Briefmarken Atteste

Thema:

USA Vignetten

rockyrehbein Am: 27.10.2018 09:13:22 Gelesen: 6644 # 1
Marke bestimmen: Land nicht zuordenbar ? Moin liebe Phila-Gemeinde, folgende Marke liegt mir vor. Hab das ganze Netz schon abgesucht. Aus welchem Land kommt dieses schöne Stück? Auffällig ist, dass kein Wert angegeben ist. Auch, dass sie rechtsrandig geschnitten ist. Vielleicht kann man noch was zum Stempel was sagen? Wer kann mir helfen, und mir sagen, um welche Marke es sich handelt? Danke und viele Grüße Jana
mario0612 Am: 27.10.2018 10:07:38 Gelesen: 6625 # 2
Moin Jana, das ist keine Briefmarke. Es ist eine Vignette. Der Stempel ist ein Maschinenstempel, könnte aus Australien/Neuseeland stammen. Beste Grüße Mario
rockyrehbein Am: 27.10.2018 11:37:34 Gelesen: 6600 # 3
Moin Mario, besten Dank. Wieder was gelernt. Ich würde schon gern wissen, woher diese Vignette kommt und wann das war. Hast Du eventuell einen Tipp, wo ich meine Recherche dazu fortführen kann? Vg Jana ;)
mario0612 Am: 27.10.2018 12:00:53 Gelesen: 6584 # 4
Jana, ich hab nochmal recherchiert. Holy childhood ist eine Organisation mit Sitz in New York, folgend ist die Vignette aus den USA. Das Jahr ist schwierig, denke 1970 oder 1980-er Jahre. Gruß Mario
rockyrehbein Am: 27.10.2018 17:31:14 Gelesen: 6543 # 5
@ mario0612 [#4] Das ist doch mal was. :) Tausend Dank! VG Jana
mario0612 Am: 27.10.2018 19:07:36 Gelesen: 6507 # 6
Sehr gerne. Vg Mario
DL8AAM Am: 28.10.2018 03:46:26 Gelesen: 6469 # 7
@ mario0612 [#4] Das Jahr ist schwierig, denke 1970 oder 1980-er Jahre. Diese Vignette, ein sogenanntes Christmas Seal", wird bei "John Denune's ChristmasSeals" unter dem Titel "Holy Childhood Booklet pane Collection, 1959-1970" mit angeboten (unten). https://www.christmasseals.net/store/all-fund/sets/catholic-holy-childhood-booklet-pane-set Gruß Thomas
rockyrehbein Am: 28.10.2018 07:50:37 Gelesen: 6444 # 8
@ DL8AAM [#7] Lieben Dank Thomas. Schade nur, dass der Stempel nicht voll umfänglich abgebildet. Aber Zeitspanne, Land und Thema hilft mir es präziser zu dokumentieren. Nochmals danke für die Zeit. Euch einen schönen Sonntag. VG Jana
DL8AAM Am: 28.10.2018 18:18:59 Gelesen: 6377 # 9
@ rockyrehbein [#8] Jana, da kann ich nicht sicher weiterhelfen, aber da im Solganstempel etwas wie "... / THE ... / 187..." steht und da der Zeitraum (wenn er denn korrekt ist) im Verkaufsangebot steht, würde ich auf das Jahr 1970, auf irgendein ein Centennial, tippen. Ein paar Beispiele für diese Art von Sloganstempel, siehst Du hier [1]: "C. A. Stillions: WASHINGTON, D. C. - RAPID CANCELLING MACHINE - SLOGAN CANCELLATIONS THROUGH OCTOBER 2001 - EARLIEST AND LATEST DATES OF USE (Juli 2012)". Also leider nur für D.C., eine bundesweite Listung habe ich im Netz leider nicht gefunden. Sorry. Ansonsten könntest Du versuchen über die "The International Machine Cancel Society" [2] versuchen, einen Kontak herzustellen, denn eigentlich sollte der Sloganstempel für Fachleute eindeutig bestimmbar sein. Gruß Thomas [1] http://www.dcstampclub.org/pdfs/DC_Machine_Slogan_Cancels.pdf [2] http://www.machinecancel.org
rockyrehbein Am: 01.11.2018 09:31:16 Gelesen: 6314 # 10
@ DL8AAM [#9] Hallo Thomas, oh doch, du hast mir sehr wohl viel weiter geholfen. Durch deine Hilfe habe ich nun weitere Ansätze zu recherchieren. :) Lieben Dank für Deine Zeit und Deine Hilfe. VG Jana aus Schwerin
DL8AAM Am: 01.03.2021 04:56:09 Gelesen: 5393 # 11
Faksimile "Inverted Jenny", 1992 Ein 4er-Sheet der Inverted Jenny (1918) als Faksimile-Druck in "Blockform" aus dem Jahr 1992, mit den entsprechenden Hintergrundinformationen. (Fast) Ein echter MICHEL "USA 250I ND". ;-) Aber wie sich das gehört, wurde jede Marke vorder- und rückseitig korrekt mit einem Aufdruck "Faksimile 1992" entwertet. Möglicherweise wurde dieser "Block" seinerzeit sogar als Werbegeschenk eines Briefmarkenversandhauses abgegeben. Leider habe ich hierzu keine weiteren Informationen, noch trägt das "Ding" irgendwelche Herkunftsangaben bzw. sonstigen Druckvermerke. Auch wenn der Text "amerikanisch daherkommt", vermute ich eine deutsche Quelle, da die deutsche Übersetzung "Faksimile" und nicht das englischsprachige Wort "Facsimile" verwendet wurde. Beste Grüße Thomas
DL8AAM Am: 16.11.2021 21:06:35 Gelesen: 4939 # 12
In den 30er Jahren gab es wohl eine Vignetten-Serie mit New Yorker Werbemotiven, hier eine die als Vedrschußmarke auf einer Sendung von 1938 verklebt wurde: Motiv "New York City: 'L' Station", Battery Park" Der kommerzielle ebay-Verkäufer (und Autor zahlreicher philatelistischer Artikel) Don Wainwright aus Kanada (u/dwainwri aka "StampWright" [1]) nennt diese Serie "USA Advertising stamp: 1930s ...". Weitere Informationen zu dieser sehr umfangreichen Ausgabeserie habe ich leider nicht. Beste Grüße Thomas [1] https://www.ebay.de/usr/dwainwri
lueckel2010 Am: 16.11.2021 21:51:20 Gelesen: 4929 # 13
@ DL8AAM [#11] Guten Abend, Thomas, dieser Vignetten-Block wurde in den 1990ern (wahrscheinlich ab 1992) von der Firma Sieger kostenlos abgegeben. Ich meine, mich zu erinnern, dass man ihn in Lorch anfordern konnte und ihn dann mit anderem Werbematerial zugeschickt bekam. Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
DL8AAM Am: 25.04.2024 22:12:57 Gelesen: 3105 # 14
In den USA sind (waren) solche Vignetten bzw. Cinderellas seit vielen Jahrzehnten ein beliebtes Thema und werden dort hauptsächlich als Spendenmarken verkauft. Da bekanntlich das "Spenden- bzw. das "Chartitywesen" in den USA einen vollkommen anderen gesellschaftlichen Stellenwert, als hier in Deutschland, einnimmt (sehr vereinfacht weil: man zahlt sehr viel weniger Steuern, dafür spendet man entsprechend mehr. Auch da der US-Staat sich aus dem Sozialleistungssektor eher heraushält, wird vieles, was bei uns auf den Staat abgewälzt wird, dort von privaten "Charities" - auf Spendenbasis - abgedeckt) sind deshalb auch solche Vignetten auf normalen Privatbriefen weit verbreitet. Meist findet man diese dann auf der Rückseite - als Verschlußmarken - verklebt. Neben den üblichen Bekannten "Christmas Seals" und den Tuberkulose-Marken gibt es eine große Vielfalt von Gruppen und Organisationen, die solche Marken "gegen Spenden" verkaufen. Hier ein Beispiel für "Osterspenden"-Marken: Easter Seals Luftpostsendung aus New York in die DDR, shr bunt (und sicherlich philatelistisch beeinflusst) frankiert mit 58 Cent und entwertet per Handrollstempel BRONX, NY 104 entwertet, rückseitig mit einem weiteren Maschinenstempel BRONX, NY 10451 vom 07.04.1980 gekennzeichnet. Und mit alten Vignetten als Verschlußmarken versiegelt: EASTER SEALS ® / 1964 / HELP CRIPPLED CHILDREN - "Helfe verkrüppelten Kindern" 4er-Einheit (oben geschnitten) von Easter Seals ("Lilies") aus dem Jahr 1964. Der damalige Verkaufsbogen bestand dabei aus den beiden hier gezeigten Farbvarianten (Grün/Orange und Orange/Grün), angeordnet im direkten Wechsel. Herausgeber der Easter Seals war die 1919 gegründete "National Society for Crippled Children" [1], die Nationale Gesellschaft für verkrüppelte Kinder. Spendenmarken selbst wurden aber erst seit 1934 verkauft. Auf Grund des seinerzeitigen großen Erfolgs ihrer Spendenmarken änderte die Gesellschaft zwischenzeitlich sogar gleich den ihren gesamten Organisationsnamen von den verkrüppelten Kindern in "Easterseals". Die letzte ihrer jährlichen Ausgabe erfolgte aber wohl (?) bereits im Jahr 1970 [2]. Den Namen "Osterspendenmarken" behielt sie aber weiter. Ihren aktuellen Hauptsitz hat Easterseals übrigens in Chicago [3] und ist heute eine der größten gemeinnützig-karitativen Organisationen der USA. Beste Grüße Thomas [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Easterseals_(U.S.) [2] https://www.christmasseals.net/index.php/topnavblog/228-easter [3] https://www.easterseals.com
DL8AAM Am: 31.05.2024 20:30:36 Gelesen: 2792 # 15
Und damit diese in diesem Thema auch einmal gezeigt werden. Eigentlich plane ich irgendwann mal ein eigenes Thema zu den klassischen "Christmas Seals", d.h. den Tuberkulose-Marken. Denn diese "Tuberkoluse-Weihnachtssiegelmarken" ("TB Christmas Seals") sind in den USA ein sehr beliebtes Sammelgebiet, auch weil diese privaten Vignetten sogar im regulären Scott, das ist der "amerikanische MICHEL", katalogisiert werden. Christmas Seals Ursprünglich 1904 als "National Association for the Study and Prevention of Tuberculosis" gegründet [1], 1920 in "National Tuberculosis Association (NTA)", 1967 erneut umbenannt in "National Tuberculosis and Respiratory Disease Association", erhielt sie erst 1973 ihren heutigen Namen "American Lung Association (ALA)" [2]. Die ersten Tuberkulosemarken erschienen bereits 1907 durch das Amerikanische Rote Kreuz (bis 1919), ab 1920 - bis heute - dann durch die (heutige) American Lung Association bzw. dessen Vorgängernamen [3]. Hier als Beispiel eine Ausgabe von 1954, d.h. noch von der National Tuberculosis Association (NTA) Luftpostsendung aus Brooklyn, NY nach Bethel in Deutschland, schön bunt freigemacht mit insgesamt 15 Cent und entwertet per (Hand-) Duplexstempel BROOKLYN N. Y. am 30.12.1954 mit dem Stempelunterscheidungskennzeichen 8 im Killer (Rost-Ellipse). Rückseitig verklebt findet sich (nur noch) ein NTA-Christmas Seal der Ausgabe 1954, leider wurde eine weitere oben zusammen mit der Verschlußklappe abgerissen. Egal eine ist besser, als keine. ;-) NTA / USA / GREETINGS 1954. Bei der Vignette handelt es sich um eine von vier Marken, die in einer 4er Kombination in Bögen zu je 100 Marken gedruckt wurden. Im Scott wird der 4er Zusammendruck (block), je nach Perforation (13, 12½ oder 11), unter den Katalognummern WX168 bis WX170 gelistet, siehe "Christmas Seals by Scott Numbers" [4]. Bei Ebay findet sich aktuell ein Angebot des WX170er Blocks im Sofortkauf für $2,59 [5]: Beste Grüße Thomas [1] https://de.wikipedia.org/wiki/American_Lung_Association [2] https://www.lung.org/get-involved/ways-to-give/christmas-seals [3] https://www.kozersky.com/store.php/kozersky/pg12922/ala-seals [4] https://www.christmasseals.net/index.php/topnavussc/46-usscott [5] https://www.ebay.com/itm/235097386739 Nachsatz: Eine sehr gute Übersicht über TB Seals weltweit, wenn auch nicht komplett, aber fast, findet sich im Bogenwiki von Jens Nuglisch, siehe https://nugman.info/bogenwiki/index.php?title=Weihnachtssiegelmarken
fogerty Am: 16.11.2025 19:50:53 Gelesen: 1479 # 16
Von Detroit nach Meran am 10 Mai 1954. Auf der Rückseite ein Vignettenstreifen von Detroit T.B.Sanatorium.



Grüße
Ivo
fogerty Am: 23.11.2025 20:02:30 Gelesen: 1395 # 17
Von Boonton nach Meran am 9. April 1949 mit zwei Vignetten auf der Rückseite.



Grüße
Ivo
DL8AAM Am: 29.12.2025 21:31:03 Gelesen: 1145 # 18
Während der freien Tage zu Weihnachten hatte ich endlich mal die Zeit durch die Bilder des letzten Roadtrips durch den Südwesten der USA zu gehen, dabei stolperte ich über Fotos von Dingen, die auf den ersten Blick als Vignetten durchgehen bzw. u.U. womöglich falsch (?) als Vignetten angesprochen werden könnten. Die Bilder habe ich im örtlichen Heimatmuseum von Springerville [1], einem kleinen abgelegenden Städtchen mit etwa 1700 Einwohner (Stand 2020) in den White Mountains von Westarizona, gemacht (26.02.2025). Leider konnte mir dort keiner weitere Informationen zu dem Exponat geben. Aber auch das Netz wirft mir keinerlei sinnvolle Informationen dazu aus. Deshalb möchte ich diese doch ziemlich sehr briefmarkenähnlichen Formen hier mal zeigen, "nur zur Dokumentation". Sorry, wegen der mangelnden Qualität, aber dass sind leider nur Billigchinahandy-Fotos durch eine Glasvitrine, mit viel Staub bei schlechten Lichtverhältnissen. Trotzdem ist das mit viel Liebe gutgemachte Museum, sollte man mal in dieser schönen Ecke, in den Alpen von Arizona, sein, auf jedem Fall ein Besuch wert, sich einfach mal den mehr als eklatanten Unterschied zwischen dem Wilden Westen à la Hollywood und dem "echten Westen" anschauen. In Wirklichkeit waren düstere, fast schon mittelalterliche Zeiten für die ersten 1870er Pioniere aus dem Osten. The Becker Mercantile Company, Springerville (Arizona) THE BECKER MCTL COMPANY / 10 / PREMIUM STAMP / SPRINGERVILLE, ARIZ Neben diesem "Markenbogen" befand sich ein Kasseneinsatz mit Notgeldmünzen dieses örtlichen Ladens in der selben Vitrine. Der beschreibende Text besagt ganz vereinfacht, dass es in ersten Jahren der weißen Besiedelung dieses Gebirgstales (dem Round Valley, Springerville wurde so um die 1875er gegründet -ed) auf Grund von Geldmangel die Wirtschaft auf Tauschhandel basierte. Es waren einfach auch zu wenig "geprägte offizielle" Geldstücke und Scheine im Umlauf. Um aber einen echten Handel aufbauen zu können, liess der deutschstämmige Gustav Becker (1856-1940) [2], einer der ersten Siedler, gegen 1880, als 24-Jähriger für sein örtliches Geschäft sogar eigenes Geld prägen, dass aber eben nur in seinem Laden bzw. Handelsstützpunkt gültig war. Als der Shop im Jahr 1974 abbrannte, war es übrigens das drittälteste Geschäft in gesamten Staate Arizona. Möglicherweise stammen diese "Marken" bzw. Vignetten ja aus dem selben Zusammenhang, heisst irgendetwas in Richtung Notgeld bzw. Verrechnungsmarken oder so? Obwohl der Text ausdrücklich nur von Coins, sprich Münzen, spricht. Das werden dann doch wohl keine unbekannten Privatkurierbotenpostmarken sein? Nee, näh ... just kidding ;-) Laut [3] wurde Gustav Beckers Laden aber erst 1908 in die "Becker Mercantile Company" umbenannt, d.h. die Marken sollten wahrscheinlich wohl einen anderen Zweck dienen. Geldstücke sollten im 20. Jahrhundert auch das abgelegene Round Valley erreicht haben ;-) Also möglicherweise vielleicht Rabattmarken oder doch eben eine Art von "Verrechnungsgutscheinen"? Beste Grüße Thomas [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Springerville,_Arizona [2] https://de.findagrave.com/memorial/19402456/gustav_ludius_claus-becker [3] https://researchworks.oclc.org/archivegrid/archiveComponent/864714493