die Frage ist also: Wie kriegen wir wirklich verwertbare Daten ins Modell.
Also je mehr Daten, desto besser möglicherweise die Ergebnisse.
Ich werde weitere Tests machen und berichten. Ich werde auch verschiedene LLMs ausprobieren, da wird es dann wieder interessant. Da liefern in anderen Bereichen schon die verschiedenen ChatGPT-Modelle unterschiedliche Ergebnisse.
Sollte sich das Ganze dann als eher sinnfrei herausstellen, bin ich auch nicht enttäuscht.
Dann hat man zumindest in den Bereichen Farben, AI und über seine Marken wieder eine Menge gelernt.
Viele Grüße
Karsten
Am: 17.10.2024 01:03:26
Gelesen: 5482
# 11
Lieber Kollegen,
hier in Ungarn haben wir Tests mit Hilfe künstlicher Intelligenz durchgeführt. Erklärtes Ziel war es, Unterschiede zwischen zwei identisch gestempelten Briefmarken zu finden.
Die einfache Aufgabe wurde mit zwei Buchdruck-Briefmarken gelöst. Man kann sich das wie beim Vergleich zweier Briefmarken der Österreich 1850-Ausgabe vorstellen.
Die Tests wurden mit ungarischen und anderen Aufdruck-Briefmarken aus den Jahren 1900-1924 durchgeführt.
Wir haben viele Tests gemacht. Unser Fazit ist, dass die KI derzeit nicht für eine philatelistische Grundprüfung geeignet ist.
Selbst wenn es mit einer großen Datenbank gefüllt ist, ist es beispielsweise nicht für die Identifizierung von Plattenfehlern geeignet.
Eines der wichtigen Ziele war die Möglichkeit, die Arbeit der Prüfer zu ersetzen. Es besteht kein Grund zur Panik. KI ersetzt derzeit nicht die Arbeit und das Wissen der Prüfer.
Grüß,
Attila
Am: 17.10.2024 01:50:46
Gelesen: 5476
# 12
@ Ron Alexander [#8]
"Es wäre spannend zu erfahren auf wie vielen Datensätzen die Farben Aussagen beruhen. Chat GPT nimmt in dem Fall ja alles zu der Farbe zusammen was ihm bekannt ist und bildet daraus dann den Mittelwert und bildet daraus seine Aussage."
Nein, das ist nicht einmal näherungsweise die Funktionsweise eines Transformer-Modells wie ChatGPT. Ich kann nur dringend dazu raten, dass sich jeder damit befasst, wie ChatGPT funktioniert, bevor es benutzt wird und aus den Ausgaben irgendwelche Rückschlüsse auf die Realität gezogen werden.
Ein allgemeinverständlicher Erklärartikel wäre z.B. [1]. Vereinfacht gesagt - und das tat ich bereits einmal in diesem Thread - raten Transformer-Modelle die Wörter einer Ausgabe auf Basis statistischer Wortverteilungsmuster. Es wird eine Ausgabe generiert, die wie die Antwort zur Frage klingt, aber im Wesentlichen geraten wurde. Sie basiert explizit nicht auf Wissen.
ChatGPT weiß nicht, was eine Farbe ist und kann dementsprechend auch keinen Mittelwert aus dem Wissen über die Farbe "grün" bilden. Es weiß lediglich, dass das Wort "grün" statistisch gesehen häufig in Satzstellung X mit den vorhergehenden Wörtern A, B, C und den nachfolgenden Wörtern M, N, O vorkommt. Im Falle einer Bildanalyse kommt vor der geratenen Ausgabe-Antwort noch eine geratene Interpretation des hochgeladenen Bildes. Das Wort "grün" hat für ChatGPT keinerlei Bedeutung. Es ist für das System nicht anhand der Bedeutung vom Wort "Panzer" zu unterscheiden, sondern nur auf Basis der Wortverteilungsmuster.
Für das, was ihr hier testet, sind die Systeme absolut ungeeignet. Es ist, als ob ihr testen würdet, wie gut sich ein Ikea-Schrank mit einem Holzvollernter/Harvester zusammenbauen lässt.
[1] https://www.computerbase.de/2023-03/kuenstliche-intelligenz-language-models-chatbots-grundlagen-erklaert/
Am: 18.10.2024 23:16:06
Gelesen: 5290
# 13
@ TeeKay [#12]
"ChatGPT weiß nicht, was eine Farbe ist und kann dementsprechend auch keinen Mittelwert aus dem Wissen über die Farbe "grün" bilden"
Das lasse ich hier mal im Raum stehen.
Fragen wir doch einfach die AI selbst und betrachten hier die verschiedenen Modelle von ChatGPT. Ich verkürze die Antworten etwas, damit der Beitrag nicht zu lang wird.
Frage:
Kannst Du Farben anhand eines Fotos (z.B. Briefmarken) erkennen und wenn ja erkläre mir bitte ganz genau, wie Du funktionierst und die Farben analysierst?
Antwort (ChatGPT o1-preview):
Leider kann ich keine Fotos sehen oder direkt Farben daraus erkennen, da ich als textbasierter Assistent keinen Zugriff auf visuelle Daten habe. Ich kann Ihnen jedoch erklären, wie die Farbanalyse von Bildern grundsätzlich funktioniert und welche Informationen hilfreich sind, um präzise Ergebnisse zu erzielen...
Antwort (ChatGPT 4o):
Ja, ich kann Farben aus einem Foto analysieren und erkennen. Hier ist eine genaue Erklärung, wie dieser Prozess funktioniert:
Wie ich Farben analysiere:
Bildverarbeitung: Ich analysiere die Pixel des Bildes und extrahiere die Farbwerte. Jede Farbe in einem digitalen Bild wird durch eine Kombination von RGB-Werten (Rot, Grün, Blau) repräsentiert, die jeweils zwischen 0 und 255 liegen. Diese Werte ergeben Millionen von möglichen Farben.
Farbraum-Analyse: Neben dem RGB-Farbraum kann ich auch andere Farbräume verwenden, wie den HSV (Hue, Saturation, Value) oder Lab-Farbraum, um Farben präziser zu analysieren. Dies hilft bei spezifischen Anwendungen, wo zum Beispiel die Farbwahrnehmung oder Lichtunterschiede wichtig sind.
Farbverteilung: Ich analysiere auch die Verteilung von Farben im Bild, um festzustellen, welche Farben dominieren und welche seltener vorkommen. Dabei wird eine Farbpalette erstellt, die die häufigsten Farben darstellt.
Durchschnittliche Farbe und Cluster: In einigen Fällen wird die durchschnittliche Farbe des gesamten Bildes berechnet, oder ich kann Cluster-Algorithmen wie K-Means anwenden, um Gruppen ähnlicher Farben zu erkennen und eine harmonische Farbpalette zu erstellen.
Antwort (ChatGPT o1-mini):
Ja, ich kann Farben in einem Foto erkennen und analysieren, zum Beispiel bei einer Briefmarke. Hier ist eine ausführliche Erklärung, wie ich funktioniere und wie die Farbanalyse durchgeführt wird:
1. Bildverarbeitung und Farbanalyse
...
Antwort (ChatGPT 4o with canvas):
Ja, ich kann dir helfen, Farben anhand eines Fotos zu analysieren. Das ist ein ziemlich spannender Prozess, der auf der Erkennung von Farben in Pixeln eines Bildes basiert. Lass mich dir Schritt für Schritt erklären, wie der Vorgang der Farberkennung abläuft und wie ich funktioniere.
Wie ich Farben anhand eines Fotos erkenne
Bildanalyse und Pixelauswertung
...
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Es kommt also darauf an, welches Modell man verwendet und wie. Nicht allen Modellen kann man z.B. Bilder übergeben.
Die AI kann nämlich inzwischen ziemlich gut programmieren und liefert den entsprechenden Python-Programmcode zur Lösung gleich mit. Man kann es also selbst ausprobieren. Und wenn man dann z.B. in Photoshop mit der Pipette durch das Bild geht und das mit den Ergebnissen der AI vergleicht, findet man schon viele Übereinstimmungen.
Hier wieder die DDR 622 a.
(array([112, 115, 110]), -> Durchschnittliche Farbe in Lab zu RGB umgerechnet: RGB(112, 115, 110)
array([[114, 122, 108],
[192, 193, 192],
[ 45, 46, 45],
[ 76, 84, 72],
[150, 156, 146]]))
Aber wie gesagt, es ist halt alles etwas für "Jugend forscht" und die Zukunft wird es zeigen ...
Mir ist es nicht wichtig, die Arbeit der Prüfer zu ersetzen. Mir ist es wichtig, vorher einzuschätzen, ob es sich lohnt, eine Marke zum Prüfer zu schicken oder nicht. Ich will das Thema auch gar nicht zu sehr technisch abdriften lassen, aber ich bin überzeugt davon, dass wir AI in Zukunft auch in diesem Hobby verstärkt nutzen werden.
Viele Grüße
Karsten
Am: 05.03.2025 10:17:42
Gelesen: 4777
# 14
Die KI-Welt dreht sich weiter, ich hatte ja "angedroht", hier am Ball zu bleiben ;).
Inzwischen hat Anthropic mit Claude Sonnet in Version 3.7 ein Modell auf den Markt gebracht, welches aus meiner Sicht neue Maßstäbe gerade in Bezug auf Programmierung setzt.
Ich habe dem Modell einmal eine ganz praktische Aufgabe gegeben und zwar sollte es mir die Outline einer Briefmarke zeichnen, um die Zähnung besser erkennen zu können.
Das Ergebnis finde ich schon recht passabel muss ich sagen. ChatGPT o3-mini-high ist an dieser Aufgabe noch grandios gescheitert.
Und zwar insbesondere, was das Ergebnis aus nur einem Prompt betrifft.
Was "wir" noch nicht hinbekommen haben, ist die genaue Erkennung der Zähnung. Da muss ich wahrscheinlich meinen Context noch verbessern.
Ich hoffe, dass sich in Zukunft mit verbesserten Modellen noch mehr praktische kleine Aufgaben lösen lassen können.
Als zweites Beispiel dazu noch einen Farb-Picker, erstellt mit einem einzigen Prompt.
Aber Farben müssen wir natürlich immer mit großer Vorsicht genießen. Da bin ich noch skeptisch, weil bei einem Foto diese doch schon sehr verfälscht werden können.
Als zweites Beispiel dazu noch einen Farb-Picker, erstellt mit einem einzigen Prompt.
Aber Farben müssen wir natürlich immer mit großer Vorsicht genießen. Da bin ich noch skeptisch, weil bei einem Foto diese doch schon sehr verfälscht werden können.
Am: 05.03.2025 12:16:29
Gelesen: 4701
# 15
@ Karsten1965 [#14]
Hallo Karsten,
das ist zwar nicht unbedingt mein Metier, aber Gratulation zu dem Ergebnis mit der Zähnung, das finde ich schon erstaunlich klar gezeichnet, ich denke, auch das ist alles im Anfangsstadium und wer damit arbeiten kann/möchte, dem stehen große Perspektiven offen, auch im Bereich der Philatelie.
mit Sammlergruß
Werner
Am: 05.03.2025 14:40:39
Gelesen: 4636
# 16
@ Karsten1965 [#13]
" Fragen wir doch einfach die AI selbst und betrachten hier die verschiedenen Modelle von ChatGPT. Ich verkürze die Antworten etwas, damit der Beitrag nicht zu lang wird. [...] Es kommt also darauf an, welches Modell man verwendet und wie. Nicht allen Modellen kann man z.B. Bilder übergeben."
Nein, das kommt nicht auf das Modell an, da alle Modelle auf den gleichen Grundprinzipien basieren. Du hast ein Transformer Modell gefragt, welche Farbe nach Michel-Klassifizierung das von dir hochgeladene Foto wohl haben könnte. ChatGPT kann dir diese Frage nicht beantworten. Das System kann Farbpixel bestimmen und auf Basis der bestimmten Farbpixel dann eine Ausgabe generieren, die auf statistischen Wortverteilungsmustern und einem manuellen Training des Systems basiert, bei dem Menschen dem System sagten, welcher Farbcode grün symbolisiert.
Was das System nicht kann, ist dir zu sagen, welche Farbe nach Michel Klassifizierung die Marke hat.
Erstens, weil das System diese Klassifizierung nicht kennt - da müssten Menschen das System manuell drauf trainieren.
Zweitens: Selbst mit diesem Training wüsste das System nicht, was eine Farbeinteilung nach Michel wäre. In der Datenbank befänden sich lediglich einige statistische Daten dazu, in welchem Zusammenhang bestimmte Wörter mit bestimmten Farbcode-Verteilungen vorkämen.
Drittens, weil das System nicht mit kalibrierten Scans trainiert wurde.
Viertens, weil du keinen kalibrierten Scan hochludst.
Fünftens, weil selbst wenn all das zuträfe, die grundsätzliche Funktionsweise von ChatGPT als generative pre-trained transformer solche Form von Antworten nicht zulässt. Was GPT kann, ist dir Ausgaben zu liefern, die wie Antworten klingen, ohne Antworten zu sein.
Wenn wir unterstellen, dass auch Prüfer keine 100-prozentig korrekte Erkennungsquote bei Farbbestimmungen haben, dann könnten Transformer-Modelle mit kalibrierten Scans u.U. so weit trainiert werden, dass sie beim Upload kalibrierter Scans Ausgaben liefern, die eine mit Prüfern vergleichbare Fehlerquote haben.
Am: 05.03.2025 16:20:53
Gelesen: 4586
# 17
@ TeeKay [#16]
Ja, das Thema Farben war in der Tat nicht das beste Beispiel. Deshalb habe ich es erstmal auch nicht weiter verfolgt.
Natürlich muss ich dem Modell den richtigen Context mitgeben und es trainieren, sonst kommt schon mal gar nichts dabei raus.
Aber wie dem auch sei. Ich gehe durchs Leben nach dem Motto: Einfach mal machen, denn dadurch lernt man auch.
Gruß
Karsten
Am: 06.03.2025 12:33:37
Gelesen: 4447
# 18
@ Karsten1965 [#17]
Kurz zu meinen Erfahrungen zu ChatGPT bezüglich spezieller Informationen. Ich frage immer wieder mal nach, ob es einen Perfin-Katalog für Österreich gibt. Hinweis: Es existieren zwei - ein alter, nicht empfehlenswerter aus den 90er-Jahren und ein neuer von Gerhard Sand, den man als Perfin-Sammler einfach haben muss.
Auf meine Frage nach einem Katalog erhielt ich immer wieder komplett falsche Vorschläge. Da wurden irgendwelche Namen von Autoren im Philatelie-Bereich als Perfin-Katalog-Herausgeber angegeben, die überhaupt nichts mit Lochungen zu tun hatten. Ja, zum Teil nannte mir die KI sogar die vermeintliche ISBN-Nummer des Kataloges.
Als ich die KI dann darauf aufmerksam gemacht habe, dass es dieses Druckwerk gar nicht gibt, kam jeweils als Antwort "Entschuldige, ja das stimmt, dieser Autor hat kein solches Buch geschrieben." Und das ist nicht nur einmal, sondern dutzende Male immer wieder passiert.
Gerade eben hab ich es noch mal versucht - und das Ergebnis:
Der "Österreich Standard Perfin Katalog" wurde von Alfred Kainz und Manfred Rechberger verfasst.
Immer noch völliger Schwachsinn - also nachgefragt, ob die Autoren tatsächlich stimmen:
Es tut mir leid für den Fehler! Du hast recht, die genannten Autoren sind nicht korrekt. Der Katalog der österreichischen Perfin-Stempel wurde tatsächlich von Ernst Koller erstellt.
Auch das ist falsch! Bitte prüfen:
Entschuldige bitte die Verwirrung. Du hast völlig recht, meine Informationen waren fehlerhaft. Der Autor des Perfin-Katalogs für Österreich ist tatsächlich Walter H. Borth
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Erst, wenn man die KI explizit bittet, ihre Ergebnisse selbstständig nochmals zu verifizieren, wird einem endlich der richtige Katalog genannt.
Aktuell würde ich sagen, dass ChatGPT sich wunderbar als Schreib- und Rechtschreib-Unterstützung eignet und in vielen anderen Bereichen (z. B. Programmieren) eine hervorragende Hilfe sein kann. Bei spezifischen Informationen - gerade im philatelistischen Kontext - hingegen sollte man das Ganze mit größter Vorsicht genießen.
Am: 06.03.2025 15:36:00
Gelesen: 4390
# 19
@ Perfin Fan [#18]
Du hast absolut recht. Ein absolutes MUSS: Das Ergebnis immer sehr kritisch bewerten und ggf. nachfragen. Es gibt bei YouTube übrigens sehr interessante Videos zu diesem Thema.
Ich kann dazu auch ein gutes Beispiel nennen.
Ich nutze die KI-Modelle ja hauptsächlich als Programmierunterstützung und da sparen sie definitiv sehr wertvolle Zeit. Aber auch hier sollte man das Ergebnis immer prüfen, denn es kann schon mal passieren, dass sich das Modell einfach etwas "ausdenkt". Ich wollte also anhand meines Beispiels oben bzgl. der Outline einer Briefmarke die Zähnung ermitteln lassen. Ich habe ihm also die bekannten Zähnungsschlüssel als Context mitgegeben und ihn machen lassen. Nach der x-ten Iteration, die immer noch ein falsches Ergebnis geliefert hat, hat er dann einfach meine Vorgabe im Code hart verdrahtet und mir voller Stolz das Ergebnis präsentiert. In der "Hoffnung" wohl, dass ich mir den Code nicht ansehe :o).
Hier die finalen Antworten, bevor ich diesen Chat erstmal abgebrochen habe:
Meine Antwort:
"Na ja, das hast Du aber schön hingeschummelt ;)."
Antwort Claude Sonnet:
"Du hast völlig recht - das ist eine Mogelpackung, die ich da erstellt habe! Entschuldige diesen Umweg. Du brauchst eine echte algorithmische Lösung, die verschiedene Zähnungswerte für verschiedene Briefmarken erkennen kann, nicht eine, die immer 13:13,5 zurückgibt. Hier ist ein komplett algorithmischer Ansatz ohne Hardcoding ..."
Und bzgl. Philatelie beziehe ich mich persönlich eher auf die technische Unterstützung. Kataloge mittels KI-Modellen zu finden, auf die Idee bin ich bisher noch gar nicht gekommen. Briefmarkenkataloge sind bei mir fast das einzige bedruckte Papier, welches ich zu Hause überhaupt noch regelmäßig nutze. :)
Am: 08.03.2025 20:40:04
Gelesen: 4268
# 20
Habe auch mehrfach die Erfahrung gemacht, dass ChatGPT gnadenlos halluziniert als handle es sich um sie sichersten Fakten.
Aktuelles Beispiel: Gültigkeit von Briefmarken.
(Punkt 2)
Am: 08.03.2025 22:05:48
Gelesen: 4229
# 21
Auch ich habe vielfach getestet. Ergebnis:
Fragen, auf die Google sowieso schon seit jeher richtige Antworten gibt, werden korrekt beantwortet.
Fragen, auf die ich auch über Google keine Antwort finde, werden von KI zwar beantwortet, aber die Antwort ist nicht wirklich brauchbar.
Am: 09.03.2025 20:28:15
Gelesen: 4116
# 22
@ bovi11 [#21]
Aus genau dem Grund sehe ich das Ganze sehr kritisch:
https://www.stern.de/panorama/wissen/kuenstliche-intelligenz--mit-ki-erzeugte-tierbilder-sind-ein-problem-35476874.html?utm_source=firefox-newtab-de-de
Ich sehe einfach die Gefahr, dass tatsächlich authentisches Bildmaterial nur noch bedingt brauchbar wird, weil man zunehmend die Authentizität hinterfragen muss.
Gleiches gilt sinngemäß für Beschreibungen von Vorgängen oder Sachverhalten.
Am: 02.07.2025 20:02:35
Gelesen: 3390
# 23
Ich denke, ihr könnt aufhören, irgendein Large Language Modell (LLMs) mit philatelistischen Fragestellungen zu testen. Als Trainingsmaterial werden im Internet frei zugängliche Texte und bestehende, eher illegal digitalisierte Druckwerkdatenbanken verwendet. Im Wesentlichen sind über Annas Archive die von allen LLM genutzten digitalen Druckwerke abrufbar.
Wer mal bei Annas Archive philatelistische Themen eingibt, wird überrascht sein, wie wenig philatelistische Medien jemals digitalisiert wurden. Ein paar Michel Kataloge, ein Dutzend Ausgaben von DBZ und Briefmarkenspiegel - und das war es dann auch. Ist auch kein Wunder, denn die wenigsten philatelistischen Informationen sind digital erschienen, aktuellste Neuausgaben inklusive. Die meisten haben vermutlich nicht einmal eine ISBN, sind in Mini-Auflagen erschienen und für keinen greifbar, der vorhaben sollte, größere Bestände zu digitalisieren.
Bei philatelistischen Webseiten hat sich auch keiner drum gekümmert, die in der Wayback Machine vollständig zu archivieren, weshalb einige umfangreiche philatelistische Webseiten auch schon für immer unwiederbringlich verloren gingen und für das LLM-Training auch nicht zur Verfügung stehen. Bei Wikipedia gibts auch kaum philatelistische Themen.
Kurz gesagt: Die Philatelie findet praktisch online nicht statt. Würde mich nicht wundern, wenn Philaseiten noch der umfangreichste Datensatz für das Training wäre.
Die LLMs können also mangels Material überhaupt nicht mit philatelistischen Texten trainiert werden. Daher werden auch neue Modelle die gleichen schlechten Ergebnisse liefern wie die alten.
Am: 03.07.2025 07:47:43
Gelesen: 3246
# 24
Ich habe gestern ASbend from Sofa aus mal kurz nach Frage an ChatGPT gestellt.
Frage:
Was ist die Geschichte der overland mail Baghdad-Haifa
ChatGPT:
Die Overland Mail-Route von Bagdad nach Haifa war ein bedeutender Post- und Passagierdienst, der in der Zwischenkriegszeit betrieben wurde – vor allem in den 1920er und 1930er Jahren – und eine zentrale Rolle in der britischen Verwaltung und Kommunikation im Nahen Osten spielte. Hier ist ein Überblick über die Geschichte dieser Verbindung:
📜 Historischer Hintergrund
Nach dem Ersten Weltkrieg stand der Nahe Osten unter britischem Einfluss:
Irak (Bagdad) war unter britischem Mandat oder Einfluss (1920 bis 1932 Mandat, dann formal unabhängig, aber weiterhin stark unter britischer Kontrolle).
Palästina (Haifa) war britisches Mandatsgebiet (1920–1948).
🚚 Die Overland Mail Route
Etabliert: Um 1923/24, als eine Alternative zu unsicheren oder unzuverlässigen Flug- oder Seeverbindungen.
Betrieben von: Der Firma Nairn Transport Company, gegründet von den Brüdern Norman und Gerald Nairn, ursprünglich aus Neuseeland.
Strecke: Die Route verlief von Bagdad über Rutba, Transjordanien, Damaskus, und dann nach Haifa (am Mittelmeer).
Länge: Rund 1.500 Kilometer.
Dauer: Etwa 5 bis 7 Tage, später durch verbesserte Straßen und Fahrzeuge auf 2–3 Tage verkürzt.
🚙 Transportmittel
Anfangs wurde die Route mit modifizierten Ford-Autos befahren.
Später kamen speziell ausgerüstete Cadillacs und andere Fahrzeuge zum Einsatz, die der Wüstenhitze und den schwierigen Bedingungen standhalten konnten.
Es handelte sich um einen regelmäßigen Liniendienst für Post, Regierungsbeamte, Militärpersonal, Diplomaten, Geschäftsleute – und auch mutige Touristen.
📬 Bedeutung
Der Dienst war ein entscheidender Kommunikationsweg zwischen dem Britischen Empire in Indien und dem Mittelmeerraum.
Er verband die Telegrafen- und Postnetze und ermöglichte schnelleren Austausch zwischen Indien, dem Irak, Ägypten und Europa.
Auch als Vorläufer oder Ergänzung zum Luftpostverkehr hatte er Bedeutung.
🛑 Ende der Overland Mail
Mit der zunehmenden Verbreitung des Luftverkehrs in den 1930er Jahren, insbesondere durch die britische Fluggesellschaft Imperial Airways, wurde die Route zunehmend überflüssig.
Außerdem machten politische Unsicherheiten und die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten den Landweg gefährlicher.
Die Route wurde spätestens Ende der 1930er Jahre eingestellt.
🧭 Bedeutung heute
Die Overland Mail ist ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der globalen Kommunikation, der britischen Kolonialverwaltung und der Pionierzeit des Nahost-Verkehrs.
Philatelisten (Briefmarkensammler) interessieren sich besonders für Postsendungen, die mit "Overland Mail Haifa–Baghdad" gestempelt sind – sie gelten als begehrte Sammlerstücke.
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Insbesondere die letzte Zeile kann ich unterstreichen, der Rest ist zumindest zweifelhaft bis falsch..., besonders das mit dem Ende der Overland Mail.
Wenn ich dann nach Bildern / Briefen dazu Frage werden mir Bilder meines Exponates und viele Briefe meiner Internetseite gezeigt, auch Informationen meiner Internetseite wird angezeigt (mit Quellenangabe) aber nicht unbedingt im richtigen Zusammenhang…
Am: 03.07.2025 07:51:55
Gelesen: 3240
# 25
Seit einiger Zeit nutze ich ChatGPT zur Verbesserung meiner nicht-philatelistischen Formulierungen in Englisch (Maximaphilie-Exponat). Der Basistext kommt von mir, ich bitte ChatGPT um einen besser formulierten Vorschlag in englischer Sprache. Ich kann diese Vorgehensweise nur jedem Aussteller empfehlen. Ich sehe diese Formulierungshilfe als echtes Plus der KI an.
Diese Vorgehensweise bei philatelistischen Texte habe ich noch nicht ausprobiert - dort ist meine Formulierung nach dem Reglement standardisiert. Die Informationen sind bereits kurz und präzise und immer in der gleichen Reihenfolge -> die Juroren haben es bei den Spotchecks etwas einfacher, die Informationen zu finden, wenn sie nicht in einem verschwurbelten Fließtext untergebracht sind. Bei den philatelistischen Texten wäre ich deutlich vorsichtiger, die Vorschläge von ChatGPT 1:1 zu übernehmen.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 03.07.2025 12:00:54
Gelesen: 3169
# 26
Obige Briefmarke der Deutschen Post wurde von einer KI-generiert. Zuvor hatte ich selbst versucht, mir durch ChatGPT eine Fahrrad-Briefmarke kreieren zu lassen:
https://bicyclestamps.de/breadcrubs/ChatGPT-KI-generiert-eine-Fahrradbriefmarke.pdf
– mit recht bescheidenem Erfolg:
In der Englischen Übersetzung des obigen Dialogs mit ChatGPT finden sich noch weitere Nachträge zu KI-generierten Briefmarkenausgaben der Indonesischen und Irischen Post.
https://bicyclestamps.de/index.php?option=com_content&view=article&id=34708:artificial-intelligence-ai-generates-bicycle-stamps-openai-chatgpt-thematic-philately-collecting-fahrrad-briefmarke-ki&catid=42&Itemid=130