Thema:
Fachbuch Basler Tauben
Am: 05.11.2020 19:23:01
Gelesen: 3239
# 1
Tag der Briefmarke in Bern: „175 Jahre Basler Taube“
@ Richard
Das Event wurde leider aus bekannten der Pandemie geschuldeten Gründen abgesagt. Es ist einfach traurig und dieser kulturelle Austausch fehlt uns doch total.
Als Trost und für lange Winterabende gedacht habe ich mir das Buch " BASLER TAUBEN, Historische Briefe 1845 - 1952" von Jean Paul Bach bestellt. Jena Paul Bach ist Mitglied im Concilium Philatelie Helveticae und mir auch bekannt durch seine Auktionen.
Das Buch zeigt in chronologischer Reihenfolge die alten Briefe mit der berühmtesten und wohl schönsten Taube dieser Welt.
Bestellt habe ich das Buch für 36,- SFr. inklusive Porto bei der Swiss Stamp Show GmbH in Rapperswil.
Freue mich auf die Lektüre.
Liebe Grüße
10Parale
Am: 14.11.2023 10:24:49
Gelesen: 2463
# 2
An der Basler Sammlerbörse fand ich bei einem Porzellan-Antiquar in einer extra Schatulle diese schöne Prägekarte vom Zumstein-Verlag. Für wenig Geld liegt sie nun im oben gezeigten Buch von Jean Paul Bach. Dieser war auch mit einem reichen Literatur- und Briefangebot an der Messe vertreten.
Auf Seite 176 des o.g. Buches ist übrigens eine interessante Darstellung über Abstempelungen auf Basler Tauben. Es sind etwa 400 Briefe mit dem Basler Täubchen bekannt. Dort heißt es auch u.a., dass PP, PD und FRANCO Stempel (letzteres in roter Farbe) nur auf losen Marken bekannt sind und Nachforschungen über deren Echtheit noch im Gange sind. Normalerweise finden sich solche Stempel auf nicht frankierten Altbriefen ins Ausland. Ende 2021 werden dazu Ergebnisse veröffentlicht?
Weiß man da schon etwas?
Liebe Grüße
10Parale
Am: 26.03.2025 19:09:20
Gelesen: 2065
# 3
Heute fand ich in einer auf Bücher spezialisierten Brockenstube in Basel diesen wunderschönen Hardcover Band m. Schutzumschlag (148 Seiten), geschrieben 1995 von Jean-Paul Bach und Felix Winterstein über den größten Schatz der Basler Philatelie, der BASLER TAUBE.
Der legendäre Fünfzehnerblock, der ca. 1895 in Basel gefunden worden sein soll (so das Handbuch) und u.a. in der Sammlung von A. Lichtenstein landete (- heute im PTT-Museum?) ist wie viele andere sehenswerte Objekt auf Seite 57 nicht nur abgebildet, sondern plastisch dargestellt, so dass man das Gefühl hat, das echte Stück vor sich liegen zu haben.
Ebenso ist auf Seite 95 der Sonderblock vom 16. Mai 1995 vorhanden und ich glaube fast, der ist echt.
Eine empfehlenswerte Lektüre, die manchen langweiligen Fernsehabend ersetzen könnte.
Liebe Grüße
10Parale
[Redaktionell ergänzt: Bedeutung Brockenhaus / Brockenstube: https://brocki-schumi.ch/uber-uns/geschichte-der-brockenstube/ ]
[Redaktionell ergänzt: Bedeutung Brockenhaus / Brockenstube: https://brocki-schumi.ch/uber-uns/geschichte-der-brockenstube/ ]
Am: 26.03.2025 21:55:02
Gelesen: 2010
# 4
@ 10Parale [#3]
Das ist richtig. Der Gedenkblock - sehr schön - wurde anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums 1995 herausgegeben, bei der grossen Briefmarkenausstellung in Basel, und er wurde dem Buch auch beigegeben.
Und der 15-er-Block ist tatsächlich seit vielen Jahrzehnten in der Sammlung des Postmuseums.
Besonders interessant ist auch, dass die meisten der ganz grossen Spezialitäten vorgestellt wurden, wie die Paare (lose und auf Brief) und die Mischfrankaturen. Mehrere dieser Stücke haben schon sehr viel Geld gekostet, über CHF 100'000, obwohl die Basler Taube ja gar nicht so selten ist. Aber sie war und ist ein Lieblingsstück für Philatelisten, alleine schon wegen ihrer einmalig aufwändigen Herstellung (im Jahre 1845 !!).
ein tolles Buch!
Heinz
Und der 15-er-Block ist tatsächlich seit vielen Jahrzehnten in der Sammlung des Postmuseums.
Besonders interessant ist auch, dass die meisten der ganz grossen Spezialitäten vorgestellt wurden, wie die Paare (lose und auf Brief) und die Mischfrankaturen. Mehrere dieser Stücke haben schon sehr viel Geld gekostet, über CHF 100'000, obwohl die Basler Taube ja gar nicht so selten ist. Aber sie war und ist ein Lieblingsstück für Philatelisten, alleine schon wegen ihrer einmalig aufwändigen Herstellung (im Jahre 1845 !!).
ein tolles Buch!
Heinz
Am: 26.03.2025 22:12:39
Gelesen: 2002
# 5
@ 10Parale [#3]
Es gibt übrigens noch ein drittes sehr ausführliches Werk über die "schönste Briefmarke der Welt"
Werner Herold, ein Basler Sammler, unternahm den Versuch, ALLE Briefe mit einer Basler Taube zu zeigen. Und - anders als bei den Raritäten zum Beispiel aus Alt-Rumänien - bleibt es dabei nicht bei wenigen Stück, sondern die Zahl erreicht locker eine dreistellige Zahl. Ich kann nun im Moment die richtige Zahl nicht nennen und möchte mich nicht mit einer schlechten Schätzung blamieren, aber die Zahl ist ziemlich hoch.
Dargestellt wird alles in einem sehr grossen Ordner, im Loseblatt-Format. Zu vielen Briefen gibt es sehr ausführliche Zusatz-Informationen.
Es ist DIES meines Wissens das UMFANGREICHSTE Buch zur Basler Taube 1845.
Heinz
Heinz
Am: 27.03.2025 09:40:01
Gelesen: 1949
# 6
@ Heinz 7 [#5]
Das erste Werk NUR über die Briefmarke Basler Taube erschien übrigens meines Wissens 1945:
Anton Abele: "Die Basler Taube; Die Briefmarke der Stadtpost Basel 1845", Bühler & Werder AG, Bern, 1945.
In den frühen Werken über die Schweizer Briefmarken (Reuterskjöld, Mirabaud, Zumstein, etc.) wurde die Marke natürlich auch ausführlich behandelt.
Das Werk von Abele umfasste 16 Seiten.
Heinz
Heinz
Am: 28.03.2025 14:30:07
Gelesen: 1865
# 7
@ Heinz 7 [#6]
2018 fand in der Schweiz eine traumhafte Ausstellung statt. Zum 175-Jahr-Jubiläum der Schweizer Briefmarke wurde eine Ausstellung der Extraklasse organisiert, die vom 2.3.2018 bis zum 8.7.2018 dauerte. Dazu wurde ein Büchlein herausgegeben, das auf 108 Seiten viele der wunderbaren Ausstellungsstücke von damals zeigte: Der Präsident der IG Briefmarke, Hans Stöckli, schrieb zur Ausstellung:
" (...) Und dies im Wissen, dass diese Ausstellungsobjekte zusammen einen extremen Wert haben, etwa gleich viel wie 1000 Kilogramm Gold." (siehe Seite 8).
1000 Kilo Gold? - Heute liegt der Wert von einer Tonne Gold bei exakt CHF 87'365'000! Damals, 2018, war es noch deutlich weniger; per 1.3.2018 entnehme ich einer Aufzeichnung der Goldpreise einen damaligen Wert von CHF 40'096, für eine Tonne also gerundet CHF 40'000'000.
Dies scheint mir ebenfalls eine sehr beeindruckende Zahl zu sein für eine relativ kleine Auswahl von philatelistischen Raritäten!
Auf Seite 60+61 kommt auch der weltbekannte ungebrauchte Fünfzehnerblock der Basler Taube zur Darstellung. Man geht wohl nicht falsch in der Annahme, dass der Wert dieser Einheit bestimmt im siebenstelligen Bereich angesetzt wurde: eine Million, 2 Millionen oder noch mehr? Ich weiss es nicht.
Der Block ist ja schon seit 1949 im Besitz des Museums, und wurde meines Wissens nie einzeln an einer Auktion angeboten. Er wurde bekanntlich erst 1909 entdeckt, und kam danach bald in die Sammlung des Briefmarken-Krösus Henry Duveen, von wo er dann an Alfred F. Lichtenstein weiter ging. 1936 kaufte dann der Basler Briefmarkenhändler Ernst Müller die Schweiz-Sammlung Lichtenstein für angeblich 2 Millionen Schweizer Franken. 1936 war das sehr viel Geld.
Da aber nicht nur der Sensationsblock an dieser Ausstellung 2018 gezeigt wurde, sondern mehrere andere Raritäten mit Basler Tauben, ist bestimmt auch der Ausstellungskatalog "EXTREM" (2018) für Liebhaber philatelistischer Literatur zur Basler Taube von Wichtigkeit!
Heinz
Auf Seite 60+61 kommt auch der weltbekannte ungebrauchte Fünfzehnerblock der Basler Taube zur Darstellung. Man geht wohl nicht falsch in der Annahme, dass der Wert dieser Einheit bestimmt im siebenstelligen Bereich angesetzt wurde: eine Million, 2 Millionen oder noch mehr? Ich weiss es nicht.
Der Block ist ja schon seit 1949 im Besitz des Museums, und wurde meines Wissens nie einzeln an einer Auktion angeboten. Er wurde bekanntlich erst 1909 entdeckt, und kam danach bald in die Sammlung des Briefmarken-Krösus Henry Duveen, von wo er dann an Alfred F. Lichtenstein weiter ging. 1936 kaufte dann der Basler Briefmarkenhändler Ernst Müller die Schweiz-Sammlung Lichtenstein für angeblich 2 Millionen Schweizer Franken. 1936 war das sehr viel Geld.
Da aber nicht nur der Sensationsblock an dieser Ausstellung 2018 gezeigt wurde, sondern mehrere andere Raritäten mit Basler Tauben, ist bestimmt auch der Ausstellungskatalog "EXTREM" (2018) für Liebhaber philatelistischer Literatur zur Basler Taube von Wichtigkeit!
Heinz
Am: 02.04.2025 21:27:02
Gelesen: 1754
# 8
@ 10Parale [#1]
Ein wichtiges Fachbuch zur Basler Taube war auch das grosse Handbuch "Die Briefmarken der Schweiz" von 1923/1924, Es war das dritte und umfangreichste Handbuch der Schweiz und behandelte ALLE Schweiz-Marken, der Basler Taube-Teil erstreckt sich auf die Seiten 16-18.
Auf Seite 16 ist der Fünfzehnerblock dieser Briefmarke abgebildet (schwarzweiss).
Die ersten zwei Handbücher wurden vom Firmengründer Ernst Zumstein geschrieben, 1909 und 1914. Zumstein starb 1918, aber der neue Geschäftsführer Arthur Hertsch zeigte ebenfalls grossen Tatendrang. Das Handbuch, über 500 Seiten stark, wurde später nicht mehr überarbeitet, die "Spezial-Kataloge" des Hauses Zumstein wurden deutlich weniger aufwändig hergestellt.
Vor allem die 14 Farbtafeln beeindruckten die Philatelisten sehr. Anbei zeige ich die sechste, einen Halbbogen der Rayon II-Marke gelb.
Der 15er-Block der Basler Taube wurde "nur" als schwarzweiss-Abbildung gezeigt (siehe dazu auch: "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken"; dort ist ein Farbfoto aus dem Buch Bach/Winterstein (vgl. obigen Beitrag 3) gezeigt)
Heinz
Der 15er-Block der Basler Taube wurde "nur" als schwarzweiss-Abbildung gezeigt (siehe dazu auch: "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken"; dort ist ein Farbfoto aus dem Buch Bach/Winterstein (vgl. obigen Beitrag 3) gezeigt)
Heinz
Am: 04.04.2025 10:51:31
Gelesen: 1698
# 9
@ Heinz 7 [#8]
"Die ersten zwei Handbücher wurden vom Firmengründer Ernst Zumstein geschrieben, 1909 und 1914. Zumstein starb 1918, aber der neue Geschäftsführer Arthur Hertsch zeigte ebenfalls grossen Tatendrang. Das Handbuch, über 500 Seiten stark, wurde später nicht mehr überarbeitet, die "Spezial-Kataloge" des Hauses Zumstein wurden deutlich weniger aufwändig hergestellt."
in einem Basler Buchgeschäft, welches nicht auf Briefmarken spezialisiert ist, fand ich diesen alten Zumstein-Katalog von 1928 (bald 100 Jahre alt!), der eine Basler Taube im schönen Original-Dreifarbendruck präsentiert (hier etwas abgenutzt, aber der Katalog ist 100% gut). Ich weiß nicht, ob der Zumstein Katalog diese Taube öfters auf seinen Katalogen präsentierte, aber die Darstellung beweist die Empathie des Hauses für diese wunderbare Marke.
Übrigens wurde die 2 1/2 Rappen Marke 1928 im selbigen Katalog postfrisch mit 1.250,-- und gestempelt mit 1.000 Franken bewertet (Notiz: "der Preis richtet sich nach Relief, Farbe und Rand".).
Der Katalog beginn mit einem Sinnspruch von Johann Wolfgang von Goethe: "Alle denen, die sich mit gewissen Dingen nur aus Liebhaberei beschäftigen, ist mehr daran gelegen, daß sie etwas tun, als daß etwas getan wird."
Der SCAN ist aufgehellt, die Farben deutlich sichtbarer im Original.
Liebe Grüße
10Parale
Liebe Grüße
10Parale
Am: 04.04.2025 16:04:02
Gelesen: 1669
# 10
@ alle
Eine zum Teil kommentierte Literaturschau zum Thema Altschweiz findet man hier: [1]
Ich bin erst letztens auf diese Seiten gestoßen und habe dort viele für mich nützliche Informationen gefunden (Japan, Russland).
Wer diese Seiten noch nicht kennt, der sollte mal ein wenig stöbern.
Diese Seiten sind sehr informativ und hilfreich.
Viele Grüße
Thomas
[1]: https://www.klassische-philatelie.ch/ch/ch_lit_2.html