Briefmarken Atteste

Thema:

Deutsches Reich Stempelfälschungen

Fillemille29 Am: 12.01.2018 18:10:25 Gelesen: 5845 # 1
Anbei möchte ich einen Falschstempel von Bad Lauterberg vorstellen,Brief ist unterfrankiert, Anschrift ist mit PC gedruckt, ebenfalls der Stempel, Veranstaltung der Segelwoche original vom 28.1.-6.2.1923 Links der Originalstempel - rechts die Fälschung: Nochmals Gesamtansicht der Fälschung Viel Spaß an der Info Achim
doktorstamp Am: 11.03.2019 18:53:39 Gelesen: 4605 # 2
Diese Marke fiel mir auf als ich den Auktionskatalog der Firma Stamp Group gelesen habe. Das Bild der besagten Marke habe ich heute von der Firma per Telefon angefordert. Damit es nicht "verloren" geht. Hier ein kleineres was man bei der Beschreibung sehen kann. Beide habe ich extra auf dem Kopf gestellt. Der Beschreibung zufolge ist sie "feinst entwertet". Die Auktion findet am 22.3.2019 statt.[1]. Es handelt sich hier um Los 763 [2]. Ehrlich gesagt habe ich Bauchschmerzen bekommen als ich sie sah. Die Meinungen andere hierzu ist erwünscht. Ferner bei der Firma geben sie freilich zu, Lose können eventuell bei mehreren Platformen gleichzeitig angeboten. Ich gehe hiervon aus Ebay und Delcampe sind gemeint. Folglich werde ich nicht bei so einer Firma bieten. mfG Nigel [1] https://stampgroup.net/auction_lots?subcat=115 [2] https://stampgroup.net/lot_details?subcat=115&lot=163726
Philakalle Am: 02.10.2019 14:26:33 Gelesen: 4255 # 3
Wer so einen Schund auch noch kauft, ist doch selbst daran schuld. Ich halte mich an die Definition des Katalogpreises im Michel ! Die Marke ist nur dann den Katalogwert wert, wenn Stempelort und Stempeldatum lesbar sind. Da ich nicht das Geld habe, alle Marken der Inflazeit prüfen zu lassen, muß ich also zumindest darauf achten. Hinzu kommt, daß gerade beim Deutsches Reich so einige Varianten Farbe etc. mit dem Stempeldatum ausgeschlossen werden können. Aber solange Prüfer diesen Schrott auch noch prüfen und begutachten, werden immer wieder angebliche Sammler darauf reinfallen. mfg Philakalle
User #357456033 Am: 11.09.2026 15:40:35 Gelesen: 2174 # 4
Inflationsbelege 1923 als Stempelfälschung geprüft - was macht ihr mit solchen Stücken? Ich habe Inflationsbelege zur Prüfung eingereicht. Dabei wurden mehrere Belege als „Stempelfälschung“ gekennzeichnet. Auf der Vorderseite befindet sich neben den Marken der Vermerk „Stempelfälschung“ mit Prüferzeichen, auf der Rückseite ebenfalls die Prüfkennzeichnung. Die Belege stammen nicht aus einem aktuellen Kauf, daher geht es mir nicht um eine Reklamation, sondern um die philatelistische Einordnung. Was mich etwas überrascht hat: Es wurden keine Angaben zu Farben, Typen oder sonstigen Merkmalen gemacht. Die Prüfung beschränkt sich offenbar auf die Feststellung der falschen Stempel. Ist das bei Inflationsbelegen üblich, wenn der Stempel bereits als Fälschung erkannt wurde? Außerdem interessiert mich: Sammelt jemand solche geprüften Stempelfälschungen als Vergleichsmaterial? Gibt es hierfür Arbeitsgemeinschaften oder Forschungssammler? Was macht ihr mit solchen Stücken? In der Sammlung belassen, weitergeben oder doch als Kaminanzünder verwenden? Über eure Erfahrungen und Einschätzungen würde ich mich freuen. Zur Veranschaulichung habe ich die vom Prüfer angebrachten Kennzeichnungen angehängt. Falsch geprüft: Echt geprüft: Gruß Post-Bote
Stefan Am: 11.09.2026 18:32:22 Gelesen: 2124 # 5
@ Post-Bote [#4] Ist das bei Inflationsbelegen üblich, wenn der Stempel bereits als Fälschung erkannt wurde? Ja. Sammelt jemand solche geprüften Stempelfälschungen als Vergleichsmaterial? Gibt es hierfür Arbeitsgemeinschaften oder Forschungssammler? Was macht ihr mit solchen Stücken? In der Sammlung belassen, weitergeben oder doch als Kaminanzünder verwenden? Über eure Erfahrungen und Einschätzungen würde ich mich freuen. Ich nehme Stempelfälschungen gern als Vergleichsmaterial in meiner Stempelsammlung auf. Als Kaminanzünder ist das Papier zu schade. Kannst du bitte die betroffenen Belege zeigen? Gerade bei Infla finde ich es spannend nachzuvollziehen, weshalb die Briefmarke bzw. der Beleg als Stempelfälschung signiert wurde. Manches an Fälschungen lässt sich grundsätzlich als Solche erkennen (Bsp. 24h-Stempel oder Handrollstempel mit Wellenlinien) und manches ist lediglich anhand spezifischer Merkmale des Stempelgerätes selbst erkennbar, sofern es sich nicht um eine Ganzfälschung oder um ein in Privathand befindliches originales Stempelgerät handelt. Gruß Stefan
filunski Am: 12.09.2026 00:54:25 Gelesen: 2067 # 6
@ Post-Bote [#4] Hallo, es wäre super, wenn du die als falsch geprüften Stempel in die Stempeldatenbank eingeben würdest. ;-) Viele Grüße, Peter
User #357456033 Am: 12.09.2026 10:24:05 Gelesen: 2014 # 7
@ filunski [#6] Aufnahme in die Stempeldatenbank geht natürlich klar, ich profitiere ja auch ständig von dieser gigantischen Sammlung. @ Stefan [#5] Vielen Dank für deine Antwort. Mir ist bewusst, dass man solche Belege zeigen sollte, auch um andere Sammler zu warnen. Hier die ersten drei von sieben Belegen. Rückseitig wurden alle zusätzlich signiert. Diese drei Belege haben denselben Stempel (⌀ 26 mm): Über weitere Einschätzungen, Erläuterungen sowie Hinweise zum Fälscher oder dazu, seit wann dieser Stempel als falsch bekannt ist, würde ich mich trotz der Enttäuschung sehr freuen. Gruß Post-Bote
Stefan Am: 12.09.2026 20:34:11 Gelesen: 1943 # 8
@ Post-Bote [#7] Über weitere Einschätzungen, Erläuterungen sowie Hinweise zum Fälscher oder dazu, seit wann dieser Stempel als falsch bekannt ist, würde ich mich trotz der Enttäuschung sehr freuen. Schaue dir bitte die Gültigkeitsdaten der Mi-Nrn. 233-234; 238 und 258-260 im Katalog an. Stempeldatum auf den Belegen 02.02.1923 ;-) Der Stempel Kreuznach *1h ist in jedem Fall ein Kandidat für die Stempeldatenbank. Gruß Stefan
User #357456033 Am: 14.09.2026 14:22:08 Gelesen: 1793 # 9
@ Stefan [#8] Vielen Dank für deine Rückmeldung. Laut Michel: Marken 233-234 Ausgabe 11.12.1922 Gültig nur im Inland bis 15.01.1923, jedoch unbeanstandet auch ins Ausland und auch nach dem 15.1. verwendet → Stempel vom 02.02.1923 wäre somit grundsätzlich möglich. Marken 258-260 Ausgabe 19.02.1923 Gültig bis 30.09.1923 → Stempel vom 02.02.1923 nicht möglich, weil die Marken zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht ausgegeben waren. Eine Frage beschäftigt mich noch: Bei den Belegen mit Mi 258-260 ist die Sache aufgrund des Ausgabedatums nachvollziehbar. Wie verhält es sich aber mit dem Beleg Mi 233-234? Wäre dieser Beleg für sich allein betrachtet ebenfalls als Stempelfälschung erkannt worden, oder ergibt sich die Einstufung erst aus dem Vergleich mit den anderen Belegen desselben Stempels und den zeitlich unmöglichen Frankaturen? Zur Vollständigkeit sei erwähnt, dass der Rücksendung keine näheren Erläuterungen zu den Gründen der Einstufung als Stempelfälschung beigefügt waren. Eine entsprechende Anfrage läuft bereits.
Stefan Am: 14.09.2026 19:03:19 Gelesen: 1721 # 10
@ Post-Bote [#9] Marken 233-234 Ausgabe 11.12.1922 Gültig nur im Inland bis 15.01.1923, jedoch unbeanstandet auch ins Ausland und auch nach dem 15.1. verwendet → Stempel vom 02.02.1923 wäre somit grundsätzlich möglich. Bei gelaufenen Belegen mit einer plausibel wirkenden Ankunftsstempelung (ergo nachweispflichtige Sendungen wie bspw. Eiboten oder Einschreiben) wäre ich noch durchaus geneigt, der Argumentation im Michel-Katalog im Ansatz zu folgen, dass auch nach dem 15.01.1923 unbeanstandet verwendet wurden (auch wenn Eilbriefe und Einschreiben am Postschalter eingeliefert werden mussten und der annehmende Postbeamte über die Ungültigkeit der Ausgabe hätte stolpern können/müssen). Auf losen Marken gehe ich grundsätzlich von der Definition als Stempelfälschung aus, auch wenn die Entwertung echt und zeitgerecht wirkt (nur mit einem Datum außerhalb der offiziellen Gültigkeit gestempelt). Es ist allerdings eine gute Frage, ob die Prüfordnung von Infla-Berlin im BPP das Thema der unbeanstandeten Verwendung außerhalb des definierten Gültigkeitszeitraums speziell für die Mi-Nr. 233-234 genauso sieht wie der Michel-Katalog. Gruß Stefan
User #357456033 Am: 14.09.2026 19:54:32 Gelesen: 1698 # 11
@ Stefan [#10] Ich kann mich nur wiederholen, besten Dank für deine Antworten und die hilfreichen Hinweise. Inzwischen habe ich eine Rückmeldung zu dieser Prüfung erhalten. Demnach wurde der Stempel Kreuznach *1h erstmals als nicht zeitgerecht erkannt, nachdem sich auf mehreren Belegen MiNr. 259 und 260 mit dem Stempeldatum 02.02.1923 fanden, obwohl diese Marken erst am 19.02.1923 verausgabt wurden. Der Beleg mit MiNr. 233/234 wurde daher im Zusammenhang mit den übrigen Belegen desselben Stempels ebenfalls als nicht zeitgerecht eingestuft. Interessant fand ich die Aussage, dass lose vorgelegte Marken MiNr. 233/234 vermutlich gar nicht geprüft worden wären, da eine zeitgerechte Verwendung dieses Stempels anhand der vorliegenden Vergleichsunterlagen bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Damit haben die MiNr. 258-260 letztlich zur Entdeckung bzw. Einordnung dieses Stempels beigetragen. Es ist zwar nicht schön, als Stempelfälschung gekennzeichnete Belege zurückzubekommen, aber ich sehe es inzwischen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Immerhin haben die Stücke zu einer interessanten Erkenntnis beigetragen. Gruß Post-Bote
thomas4680 Am: 15.09.2026 09:06:41 Gelesen: 1646 # 12
@ Stefan [#10] Die 233/34 wurden / werden noch "spät" gestempelt als echt geprüft. Bei mancher anderer Ausgabe ist man da wesentlich penibler. Im Anhang zwei im Februar und April gestempelte Marken. Ich habe irgendwo noch eine Abbildung eines Tworek - Attestes für eine 233 DD auf Ganzstück, ebenfalls sehr spät gestempelt. In der Sonderprüfordnung finde ich keinerlei Hinweise.
User #357456033 Am: 15.09.2026 13:08:45 Gelesen: 1588 # 13
@ thomas4680 [#12] Vielen Dank für deinen Beitrag, daraus ergibt sich für mich eine neue Sichtweise und eine direkte Frage: Kann belegt werden, dass der Stempel Kreuznach *1h Anfang März 1923 tatsächlich verwendet wurde, und sind ähnliche Abschläge mit möglicherweise falsch eingestelltem Monat bekannt? Wenn wir einmal rein hypothetisch annehmen, der Stempel Kreuznach *1h (auf den von mir gezeigten Belegen) wäre versehentlich auf 02.02.23 statt 02.03.23 eingestellt worden, dann sähe die Sache völlig anders aus: Mi 233/234: März 1923 wäre nach den von thomas4680 gezeigten Beispielen offenbar kein Problem. Es gibt somit nachweislich spätere gestempelte und geprüfte Stücke. Mi 258-260: Ausgabe am 19.02.1923. Ein Stempeldatum 02.03.1923 wäre dagegen völlig plausibel und zeitgerecht. Mir ist bewusst, dass dies zunächst nur eine theoretische Überlegung ist. Allerdings habe ich in meiner Sammlung bereits mehrfach echte Stempel mit falsch eingestelltem Datum gefunden und einige davon hier im Forum gezeigt. Gerade deshalb würde mich interessieren, ob jemand Vergleichsstücke des Stempels Kreuznach *1h aus Februar oder März 1923 kennt oder belegen kann. Über entsprechende Beispiele oder Hinweise würde ich sehr mich freuen. @ alle Alle von mir bisher gezeigten Belege liefen von Andres an Andres. Ob eine Verwandtschaft bestand, kann ich nicht sagen. Auffällig ist jedoch, dass mehrere Belege mit identischem Stempel und gleichem Datum existieren, zudem tragen sämtliche Belege die gleiche Uhrzeitgruppe (8-9 V). Daraus könnte man schließen, dass die Belege gemeinsam oder zumindest in kurzem zeitlichen Abstand eingeliefert wurden. Ob es sich dabei um normale Korrespondenz, gezielt vorbereitete Sammlerpost oder etwas anderes handelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Gruß Post-Bote
thomas4680 Am: 16.09.2026 12:46:01 Gelesen: 1485 # 14
@ Post-Bote [#13] Datumsfehleinstellungen gibt es, gar nicht mal so selten. Ich denke aber dass es ein Falschstempel ist. Die verklebten Marken geben auch in der Portoperiode ab 01.03.23 keinen Sinn, nur die viermal 25 M Rhein - Ruhr Hilfe wären als Fernbrief portogerecht, die vier 20 Mark sogar unterfrankiert. Die tiefschwarze Stempelfarbe gefällt mir auch nicht, der Stempel ist auch für die Zeit untypisch sauber und unbeschädigt. Vergleichsabschläge habe ich leider auch keine. Die Adresse Kreuznach, Brückes 54 gibt es immerhin, ebenso wurde Kreuznach erst 1925 zum Bad. Dennoch wirken die Briefe alle ziemlich gebastelt und nachträglich abgestempelt. Warum sollte jemand die Rhein - Ruhr Hilfemarken mit diversen auffrankieren, für einen Ortsbrief hätten ab 01.03.23 40 M (in der 1. Gewichtsstufe) gereicht, verklebt sind 188 M plus 1812 Mark Zuschlag. Wirkt alles nicht sehr überzeugend.
Stefan Am: 16.09.2026 19:58:53 Gelesen: 1443 # 15
@ thomas4680 [#12] Die 233/34 wurden / werden noch "spät" gestempelt als echt geprüft. Bei mancher anderer Ausgabe ist man da wesentlich penibler. Im Anhang zwei im Februar und April gestempelte Marken. Ohne hier geich ketzerisch klingen zu wollen: ließe sich im Bedarfsfall nachweisen, dass es sich bei dem Prüfstempel definitiv nicht um eine Prüfzeichenfälschung handelt? Die Stempelfarbe macht einen guten Eindruck, allerdings kann man sich nicht unbedingt nur darauf verlassen. Ich stelle die nachfolgenden Scans ein, teils als Fälschung signiert. Da ist von Stempel sauber abgeschlagen bis eher schmutzig vieles dabei. Gruß Stefan
thomas4680 Am: 17.09.2026 12:59:38 Gelesen: 1370 # 16
@ Stefan [#15] Ein Problem bei den 233/34 ist natürlich die extrem hohe Falschstempelquote, allerdings dürften nur wenige einen Kurzbefund o-ä. haben, da reicht der Michelwert nicht für aus. Ein geprüftes Paar geht schon für 10-15 € weg, da lohnt es sich einfach nicht. Ich versuche am Wochenende das erwähnte Attest von Rolf Tworek zu finden, ich habe es noch so im Kopf dass es von Juni oder Juli war. Die kurze Gültigkeit dieser Ausgebe beruhte darauf, dass man bei der fortschreitenden Geldentwertung nicht allzu lange mit der Weiterleitung des Zuschlags warten wollte, das Geld wäre sonst im Vergleich Dollar/Goldmark immer weniger geworden. Die Reichspost hinkte oft genug mit Ihren Portoerhöhungen hinterher. Ebenso hoch dürfte die Falschstempelquote bei 258/60 (Rhein - Ruhr Hilfe) sein, hier schreckte wohl der extrem hohe Zuschlag ab. Ein Ortsbrief kostete ab 01.03.23 40 Mark, mit zwei MiNr. 260 frankiert wären das 2000 Mark Zuschlag gewesen. Auf das heutige Briefporto von 95 Cent gerechnet wären das 47,50 € Zuschlag. Deshalb auch die vielen Sammlerbriefe mit Satzfrankatur. Kann der Interssierte Leser im Infla Band 46 nachlesen. Ein ähnliches Prüfverhalten gibt es bei den Milliarden - Aufdrucken der Dienstmarken, teilweise wurden diese ab 01.01.24 blau umrandet (= ungültig, Nachgebühr), vielfach jedoch nicht beanstandet. Da sind Stempeldaten bis Februar 1924 echt (und zeitgerecht?) geprüft, da hat man mit dem Fotokurzbefund schon einen besseren Ansatz. Andersherum ist mir z.B keine D 88 bekannt die nur wegen des Stempeldatums von 1924 vom BPP /Infla als "Stempelfälschung" aussortiert wurde. Nicht zu vergessen, Hr. Weinbuch hat die Marken als Stempelfälschung signiert, wäre er sich nicht sicher gewesen, hätte er wohl einen Steckzettel"Ich kann die Stempelechtheit nicht mit Sicherheit bestätigen" (oder ähnlicher Text) zurückgeschickt.
thomas4680 Am: 17.09.2026 13:57:13 Gelesen: 1352 # 17
Vorab schon mal zwei D 88 mit Stempeldaten aus 1924. Einmal Befund, einmal gp. BAUER BPP.
Stefan Am: 17.09.2026 20:33:57 Gelesen: 1269 # 18
@ thomas4680 [#16] Ein ähnliches Prüfverhalten gibt es bei den Milliarden - Aufdrucken der Dienstmarken, teilweise wurden diese ab 01.01.24 blau umrandet (= ungültig, Nachgebühr), vielfach jedoch nicht beanstandet. Da sind Stempeldaten bis Februar 1924 echt (und zeitgerecht?) geprüft, da hat man mit dem Fotokurzbefund schon einen besseren Ansatz. [...] Das Thema ist mir bekannt. Speziell die Dienst Mi-Nr. 88 kam erst im Dezember 1923, als nach Ende der Inflationszeit, heraus, womit hie und da vorkommende Novemberentwertungen per Definition nach falsch wären. Die Mi-Nr. 233-234 mag eine weitere Ausnahme von der Regel darstellen. Ansonsten gilt bei Infla im Allgemeinen: "Daten im Stempelabdruck, an denen die betreffenden Marken noch gar nicht ausgegeben oder schon ungültig waren, bezeichnet man als unmögliche Daten. Solche Daten sind immer ein untrügliches Kennzeichen für eine Stempelfälschung." So zitiert aus einem der Bücher der Infla-Buchreihe mit einer vermutlich und auch hoffentlich großen Auflage und Reichweite, dem Infla-Band 48: "Gebrauchte Inflationsmarken - echt oder falsch?" (Seite 55, Kapitel 4.1). Ich nehme seit Jahren Stempelfälschungen in meine Sammlung auf, die Abteilung Giftbücher freut es, handelt es sich um gutes Material zum Lernen, Vorzeigen und Erklären. Gruß Stefan
User #357456033 Am: 19.09.2026 13:10:07 Gelesen: 1099 # 19
Wie angekündigt, zeige ich heute zwei weitere als Stempelfälschung gekennzeichnete Belege. Auch diese Stücke stammen aus derselben Feder und tragen den bereits diskutierten Stempel Kreuznach nun mit **b. Eventuell ergeben sich aus den zusätzlichen Frankaturkombinationen oder weiteren Details noch weitere neue Erkenntnisse? Im Thema Saargebiet https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=17269 unter @Post-Bote [#24] habe ich bereits am 22.08.2026 einen Beleg vorgestellt, der ebenfalls an dieselbe Adresse lief und einen Kreuznacher Ankunftsstempel trägt. Es handelt sich dabei um den Stempel Kreuznach *1g. Soweit ich bisher feststellen konnte, ist dieser Stempel nur selten dokumentiert. Ich selbst habe bislang lediglich einen weiteren Nachweis gefunden. Daher nochmals die Frage: Gibt es bei den Mitlesern Vergleichsstücke oder weitere Nachweise der Kreuznacher Stempelgeräte auf Belegen, Kreuznach **b, Kreuznach *1g oder Kreuznach *1h? Gruß Post-Bote
Lars Boettger Am: 19.09.2026 13:54:18 Gelesen: 1081 # 20
@ Post-Bote [#19]

Nach einem Blick auf die Adressen kräuseln sich bei mir die Nackenhaare. Das sieht für mich nicht nach einer zeitgerechten Schrift aus.

In dem "Lederwerke Rothe A.G." gab es sicher eine Schreibmaschine...

Das nächste Problem: Wir diskutieren Bilder. Das ist immer schwierig. "Look and Feel" von dem Umschlag und der Schrift fließt immer in eine Bewertung mit ein.

Beste Grüsse!

Lars
User #357456033 Am: 19.09.2026 14:37:32 Gelesen: 1066 # 21
@ Lars Boettger [#20] Nackenhaare? - hehe - Meine wurden kürzlich flammend entfernt. Wer weiß, wofür das Leder hergestellt wurde, wenn selbst die von dir völlig zu Recht vermisste Schreibmaschine offenbar nicht vorhanden war. Die Einstufung als Stempelfälschung stelle ich keineswegs infrage. Genau deshalb sind die Stücke ja überhaupt zur Prüfung gegangen, da ich selbst unsicher war, was ich da eigentlich vorliegen habe. Aus dem Umfeld der Lederwerke bzw. dieser Korrespondenz habe ich eine ganze Reihe von Belegen. Zur Prüfung eingereicht wurden zunächst sieben Stück. Mich interessiert vielmehr: Wer kann Vergleichsabschläge von Kreuznach **b, Kreuznach *1g oder Kreuznach *1h zeigen? Wer hat weitere Belege aus dem Hause Andres oder der Lederwerke? Und wie ist der Ankunftsstempel auf dem im Saargebiet-Thema gezeigten Beleg zu beurteilen? Mit vorzüglicher Hochachtung Post-Bote
Richard Am: 19.09.2026 15:32:55 Gelesen: 1045 # 22
@ Lars Boettger [#20]
@ Post-Bote [#21]

Ich habe folgende Auskunft erhalten. Ja, von der KI:

In Bad Kreuznach gab es eine sehr bekannte und historisch bedeutende Lederfabrik: die Lederwerke Karl Ackva AG (gegründet im 19. Jahrhundert, in der Inflationszeit hochaktiv). Eine „Lederwerke Grothe AG“ ist historisch in Bad Kreuznach nicht prominent belegt.

Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek (Internetseite derzeit nicht zielführend erreichbar).

Wenn es Mitglieder aus Kreuznach gibt (um die Jahreswende 1923/24 kam das Bad zum Ortsnamen) könnten diese vielleicht mehr Informationen haben.

Grüsse, Richard
filunski Am: 19.09.2026 15:41:27 Gelesen: 1039 # 23
@ Post-Bote [#21] @ Richard [#22] "Eine „Lederwerke Grothe AG“ ist historisch in Bad Kreuznach nicht prominent belegt." Hallo Richard, eine Lederwerke Grothe AG nicht, aber eine Lederwerke Rothe AG sehr wohl. Ganz ohne KI hier [1]. Grüße, Peter [1] https://www.fhw-online.de/de/FHW-Auktion-98/?AID=76225&AKTIE=Lederwerke+Rothe+AG
User #357456033 Am: 20.09.2026 11:50:47 Gelesen: 883 # 24
@ alle Vielen Dank für eure Informationen. Nach weiterer Recherche kann ich festhalten, dass die Unternehmensgeschichte der Lederwerke Rothe A.-G. in Kreuznach heute recht gut nachvollziehbar ist. Die Lederwerke Rothe AG wurden am 9. September 1898 gegründet und gingen aus der bereits 1876 errichteten Firma Lederwerke Geo Andres hervor. Das Unternehmen war eine industrielle Lederfabrik in Kreuznach. Die Verbindung zwischen der Unternehmenslinie Geo Andres und der späteren Lederwerke Rothe AG ist damit belegt. [1] Die genaue genealogische Einordnung der hinter „Geo Andres“ stehenden Person sowie die Beteiligung weiterer Familienmitglieder sind dagegen bislang noch offen. Die Anschrift in Kreuznach, Brückes 54, ist in diesem Zusammenhang besonders interessant. Dort befand sich der frühere Hauptbahnhof von Kreuznach. [2] Klaus Theo Andres ist auf den vorliegenden Belegen als Eisenbahn-Inspektor bezeichnet und wurde unter dieser Adresse angeschrieben. Dies lässt zumindest eine geschäftliche oder dienstliche Verbindung zwischen den Lederwerken Rothe A.-G. und Klaus Theo Andres plausibel erscheinen. Die in Beitrag @ Post-Bote [#21] gestellten Fragen sind damit für mich weiterhin aktuell:: Wer besitzt weitere Belege der Lederwerke Rothe A.-G.? Wer kennt Korrespondenz von und an Klaus Theo Andres in Kreuznach (Bad Kreuznach)? Wer kann Vergleichsabschläge auf Belegen von Kreuznach **b, Kreuznach *1g oder Kreuznach *1h zeigen? Wie ist der gezeigte Beleg im Saargebiet-Thema zu beurteilen? Gibt es Mitleser mit Zugang zu Kreuznacher Adressbüchern, Personalverzeichnissen der Eisenbahn oder sonstigen Unterlagen zu Andres beziehungsweise den Lederwerken? Da von einer solchen Korrespondenz vermutlich deutlich mehr Sendungen existiert haben müssen als die bislang gezeigten Stücke, würde ich mich über jeden weiteren Nachweis freuen. [1] https://www.hwph.de/historische-wertpapiere/losnr-auktnr-pa60-1606_gebr-schl.html [2] https://denkmallisten.gdke-rlp.de/Bad_Kreuznach.pdf
thomas4680 Am: 21.09.2026 12:52:02 Gelesen: 761 # 25
Bei Postgeschichte Kemser [1] findet man diverse Abschläge Kreuznach * 1 c, der späteste ist von 1916. Auf den Ansichtskarten steht schon ab ca. 1910 "Bad Kreuznach". [1] https://www.postgeschichte-kemser.com
Lars Boettger Am: 21.09.2026 13:20:18 Gelesen: 749 # 26
@ Post-Bote [#24] Wer kann Vergleichsabschläge auf Belegen von Kreuznach **b, Kreuznach *1g oder Kreuznach *1h zeigen? Ich hatte einmal bei Delcampe nach Belegen aus der Inflationszeit aus Kreuznach gesucht. In der Regel sind diese mit dem KREUZNACH * 1 a-Stempel entwertet. Dieser Stempel scheint das Arbeitspferd am Postschalter von Kreuznach gewesen zu sein. In der Regel hatten grössere Postämter mehrere Stempel. Diese Stempel kommen auf unterschiedlichen Belegarten vor: - Briefe und Postkarten - Einschreibebriefe - Paketdienst - Geldverkehr - Telefon - Telegramme - Innendienst - Reserve usw. Prüfer wissen in der Regel, welcher Stempel in den Postämtern wo im Einsatz war. Wenn ein Stempel im Innendienst verwendet wurde, dann sind Stempelabschläge heute fast nicht mehr aufzutreiben, da die Postakten oft vernichtet wurden bzw. nicht in Sammlerhände gerieten. Meine Vermutung ist, KREUZNACH * 1 g und KREUZNACH * 1 h nicht im normalen Schaltereinsatz waren. Es könnte auch sein, dass der KREUZNACH * * b schon lange vor der Inflationszeit ausgemustert wurde. Caveat: Ich bin kein Experte für die Inflationszeit. Ich versuche aus meinen Kenntnissen über den Postdienst in Luxemburg auf Deutschland zu schliessen. Beste Sammlergrüsse! Lars
User #357456033 Am: 21.09.2026 17:16:17 Gelesen: 715 # 27
@ Lars Boettger [#26] Vielen Dank für deine Einschätzung. Dein Hinweis auf die unterschiedlichen Einsatzbereiche der Stempelgeräte ist für mich besonders interessant, da er möglicherweise erklärt, weshalb bislang kaum Vergleichsabschläge der Geräte Kreuznach **b, Kreuznach *1g oder Kreuznach *1h aufgetaucht sind. Wie angekündigt, folgen heute die beiden letzten der insgesamt sieben als Stempelfälschung gekennzeichneten Belege. Nachdem inzwischen verschiedene mögliche Verwendungszwecke der Kreuznacher Stempelgeräte diskutiert wurden, bin ich gespannt, ob sich aus den nun vollständig gezeigten Stücken weitere Hinweise zu den Stempeln ableiten lassen. Besten Dank für alle Antworten in diesem Thread. Gruß Post-Bote
erron Am: 21.09.2026 18:53:14 Gelesen: 686 # 28
@ Post-Bote [#27] Anbei als Scan ein echter und zeitgerechter Stempelabschlag von Kreuznach **b auf einer Paketkarte [1] aus dem Jahre 1921. [1] https://www.inflaseiten.de/belege/zeigen/3679 mfg erron
User #357456033 Am: 21.09.2026 19:54:12 Gelesen: 661 # 29
@ erron [#28] Vielen Dank für den Nachweis. Genau solche Vergleichsstücke hatte ich mir erhofft. Zu meiner Schande muss ich gestehen das ich die Seite https://www.inflaseiten.de völlig außer acht gelassen habe, daher doppelt danke an Dich. Gruß Post-Bote
thomas4680 Am: 22.09.2026 13:00:12 Gelesen: 589 # 30
Ich aber immerhin zwei "zeitnahe" Stempel gefunden, leider nicht mit den UB die hier gesucht werden. Aber immerhin ein Ansatz wie die Stempelfarbe damals war.
User #357456033 Am: 22.09.2026 14:04:09 Gelesen: 562 # 31
@ thomas4680 [#30] Vielen Dank für Deine Recherche und das Zeigen der Stücke. Die Unterschiede in der Stempelfarbe sind tatsächlich erkennbar. Du hast zudem einen beeindruckend guten Scan eingestellt. Mein Scanner hört derzeit bei 600 dpi auf, da sollte ich vielleicht einmal nachlegen. Schönen Gruß Post-Bote
drmoeller_neuss Am: 22.09.2026 17:27:22 Gelesen: 503 # 32
@ Post-Bote [#19] Am 3. Oktober 1923 betrug das Porto für einen Fernbrief bis 20 g innerhalb Deutschlands 2.000.000 Mark (2 Millionen Mark). (Portoperiode: PP 19). Die gezeigten Briefe sind krass unterfrankiert und wären im Postverkehr nicht durchgeschlüpft. Bestenfalls sind es Gefälligkeitsstempelungen. Die Frankatur spricht ohnehin gegen Bedarf und ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass der gleiche Absender verschiedene Umschläge der Fa. Rothe verwendet hat. Da spielt die Frage, ob es bei der Firma Rothe AG Schreibmaschinen gab oder nicht, ob die Handschrift passt oder nicht, eigentlich keine Rolle. Das Stempelgerät ist echt und die Farbe halte ich auch für zeitgemäß. In der Inflazeit wurde besonders viel gestempelt und die Stempelkissen mussten entsprechend häufig nachgefüllt werden. Manchmal musste auch improvisiert werden. Die Beschädigung am oberen Steg passt auch zur gezeigten Paketkarte in [#28]. Ich würde bei Herrn Weinbuch direkt nachfragen, warum er den Stempel als falsch gibt. Wie gesagt, ist die Adresse in jedem Fall nachträglich, d.h. nach der Stempelung der Marken, angebracht worden und damit der Beleg verfälscht.
User #357456033 Am: 23.09.2026 08:39:27 Gelesen: 323 # 33
@ drmoeller_neuss [#32] Vielen Dank für Deine Einschätzung. Die von Dir angesprochene Rückfrage an Herrn Weinbuch habe ich bereits gestellt. [#11] Nach seiner Auskunft wurde der Stempel Kreuznach *1h für ihn erstmals als nicht zeitgerecht erkannt, nachdem sich auf mehreren Belegen MiNr. 259 und 260 mit dem Stempeldatum 02.02.1923 fanden, obwohl diese Marken erst am 19.02.1923 verausgabt wurden. Weiter führte er aus, dass eine zeitgerechte Verwendung dieses Stempels anhand seiner Vergleichsunterlagen bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Die Einstufung erfolgte somit nach meiner Auffassung nicht aufgrund der Stempelfarbe oder einer bekannten Gerätefälschung, sondern aufgrund der verwendeten Marken in Verbindung mit dem Datum 02.02.1923. Gruß Post-Bote
thomas4680 Am: 23.09.2026 12:00:54 Gelesen: 299 # 34
Ich habe mir mal diverse Stempel aus Kreuznach (aus dem Netz) angesehen, die Stempel mit den Gittern in den Segmenten wurden nach und nach durch Stegstempel ohne Gitterlinien ersetzt. Der Kreuznach **b hatte schon hatte schon 1900 einen Bruch in der Segmentlinie oben. Alle Briefe / Postkarten die ich gefunden habe, haben Stempel mit den UB a,b und c, Kreuznach *1 und *2, keine UB g oder h. Der von Post Bote gezeigte *1g war da ein Ankunftsstempel. Das würde zu Lars Böttgers Beitrag [#26] passen. Unterstreicht alles mal wieder die traurige Realität, dass selbst kleinpreisiges Material wie in Beitrag [#27] gefälscht wird. Vielleicht sind die UB ab "d" ja wirklich Reservestempel, Ankunftsstempel oder Innendiensstempel. Irgendwie eine spannende Geschichte.
drmoeller_neuss Am: 23.09.2026 12:50:56 Gelesen: 281 # 35
@ Post-Bote [#33] Vielen Dank für Deine Nachfrage beim Prüfer Herr Weinbuch. Nach seiner Auskunft wurde der Stempel Kreuznach *1h für ihn erstmals als nicht zeitgerecht erkannt, nachdem sich auf mehreren Belegen MiNr. 259 und 260 mit dem Stempeldatum 02.02.1923 fanden, obwohl diese Marken erst am 19.02.1923 verausgabt wurden. Das dürfte das entscheidende Kriterium für die "Stempel-Falsch"-Prüfung sein. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmefälle, d.h. Fehler im Postbetrieb. Dazu zählen falsch eingestellte Stempel und versehentlich vor dem offiziellen Ausgabetag verkaufte Briefmarken. Weiter führte er aus, dass eine zeitgerechte Verwendung dieses Stempels anhand seiner Vergleichsunterlagen bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Kein Prüfer kann alle Stempel mit allen Daten in seiner Vergleichskartei haben. Trotzdem ist das ein "weiches" Kriterium und reicht für eine Falschprüfung nicht aus. Üblicherweise schickt dann der Prüfer die Prüfstücke ungeprüft mit dem berühmt-berüchtigten Zettelchen zurück "Ich kann die Echtheit des Stempels nicht mit letzter Sicherheit bestimmen". Dadurch sind die Marken nicht automatisch falsch, aber in den Fällen, wo sich der Katalogpreis ausdrücklich auf geprüftes Material bezieht, kann dieser Katalogpreis nicht einfach beim Verkauf angegeben werden. Wie gesagt, sind die gezeigten Briefe in jedem Fall verfälscht, da gelaufene Poststücke vorgetäuscht werden. Als Sammler sollte man ein gesundes Misstrauen gegenüber losen gestempelten Marken mit dem entsprechenden Stempel aus (Bad) Kreuznach haben.
User #357456033 Am: 23.09.2026 13:47:36 Gelesen: 259 # 36
@ thomas4680 [#34] @ drmoeller_neuss [#35] Vielen Dank für Eure weiteren Recherchen und Erläuterungen. Soweit ich die bisherigen Beiträge und Nachweise richtig zusammenfasse, ergibt sich derzeit folgendes Bild: Kreuznach **b ist durch echten und zeitgerechten Abschlag auf einer Paket- sowie Postkarte belegt. Der Bruch im oberen Segment von Kreuznach **b ist nach den gezeigten Vergleichsstücken bereits um 1900 vorhanden. Für Kreuznach *1h konnte bislang kein zeitgerechter Vergleichsnachweis gezeigt werden. Laut Herrn Weinbuch wurde die Einstufung des Stempels Kreuznach *1h als nicht zeitgerecht aufgrund mehrerer Belege mit MiNr. 259 und 260 vorgenommen, die das Datum 02.02.1923 tragen, obwohl diese Marken erst am 19.02.1923 verausgabt wurden. Mehrere Teilnehmer hier im Thread halten die gezeigten Belege unabhängig davon für verfälscht beziehungsweise philatelistisch beeinflusst. Als Gründe wurden insbesondere die Frankatur, die Portosituation die Farbe und die nachträglich wirkende Adressierung genannt. Der von mir gezeigte Abschlag Kreuznach *1g liegt als Ankunftsstempel vor.: Auch die Lederwerke Rothe A.-G. in Kreuznach sowie ihre Entstehung aus der früheren Firma Lederwerke Geo Andres konnten im Verlauf der Diskussion belegt werden. Unabhängig von der endgültigen Bewertung der gezeigten Stücke hat die Diskussion bereits eine Reihe neuer Vergleichsdaten und Erkenntnisse zu den Kreuznacher Stempelgeräten erbracht. Dafür allen Beteiligten nochmals vielen Dank. Sollten künftig noch zeitgerechte Vergleichsstücke von Kreuznach *1g oder insbesondere *1h auftauchen, würde ich mich über entsprechende Hinweise freuen. Gruß Post-Bote