Gruss
Martin
Thema:
Deutschland: POL-Lochungen
Am: 27.08.2020 22:13:42
Gelesen: 4727
# 1
Da die POL-Lochungen der Polizeibehörden auch im Michelkatalog einige Seiten in Anspruch nehmen, finde ich, das hierfür ein eigenes Thema notwendig ist. Bis vor zwei Jahren hatte ich noch keine dieser Lochungen; und hatte nur registriert, das es verschiedene Lochungen von diesen gibt.
Zum Beginn zeige ich einen Brief aus Berlin nach Utford (damals bei Moers) vom 6.3.1928 mit einem hübschen Stempel mit dem Brandenburger Tor. Frankiert ist der Brief mit einer 5Pf-Dienstmarke (MiNr.D 115) und der 10Pf-Marke (MiNr.390) mit POL-Lochung.
Welche der Lochungstype von Berlin es ist, kann ich leider nicht sagen.
Gruss
Martin
Gruss
Martin
Am: 27.08.2020 22:30:25
Gelesen: 4718
# 2
POL-Lochungen gibt es auch bei Notopfermarken.
POL-gelochte Notopfermarken zählen zu den großen Ausnahmen. Während Marken der Bautenserie 1948 und der Posthornserie recht häufig mit einer POL-Lochung aufgefunden werden, sind die Notopfermarken offenbar nur sporadisch gelocht worden.
Bekannt ist eine Lochungsperiode 1952 bei der Polizeidirektion Essen und eine weitere Ende 1955 bei der Polizeidirektion Oberhausen.
Postfrische Notopfermarken mit POL-Lochung sind aus Frankfurt/Main bekannt. Hierbei könnte es sich um eine Ungültigkeitsmachung dieser Marken nach Ende der Gültigkeit handeln, ehe sie archiviert wurden. Behörden konnten Restbestände nicht einlösen.


Am: 25.01.2023 12:23:46
Gelesen: 3980
# 3


Hallo liebe Sammlerfreunde.
Hier drei Belege aus meiner Sammlung mit POL.Lochungen. Es handelt sich dabei um Dienstpost Vom Polizeiamt der Stadt Bayreuth. Diese Belege dürften echter Bedarf sein, auch wenn bei einem Beleg sogar eine Zuschlagsmarke dabei ist. Es sind die jeweiligen Aktenzahlen rechts unten vermerkt. Bei der Postkarte handelt es sich um einen Vordruck, der von der zur Beantragung eines Führerscheines diente.
Mit freundlichem Gruß: Harry.
Am: 22.04.2023 21:40:46
Gelesen: 3744
# 4
@ bovi11 [#2]
Mein Beleg aus Essen vom 10.10.1955 des Polizeipräsiums Essen an den Regierungspräsidenten in Düsseldorf hat keine Lochung der Notopfermarke, jedoch ist die Heuss-Marke zu 20 PF. (MiNr. 185x) gelocht. PoL-Lochungen aus Essen sind bis 1956 bekannt.
Da die Marken in der Regel mit Handstanzen gelocht wurden und man dabei die Bögen gefalten hat, können die Lochungen auch kopfstehend und spiegelverkehrt vorkommen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Da die Marken in der Regel mit Handstanzen gelocht wurden und man dabei die Bögen gefalten hat, können die Lochungen auch kopfstehend und spiegelverkehrt vorkommen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 27.04.2023 23:28:01
Gelesen: 3714
# 5
Dieser Beleg vom 3.7.37 des Polizeipräsidiums Essen an die Polizeibehörde in Brühl zeigt die PoL-Lochung in Normalstellung.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 22.01.2025 21:59:08
Gelesen: 2706
# 6
Nach 1945 sind POL-Lochungen nur von den Polizeidirektionen Frankfurt am Main, Essen und Halle (Saale) bekannt. Der typische Nachkriegsbrief, eine Aufbrauchverwendung eines alten Dienstumschlages durch Überkleben, ging vom Chef der Polizei Essen am 18.10.46 an die Sparkasse in Spaichingen (Württemberg). Verwendet für die portorichtige Freimachung eines Fernbriefes bis 20 g, wurde eine MiNr. 925 der Gemeinschaftsausgaben für die amerikanische, britische und sowjetische Zone, versehen mit einer POL-Lochung.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 23.01.2025 16:20:10
Gelesen: 2656
# 7
Wenn man im Michel Deutschland-Spezial für die Zeit nach 1945 die Seiten zu den POL-Lochungen während der Alliierten Besetzung aufschlägt, ist dort zu lesen: "FALSCH Am-Post-Lochungen". Differenzierter ist im Handbuch und Katalog der AM-Post-Marken [1] aufgeführt, dass von der Polizeidirektion (22) Essen gelochte AM-Post-Marken bekannt sind. Für geprüfte Stücke auf Brief wird ein Wert von 1200 € angegeben.
Ich habe einen Brief mit einer MiNr. 7 (amerikanischer Druck) vorliegen, dessen Marke eine für Essen typische POL-Lochung aufweist, die in diesem Fall spiegelverkehrt ist. Es ist ein nach Unkenntlichmachung der Aufdrucke aus der NS-Zeit weiterverwendeter Dienstbriefumschlag. Absender und Empfänger sehen authentisch aus. Auch der Zweikreisstegstempel Essen-Bredeney b vom 21.12.45 passt nach meiner Meinung zu den Vergleichsstempeln, die mir vorliegen.
Besteht die Chance auf Prüfung als echt?
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Bockholdt, Hettler, Mücke, Schmidt, Wiegand, Die AM-Post-Marken in Deutschland 1945/1946, die Verwendungen und zeittypischen Besonderheiten, Handbuch und Katalog
Besteht die Chance auf Prüfung als echt?
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Bockholdt, Hettler, Mücke, Schmidt, Wiegand, Die AM-Post-Marken in Deutschland 1945/1946, die Verwendungen und zeittypischen Besonderheiten, Handbuch und Katalog
Am: 23.01.2025 19:36:24
Gelesen: 2626
# 8
@ Jürgen Witkowski [#7]
Hallo Jürgen,
der Beleg ist optisch ok, es liegen weitere Briefe mit dem Stempel vor. Umschlag und Beschriftung passen auch für dieses Datum.
Die Mi.Nr. 7 liegt noch nicht vor, ich habe jedenfalls noch keinen Beleg im Original gesehen, als Kopien gibt es noch Briefe, eine endgültige Bestimmung der Marke gebe ich nur als am Original.
Welche Meinung die Kollegen Wehner und Rolle vom BPP haben, kann ich nicht sagen.
Torsten
Am: 23.01.2025 22:02:44
Gelesen: 2600
# 9
@ Torsten Grunwald [#8]
Hallo Torsten,
vielen Dank für Deine Einschätzung, die mein "Bauchgefühl" bestätigt. Falls ich einmal daran denken sollte, den Beleg abzugeben, werde ich ihn prüfen lassen.
Warum Michel so ein konfuses Zeug in den Spezial-Katalog in Hinsicht auf die POL-Lochungen bei AM-Postmarken schreibt, kann ich allerdings nicht nachvollziehen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 26.01.2025 22:17:54
Gelesen: 2513
# 10
Mein frühester Beleg mit einer POL-Lochung aus Essen stammt vom 3. März 1932. Interessant ist, wie auch in Beitrag [#1] zu sehen, die Mischung aus einer Freimarke (MiNr. 412X) und einer Dienstmarke (MiNr. 127X) um das erforderliche Porto von 12 Pf für einen Fernbrief bis 20 g nach Ludwigshafen darzustellen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 26.01.2025 23:22:04
Gelesen: 2502
# 11
@ Jürgen Witkowski [#10]
Hallo Jürgen,
hier der früheste bekannte Brief aus Essen von 26.5.1930. Der späteste aus dem Deutschen Reich vom 12.8.1944.
Gruß
Torsten
Gruß
Torsten
Am: 26.03.2025 14:39:56
Gelesen: 2269
# 12
Hallo,
von mir heute auch ein Beleg:
Fernbrief, aufgeliefert durch den "Polizeipäsidenten" in MAGDEBURG (Sudenburg) am 14.1.1936.
Ob die 10 Pfg-Hindenburg-Freimarke noch herumlag und man zusätzlich dann noch einen 2-Rpf-Abdruck hinzufügte, kann ich nicht festlegen, aber für meine Sammlung ein schöner Beleg in sog. Mischfrankatur.
mit Sammlergruß
Werner
Fernbrief, aufgeliefert durch den "Polizeipäsidenten" in MAGDEBURG (Sudenburg) am 14.1.1936.
Ob die 10 Pfg-Hindenburg-Freimarke noch herumlag und man zusätzlich dann noch einen 2-Rpf-Abdruck hinzufügte, kann ich nicht festlegen, aber für meine Sammlung ein schöner Beleg in sog. Mischfrankatur.
mit Sammlergruß
Werner
Am: 26.03.2025 21:35:11
Gelesen: 2228
# 13
@ HWS-NRW [#12]
Hallo Werner,
diese Mischfrankaturen sind in Magdeburg eher an der Tagesordnung gewesen, ich gehe mal von 35-40 % aus.
Hier mal auf die schnelle weitere Mischfrankaturen.
Gruß
Torsten
Gruß
Torsten
Am: 26.03.2025 22:46:56
Gelesen: 2213
# 14
@ Torsten Grunwald [#13]
Hallo Torsten,
das ist super, ich fand den Beleg aber überaus interessant für mein kommendes Buch.
Beste Sammlergrüße in die Hauptstadt
Werner
Am: 09.02.2026 20:33:59
Gelesen: 1461
# 15
Hallo,
Sichte die geerbte Amateur-Familien-Sammung, da fallen die gelochten Marken natürlich ins Auge. Es taucht die Frage auf selten, wertvoll oder ? HOT oder Schrott?
Eine der drei bisher aufgetauchten gelochten Marken hat die PoL-Lochung.
Die Marke ist wohl eine Kontrollratsausgabe mit SBZ-Aufdruck und PoL-Lochung. (80 Pf, Arbeiter mit Hammer)
Wie oben unter Post [#6] erwähnt (und woanders gelesen) ist diese Lochung aus Halle (Saale) wohl bekannt; oder?
Meine Marke ist in Halle gestempelt. Von der Provinienz passt dies, da meine Oma aus Halle stammt (später nach Thüringen/Sömmerda verzogen), aber ihre Schwestern weiter in Halle wohnten.
Grüße fetz


Am: 04.04.2026 14:22:13
Gelesen: 1109
# 16
@ fetz55 [#15]
Zu meiner PoL-gelochten Marke noch zwei Fragen:
1. Habe ich es korrekt recherchiert, dass mein Halle-Stempel "BPA" ein Bahnpoststempel ist?
2. Ist es notwendig bzw. sinnvoll die Echtheit vom Prüfer bestätigen zu lassen, auch wenn die Marke seit der Zeit der Nutzung im Familienalbum gesteckt hat (also aus meiner Sicht nur "echt" sein kann?)
Da ich inzwischen gelesen habe, dass solche Marken fälschungsgefährdet sind: Wurden Fälschungen "in der Zeit" in Umlauf gebracht oder erst Jahrzehnte später?
österliche Grüße Frank (fetz)
Am: 04.04.2026 17:38:56
Gelesen: 1073
# 17
@ fetz55 [#16]
Ja, von Halle (Saale) sind nach Michel POL-Lochungen bekannt.
Deine gezeigte Marke wertet nach meinem älteren Michel (2014) mit 35 €.
Es ist ein Stempel vom Bahnpostamt, kein Bahnpoststempel.
Ich denke, eine Prüfung ist nicht lohnend, da wohl im Vergleich zum Wert zu teuer.
Philatelistische Ostergrüße,
Klemens
Am: 04.04.2026 21:31:48
Gelesen: 1028
# 18
@ fetz55 [#16]
@ Frankenjogger [#17]
Hallo Frank und Klemens,
habe Eure Beiträge erst jetzt gelesen und möchte dazu kurz etwas sagen.
Der hohe Masch.-Aufdr. Wert zu 80 Pf. wurde auf Postzustellungsaufträgen verwendet, meist in Verbindung mit der 12 Pf. aus selbigen Satz oder 12 Pf. Köpfe 1, eine weitere MiF liegt mir auch noch vor. Der Stempel ist richtig erkannt vom Bahnpostamt Halle und kein Bahnpoststempel.
Der Katalogwert wurde seit über 30 Jahren nicht verändert, es wurden die Preise zur Euroumstellung nur halbiert.
Zur Prüfung dieser Marken kann ich folgendes sagen, es besteht bei losen Marken immer die Gefahr der Nachlochung oder Nachstempelung, sprich man kann nicht feststellen ob beides zeitgerecht erfolgt ist. Die Stanze selbst gab es nachweislich noch bis 1965.
Ich selbst prüfe keine losen Marken, nur Belege und Briefstücke. Es gibt Falschprüfungen und viele fragliche Prüfungen vom BPP, welches Herr Dr. Modry nach seiner Zeit in Gesprächen auch bestätigt hat, heute würde er auch keine losen Marken mehr prüfen. Bei einigen anderen BPP Prüfern ist das anders, dort prüft man wegen fehlenden Fachwissen diese Werte, aus die Lochung wird aber nie genau eingegangen.
Hier mal so ein Brief wie ober erwähnt.
Grüße aus Berlin
Torsten
Grüße aus Berlin
Torsten
Am: 05.04.2026 02:17:03
Gelesen: 991
# 19
@ Frankenjogger [#17]
@ Torsten Grunwald [#18]
Vielen Dank für Eure Rückinformationen und Grüße.
Bahnpostamt bzw. Bahnpoststempel bei Abkürzung "BPA" hätte ich selbst sehen müssen, jetzt weiß ich Bescheid.
Einige der Marken dieser Zeit (mit SBZ-Aufdruck) welche ich im Familien-Album gefunden habe, zeige ich unter Thema "Kontrollrat mit SBZ-Aufdruck (Allgemeines, Einordnung)" (soweit Richard nicht verschiebt), da hier nur Perfin-Marken Thema sind.
Grüße Frank (fetz)