Thema:
Lokalausgaben und Schwärzungen bestimmen
Hallo,
ich mal wieder. Ich kann dieser Marke keine Nr. sowie Preis zuordnen. Ich bitte also um Mithilfe.
Danke
@ ladycroft78 [#4]
Die Marke ist zu finden im Michel Spezial unter Deutsche Lokalausgaben ab 1945, Wittenberg-Lutherstadt. Es ist die MiNr. 17 und sie hat einen Katalogwert von 20,- €.
Das Prüfzeichen ist von Werner Busch, einem Prüfer, der bis ca. 1950 tätig war. Das andere Zeichen steht für Gefälligkeitsentwertung. Das Stempeldatum könnte passen, das bisher bekannte Spätdatum ist der 13.08.1945.
Zu beachten ist, dass das Prüfzeichen auch gefälscht bekannt ist und diese Marken derzeit nicht von einem BPP-Prüfer geprüft werden, da die Ausgabe ungeklärt ist.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Hallo!
Ich habe heute mal wieder eine Frage. Ich habe ein paar Marken vom Deutschen Reich mit Überdruck. Der ist wie Morsezeichen also ... - und darunter ein V. Ich konnte schon erfahren dass es sich um Marken von "Westerstede, Westerland, Kreis Ammerland" handelt.
Ist das so richtig und wie viele Marken gibt es da bzw. welche Werte sind das. Ich habe da noch nichts in meinem Katalog finden können. Einmal ist Hitler und einmal Hindenburg darauf abgebildet. Da ich vieles schon im Forum gelesen habe, weiß ich das es kompetente Mitglieder gibt die mir da weiterhelfen können.
Vielen Dank schon im voraus, Dieter
Diese Marken sind im Michel Deutschland-Spezial Band 2 unter den nichtamtlichen Ausgaben / Privatausgaben aufgeführt.
Insgesamt gibt es 20 Marken aus Westerstede. Unter den Nummer I-XV werden die Werte zu 3, 4 (Hindenburg), 5, 6, 8, 10, 12, 15, 20, 24, 25, 30, 40, 42 und 60 Pfennig geführt (190 €), die Nummern XVI-XX stehen für die Marken zu 1, 50, 80 Pfennig und zu 1 und 2 Mark (1.200 €).
Die Marken kamen nie zur postalischen Verwendung. Sie werden nicht geprüft.
Beste Grüße,
Christoph
@ Dieter
Die Ausgaben sind im Michel Spezial unter Deutsche Lokalausgaben ab 1945 - Nichamtliche Ausgaben / Privaterzeugnisse zu finden. Sie gehören zu Westerstede (Kreis Ammerland).
Es gibt 15 Werte 3, 4 (Hindenburg), 5, 6, 8, 10, 12, 15, 20, 24, 25, 30, 40, 42, und 60 Pf. (Hitler). Der Satzpreis ist im Michel mit 190 € angegeben.
Außerdem wurden 1, 50, 80 Pf. und 1 und 2 M überdruckt, Satzpreis 1200 €.
Der Aufdruck erfolgte auf Veranlassung des britischen Offiziers für Öffentlichkeitsarbeit; bevor die Marken an Postkunden abgegeben werden konnten, wurden sie von der Militärregierung beschlagnahmt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Vielen Dank für die Antworten. Nun bin ich wieder ein bisschen schlauer.
Aber ich habe auch eine 3 Pf Marke von Hitler. Ich habe diese Marken vor längerer Zeit geschenkt bekommen. Habe aber keinen Spezial Katalog, deshalb auch keine Ahnung.
Noch einmal vielen Dank.
Viele Grüße Dieter
@ Dieter [#7]
Habe aber keinen Spezial Katalog, deshalb auch keine Ahnung.
Hallo Dieter,
in der Philaseiten Bücherbörse werden ältere Deutschland Spezial Kataloge für kleines Geld angeboten. Diese reichen in aller Regel, Marken zu bestimmen:
http://www.philaseiten.de/cgi-bin/bxchange.pl?sort=art
Schöne Grüsse, Richard
Grüsse an alle in dieser Runde,
ich konnte den unten abgebildeten Beleg ergattern, aber wie und wo kann ich ihn zuordnen?
Ich denke es sind Lokalausgaben von Halle/Saale, vielleicht INFLA-Vorläufer? Aber Vorläufer? Die Abschläge sind doch schon in der Hochinfla - Zeit! 19.9.23!
Im MICHEL steht ja nur ein kurzer Hinweis, daß es "private Mache" ist, aber es auch echt gelaufene Belege geben soll! Ein mir bekannter Sammler sagt: "sehr wenige Exemplare bekannt!"
Also dann behaupte ich mal, daß dieser Einschreibe-Brief
echt gelaufen ist! Der Ankunftsstempel "LUZERN" sieht mir doch sehr echt aus!
Ich bitte um Eure Meinungen!
Beste Grüsse
Hans

@ Hawoklei [#9]
Hallo Hans,
ich zitiere mal aus dem Michel-Briefe-Katalog:
"Sog. Gebührenmarken im Hochrechteck auf farbigem Glanzpapier mit vierzeiligem, schwarzem bzw. goldfarbigem Druck sind private Machwerke, deren Verwendung sofort verboten wurde, die aber mit (Symbol für philatelistische Abstempelung) Halle/S. vereinzelt auch auf echt gelaufenen Briefen bekannt sind."
Ich hoffe, Dir damit weiter geholfen zu haben.
Schönen Gruß
Harald
@ muemmel [#10]
Danke Harald,
den Text hatte ich ja gelesen - habe mich ja darauf bezogen! Interessiert hätten mich Meinungen, z.B.:
- wer, wann und wo hat solche Stücke schon mal gesehen?
- wer sammelt so was?
- ist so ein Brief prüfwürdig, -fähig?
- auktionswürdig?
- usw.
Gruss
Hans
@ Hawoklei [#11]
Guten Abend Hans,
geprüft werden solche Stücke meines Wissens überhaupt nicht. Ich lasse mich aber auch gerne eines anderen belehren.
Bei Internet-Auktionen findet man solche Teile dann und wann. Über die erzielten Preise kann ich nichts sagen, da nicht mein Sammelgebiet.
Schönen Gruss
Harald
@ Hawoklei [#9]
Hallo Hans,
bei der Empfängeradresse sollten alle Alarmlämpchen angehen: "Szekula" - das war ein bekannter Briefmarkenhändler und Auktionator - und berüchtigter Fälscher. Ich gehe davon aus, dass der Brief stark philatelistisch inspiriert ist.
Ähnliche "Notausgaben" aus Braunschweig (Borek) haben ihre Sammler. Ich denke, dass so ein Brief auf eBay ca. 50 € bringen kann.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hi,
ich hatte letztes Jahr einen Halle-Brief bei ebay versteigert. Brachte unglaubliche 11.50 US$ :-) Allerdings war der an eine Person in Halle adressiert, also innerstädtisch. Sah auch sehr philatelistisch aus und trug nur drei Marken.
Gruß
Manuel
@ mpstamps [#14]
Hallo Manuel,
kleine Frage: Warum über eBay.com? Deutsches Material geht da doch unter.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
@ Lars Boettger [#15]
Hi,
bislang hatte ich den Eindruck, dass deutsches Material (vor allem vor 1945) für mich besser bei ebay.com lief. Ich rede jetzt allerdings von "normalen" Sachen. Keine großen Werte oder ähnliches, sowas habe ich nicht. :-) Waren meist Dubletten, und da gehen Lokalausgaben, Deutsche Besetzung WK II aber auch moderne Privatpost immer ganz gut. Als Sammler von Lokalausgaben alle Welt biete ich meistens bei ebay.com an, weil meine Sachen bei ebay.de keiner haben will. :-)
Habe übrigens noch einen zweiten Halle-Brief (identisch zum verkauften, nur der Adressat saß - angeblich - in Hamburg) bei mir in der Sammlung, den ich damals für 5,99 Euro bei ebay.de ersteigert hatte. Hier mal ein Bild vom damals verkauften.
Gruß
Manuel
Grabow Lokalausgabe 1945 - Echt oder falsch ?
Hallo,
Top oder Flop? Kann man anhand von spezifischen Stempelmerkmalen sagen, ob eine Prüfung lohnt oder nicht?
Vielen Dank,
K
Guten Morgen,
Grabow ist ein schwieriges Gebiet, prüfbar ist nur der Stempel mit dem Unterscheidungsbuchstaben c.
Eine Prüfung kommt somit nur für die 3, 6 und 12 Pf in Frage.
Die 3 Pf sieht gut aus, bei den beiden anderen ist die Kopfschwärzung M.E nicht in Ordnung.
Aber das ist meine Meinung!
Prüfung lohnt für die 3 aufgezeigten Werte.
Gruß
und schönen Sonntag
LK
Vielen Dank für die Antwort, kann mir vorstellen, dass das kein einfaches, jedoch ein interessantes Gebiet ist. Werde mir mal einen Prüfer für den Bereich suchen und das Ergebnis posten.
Hallo zusammen,
habe dieses Thema wieder hoch geholt um ein dazu passendes zu Zweifeln Anlass gebendes Stück zur Diskussion zu stellen welches mir beim Einstellen des Stempels in die Datenbank auffiel.
Eine Deutsche Lokalausgabe aus der Lutherstadt Wittenberg.
Der Stempel wirft Fragen auf. Datum 26.4.1945, zum einen noch vor Kriegsende, zum anderen ist das genau das Datum des Einmarsches der Roten Armee in Wittenberg.
Der Stempel selbst, ein damals üblicher Zweikreisstegstempel wie er schon während der Zeit des Dritten Reichs im Einsatz war.
Die Quelle aus der ich diese Marke habe spricht zwar eher für die Echtheit des Stücks, angesichts des Datums sind aber Zweifel angebracht. Meine Vermutung es handelt sich um einen nachdatierten Abschlag. Ein Gefälligkeitsstempel ist es ohnehin, darüber besteht kein Zweifel, aber das dieser zu diesem Datum an diesem Tage erfolgte ist doch etwas zweifelhaft?
Eure Meinungen dazu würden mich interessieren.

Gruß,
Peter
@ filunski [#20]
Hallo Peter
Meine Vermutung geht dahin das jemand, der Zugang zum Stempel hatte, das Datum des Einmarsches dokumentieren wollte.
Viele Grüße
Werner
@ rostigeschiene [#21]
Hallo Werner,
ja, das wäre eine durchaus denkbare Variante, auf diese Idee kam ich noch gar nicht!
Gruß,
Peter
Hallo,
also weiss man nie wirklich, was man da hat?
gruss ralf
Guten Morgen,
ich bezeichne mich mal als "Schwärzungen-Legastheniker" - ich habe eine solche noch NIE in Händen gehabt und fühle mich unfähig den vorliegenden Beleg zu bestimmen. Vielleicht kann jemand etwas assistieren?

Was ich erkenne:
Karte ist in Schwarzenberg (Erzgebirge) abgestempelt und nach Aue verschickt worden. Ein Datum kann ich nicht erkennen, auch ergibt sich nichts konkretes aus dem Text:
Lieber Karl, liebe Irmgard!
Wir freuen uns mti Euch über
die Geburt Eures Stammhalters
und gratulieren herzlichst.
Vor allem wünschen wir Mutter
und Kind alles Gute. --
Mündlich dann mal mehr. Haben
sehr aufregende Tage hinter uns.
Bei uns wohnen jetzt Liesel und Clemens.
Für heute Euch Lieben recht herzl.
Grüße von Marianne Rudolf u. Ulla.
Ursel möchte Kl. Wilfried
recht bald mal sehen.
Hier noch der Stempel im Detail und eine Ansicht im Schräglicht:

Ich bin an dieser Stelle mit meinem Latein am Ende.
Viele Grüße sagt Olaf
@ DERMZ [#24]
Ich meine den 14.07. als Stempeldatum zu erkennen.
Burkhard
@ mumpipuck [#25]
Danke Burkhard,
dann passt das meines Erachtens in die richtige Zeit.
Beste Grüße Olaf
Hallo,
ich möchte hier ein Einschreiben vorstellen, was im Grunde mehrere Fragen aufwirft.
Schwärzung auf Hitlerkopf 42 Pf. Eine 10 im Kreis, wobei die 10 nicht mit den im Michelkatalog übereinstimmt.
Abgestempelt xx.xx.45. Im Stempel zu erkennen wäre,
ERZGEB, Industrie, Gerberei u. Veredelung, Ziegeleien ??.
Rückseitig Sachsenberg, Georgenthal.
Des Weiteren fehlt gänzlich der Einschreibezettel. In den Stempeldatenbanken konnte ich den Ort auf dem Stempel nicht identifizieren. Die Anschrift, Ort und Straße sind stimmig.
Hat jemand evtl. eine Idee welcher Ort sich im Stempel verbirgt und handelt es sich tatsächlich um eine sächsische Schwärzung.
Der Brief ist vollständig. Mein Scanner schneidet nur unbeschriebene Teile automatisch ab.

Gruß Dieter.
@ Dieter 66 [#27]
In den Stempeldatenbanken konnte ich den Ort auf dem Stempel nicht identifizieren.
Zumindest der Stempel lässt sich identifizieren. Es handelt sich um Neukirchen (Erzgebirge), siehe [1]. Das Stempelgerät war nach aktuellem Stand der Philastempel-Datenbank von (mindestens) 1942-1959 in Gebrauch [2].

Gruß
Stefan
[1]
https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/532007
[2]
https://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1565
@ Stefan [#28]
Hallo Stefan,
super danke, einen kleinen Schritt weiter.
Neukirchen wird aufgeführt, allerdings mit Klecksen oder Verschmierungen.
Gruß Dieter.
@ Dieter 66 [#27]
Hallo Dieter,
es handelt sich um eine Sächsische Schwärzung mit einem Postleitzahl-Stempel, hier die "10" für die Sächsischen RPDn Chemnitz, Dresden und Leipzig.
Die Verwendung eines PLZ-Stempels als Schwärzung ist auch von einigen anderen Orten bekannt.
Dein Beleg ist philatelistisch beeinflußt. In Neukirchen (Erzgeb) ist dieser PLZ-Stempel auf Bedarfspost bisher nicht belegt. Der Absender A. Brauns (und einige andere) ist bekannt für die phil. Belege dieser Zeit.
Beim Stempeldatum ist der Monat 7 m.E. klar zu erkennen.
Literatur: Anderson/Bänsch/Meyer/Porsche: Die Sächsischen Schwärzungen 1945, Bd. 2. 2003
Viele Grüße
Bernhard
@ bernhard [#30]
Hallo Bernhard,
ich grüße dich. So etwas habe ich mir schon gedacht. Neukirchen liegt auch ca. 70 km von Sachsenberg entfernt. Hatte den Brief bei einigen anderen gefunden. Da werde ich auch nicht weiter ins Detail gehen.
Habe gerade Das Handbuch "Ortsnotstempel" bestellt. Mit Barfrankatur und Ortsnotstempel habe ich dann ausreichend zu tun.
Wünsche dir noch einen angenehmen Abend und Danke.
Schönen Gruß Dieter.