Thema:
Bundeswehr Nebenstempel
Am: 10.11.2017 22:23:54
Gelesen: 12698
# 1
Ich weiß nicht, ob es ein neues Thema werden soll, aber es ist schon etwas anderes als die Bundeswehr-Behördenpost. Es geht mir um den Stempel "Nur nachsenden innerhalb des Bundesgebietes ausschließlich Berlin (West)." Hatte da jede Dienststelle neben den AFS solchen Handstempel?
Da ich "Gedient in fremden Heeren" (NVA) bin, kann mir ja mal jemand erklären, was da postalisch lief. Ich weiß natürlich dass man aus Westberlin als Wohnsitz heraus nicht eingezogen werden konnte und viele Wehrpflichtige, so wie es mir ein West-Kollege mal erzählte, "ihrer vaterländischen Pflicht dorthin entzogen".
Entmilitarisierte Grüße
Uwe
Am: 11.11.2017 10:26:53
Gelesen: 12668
# 2
Hallo Uwe!
Soweit ich mich an meine zurückliegende Dienstzeit erinnern kann, wurde die bundeswehrinterne Post mit der sogenannten Dienstpost versandt, gesammelt auf einer Poststelle des Standortes ohne Weiterleitung an die Bundespost. Die war dann öfter auch mal länger unterwegs!
Natürlich konnte so nicht das gesamte Postaufkommen bewältigt werden. Ein Teil bei dem der Empfänger nicht zur Bundeswehr gehörte musste mit der Bundespost versandt werden.
Die Wehrbereichsgebührnisämter (heute Teil der Wehrbereichsverwaltung), oder Kreiswehrersatzämter hatten eine Vielzahl von "externen" Empfängern. Wie das generell mit diesen Nebenstempeln gehandhabt wurde, weiß ich nicht. Bei meinen Beständen finde ich alle möglichen Varianten (Farben und Formen). Bei den Dienststellen des Wehrbereichsbebührnisamtes oder der Kreiswehrersatzämter ist dieser Hinweis bereits zum Teil fest auf dem Umschlag eingedruckt. Mit Sicherheit gab es da wie für alles eine Vorschriftenlage! Inwieweit die eingehalten wurde entzieht sich meiner Kenntnis.
Leider habe ich mich seltsamer Weise während meiner Dienstzeit nie für das Postwesen interessiert.
Nach der Wiedervereinigung wurde dieser Hinweis anscheinend modifiziert "Weiterleitung nur innerhalb des Bundesgebietes". Auf den heutigen "Frankit"-Umschlägen habe ich noch keinen solchen Hinweis gefunden.
Nachfolgend ein paar Beispiele:



Hier die Beispiele nach der Wiedervereinigung:

Viele Grüße
Carsten



Hier die Beispiele nach der Wiedervereinigung:

Viele Grüße
Carsten
Am: 11.11.2017 13:03:01
Gelesen: 12645
# 3
Hallo,
diese "Nicht-Nachsenden-Vermerke" gab es auch bei anderen Behörden, die nicht wollten, dass ihre Post ins Ausland nachgesandt wird. Der "Berlin (West) - Ausschluss" ist mir allerdings neu, hängt möglicherweise hier bei der Bundeswehr mit dem Umstand der "Bundeswehr-Flüchtlinge nach Berlin (West)" zusammen.
Mit phil. Gruß
Horst
Am: 11.11.2017 13:21:24
Gelesen: 12637
# 4
Es zeigt sich ja eine ganz unmilitärisch wirkende bunte Mischung von Stempeln und Eintragungen in schwarz, blau und rot. Hier habe ich noch einen Eindruck.
Gruß
Uwe
Am: 13.11.2017 21:56:11
Gelesen: 12582
# 5
Ich bleibe am Thema dran. Hier ist es wohl eher nicht postalisch, sondern der Satz ist im Absender vermerkt.
Weiß jemand, wie da die Regelungen waren, wer den Stempel besaß oder hat Belege anderer Behörden mit dem Hinweis?
Gruß
Uwe
Am: 16.11.2017 22:34:02
Gelesen: 12537
# 6
Jetzt habe ich auch diesen zweizeiligen Stempel in blau gefunden.
Gruß
Uwe
Am: 18.11.2017 20:57:51
Gelesen: 12487
# 7
@ eifelsammler [#2]
gesammelt auf einer Poststelle des Standortes ohne Weiterleitung an die Bundespost (...) Natürlich konnte so nicht das gesamte Postaufkommen bewältigt werden. Ein Teil bei dem der Empfänger nicht zur Bundeswehr gehörte musste mit der Bundespost versandt werden.
Hierzu passend, leider ohne echten Nebenstempel, eine Sendung vom Sanitätsversorgungszentrum (SanVersZ) Fritzlar, Teileinheit des Sanitätsunterstützungszentrums (SanUstgZ) Augustdorf, dafür mit handschriftlichem Zusatz - DPAG - für die oben angesprochene Ableitung über die zivile Post.
3D10003589 - Georg-Friedrich-Kaserne, 34560 Fritzlar
Gruß
Thomas
3D10003589 - Georg-Friedrich-Kaserne, 34560 Fritzlar
Gruß
Thomas
Am: 19.11.2017 10:26:04
Gelesen: 12458
# 8
Hier eine weitere Stempelvariante in Rot mit Kasten.
Gruß
Uwe
Am: 20.11.2017 08:41:28
Gelesen: 12436
# 9
Den Stempel "nur Nachsenden im Bundesgebiet ..." gab es auch als blauen Kastenstempel:
Gruß
Bernd
Gruß
Bernd
Am: 21.11.2017 22:26:21
Gelesen: 12394
# 10
Hallo,
finde ich gut, was sich so an verschiedenen Stempeln anfindet. Hier kommt nochmal ein Eindruck.
Gruß
Uwe
Am: 22.11.2017 09:26:57
Gelesen: 12371
# 11
Nach meiner Kenntnis hängen diese Stempel ("Nur nachsenden innerhalb des Bundesgebietes ausschließlich Berlin (West)" mit dem Alliierten-Status der Stadt Berlin zusammen. Postalisch wurde West-Berlin von der Bundesrepublik zwar als Inland betrachtet (Gebühren, Versandarten, ...), auch wenn eigene Marken herausgegeben werden mußten (die allerdings gegenseitig anerkannt wurden!).
Völkerrechtlich hatte die Stadt Berlin (West + Ost) einen Sonderstatus, der Westen war KEIN Teil der Bundesrepublik. Durch diesen Sonderstatus hatte die Bundeswehr dort auch keinerlei Betätigung auszuüben.
Deshalb tragen die meisten Bundeswehr-Sendungen (bis 03.10.1990, manche Altumschläge auch danach) diese Stempel / Aufdrucke.
Viele Grüße
Nchtreter
Am: 28.11.2017 18:11:33
Gelesen: 12295
# 12
@ DL8AAM
Hallo Thomas!
Habe ich jetzt so auch noch nicht gesehen. Anscheinend wollte da einer auf Nummer sicher gehen.
Ich habe einige Belege von Dienstpost/Feldpost aus dem Kosovo, bei dem jeweils immer handschriftlich oder mit Computer der Hinweis "Dienstsache/official" dabei geschrieben wurde. Da es sich jeweils immer um Personalsachen handelte, vermute ich, dass diese einfach schneller befördert werden mussten, und deshalb der Versand über die Feldpost/DPAG lief. Teilweise befinden sich noch bundeswehrinterne Prüfvermerke auf dem Umschlag.
Gruß
Carsten
Am: 28.12.2017 04:03:36
Gelesen: 12116
# 13
@ Altmerker [#5]
Diese Stempel sind meines Wissens nie postalisch, sondern wurden von den Dienststellen der Bundeswehr geführt.
Hier noch drei Belege zum Thema:
1. Vom 30.8.1985 mit AFS 23 KIEL 6 DEUTSCHE BUNDESPOST - Bundeswehr -, Nebenstempel Nur nachsenden innerhalb des Bundesgebietes ausschließlich Berlin (West). und Absenderstempel Kreiswehrersatzamt Kiel Küterstraße 9 Fernruf: (0431) 91165/66 2300 Kiel 1.
2. vom 1.4.1986 mit AFS 3100 CELLE 1 DEUTSCHE BUNDESPOST E 22 3065 Bundeswehr, Nebenstempel Nur in der Bundesrepublik Deutschland, nicht jedoch nach Berlin (West) nachsenden. und Absenderstempel Kreiswehrersatzamt 3100 Celle Spörckenstraße 63.
3. Vom 8.12.1987 mit AFS 5170 JÜLICH 1 DEUTSCHE BUNDESPOST BUNDESWEHR, Nebenstempel Nur im Bereich der Deutschen Bundespost - mit Ausnahme von Berlin (West) - weitersenden. und Absenderstempel Kreiswehrersatzamt Jülich Postfach 1880 Neußer Straße 46-48 5170 Jülich Telefon 02461 / 7095.
2. vom 1.4.1986 mit AFS 3100 CELLE 1 DEUTSCHE BUNDESPOST E 22 3065 Bundeswehr, Nebenstempel Nur in der Bundesrepublik Deutschland, nicht jedoch nach Berlin (West) nachsenden. und Absenderstempel Kreiswehrersatzamt 3100 Celle Spörckenstraße 63.
3. Vom 8.12.1987 mit AFS 5170 JÜLICH 1 DEUTSCHE BUNDESPOST BUNDESWEHR, Nebenstempel Nur im Bereich der Deutschen Bundespost - mit Ausnahme von Berlin (West) - weitersenden. und Absenderstempel Kreiswehrersatzamt Jülich Postfach 1880 Neußer Straße 46-48 5170 Jülich Telefon 02461 / 7095.
Am: 05.04.2020 01:19:19
Gelesen: 8248
# 14
@ reichswolf [#13]
Hallo allerseits,
zum Ausschluss der Nachsendung nach West-Berlin: Damals war Kalter Krieg. Man wollte vermeiden, dass die Sendungen mit der Bahnpost durch das Gebiet der DDR nach West-Berlin befördert werden könnten.
Bundeswehr-Dienstpost nach West-Berlin kenne ich nicht. Ich nehme an, dass derartige Sendungen stets mit Luftpost (zuschlagspflichtig) verschickt wurden.
Gruß
Christian
Am: 03.11.2023 12:51:48
Gelesen: 4357
# 15
Hallo zusammen,
von meiner Seite ein Beitrag zum Thema aus Ellwangen. Am 6.8.1980 schickte die Standortverwaltung in Ellwangen einen Brief an das örtliche Unternehmen Dürr & Feil das ebenfalls im Kasernenbereich für Heizung und Sanitär im Einsatz war. Selbst hier durfte offenbar die Nachsendevorgabe nicht fehlen.
Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Am: 21.01.2024 19:13:32
Gelesen: 4017
# 16
Hallo zusammen,
aus meinem Bundeswehrfundus kann ich hier aus dem Jahre 1988 bzw. 1989 vom Bundesministerium der Verteidigung in Bonn zwei Belege mit einer weiteren Nebenstempelvariante aufzeigen. Interessant bei diesen Belegen vom 21.11.1988 bzw. 4.8.1989, dass kein Hinweis auf einen Ausschluss Berlins enthalten ist.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Am: 22.01.2024 00:46:39
Gelesen: 3991
# 17
Hallo zusammen,
auch von mir mal ein Beleg zum Thema, aber diesmal keiner der "Nachsendestempel". Ein Beleg der Dienstpost mit einem sehr selten zu findenden Nebenstempel.
Ein anscheinend wichtiger Brief per Dienstpost vom Lufttransportkommando in Münster an das Verteidigungsministerium in Bonn, ca. Mitte der 1990-er Jahre mit dem Gummistempel "Durch Postfahrer".
Viele Grüße,
Peter
Ein anscheinend wichtiger Brief per Dienstpost vom Lufttransportkommando in Münster an das Verteidigungsministerium in Bonn, ca. Mitte der 1990-er Jahre mit dem Gummistempel "Durch Postfahrer".
Viele Grüße,
Peter
Am: 24.11.2025 18:26:19
Gelesen: 2095
# 18
@ filunski [#17]
Ein Beleg der Dienstpost mit einem sehr selten zu findenden Nebenstempel (...) mit dem Gummistempel "Durch Postfahrer".
Für die bundeswehrinterne "Dienstpost" kame auch weitere Nebenstempel bzw. andere Texte zum Einsatz, hier "Durch Kurier":
Sendung vom Kreiswehrersatzamt Hildesheim in der Waterloostraße 25 mit dem blauen Nebenstempel Durch Kurier.
Leider ist kein Inhalt bzw. kein Fensterinhalt erhalten geblieben, d.h. es ist deshalb unklar, wohin die Sendung seinerzeit ging. Sie dürfte aber entweder nach Göttingen (in die Zietenkaserne) oder nach Osterode im Harz (in die Generalfeldmarschall Rommel-Kaserne) gelaufen sein. Als Zeitraum kommen nur die 1985/1986er Jahre in Betracht, da er aus "meiner Bundeswehrzeit" stammt.
Ursprunglich war wohl auch eine mögliche Nutzung der Deutschen Bundespost angedacht gewesen - oder es wurde im Vorfeld einfach nur eine größere Charge von Umschlägen mit einem der typischen roten (Kasten-) Nebenstempel Nur nachsenden innerhalb / des Bundesgebiets / ausschließlich Berlin (West) 'blanko' versehen, denn dieser macht ja nur bei einem regulären Postversand einen Sinn. Die Stempelausführung selbst bzw. dessen Form, wurde hier im Beitrag übrigens bisher noch nicht gezeigt.
Beste Grüße
Thomas
Sendung vom Kreiswehrersatzamt Hildesheim in der Waterloostraße 25 mit dem blauen Nebenstempel Durch Kurier.
Leider ist kein Inhalt bzw. kein Fensterinhalt erhalten geblieben, d.h. es ist deshalb unklar, wohin die Sendung seinerzeit ging. Sie dürfte aber entweder nach Göttingen (in die Zietenkaserne) oder nach Osterode im Harz (in die Generalfeldmarschall Rommel-Kaserne) gelaufen sein. Als Zeitraum kommen nur die 1985/1986er Jahre in Betracht, da er aus "meiner Bundeswehrzeit" stammt.
Ursprunglich war wohl auch eine mögliche Nutzung der Deutschen Bundespost angedacht gewesen - oder es wurde im Vorfeld einfach nur eine größere Charge von Umschlägen mit einem der typischen roten (Kasten-) Nebenstempel Nur nachsenden innerhalb / des Bundesgebiets / ausschließlich Berlin (West) 'blanko' versehen, denn dieser macht ja nur bei einem regulären Postversand einen Sinn. Die Stempelausführung selbst bzw. dessen Form, wurde hier im Beitrag übrigens bisher noch nicht gezeigt.
Beste Grüße
Thomas
Am: 24.11.2025 19:24:18
Gelesen: 2074
# 19
@ hopfen [#3]
Der "Berlin (West) - Ausschluss" ist mir allerdings neu, hängt möglicherweise hier bei der Bundeswehr mit dem Umstand der "Bundeswehr-Flüchtlinge nach Berlin (West)" zusammen
Hier muß ich nochmal nachhaken. Den Satz kann man so nicht stehen lassen!
Der Stempel oder manchmal auch Aufdruck "nur nachsenden innerhalb des Bundesgebiet ausschließlich Berlin (West)" hängt ganz einfach damit zusammen das die Stadt Berlin (West) kein Bestandteil der Bundesrepublik war sondern dem Vier-Mächte-Status der alliierten Streitkräfte unterstand.
DeFacto galt natürlich in Berlin (West) überwiegend Bundesrecht, aber halt mit gewissen Ausnahmen. Die Wehrpflicht gehörte zu diesen Ausnahmen.
In der Bundesrepublik bestand zur damaligen Zeit eine allgemeine Wehrpflicht. Natürlich gab es in der Bundesrepublik junge Männer die keinen Dienst an der Waffe schieben wollten und versuchten sich der Wehrpflicht zu entziehen mit einer Reise nach dem Westteil Berlins. Die Zahl derer die hier aktiv waren dürfte überschaubar gewesen sein.
Im Gegenzug und das gerät allzuoft in Vergessenheit, durften die Männer aus Berlin (West) aber durchaus zur Bundeswehr gehen. Das geschah dann halt auf freiwilliger Basis. Schließlich war die Bundeswehr für viele auch ein attraktiver Arbeitgeber für's eigene Studium usw..
In diesem Sinne,
schöne Grüße,
Thomas
Am: 24.11.2025 20:21:56
Gelesen: 2055
# 20
@ T1000er [#19]
Ein weiteres Problem - zumindest bei anderen Behörden - war ja auch, dass Behördenpost nicht auf dem Landweg vom Bundesgebiet nach Westberlin geschickt werden durfte (deshalb fand sich früher ja auch oft ein entsprechendes Weiterleitungsverbot auf Behördenpost), damit die DDR nicht interne bundesdeutsche Behördenpost ausspähen konnte. Deshalb wurde Behördenpost ja oft auch mit extra Luftpostzusatzgebühren per Luftpost nach Westberlin geschickt. Das galt übrigens auch für Behördenpost an Privatpersonen in Westberlin.
Am: 24.11.2025 22:01:59
Gelesen: 2036
# 21
@ DL8AAM [#20]
Ja da stimme ich dir zu. Die damalige Situation hat schon im Postverkehr für einige eigenwillige "Stilblüten" gesorgt.
Ich habe jetzt einfach mal in meinem Fundus rumgestochert und Belege gefunden die dich als Göttinger sicher ansprechen dürften.
Das Kreiswehrersatzamt in Göttingen hatte dieses Nachsendeverbot nach Berlin (West) gleich in ihrem Absender-Handstempel integriert.
Postalia D2 vom 08.10.1973, 34 GÖTTINGEN 1
Darüber hinaus ist auch die Rückseite durchaus von Interesse. Hier wurde ein Streifenformular "O 2" noch zusätzlich zum Verschluß des Briefes aufgeklebt. Das kommt schon einer Versiegelung des Briefes gleich.
War wohl ein wichtiger Inhalt der da zur Stammdienststelle des Heeres in Köln aufgegeben wurde.
Darüber hinaus habe ich auch noch zwei weitere Briefe die mit einer Postalia D2 frankiert wurden. Beide am gleichen Tag dem 25.04.1973.
Da stellt sich mir jetzt die Frage; sind beide Belege aus ein und derselben Poststelle in der Zieten-Kaserne oder ist die v.Ossietzky-Straße einer anderen Liegenschaft zuzuordnen.
Thomas, Dir als Göttinger lasse ich den Vortritt dieses kleine Rätsel zu lösen.
Schöne Grüße,
Thomas
Postalia D2 vom 08.10.1973, 34 GÖTTINGEN 1
Darüber hinaus ist auch die Rückseite durchaus von Interesse. Hier wurde ein Streifenformular "O 2" noch zusätzlich zum Verschluß des Briefes aufgeklebt. Das kommt schon einer Versiegelung des Briefes gleich.
War wohl ein wichtiger Inhalt der da zur Stammdienststelle des Heeres in Köln aufgegeben wurde.
Darüber hinaus habe ich auch noch zwei weitere Briefe die mit einer Postalia D2 frankiert wurden. Beide am gleichen Tag dem 25.04.1973.
Da stellt sich mir jetzt die Frage; sind beide Belege aus ein und derselben Poststelle in der Zieten-Kaserne oder ist die v.Ossietzky-Straße einer anderen Liegenschaft zuzuordnen.
Thomas, Dir als Göttinger lasse ich den Vortritt dieses kleine Rätsel zu lösen.
Schöne Grüße,
Thomas
Am: 24.11.2025 23:50:19
Gelesen: 2019
# 22
Zufallsfund in meiner Krabbelkiste (mehrere Belege, diverse unterschiedliche Cachetstempel[/U]:[/B]
Vermutlich privat hergestellt, aber -meiner Meinung nach- immerhin schön anzusehen. Ob sie daher in dieses Thema passen, vermag ich nicht zu beurteilen, hoffe es aber.
Moin (= gute Nacht), Gerd Lückert
Vermutlich privat hergestellt, aber -meiner Meinung nach- immerhin schön anzusehen. Ob sie daher in dieses Thema passen, vermag ich nicht zu beurteilen, hoffe es aber.
Moin (= gute Nacht), Gerd Lückert
Am: 25.11.2025 07:54:13
Gelesen: 1982
# 23
Hallo,
innerhalb der Bundeswehr gab es früher ein philatelistisches Büro, das zu besonderen Anlässen innerhalb der gesamten Bundeswehr, also bei Marine, Heer, Luftwaffe usw. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post anlassbezogene Sonderstempel sowie passende Sonderpostkarten oder Sonderumschläge herstellen ließ, zum Teil als Privatganzsachen, zum Teil ohne Eindruck von einem oder mehreren Wertstempeln.
Das Ziel dieser Maßnahme war mit Sicherheit, der damals recht hohen Nachfrage innerhalb der Bundeswehr nach Produkten unter Bezug auf die Bundeswehr nachzukommen, zum anderen aber dienten diese Dinge auch dazu, dem zu jedem Einzelanlass recht zahlreich erschienenen zivilen Publikum postalisch verwertbare Erinnerungsstücke an die Hand zu geben, die, per Post verschickt, auch bei den potentiellen Empfängern Werbung für die Bundeswehr machen konnten.
Bei den privaten Ganzsachenumschlägen (anderes Material zu dem Thema besitze ich nicht) wurde stets ein Umschlag mit (meistens) Luftpostumrandung mit einem oder mehreren Wertstempeln rechts oben sowie mit einem anlassbezogenen Zudruck auf der linken vorderen Umschlagseite bedruckt. Zusätzlich aber finden sich auf einer Vielzahl solcher privaten Briefumschläge zusätzlich farbige Zudrucke oder Handstempel, wobei die genaue Bestimmung recht schwierig ist.
Für die Annahme eines Zudruckes spricht die Tatsache, dass dabei eine stets exakte waagerechte Ausrichtung zu bemerken ist, für die grundsätzliche Annahme eines Handstempels spricht andererseits die Wahrnehmung, dass die Farbe dieser kleinen Zusatzstempel schneller verblasst oder abbröckelt als andere Teile des Aufdruckes. Außerdem finden sich solche kleinen Zusatzstempel nicht immer an der gleichen Stelle, also manchmal oben, manchmal unten oder auch ganz fehlend auf ansonsten gleichen Umschlägen.
Zwei solcher Beispiele will ich nachstehend zeigen. Zunächst ein Umschlag mit zwei Wertstempeln, erschienen aus Anlass der Bundeswehrausstellung "Unser Heer 80", NGK.Katalog PU 156/D1_001.
Auf diesem Umschlag finden sich zusätzlich zum ursprünglichen Zustand zwei Aufdrucke oder Handstempel, die so aussehen, von Umschlag zu Umschlag aber nicht immer an der gleichen Stelle vorzufinden sind.
Der zweite Umschlag, wiederum mit zwei Wertstempeln, der zum Anlass "25 Jahre Jagdgeschwader Richthofen 2944 Wittmund" im Jahr 1984 erschienen ist, trägt links neben dem Poststempel unzweifelhaft einen Absenderhandstempelaufdruck, links oben in der Ecke aber wiederum etwas, das sowohl Zudruck als auch anlassbezogener Zusatzstempel sein kann. Der Umschlag wird im NGK als PU 192/B2_001b geführt.
Und nun zuerst der Absender per Handstempel sowie links oben in roter Farbe etwas, das sowohl Zusatzstempel als auch Sonderzudruck sein kann.
Vielleicht gibt es in den Kreisen der Philaseitenmitglieder Sammler, die damals bei der Bundeswehr dienten und nähere Einblicke in das damalige Herstellungsverfahren bekamen und nun mit ihrem Spezialwissen zur Aufhellung beitragen können.
Viele Grüße
Ingo
Auf diesem Umschlag finden sich zusätzlich zum ursprünglichen Zustand zwei Aufdrucke oder Handstempel, die so aussehen, von Umschlag zu Umschlag aber nicht immer an der gleichen Stelle vorzufinden sind.
Der zweite Umschlag, wiederum mit zwei Wertstempeln, der zum Anlass "25 Jahre Jagdgeschwader Richthofen 2944 Wittmund" im Jahr 1984 erschienen ist, trägt links neben dem Poststempel unzweifelhaft einen Absenderhandstempelaufdruck, links oben in der Ecke aber wiederum etwas, das sowohl Zudruck als auch anlassbezogener Zusatzstempel sein kann. Der Umschlag wird im NGK als PU 192/B2_001b geführt.
Und nun zuerst der Absender per Handstempel sowie links oben in roter Farbe etwas, das sowohl Zusatzstempel als auch Sonderzudruck sein kann.
Vielleicht gibt es in den Kreisen der Philaseitenmitglieder Sammler, die damals bei der Bundeswehr dienten und nähere Einblicke in das damalige Herstellungsverfahren bekamen und nun mit ihrem Spezialwissen zur Aufhellung beitragen können.
Viele Grüße
Ingo
Am: 25.11.2025 22:04:58
Gelesen: 1937
# 24
@ T1000er [#21]
... und derselben Poststelle in der Zieten-Kaserne oder ist die v.Ossietzky-Straße einer anderen Liegenschaft zuzuordnen. Thomas, Dir als Göttinger lasse ich den Vortritt dieses kleine Rätsel zu lösen.
Hallo anderer Thomas ;-)
Ja, die Zieten-Kaserne lag seinerzeit an der Carl-von-Ossietzky-Straße, nach dem Auflassen der Kaserne ist das nun das neue Quartier namens Zieten-Terrassen.
Neben der Zieten-Kaserne besass die Bundeswehr übrigens noch weitere Liegenschaften 'außerhalb der Kaserne' über Göttingen verteilt, u.a. die "Kleiderkammer" der Standortverwaltung im Hagenweg 2 und das Kreiswehrersatzamt in der Breslauer Straße 2 (vielleicht 100 Meter von mir entfernt), wobei das Kreiswehrersatzamt - auf Grund der räumlichen Entfernung zur Kaserne (etwa 2 km) und des großen Postaufkommens - womöglich sogar eine eigene Poststelle gehabt haben könnte (?), zumindest sehen die Absenderklischees meiner KWEA-Belege aus den 80er Jahren etwas abweichend aus (sehr viel "dickeres" Schiftbild):
Einschreibesendung des Kreiswehrersatzamtes Göttingen (Breslauer Str. 2), frankiert per Postalia-Absenderfreistempel GÖTTINGEN 1 / 34 mit 390 Pfennig vom 25.07.1985, mit dem üblichen "Bundeswehr"-Absenderklischee. Obwohl der AFS im Tagesstempel das Hauptpostamt "Göttingen 1" trägt, stammt das Einschreibelabel aber vom örtlichen (Stadtteil-) Postamt "Göttingen 17" - hier mit dem Unterscheidungsbuchstaben „b“.
Zusätzlich kam hier zum Einsatz ein individueller roter, "all inclusive" Nebenstempel mit der Absenderangabe und gleichzeitigem Standard-Nachsendehinweis:
Kreiswehrersatzamt / Breslauer Str. 2, 3400 Göttingen / Nur nachsenden innerhalb des / Bundesgebietes ausschließlich / Berlin (West)
Die Formulierung dieser Nebenstempel war offenbar einheitlich bundeswehrgenormt, die Form scheinbar aber nicht. Jeder machte hier sein eigenes Ding.
Beste Grüße
Thomas
Einschreibesendung des Kreiswehrersatzamtes Göttingen (Breslauer Str. 2), frankiert per Postalia-Absenderfreistempel GÖTTINGEN 1 / 34 mit 390 Pfennig vom 25.07.1985, mit dem üblichen "Bundeswehr"-Absenderklischee. Obwohl der AFS im Tagesstempel das Hauptpostamt "Göttingen 1" trägt, stammt das Einschreibelabel aber vom örtlichen (Stadtteil-) Postamt "Göttingen 17" - hier mit dem Unterscheidungsbuchstaben „b“.
Zusätzlich kam hier zum Einsatz ein individueller roter, "all inclusive" Nebenstempel mit der Absenderangabe und gleichzeitigem Standard-Nachsendehinweis:
Kreiswehrersatzamt / Breslauer Str. 2, 3400 Göttingen / Nur nachsenden innerhalb des / Bundesgebietes ausschließlich / Berlin (West)
Die Formulierung dieser Nebenstempel war offenbar einheitlich bundeswehrgenormt, die Form scheinbar aber nicht. Jeder machte hier sein eigenes Ding.
Beste Grüße
Thomas
Am: 26.11.2025 04:30:08
Gelesen: 1921
# 25
@ Cantus [#23]
Innerhalb der Bundeswehr gab es nie ein "philatelistisches Büro" oder Ähnliches. Die gezeigten Belege stammen aus der Werkstatt von Herwarth Kronmarck, eines - so muss man es leider sagen - berüchtigten Produzenten solcher philatelistischen Bundeswehr-Belege. Kronmarck hat über viele Jahre Tausende solcher Belege angefertigt, viele als Ganzsachen, und sie für teuer Geld verkauft. Heute findet man diese Stücke vor allem in Grabbelkisten, denn wert sind sie leider praktisch nichts.
Echte (!) Bundeswehr-Feldpost oder auch Dienstpost ist dagegen immer noch ein spannendes Sammelgebiet.